Aufteilung der Berufsunfähigkeitsversicherung auf zwei Gesellschaften

Aufteilung der Berufsunfähigkeitsversicherung auf zwei Gesellschaften

Manche Berater empfehlen generell die Aufteilung der Berufsunfähigkeitsversicherung auf zwei Gesellschaften oder sogar auf mehrere Anbieter. Wir sehen das etwas differenzierter und entscheiden diese Frage gemeinsam mit unseren Mandanten je nach den Umständen des Einzelfalls.

Vorteile Aufteilung der Berufsunfähigkeitsversicherung auf zwei Gesellschaften

Schließt man zwei oder mehrere kleinere BUs ab, bietet das folgende Vorteile:

  • Doppelte bzw. mehrfache Aufstockungs- bzw. Nachversicherungsmöglichkeiten ohne Gesundheitsprüfung, z.B. beim Berufsstart. Diese sind bei vielen Gesellschaften auf 2.500 EUR pro Vertrag beschränkt. Mit zwei als Student abgeschlossenen Verträgen kann man dann einfacher direkt schon das Einstiegsnettogehalt z.B. eines Assistenzarztes von 3.000 EUR p.m. oder das eines Rechtsanwalts von 5.000 EUR ohne Gesundheitsprüfung absichern. Allerdings gibt es inzwischen auch schon Gesellschaften, bei denen Berufsstarter ihre BU auf 3.500 EUR aufstocken können. Für Berufseinsteiger, die wie von uns empfohlen das volle Nettoeinkommen absichern, sinkt ggf. auch etwas die Notwendigkeit späterer Erhöhungen, die aufgrund des dann höheren Eintrittsalters immer teurer ausfallen, als der ursprüngliche Abschluss, siehe dazu unsere Seite Berufsunfähigkeitsversicherung wann abschließen?
  • Ggf. gezielte Vermeidung einer ärztlichen Untersuchung. Diese hat wie unter Vorteile der ärztlichen Untersuchung bzw. Nachteile der ärztlichen Untersuchung beschrieben Vor- und Nachteile. Insbesondere sind bei dieser Untersuchung die Gesundheitsfragen häufig zeitlich nicht begrenzt – damit müssen ggf. ungünstige zusätzliche Angaben gemacht werden. Das lässt sich mit einem erfahrenen Berater allerdings schon im Vorfeld abklären.
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Vermeintliche Vorteile der Aufteilung der Berufsunfähigkeitsversicherung auf zwei Gesellschaften, die wir aus unserer Erfahrung nicht bestätigen können:

  • „Der Rückversicherer macht bei BUs über 2.500 EUR immer Probleme“.
    „Gute“ BU-Versicherer mit entsprechendem Standing beim Rückversicherer müssen dort ohnehin erst ab höheren BU-Renten (z.B. ab 65.000 EUR BU Jahresrente = 5.417 EUR p.m.) nachfragen. Und letztlich basieren die Kriterien für die Risikoprüfung beim „Erstversicherer“, bei dem die BU beantragt wird, auf Vorgaben des Rückversicherers. Insofern stellen wir hier nur in wenigen Fällen relevante Abweichungen fest, wenn dann aber logischerweise i.d.R. eine „Verböserung“.
  • „Kleinere BUs werden einfacher / schneller bewilligt„.
    Auch das können wir für „richtige BUs“ nicht bestätigen. Auch bei 1.000 oder 2.000 EUR BU Rente hat eine Versicherungsgesellschaft nichts zu „verschenken“ und prüft sorgfältig. Trotz sehr guter Einblicke ins „Innenleben“ der Versicherer kennen wir keine internen Arbeitsanweisungen, wonach kleinere BU Renten nachlässiger geprüft werden sollen als höhere. Allenfalls bei sehr kleinen Beträgen oder einer reinen Beitragsbefreiung einer Rentenversicherung mag es unter Effizienzgesichtspunkten mal einfacher gehen.
  • Risikostreuung – einer wird dann schon zahlen, wenn einer nicht leistet, leistet vielleicht der andere Anbieter“
    Zum einen folgen „gute“ Versicherer bei der Leistungsprüfung ähnlichen Kriterien, die auch vom Rückversicherer vorgegeben sind. Abweichungen sind natürlich möglich, aber nicht sehr wahrscheinlich. Zum anderen erhöht sich durch den Split die statistische Leistungswahrscheinlichkeit nicht wirklich. Vielleicht hilft dieses Bild: Wenn Ihr Ziel ist, zwei Sechsen zu würfeln, steigt die Wahrscheinlichkeit nicht dadurch, dass Sie mit zwei Händen würfeln gegenüber einem Wurf beider Würfel aus einer Hand.

Nachteile einer Aufteilung der Berufsunfähigkeitsversicherung auf zwei Gesellschaften

Die Aufteilung der BU auf zwei oder mehr Anbieter hat auch einige Nachteile:

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  • Bei Berufsunfähigkeit sind Sie meistens körperlich und/oder geistig eingeschränkt. Keine gute Situation, um sich dann mit doppeltem Aufwand mit Antragsformularen, Gutachtern etc. von zwei Gesellschaften herumzuschlagen.
  • Sie verzichten auf den „Schutz“ der ärztlichen Untersuchung, die eine BU ggf. „belastbarer“ macht, weil ein von der Gesellschaft beauftragter Arzt Sie untersucht hat.
  • Manchmal gibt es einen Anbieter, der zu den Anforderungen des Kunden und vom Preis-/Leistungsverhältnis besonders gut passt („Mercedes zum VW Preis“). Diese Vorteile verwässern Sie, wenn Sie die BU splitten.

Fazit zur Aufteilung der Berufsunfähigkeitsversicherung auf zwei Gesellschaften

Es kommt wie immer auf die Umstände des Einzelfalls an. Man kann nicht generell sagen, dass zwei kleine Verträge besser sind bzw. ein großer oder umgekehrt. Manchmal sind zwei Verträge z.B. deshalb die klügere Lösung, um von Anfang an eine höhere BU Rente absichern zu können. Ob für Sie eine Aufteilung der Berufsunfähigkeitsversicherung auf zwei Gesellschaften oder der Abschluss bei einem Anbieter sinnvoller ist, klären wir mit Ihnen gerne bei einem für Sie kostenlosen Beratungstermin.