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Altersbeitragsentlastungssparen

Bei meiner Beratung zum Thema Private Krankenversicherung begegnet mir öfters die Sorge vor im Alter steigenden Beiträgen. Hierzu finden Sie unter “Vorurteile zur privaten Krankenversicherung” eine ausführliche Erläuterung, weshalb diese Sorge bei einer guten und beitragsstabilen PKV unbegründet ist.

Ein wesentlicher Aspekt wird bei dieser Diskussion häufig übersehen: die monatliche Beitragsersparnis gegenüber der GKV, die selbst nach Meinung von PKV-Skeptikern über lange Jahre anfällt. Hierbei ist nicht nur der  reine Beitragsunterschied zu berücksichtigen, sondern wenn man fair rechnet sind zur GKV Zuzahlungen / Praxisgebühr sowie die Kosten für private Zusatzversicherungen zu addieren (je nach Alter ca. 100 bis 200 € p.m.), um die GKV annähernd mit den Leistungen der PKV vergleichbar zu machen.

Hier ein Beispiel (ohne Berücksichtigung GKV-Zusatzversicherungen) für einen 30-jährigen kinderlosen Angestellten auf Grundlage der Situation in 2011:

GKV: Arbeitnehmerhöchstbeitrag p.m. rund 350 EUR
PKV (ohne Selbstbehalt): Arbeitnehmeranteil ca. 200 EUR
Ersparnis p.m. zugunsten PKV 150 EUR

Bei einer monatlichen Anlage dieser Ersparnis bis Alter 67 mit einem Zins von 5% an wird daraus ein Kapital von rund 190.000 EUR. Daraus ergibt sich bis zum Alter von 80 Jahren bei einem Wiederanlagezins von 4,5% eine monatliche Entnahme von rund 1.600 EUR (vor etwaigen Steuern). Damit lässt sich der Beitrag zur privaten Krankenversicherung wesentlich reduzieren oder sogar komplett bezahlen!

Sollte jemand im Rentenalter also über die normal gestiegenen Beiträge seiner privaten Krankenversicherung klagen, fragen Sie bitte auch was derjenige mit seiner Beitragsersparnis gemacht hat!

Zur Anlage der Beitragsersparnis kommen verschiedene Sparformen in Betracht:

1. Individuelles Sparen

Hier sind theoretisch alle unter “Vergleich Geldanlage” beschriebenen Sparformen möglich. Mit relativ sicherer Verzinsung und Steuervorteilen ist eine klassische private Rentenversicherung oft eine gute Lösung. Für risikofreudigere Anleger kann ein gut diversifizierter Fondssparplan die richtige Wahl sein.

Bei der Auswahl der für Sie passenden Lösung berate ich Sie gerne!

2. PKV-Beitragsentlastungstarife

Viele Gesellschaften bieten im Rahmen einer bestehenden PKV, manchmal recht offensiv mit Kunden-Mailings etc., eigene “Beitragsentlastungstarife” an, auch genannt “Zusatzbaustein zur Beitragsreduzierung im Alter” oder “Beitragssenkungskomponente”. Ziel ist, den PKV Beitrag im Alter durch eine monatliche Sparrate lebenslang um einen festen Betrag zu senken. Diese Spartöpfe funktionieren ähnlich wie eine Rentenversicherung und können ohne Gesundheits- oder Risikoprüfung abgeschlossen werden.

Vorteile:

  • Der Sparbeitrag wird vom Arbeitgeber hälftig bezuschusst (sofern der maximale AG-Zuschuss nicht schon durch PKV Beiträge ausgeschöpft ist).
  • Der Beitrag ist größtenteils steuerlich absetzbar (je nach Tarif ca. 85%)

Nachteile:

  • Lebenslange Beitragszahlung (also auch noch nach Rentenbeginn!)
  • Verlust sämtlicher eingezahlter Beiträge bei Wechsel der Gesellschaft, Tod des Versicherten oder Rückkehr in die GKV (z.B. bei reduziertem Einkommen, sofern kein Umwandlungsrecht in eine Zusatzversicherung)

Die Rendite hierbei lässt sich nicht pauschal berechnen, da sie neben der Kapitalverzinsung der gewählten Gesellschaft auch von Faktoren wie Arbeitnehmer- oder Selbstständigenstatus, persönlicher Einkommens- und Steuersituation und Lebenserwartung abhängig ist.

Fazit:

Auch hier ist persönliche Beratung durch einen qualifizierten unabhängigen Finanzberater wichtig, damit Sie langfristig die für Sie richtige Entscheidung treffen!

 

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