Marktbericht 4. Quartal 2014

Marktbericht 4. Quartal 2014Der Marktbericht 4. Quartal 2014 mit einer Einschätzung der Märkte (Aktien, Renten, Zinsen, Währungen und Rohstoffe) und einem Ausblick.

Marktbericht 4. Quartal 2014 – Zusammenfassung

Das Börsenjahr 2014 entsprach in mancherlei Hinsicht den Erwartungen und konnte doch in anderen Punkten sehr überraschen. Absehbar war, dass das Marktgeschehen stark von den Notenbanken geprägt werden würde. Die US-amerikanische Zentralbank Federal Reserve, kurz „Fed“, hatte 2013 eine schrittweise Verrin­gerung ihrer Anleihekäufe angekündigt. Die Ankündigung dieses sogenannten „Taperings“ hatte für Kursverluste an den Börsen gesorgt; die Umsetzung 2014 war dagegen kaum noch ein Thema. Für 2015 gilt eine erste Leitzinsan­hebung in den USA als ausgemachte Sache. Die „Zinslandschaft“ diesseits des Atlantiks ist dagegen weit von einer solchen Normalisie­rung entfernt. Die Europäische Zentralbank (EZB) senkte ihre Leitzinsen Anfang Septem­ber 2014 auf nur noch 0,05 Prozent. Die soge­nannte Einlagefazilität, also der Zinssatz, den Geschäftsbanken für ihr Guthaben bei der Zentralbank erhalten, ist seit dem 5. Juni so­gar negativ. Und in den letzten Tagen des Jah­res 2014 bestärkte EZB-Präsident Mario Drag­hi die Erwartungen, die EZB stehe kurz davor, ein breit angelegtes Aufkaufprogramm für Euro-Staatsanleihen zu beginnen.

Marktbericht 4. Quartal 2014 – Aktienmärkte

Gestützt auf den Konjunkturaufschwung in den USA erlebte die Wallstreet 2014 eine Fortset­zung ihres jetzt schon fünfjährigen Kursauf­schwungs. Dow Jones Industrial Average und S&P-500-Index legten im vierten Quartal rund viereinhalb Prozent zu. Die Jahresbilanz fällt mit einem Anstieg um 7,5 Prozent beim Dow Jones und 11,4 Prozent beim S&P-500 positiv aus. Trotz des hohen Gewichts US-amerikani­scher Aktien beträgt das Plus beim MSCI Weltaktienindex 2014 nur 2,9 Prozent. Aus Sicht eines in Euro rechnenden Anlegers kom­men allerdings noch die Währungsgewinne mit dem US-Dollar hinzu.

Mit Aktieninvestments in Europa war dagegen 2014 nicht so viel zu verdienen. Die Börsen in London und Paris beendeten das Jahr mit klei­nem Minus. Der Euro-STOXX-50 stand Ende des Jahres mit 3.146,4 nur 1,2 Prozent höher als bei Jahresbeginn. Beim DAX ist das Jah­resergebnis von 2,65 Prozent nur aufgrund der Dividendeneinrechnung besser.

Marktbericht – Renten, Zinsen, Währungen und Rohstoffe

Vor allem der stark gefallene Ölpreis schwächt Inflationssorgen sogar dort ab, wo sich die Konjunktur im Aufschwung befindet. Die Marktzinsen in den USA sanken im vierten Quartal weiter. So fiel die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen von 2,48 auf 2,17 Prozent. Anfang des Jahres hatte sie noch bei 2,98 Prozent gelegen. Noch stärker fiel der Rendi­terückgang und damit der Kursgewinn bei deutschen Staatsanleihen aus. Die Verzinsung deutscher Bundesanleihen markierte zum Jah­resende mit nur noch 0,55 Prozent neue Re­kordtiefs. Nur drei Monate zuvor hatte die Rendite noch bei 0,94 Prozent gelegen, zu Jahresbeginn sogar mehr als doppelt so hoch bei 1,95 Prozent.

Angesichts der besseren Konjunkturentwick­lung und höheren Zinsen in den USA setzte sich der Abwärtstrend des Euro gegen Dollar fort. Hinzu kamen gegen Jahresende ausge­hend von Griechenland Sorgen um eine Rück­kehr der Euro-Staatsschuldenkrise. Eine Ein­heit der europäischen Gemeinschaftswährung verbilligte sich im vierten Quartal um 4,2 Pro­zent auf kaum 1,21 US-Dollar. Für das Ge­samtjahr bedeutet das, aus Sicht eines Euro-Anlegers, einen Währungsgewinn von 12,0 Prozent bei Anlagen in US-Dollar. Der Rück­gang des japanischen Yen fiel sogar noch hö­her aus: Die japanische Währung verlor gegen Dollar im vierten Quartal 9,2 Prozent und da­mit im Gesamtjahr 13,7 Prozent. Am Jahres­ende wurden 119,7 Yen für einen Dollar ge­zahlt – der höchste Stand seit Sommer 2007.

Für Schlagzeilen sorgte aber vor allem der Verfall des Ölpreises, der durch einen Preis­kampf und Verdrängungswettbewerb angetrie­ben wird. Die USA sind aufgrund neuer För­dertechnologien zu einem der größten Ölför­derländer der Welt aufgestiegen. Die in der OPEC zusammengeschlossenen Förderländer konnten sich nicht auf eine Kürzung ihrer För­dermengen einigen. Der Ölpreisrückgang hat­te zwar schon Mitte des Jahres begonnen. Doch ab November beschleunigte sich der Verfall dramatisch: Hatte ein Barrel Mitte des Jahres noch rund 110 Dollar gekostet und wa­ren es im Oktober immerhin noch rund 90 Dol­lar, so rauschte der Preis in den letzten Wo­chen des Jahres 2014 unter 60 Dollar – fast eine Halbierung gegenüber dem Preisniveau, das noch im ersten Halbjahr gegolten hatte.

Bei anderen Rohstoffen blieb die Preisentwick­lung uneinheitlich. Das ebenfalls als Konjunk­turindikator geltende Kupfer verbilligte sich zwar auch etwas, die Preise anderer Industrie­metalle wie Aluminium, Nickel und Zink fielen aber nicht. Der Goldpreis pendelte in den vergangenen Monaten um 1.200 Dollar pro Unze. In US-Dollar verblieb für das Kalen­derjahr 2014 ein kleiner Rückgang um 2,0 Pro­zent; in Euro profitierten Goldanleger aber von der Dollar-Stärke, so dass Gold 2014 in Euro 11,4 Prozent teurer wurde.

Hinweis: dieser Marktbericht 4. Quartal 2014 ist eine unverbindliche Information ohne Gewähr. Vor konkreten Anlageentscheidungen sollte unbedingt fachlicher Rat bezogen auf die individuelle Situation des Anlegers eingeholt werden!

Ihr
Berndt Schlemann

Dr. Schlemann unabhängige Finanzberatung Köln
Ihr unabhängiger Finanzberater, Versicherungsmakler und Anlageberater in Köln und bundesweit

http://www.schlemann.com

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