Änderungen 2013: Finanzen Steuern Kinder Rente Sozialversicherung

Änderungen 2013Das ändert sich 2013

Hier einige wichtige Änderungen im Bereich Finanzen, Steuern, Kinder, Rente und Sozialversicherung zum Jahreswechsel 2012/2013.

FINANZEN

GEZ-Gebühr

Bisher wurde bei der GEZ-Gebühr gezählt, wie viele und welche Geräte der Bürger nutzte. Der Beitrag für die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten wird aber nun zu einer allgemeinen Abgabe und fällt pro Haushalt an. Pro Monat kostet sie dann 17,98 Euro. Sehbehinderte oder gehörlose Menschen bezahlen ein Drittel des Beitrags. Nur sozial schwache oder schwerbehinderte Menschen haben die Möglichkeit, sich freistellen zu lassen.

Praxis-Gebühr

10 Euro Praxisgebühr mussten gesetzlich Versicherte bisher im Quartal bezahlen, wenn sie einen Arzt oder Zahnarzt besuchten. Ab 1. Januar 2013 ist damit Schluss, die Praxisgebühr wird ersatzlos gestrichen.

Führerschein

Am 19. Januar 2013 wird die dritte EG-Führerschein-Richtlinie umgesetzt. Die wichtigste Änderung: Die Gültigkeit des neuen Führerscheins im Scheckkarten-Format ist zukünftig begrenzt, der Führerschein also nicht mehr lebenslang gültig. Der Austausch der Papiere bedeutet aber nicht, dass die Fahrprüfung erneut abgelegt werden muss. Und: Die alten Dokumente bleiben noch bis zum 19. Januar 2033 gültig.

STEUERN

450 Euro für Minijobs

Die monatliche Verdienstgrenze für Minijobber liegt ab 1.1.2013 bei 450 Euro (vorher: 400 Euro). Die Besonderheit bei diesen Jobs war bisher, dass der Arbeitgeber die Sozialversicherungs-Abgaben allein begleicht. Mit der neuen Grenze ändert sich das: 4,6 Prozent (Minijobs in Privathaushalten: 14,6 Prozent) muss der Minijobber dann von seinem eigenen Gehalt in die Rentenversicherung einzahlen. Er kann sich allerdings davon befreien lassen.

Übungsleiter-Freibetrag

Wer in einer mildtätigen Einrichtung als Übungsleiter arbeitet, soll mehr Steuern sparen. Der Freibetrag wird ab 2013 von bisher 2.100 Euro auf 2.400 Euro jährlich angehoben. Damit soll der bürokratische Aufwand für ehrenamtlich Tätige reduziert werden.

Weniger Ehegatten-Splitting

Beim Ehegatten-Splitting wurden die möglichen Varianten nun von sieben auf vier reduziert. Zukünftig gibt es neben der Zusammenveranlagung drei Formen der Einzelveranlagung: Grundtarif, Witwen-Splitting und Sonder-Splitting im Trennungsjahr. Dabei gilt, dass derjenige Partner die verschiedenen Leistungen auf der Steuererklärung berücksichtigen kann, der sie auch selbst bezahlt hat.

Vereinfachung beim Freibetrag

Wer als Arbeitnehmer bei der Steuererklärung einen Freibetrag geltend machen möchte, muss diesen nun nur noch alle zwei Jahre beim Finanzamt anmelden. Eingetragen werden können Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Leistungen. Wichtig dabei: Bei der Einführung der elektronischen Lohnsteuer-Abzugsmerkmale (ELStAM) am 1. Januar 2013 werden diese Freibeträge nicht automatisch übernommen. Der Arbeitnehmer muss diese also neu beantragen.

KINDER

Anpassung “Düsseldorfer Tabelle”

Mit der “Düsseldorfer Tabelle” wird der Unterhalt für Kinder geregelt. Der Selbstbehalt steigt generell um 50 Euro. Er liegt nun zum Beispiel bei minderjährigen Kindern und Kindern bis zum 21. Geburtstag, die noch bei den Eltern leben und noch eine allgemeinbildende Schule besuchen, bei 1.000 Euro.

Betreuungsgeld für Unter-Dreijährige

Am 1. August 2013 soll das Betreuungsgeld für Eltern kommen, die ihre Kinder im Alter zwischen 1 und 3 Jahren nicht in einer Einrichtung betreuen lassen. Es sollen 100 Euro pro Kind und Monat gezahlt werden. Eltern können das Geld auch direkt in die private Altersvorsorge investieren und erhalten dann eine zusätzliche Prämie von 15 Euro. Außerdem: Ab dem 1. August 2013 müssen die Kommunen den Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Tageseinrichtung oder in der Kindertagespflege für Kinder ab Vollendung des ersten Lebensjahres erfüllen.

Änderungen beim Elterngeld

Ab 1. Januar 2013 wird das Elterngeld bei Arbeitnehmern anhand des Bruttoeinkommens ermittelt, nicht mehr anhand des Nettoeinkommens. Ebenfalls wichtig: Wer über den Wechsel der Steuerklasse ein höheres Elterngeld erzielen möchte, muss im Jahr vor der Beantragung die günstigere Steuerklasse am längsten innegehabt haben, also mindestens sieben Monate von den zwölf Monaten vor der Geburt.

RENTE

Mehr Förderung für Vorsorge-Aufwendungen

Wer fürs Alter vorsorgt, kann bei der Steuererklärung Vorsorge-Aufwendungen geltend machen. Ab 2013 erhöht sich der absetzbare Teil der Beiträge auf bis zu 24.000 Euro pro Jahr für Alleinstehende (bisher 20.000 Euro) und 48.000 Euro für Verheiratete (bisher
40.000 Euro).

Rentenbeiträge sinken

Der Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung sinkt erneut. Ab 1. Januar 2013 beträgt der Beitragssatz 18,9 Prozent, im Jahr 2012 waren es noch 19,6 Prozent. Gleichzeitig steigen die Beitrags-Bemessungsgrenzen in der Renten- und Arbeitslosen-Versicherung auf 69.600 Euro Jahreseinkommen in den alten Bundesländern und 58.800 Euro in den neuen Bundesländern. Die Grenzen geben an, bis zu welchem Gehalt die Beitragseinzahlung in die Rentenversicherung erhoben wird. Gehaltsbestandteile, die darüber liegen, bleiben unberücksichtigt.

Rente für Geringverdiener

Im Spätsommer soll die sogenannte “Lebensleistungsrente” in Kraft treten, die Rentnern unterhalb der Grundsicherung zugutekommen soll. Deren Rente soll dann mit staatlichen Geldern aufgestockt werden. Bedingung ist, dass die Rentner mindestens 40 Beitragsjahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt sowie eine private Altersvorsorge betrieben haben.

SOZIALES

Geänderte Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung

Der Beitragssatz zur Pflegeversicherung steigt auf 2,05 Prozent (bisher: 1,95 Prozent). Kinderlose müssen ab 2013 2,3 Prozent des Bruttogehalts in die Pflegekasse einzahlen. Der Beitragssatz für die gesetzliche Krankenkasse bleibt hingegen mit 15,5 Prozent stabil.

Pflegestufen

Die Sätze für die Pflegeversicherungen wurden für Demenzkranke erneuert. So erhalten Pflegebedürftige der Stufe 0 zukünftig 120 Euro Pflegegeld pro Monat. Für Menschen “mit eingeschränkter Alterskompetenz” steigen die Zahlungen der Pflegestufe I auf 305 Euro und in der Pflegestufe II auf 525 Euro. Sofern ein professioneller Pflegedienst die Arbeit übernimmt, werden für Pflegesachleistungen in Stufe 0 225 Euro im Monat, in Pflegestufe I 665 Euro und in Pflegestufe II 1.250 Euro gezahlt.

Private Pflege (“Pflege-Bahr”)

Ab 2013 soll die private Pflegezusatzversicherung eingeführt werden, der sog. “Pflege-Bahr”. Wer mindestens 10 Euro pro Monat investiert, erhält zusätzlich vom Staat 5 Euro dazu. Abgewickelt wird diese Förderung direkt über das Versicherungs-Unternehmen. Die Besonderheit: Eine Gesundheitsprüfung wird nicht durchgeführt, es gibt eine Karenzzeit von fünf Jahren. In Pflegestufe III sollen mindestens 600 Euro pro Monat an Zahlung garantiert werden.

(Text basierend auf JDC ExpertenNews Versicherungen)

Übersicht Sozialversicherungswerte 2013

Hier finden Sie die wichtigsten endgültigen Sozialversicherungswerte für das Jahr 2013 (siehe dazu auch Sozialversicherungswerte 2013 und Rechengrößen)

Sozialversicherungswerte 2013 – Krankenversicherung

Die wichtigsten Eckdaten der vorläufigen Sozialversicherungswerte 2013 für die Krankenversicherung:

Jahresarbeitentgeltgrenze (JAEG) 2013

Ab einem Jahresbruttoeinkommen von 52.200 EUR (= 4.350 EUR im Monat) ist der Wechsel in die private Krankenversicherung möglich (2012: 50.850 EUR p.a.)

Höchstbeiträge Kranken- und Pflegepflichtversicherung

Höchstbeiträge nach der neuen Beitragsbemessungsgrenze von 3.937,50 EUR:

  • gesetzliche Krankenversicherung (Beitragssatz 14,6% + Zusatzbeitrag 0,9%): 610,31 EUR
  • gesetzliche Pflegepflichtversicherung (Beitragssatz 2,05% = 80,72 EUR zzgl. 0,25% für Kinderlose = 9,84 EUR): 90,56 EUR

Maximaler Gesamtbeitrag für kinderlose Besserverdiener: 700,88 EUR.

Arbeitgeberzuschuss Krankenversicherung

Der Arbeitgeberzuschuss beträgt für gesetzlich wie für privat krankenversicherte Arbeitnehmer maximal 327,80 EUR:

  • 287,44 EUR für die Krankenversicherung und
  • 40,36 EUR für die Pflegepflichtversicherung.

Arbeitnehmeranteil Krankenversicherung

Ein gesetzlich krankenversicherter Arbeitnehmer zahlt als Eigenanteil 373,08 EUR (700,88 EUR – 327,80 EUR). Zusätzlich muss er noch eine Reihe von Zuzahlungen selbst übernehmen, die sich auf ca. 50 EUR im Monat aufaddieren können. Daraus ergibt sich ein “Effektivbeitrag” von ca. 423,08 EUR pro Monat.

Bei privat krankenversicherten Arbeitnehmern übernimmt der Arbeitgeber 50% des Beitrags, jedoch analog zur GKV maximal 327,80 EUR. Eigenanteil und Effektivbeitrag hängen hier vom gewählten Tarif ab, liegen jedoch häufig deutlich unter den Kosten für eine gesetzliche Krankenversicherung.

Tabelle

Rechengrößen und Sozialversicherungswerte 2013Alte BundesländerNeue Bundesländer
Bezugsgrößen (bei Kranken- und Pflegeversicherung gilt für neue Bundesländer die Bezugsgröße West)
Bezugsgröße – jährlich32.340,00 EUR27.300,00 EUR
Bezugsgröße – monatlich2.695,00 EUR2.275,00 EUR
Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG)
Krankenversicherung (allgemein) – jährlich52.200,00 EUR52.200,00 EUR
Krankenversicherung (Bestandsfälle PKV) – jährlich47.250,00 EUR47.250,00 EUR
Beitragsbemessungsgrenzen (BBG)
Kranken- und Pflegeversicherung – jährlich47.250,00 EUR47.250,00 EUR
Kranken- und Pflegeversicherung – monatlich3.937,50 EUR3.937,50 EUR
allgemeine Rentenversicherung – jährlich69.600,00 EUR58.800,00 EUR
allgemeine Rentenversicherung – monatlich5.800,00 EUR4.900,00 EUR
knappschaftliche Rentenversicherung – jährlich85.200,00 EUR72.600,00 EUR
knappschaftliche Rentenversicherung -monatlich7.100,00 EUR6.050,00 EUR
Arbeitslosenversicherung – jährlich69.600,00 EUR58.800,00 EUR
Arbeitslosenversicherung – monatlich5.800,00 EUR4.900,00 EUR
Geringverdienergrenze Azubis325,00 EUR325,00 EUR
Mindestarbeitsentgelte
Behinderte – Kranken- und Pflegeversicherung –
monatlich
539,00 EUR539,00 EUR
Behinderte – Rentenversicherung – monatlich2.156,00 EUR1.820,00 EUR
Azubis u. Praktikanten
Renten- und Arbeitslosenversicherung – monatlich –
26,95 EUR22,75 EUR
Mindestbemessungsgrundlagen für freiwillig
Versicherte in der GKV
Mindestbemessungsgrundlage – allgemein898,20 EUR898,20 EUR
Mindestbemessungsgrundlage – Existenzgründer1.347,60 EUR1.347,60 EUR
Mindestbemessungsgrundlage – hauptberufl. Selbstständige2.021,40 EUR2.021,40 EUR
Regelbemessungsgrundlage – hauptberufl. Selbstständige3.937,50 EUR3.937,50 EUR
Höchstzuschuss für freiwillig versicherte GKV-Mitglieder
und Mitglieder der PKV ab 1.1.2013
unter Berücksichtigung des KV-Beitragssatzes in Höhe von 15,5 %
KV mit Anspruch auf Krankengeld (bundeseinheitlich =
14,6 %)
287,44 EUR287,44 EUR
KV ohne Anspruch auf Krankengeld (bundeseinheitlich
= 14,0 %)
275,63 EUR275,63 EUR
Höchstzuschüsse zur sozialen Pflegeversicherung
Pflegeversicherung (bundeseinheitlich außer Sachsen)40,36 EUR40,36 EUR
Pflegeversicherung (nur Bundesland Sachsen)20,67 EUR20,67 EUR
Studentenbeitrag – ab 1.1.2013
unter Berücksichtigung des KV-Beitragssatzes in Höhe
von 15,5 % und eines BaföG-Satzes von 597 EUR
Krankenversicherung – monatlich64,77 EUR64,77 EUR
Pflegeversicherung – monatlich12,24 EUR12,24 EUR
Pflegeversicherung (Kinderlose) – monatlich13,73 EUR13,73 EUR
Mindestzahlbetrag für die Beitragspflicht von
Versorgungsbezügen in der KV und PV134,75 EUR134,75 EUR
Monatliche Beiträge zur Pflegeversicherung
Höchstbeitrag für versicherungspflichtige
Arbeitnehmer
80,72 EUR80,72 EUR
Beitragstragung: Arbeitgeber und Arbeitnehmer je zur
Hälfte (außer Sachsen)
Beitragstragung Sachsen: Arbeitgeber 0,525 %,
Arbeitnehmer 1,525 %
AN-Anteil ggf. zuzüglich des Beitragszuschlags für
Kinderlose i.H. von 0,25 %
Monatliche Beiträge zur Rentenversicherung
Höchstbeitrag für pflichtversicherte Arbeitnehmer1.102,00 EUR931,00 EUR
Beitragstragung: Arbeitgeber und Arbeitnehmer je zur
Hälfte, voraussichtlich von 19 %
Regelbeitrag für versicherungspflichtige Selbstständige512,05 EUR432,25 EUR
Mindestbeitrag für versicherungspflichtige
Selbstständige
76,00 EUR76,00 EUR
Höchstbeitrag für versicherungspflichtige
Selbstständige
1.102,00 EUR931,00 EUR
Mindestbeitrag für freiwillig Versicherte76,00 EUR76,00 EUR
Höchstbeitrag für freiwillig Versicherte1.102,00 EUR931,00 EUR
Mindestbemessungsgrundlage in der RV für
geringfügig Beschäftigte155,00 EUR155,00 EUR
Mindestbeitrag in der RV für geringfügig Beschäftigte29,45 EUR29,45 EUR
Monatliche Beiträge zur Arbeitslosenversicherung
Höchstbeitrag für versicherungspflichtige
Arbeitnehmer
174,00 EUR147,00 EUR
Beitragstragung: Arbeitgeber und Arbeitnehmer je zur
Hälfte
Beitragssätze zur Sozialversicherungbundesweit
Krankenversicherung15,5 %
Pflegeversicherung (ggf. zuzügl. AN-Beitragszuschlag
i.H.v. 0,25 %)
2,05 %
allgemeine Rentenversicherung (voraussichtlich)19,0 %
knappschaftliche Rentenversicherung (voraussichtlich)25,2 %
Arbeitslosenversicherung3,0 %