Marktbericht 4. Quartal 2013

MarktberichtDer Marktbericht 4. Quartal 2013 mit einer Einschätzung der Märkte (Aktien, Renten, Zinsen, Währungen und Rohstoffe) und einem Ausblick.

Marktbericht – Zusammenfassung

Die im ersten Halbjahr aufgekommene Diskussi­on um eine Verringerung der Anleihekäufe durch die US-Notenbank „Fed“, das sogenannte „Ta­pering“, blieb bis zum Jahresende das wichtigs­te Thema an den Börsen. Im Dezember gab die Fed bekannt, den Umfang ihrer monatlichen An­leihekäufe schon ab Januar zu reduzieren. Den­noch setzten sich die übergeordneten Trends an den Börsen fort: Aktien verzeichneten auch im vierten Quartal mehrheitlich Kursgewinne. An den Anleihemärkten überwogen dagegen nach einer vorübergehenden Kurserholung vor allem im Dezember wieder die Kursverluste.

Marktbericht – Aktienmärkte

Die Aktienmärkte profitierten im Oktober von der Übergangslösung im politischen Streit um Staatshaushalt und Schuldenobergrenze in den USA. Im Dezember einigte man sich in Wa­shington sogar auf einen längerfristigen Kom­promiss, so dass diese politische Unsicherheit von der Börse abfiel. Die meisten Aktienmärkte setzten ihre mittelfristigen Aufwärtstrends fort, zumal die Unternehmensergebnisse des dritten Quartals überwiegend gut ausfielen.

Zwischen­zeitlich verhinderten mehrfach sogenannte Ge­winnmitnahmen, also Verkäufe nach vorausge­gangenen Kursgewinnen, eine Überhitzung. Be­gründet wurden die zwischenzeitlich fallenden Aktienkurse dann meist mit guten Konjunkturda­ten in den USA, weil dies für eine Normalisie­rung der US-Geldpolitik sprechen würde. Im Vorfeld der US-Notenbanksitzung Mitte Dezem­ber konsolidierten die Aktienmärkte die erzielten Kursgewinne.

Die „Tapering“-Ankündigung der US-Notenbank sorgte dann für Klarheit, so dass viele Aktienindizes mit einer Jahresendrallye neue Rekordstände erreichten: Der Dow Jones Industrial Average beendete das Jahr mit 16.577 mit einem Rekordschlussstand, 9,6 Prozent hö­her als drei Monate und 26,5 Prozent höher als zwölf Monate zuvor. Damit spiegelt der Aktien­markt das gute Umfeld aus Konjunkturerholung und niedrigen Zinsen wider.

Noch stärker fiel die Hausse in einigen Branchen aus: Vor allem Biotech-Aktien waren 2013 gefragt, als erkennbar wurde, dass die Biotechnologie für die Pharmabranche immer wichtiger wird. Der Nasdaq Biotech-Index verbesserte sich im vierten Quartal zwar nur noch um 8,3 Prozent, war aber zuvor im Jahresverlauf schon so stark gestiegen, dass ein Jahresgewinn von 65,6 Prozent entstanden ist.

Auch der japanische Aktienmarkt setzte seinen Anstieg fort: Der Nikkei-225-Index beendete 2013 mit einem neuen Sechs-Jahres-Hoch bei 16.291. Nachdem der japanische Leitindex im zweiten und dritten Quartal seitwärts pendelte, gelang mit einem Anstieg um 12,5 Prozent im vierten Quartal die Fortsetzung des Aufwärts­trends. Schon in den ersten Monaten des Jah­res hatte der japanische Aktienmarkt die Schwä­che der eigenen Währung mit hohen Kursgewin­nen quittiert, so dass der Nikkei-225 das Ge­samtjahr nun mit einem Zuwachs von 56,7 Pro­zent beenden konnte – Ausdruck deutlich ver­besserter Unternehmensergebnisse und der Hoffnung, die Politik der Regierung von Minister­präsident Shinzo Abe überwinde auch dauerhaft die Probleme.

Nachdem sich die Aktienmärkte in Europa im dritten Quartal besser als in USA und Japan ent­wickelt hatten, blieb der Kursaufschwung an den europäischen Börsen im vierten Quartal dahin­ter zurück. Bei der Bekämpfung der Staats­schuldenkrise der Eurozone gab es weitere klei­ne Fortschritte, so dass der Euro-STOXX-50 mit einem Quartalsgewinn von 7,5 Prozent auf 3.109 auch im Gesamtjahr besser abschnitt als der STOXX-50, der im vierten Quartal 5,2 auf 2.919 zulegte. Im Gesamtjahr kletterte der STOXX-50, der auch viele britische und schwei­zerische Aktien enthält, nur um 13,3 Prozent, während der Euro-STOXX-50, der nur Aktien der Eurozone enthält, 17,9 Prozent zulegte. Zu den besten Aktienmärkten in Europa gehörte weiterhin Deutschland, wo der DAX im vierten Quartal 11,1 Prozent und im Gesamtjahr 25,5 Prozent stieg. In London verzeichnete der FTSE-100-Index dagegen nur einen Quartalsgewinn von 4,4 Prozent und damit ein Gesamtjahresergebnis von 14,4 Prozent.

Weitaus unterschiedlicher blieb die Kursentwick­lung an den Aktienmärkten der Schwellenländer. Während die osteuropäischen Börsen im vierten Quartal im Endergebnis fast auf der Stelle tra­ten, überwogen in Asien Kursgewinne und in La­teinamerika Kursverluste – wobei es überall auch Ausnahmen gibt: Die Börsen in der Türkei und in Thailand wurden durch die Eskalation der innenpolitischen Konflikte belastet. Dagegen ge­hört der international nicht wichtige Aktienmarkt Argentinien zu den größten Gewinnern des Jah­res 2013. Zunehmende Bedeutung für die Welt­wirtschaft hat dagegen China, dessen Konjunk­turentwicklung deshalb auch an den westlichen Börsen aufmerksam verfolgt wird. Entsprechend den wirtschaftlichen Aussichten verbesserten sich die chinesischen Aktienmärkte im vierten Quartal und im Gesamtjahr leicht.

Renten, Zinsen, Währungen und Rohstoffe

Zins- und Rentenmärkte spekulierten auch im vierten Quartal vor allem über den Zeitpunkt und Umfang des sogenannten „Taperings“, also der Verringerung der Anleihekäufe durch die US-Notenbank. Die Nominierung von Janet Yellen als Nachfolgerin von Ben Bernanke an der Spit­ze der „Fed“ bekräftigte zunächst die Erwartung, das „Tapering“ könnte erst nach dem Führungs­wechsel im März 2014 beginnen. Zudem senkte die Europäische Zentralbank (EZB) überra­schend Anfang November ihren Leitzins. Das bremste die Aufwertung des Euro gegenüber dem Dollar. In die gleiche Richtung wirkte dann die Fed-Entscheidung Mitte Dezember, ihre An­leihekäufe doch schon ab Januar 2014 zu redu­zieren. In beiden Fällen wurde ein Anstieg des Euro über 1,38 US-Dollar verhindert, ohne dass der seit der zweiten Jahreshälfte 2012 beste­hende Aufwärtstrend der europäischen Gemein­schaftswährung gebrochen wäre.

Im Gesamtjahr bewegte sich der Euro gegenüber dem US-Dollar in der Bandbreite 1,28 bis 1,38. Erst die kommenden Wochen werden zeigen, ob sich trotz des wachsenden Zinsvorteils des Dollars die Erholung des Euro über 1,38 Dollar hinaus fortsetzen kann. Besonders stark fiel die Euro-Erholung gegenüber dem japanischem Yen aus: Mit 145 Yen pro Euro wurde der höchs­te Wert seit über fünf Jahren erreicht. Nur 2007 und 2008 vor Eskalation der Euro-Staatsschul­denkrise war der Euro gegenüber dem Yen mehr wert.

Nicht nur das Gesamtjahr 2013, auch das letzte Quartal des Jahres verlief an den Rentenmärk­ten wechselhaft: Im Oktober sanken die Markt­zinsen noch, was Anleihen nach den hohen Kursverlusten von Mai bis September eine Kur­serholung verschaffte. Das Kursniveau von April und Anfang Mai wurde aber nicht wieder er­reicht. Schon im November endete die Zwische­nerholung und vor allem im Dezember stiegen die Marktrenditen wieder, was Kursverluste für Anleihen bedeutet. Zehnjährige US-Staatsanlei­hen rentieren am Jahresende mit 2,98 Prozent gegenüber 1,76 Prozent bei Jahresbeginn. Die Rendite entsprechender deutscher Bundesanlei­hen stieg 2013 weniger dramatisch von 1,44 auf 1,95 Prozent.

Während es bei Industriemetallen, Agrarrohstof­fen und Öl keinen einheitlichen Trend gab, setz­te sich der Preisrückgang bei Edelmetallen, ins­besondere bei Gold und Silber im vierten Quar­tal fort: Der Preis für eine Unze Gold sank in den letzten drei Monaten 2013 um 9,2 Prozent auf 1.205 US-Dollar bzw. um 10,8 Prozent auf 875 Euro. Für das Gesamtjahr ergibt sich damit ein Kursrückgang von 13,6 Prozent in Dollar bzw. – aufgrund der knapp vierprozentigen Ab­wertung des Dollars gegenüber dem Euro – von 17,0 Prozent aus Sicht eines in Euro rechnen­den Anlegers.

Hinweis: dieser Marktbericht ist eine unverbindliche Information ohne Gewähr. Vor konkreten Anlageentscheidungen sollte unbedingt fachlicher Rat bezogen auf die individuelle Situation des Anlegers eingeholt werden!

Ihr
Berndt Schlemann

Dr. Schlemann unabhängige Finanzberatung Köln
Ihr unabhängiger Finanzberater, Versicherungsmakler und Anlageberater in Köln und bundesweit

http://www.schlemann.com

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