Anschlussheilbehandlung

Nach schweren Krankheiten oder Unfällen ist oft eine Anschlussheilbehandlung (AHB) notwendig. Wer kommt für die Kosten auf? Was ist zu beachten? Ein Überblick.

Anschlussheilbehandlung Ärztin KrankenhausWas ist eine Anschlussheilbehandlung?

Als Anschlussheilbehandlung werden stationäre Rehabilitationsmaßnahmen der gesetzlichen Rehabilitationsträger bezeichnet, die sich unmittelbar an eine Krankenhausbehandlung anschließen.

Achtung: Krankenhäuser rechnen Operationen etc. inzwischen nach Fallpauschalen ab, d.h. das Krankenhaus verdient mehr, je kürzer der Patient sich im Krankenhaus aufhält. Deshalb ist eine deutlich Tendenz zu beobachten, Patienten möglichst früh zu entlassen, bevor sie wieder vollständig wiederhergestellt bzw. “Reha-tauglich” sind. Fachleute sprechen von einer “englischen” oder “blutigen” Entlassung. Das führt, wie in dem hier verlinkten NDR Bericht beschrieben dazu, dass Reha-Aufwand, Reha-Dauer und Reha-Kosten steigen.

Zweck einer Anschlussheilbehandlung

Ziel einer AHB ist es, nach schweren akuten Krankheiten oder Unfällen verloren gegangene Körperfunktionen wieder zu erlangen und/oder bestmöglich zu kompensieren.

Dabei soll der Patient allmählich, ärztlich überwacht wieder an die Belastungen des Alltags und des Berufslebens in einer dafür spezialisierten Klinik angepasst werden. Das Schwergewicht liegt auf der rehabilitativen Therapie.

Wie erfolgt eine Anschlussheilbehandlung?

Eine Anschlussheilbehandlung schließt unmittelbar oder im engen zeitlichen Zusammenhang an eine Akutbehandlung im Krankenhaus an und kann stationär, teilstationär oder ambulant erfolgen. Die Dauer ist abhängig von Indikation und Rehabilitationsverlauf. Sie beträgt in der Regel drei Wochen. Eine AHB erfolgt häufig in speziellen Rehabilitationskliniken bzw. gemischten Krankenanstalten. Dies sind Krankenhäuser, die auch Kuren und Sanatoriumsbehandlungen durchführen oder Genesende aufnehmen.

Achtung Falle: Manche privaten Krankenversicherungstarife setzen für die Erstattung der Kosten einer Behandlung in einer “gemischten Anstalt” i.S.v. § 4 Abs. 5 MB/KK eine vorherige Zustimmung voraus! Ca. 1/3 der deutschen Krankenhäuser hat diesen Status – ohne dass man dieses als Patient jedoch von außen erkennen könnte! Konsequenz: vor Einlieferung müssen Sie nachfragen, ob Ihre Krankenversicherung dort Kosten übernimmt, sonst bleiben Sie auf den vollen Kosten sitzen (mehrfach gerichtlich bestätigt)! Gute Anbieter verzichten auf diese Regelung!

Was kostet eine Anschlussheilbehandlung?

Die Kosten für 9 Wochen Anschlussheilbehandlung nach Herzinfarkt mit einem Tagessatz von 1.000 EUR betragen 63.000 EUR.

Wer leistet bei einer Anschlussheilbehandlung?

Primär leisten bei einer Anschlussheilbehandlung die gesetzlichen Sozialversicherungsträger gem. § 6 SGB IX, d.h. die gesetzliche Kranken-, Renten- und Unfallversicherung. Ein Anspruch besteht jedoch nur, wenn vor Antritt der AHB ein Antrag bei der Rentenversicherung eingereicht und geprüft wurde.

Mitglieder eines Versorgungswerks, die damit nicht in der GRV versichert sind, erhalten wie auf unserer Seite Versorgungswerk und Krankenversicherung ausführlich beschrieben von Ihrem Versorgungswerk i.d.R. keine Leistungen für eine AHB!! Das gleiche gilt für Selbstständige ohne GRV Ansprüche.

Daher ist bei privat krankenversicherten (potentiellen) Mitgliedern eines Versorgungswerks bzw. Selbstständigen auf möglichst umfassende Leistungen für Anschlussheilbehandlung in privaten Krankenversicherungstarifen besonders zu achten!

Was leistet die private Krankenversicherung?

Eine private Krankenversicherung leistet für eine Anschlussheilbehandlung nur wenn entsprechende Leistungen im konkreten Tarif explizit enthalten sind (siehe § 5 MB/KK 2009)! Daher ist bei der Auswahl eines geeigneten Tarifs besonders auf umfassende Leistungen für eine ärztlich/medizinisch indizierte Aschlussreha / Anschlussheilbehandlung zu achten!

Wichtige Kriterien sind hierbei:

  • Generelle Übernahme der Kosten für jede Anschlussreha bzw. Anschlussheilbehandlung (nicht nur bei bestimmten Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall)
  • Übernahme der Kosten unabhängig von Fristen (z.B. “wenn sie innerhalb von 28 Tagen nach Entlassung aus dem Krankenhaus beginnen”)
  • Übernahme der Kosten ohne vorherige Zusage des Versicherers. Vor einer Zusage prüft der Versicherer, ob die Anschlussheilbehandlung internen Kriterien entspricht, um ggf. Kosten zu sparen. Ein solches Zusageerfordernis beinhaltet logischerweise, dass auch eine Ablehnung erfolgen kann, wenn diese Kriterien nicht erfüllt sind – sonst wäre das Erfordernis ja unnötig. Das Genehmigungsverfahren kann zu mehrwöchigen Verzögerungen führen. Stellen Sie sich vor, Sie werden nach einem Herzinfarkt “blutig entlassen” (s.o.) und müssen dann erst einmal abwarten, statt direkt ohne Wartezeit mit der Reha beginnen zu können!

Jetzt kostenlosen Termin buchen

Lassen Sie sich von den vielen Informationen auf unserer Website nicht zu "do-it-yourself" Lösungen verführen. Mit unserer persönlichen Beratung kommen Sie einfacher und sicherer ans Ziel. Buchen Sie jetzt Ihren kostenlosen Beratungstermin in Köln oder bundesweit per "Onlineberatung":

Wird geladen ...