Erststudium Studienkosten - Studenten - Studium und Finanzen

Studium und Finanzen - StudentStudium und Finanzen –  Geld ist i.d.R. knapp, welche Risiken sollten auf alle Fälle abgesichert werden und macht Sparen so früh schon Sinn?

Hinweis: Bitte sehen Sie uns nach, dass unsere Website noch in den Kinderschuhen des korrekten Genderns steckt. So sprechen wir immer noch von „Studenten“ im Sinn des grammatikalischen, nicht des biologische Geschlechts, meinen damit aber natürlich auch Studentinnen und alle anderen Studierenden (m/w/d). Eine komplette gendergerechte Überarbeitung ist in Arbeit.

Podcast Finanzen im Studium

Wenn Sie Informationen lieber auf der Tonspur verarbeiten, hier verlinkt die Folge #40 recht.interessant – Finanzen im Studium des Jurastudium-Podcasts „Jura und die Welt da draußen“ meines Sohnes Christian Schlemann. Als Jurist und Finanzberater mit inzwischen ein paar Jahren Erfahrung gebe ich darin einige Anregungen zum Thema Finanzen im Studium für Studierende.

Studium: Jurastudium-Podcast

Studium und Finanzen

Welche finanziellen Themen sind für Studenten wichtig? Das kann ich glaube ich etwas einschätzen: Aus meinem eigenen Jura-Studium in München, durch die langjährige Betreuung vieler Akademiker ab Studium und Berufsstart (u.a. Dipl. Kaufleute, Dipl. Volkswirte bzw. BWL und VWL Bachelor / Master, Informatiker, Ingenieure, Juristen, Lehrer, Physiker, etc.) … und durch zwei Söhne, die in Köln Jura studiert haben 😀.

Zur Frage welche Studienkosten ein Student steuerlich geltend machen kann siehe unseren ausführlichen Beitrag „“ – mit Steuer-Tipps für Studenten, um Studienkosten trotzdem geltend machen zu können (Steuer-Tipp: Mini-Berufsausbildung!).

Was brauche ich als Student?

Hier die wichtigsten Tipps zu Studium und Finanzen:

Liquidität und Sparen als Liquiditätsreserve

Zunächst macht ein kostenloses Girokonto Sinn, kombiniert mit einem vernünftig verzinsten kostenlosen Tagesgeldkonto, mit dem man idealerweise überall kostenlos Geld abheben kann, siehe: Tagesgeldkonto.

Studium und Finanzen: Versicherungen als Student

Die meisten Studenten haben eines gemeinsam: Geld ist eher knapp und wird lieber für andere Dinge ausgegeben als für Versicherungen. Risikoversicherungen sind generell „unsexy“. Dort wird nichts gespart und wenn das abgesicherte Risiko nicht eintritt, sind die Beiträge „verloren“. Also sollten vor allem die wichtigen und „großen“ Risiken abgesichert werden!

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Sehr wichtige Versicherungen für Studenten

  • Privathaftpflichtversicherung (häufig noch über Eltern, s.u.): ab ca. 30 EUR im Jahr, besonders „gute“ Tarife kosten um die 60 EUR im Jahr.
  • Berufsunfähigkeitsversicherung: Kosten für 1.000 EUR monatliche BU Rente bis 67 mit 3% garantierter Rentensteigerung und späterer Erhöhungsmöglichkeit auf bis zu 5.000  EUR ohne Gesundheitsprüfung für einen 20- jährigen Jura-Studenten (Nichtraucher) bei sehr guten Anbietern: ab ca. 45 EUR im Monat.
  • Private studentische Krankenversicherung (sofern nicht gesetzlich versichert, z.B. über Eltern): Kostet als private Krankenversicherung für einen 20 jährigen Studenten bei einem guten Anbieter ab ca. 75 EUR im Monat (mit 600 EUR Selbstbehalt).
  • Auslandsreisekrankenversicherung: ab 9 EUR im Jahr.
  • Unfallversicherung: bei 50.000 bis max. 250.000 EUR Invaliditätsleistung ab ca. 60 EUR im Jahr.

Gesamtkosten der o.g. Versicherungsbausteine pro Monat (Angaben Stand 2021):

  • Basis: Privathaftpflicht: 5 EUR – übersetzt auf Kölner Verhältnisse 2-3 Kölsch 😀
  • Komfort: Privathaftpflicht plus Berufsunfähigkeitsversicherung: 50 EUR
  • Premium: Privathaftpflicht plus Berufsunfähigkeitsversicherung plus private Krankenversicherung: 125 EUR

Wichtig: Dies sind nur pauschale Angaben zur Orientierung. Zu jeder Versicherung, insbesondere bei Krankenversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung, sollte bei einem unabhängigen Beratungsgespräch (persönlich oder per Telefon/Webmeeting) mit einem professionellen Vergleichsprogramm der zu den individuellen Anforderungen passende Schutz ermittelt werden.

Krankenversicherung als Student

In Deutschland gilt bei der Krankenversicherung Versicherungspflicht! Mit Studienbeginn können bzw. müssen sich Studenten entscheiden, wie sie sich krankenversichern wollen. Sie können sich entweder gesetzlich krankenversichern (GKV) oder die private Krankenversicherung (PKV) wählen.

Ausführliche Informationen zur Krankenversicherung als Student finden Sie auf unserer Seite Krankenversicherung als Student.

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Ein wichtiger Tipp: Die meisten Studenten verdienen später genug, um sich mit deutlich besseren Leistungen und meistens günstigerem Beitrag privat krankenversichern zu können. Damit Sie später auch dann noch in die private Krankenversicherung wechseln können, wenn sich Ihre Gesundheit verschlechtert, sollten Sie sich den Wechsel in die PKV unbedingt mit einem sog. „Optionstarif“ sichern, sinnvollerweise kombiniert mit einer Zusatzversicherung, insbesondere für Krankenhausbehandlung. Damit wird der jetzige Gesundheitszustand sozusagen „eingefroren“ und später bei Antragstellung nicht mehr abgefragt.

Studium und Finanzen: Versicherung über die Eltern?

Bei einigen Versicherungen besteht unter bestimmten Voraussetzungen noch Schutz über die Eltern – kurz gesagt: bis zum Ende der ersten Ausbildung. Oft ist dies bei der Privathaftpflichtversicherung der Fall. Eine eigene Hausratversicherung ist als Student selbst bei eigener Wohnung i.d.R. ebenfalls entbehrlich, wenn die Hausratversicherung der Eltern eine (relativ verbreitete) Klausel zur „Außenversicherung“ beinhaltet. Die Versicherungsssummen hierfür liegen i.d.R. um die 10.000 EUR pro Schadenfall. Möglicherweise besteht auch eine Familien-Unfallversicherung.

In jedem Fall sollten Sie vorsorglich von der Versicherungsgesellschaft eine schriftliche Bestätigung des Versicherungsschutzes anfordern mit der Information, in welcher Höhe und bis wann der Versicherungsschutz besteht. Nur so ist sichergestellt, dass Sie wirklich abgesichert sind und Sie im Schadensfall auch Leistungen beanspruchen und evtl. Meldefristen (z.B. bei Unfall i.d.R. innerhalb von 48 Stunden) einhalten können.

Altersvorsorge und Sparen schon als Student?

Zum Thema Altersvorsorge als Student bzw. Altersvorsorge für Studenten gibt es keine klare Aussage im Sinn von richtig oder falsch.

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Der größte Hebel bei Sparen und Altersvorsorge ist der sog. „Zinseszinseffekt„. Wartet man 10 Jahre mit dem Sparen, muss man vereinfacht den doppelten Betrag monatlich investieren, um das gleiche Ziel zu erreichen! Meine erste Lebensversicherung habe ich mit 24 Jahren als Rechtsreferendar abgeschlossen – heute ein wichtiger Baustein meiner Altersvorsorge.

Also ja, möglichst früh starten macht Sinn. Aber nur mit Beträgen, die dauerhaft aufgewendet werden können. Denn bei der Altersvorsorge spielen auch Kosten eine große Rolle, die üblicherweise auf die ersten 5 Sparjahre verteilt werden (sog. „Zillmerung“). Auf lange Sicht stimmt die Rendite, bricht man den Sparvorgang jedoch nach wenigen Jahren ab, hat man i.d.R. Geld verloren.

Bei unsicheren Finanzen würde ich als Student mit der Altersvorsorge im Zweifelsfall noch etwas warten. Das Thema Altersvorsorge sollte dann aber spätestens mit Berufsstart mit hoher Priorität angegangen werden.

Bis dahin sollten monatliche Überschüsse aber zumindest auf einem Tagesgeldkonto geparkt und so vor den Verführungen des Konsums „gerettet“ werden 😉

Studium und Finanzen: Studienkredite

Studieren ist teuer! Die Studiengebühren an staatlichen Hochschulen sind zwar in fast allen Bundesländern wieder abgeschafft worden, es bleiben aber immer noch jede Menge Ausgaben wie Miete, Semesterbeiträge, Bücher, Internet etc. zu finanzieren. Außer zahlungskräftigen (Groß-)Eltern, Studentenjobs, BAföG oder Stipendien gibt es auch eine Reihe von Kreditmöglichkeiten als sog. „Studienkredite“.

Die Zinsen bewegen sich aktuell zwischen 0% (zinslose Darlehen der Studentenwerke) über 1,33 Prozent (Bildungskredit der Bundesverwaltungsanstalt) bis zu sehr hohen 8,90 Prozent (effektiv, bezogen auf die Rückzahlungsphase: Deutsche Bank Studienkredit)! Deshalb sollten vor Aufnahme eines Kredites immer erst alle anderen Möglichkeiten zur Finanzierung bzw. zu Einsparungen ausgeschöpft werden.

Lesen Sie dazu meinen ausführlichen Blog-Beitrag Studienkredite mit dem CHE-Studienkredit-Test 2013 (WirtschaftsWoche Online vom 12.6.2013).

Unterstützung und Sponsoring durch die ElternStudium und Finanzen - Sponsoring durch die Eltern

Sollten die Kosten für Risikovorsorge und Sparen dem Studenten selbst zu hoch erscheinen, ist „Sponsoring“ durch die Eltern bei Studium und Finanzen eine sinnvolle Alternative.

Gerade die Berufsunfähigkeitsabsicherung sollte nach einhelliger Aussage von Verbraucherschützern so früh wie möglich abgeschlossen werden, solange man kerngesund ist. Schon kleinere Vorerkrankungen können später zur Ablehnung des Antrags führen. Außerdem wird die BU-Versicherung mit jedem Lebensjahr teurer. Meine studierenden Söhne haben deshalb beide eine von mir bezahlte Berufsunfähigkeitsversicherung und einen Baustein zur Altersvorsorge, die sie später selbst übernehmen (und weiterbezahlen 😀) können.

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Vorausschauende Eltern haben hierfür bereits frühzeitig durch Kindervorsorge und Kindersparen vorgesorgt.

Ab wann unabhängige Finanzberatung für Studenten?

Studium und FinanzenKlare Antwort: sofort!

Sie können aber gerne auch erst einmal Erfahrungen sammeln mit „Beratung“ durch:

Danach wissen Sie wirklich unabhängige Beratung um so mehr zu schätzen!

Für den unabhängigen Berater ist die Zielgruppe Student zunächst ökonomisch offen gesagt wenig spannend, da die Vergütung der Beratung vom monatlichen Beitrag abhängt, der zunächst i.d.R. sehr niedrig ist. Ein langfristig denkender Finanzberater investiert hier dennoch gerne seine Zeit, denn spätestens mit Berufsstart werden die Investitionsspielräume deutlich größer, so dass eine Zusammenarbeit langfristig für beide Seiten lohnend ist.


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