Arbeitsleben

Berufsunfähigkeitsversicherung als Student

Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung als Student sinnvoll? Finanz-Werkstudentin Michelle klärt für euch, ob eine BU schon im Studium nötig ist, was mögliche Vorteile oder Nachteile einer Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) für Studenten sind und worauf ihr bei der Auswahl der „richtigen“ BU achten solltet.

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Wenn ihr zur Berufsunfähigkeitsversicherung als Student unsere Finanzberatung für Studenten nutzen möchtet, bucht doch über diesen Link einfach und schnell einen kostenlosen Beratungstermin.

Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Kurz gesagt: Eine Berufsunfähigkeitsversicherung finanziert euren Lebensunterhalt wenn ihr nicht mehr arbeiten könnt.

Eine komische Vorstellung, da wir einen Großteil unseres Lebens mit Arbeit verbringen werden. Wenn jedoch eine Krankheit euer Leben einschränkt, sei es im Kopf oder physisch, und ihr nicht mehr oder nur noch wenig arbeiten könnt, habt ihr ein großes Problem: Wie wollt ihr dann euer restliches Leben ohne Arbeitseinkommen finanzieren?

Dann hilft eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Anstelle des monatlichen Gehalts bekommt ihr eine Berufsunfähigkeitsrente von der Versicherung. Dieser Betrag wird ausgezahlt, wenn ihr euren Job zu mindestens 50 Prozent nicht mehr wie gewohnt ausüben könnt. Es ist schlau, eure eigene Arbeitskraft abzusichern, da ein berufliches Aus ohne Absicherung euch schnell finanziell ruiniert.

Werden Studenten schon berufsunfähig?

Das Risiko ist im Studium noch relativ gering und steigt mit dem Alter an. Allerdings werden immer mehr junge Menschen psychisch krank. Studenten sind besonders betroffen, da sie im Studium oft mit einem hohem Leistungsdruck, finanziellen Sorgen und Zukunftsängsten zu kämpfen haben.

Mehr als jeder sechste Student (17 Prozent) ist von einer psychischen Diagnose betroffen, Tendenz steigend (BARMER Arztereport 2018). Solch eine Krankheit muss nicht in einer Berufsunfähigkeit enden, erhöht aber das Risiko dafür.

Möchtet ihr euer eigenes Risiko einschätzen? Nutzt dazu gerne den hier verlinkten BU-Risiko Rechner. Beispiel: 19% beträgt mein persönliches Berufsunfähigkeitsrisiko als 26-jährige alleinstehende Akademikerin, Nichtraucherin, mit normalem BMI, wenig körperlicher Arbeit und geringem Alkoholkonsum. Mein statistisch größter Risikofaktor sind psychische Erkrankungen.

BU Risiko

Berufsunfähigkeitsrisiko aus https://www.wie-ist-mein-bu-risiko.de

Wann zahlt eine Berufsunfähigkeitsversicherung als Student?

Stark vereinfacht zahlt eine Berufsunfähigkeitsversicherung als Student, sobald ihr wegen gesundheitlicher Einschränkungen:

  • halb so schnell (ihr braucht doppelt so lange, um euren Job zu machen wenn ihr einhändig tippt), oder
  • halb so stark („Arm ab“)
  • halb so schlau (Neurosen, Psychosen, etc.)
  • halb so belastbar (als Folge von Panikattacken, Depression, Burnout, Phobien, Wirbelsäulenproblemen, etc.)
  • halb so kommunikationsfähig (Augen, Ohren, Stimme, etc.)

seid.

Berufsunfähigkeitsversicherung als Student abschließen?

Ja, das würde ich euch definitiv ans Herz legen! Ich habe mal mit meinen Kommilitonen über das Thema Berufsunfähigkeitsversicherung gesprochen. Mich interessierte, ob ich eine der wenigen Ausnahmen bin und nur ich nicht mitbekommen habe, dass bereits alle in meinem Umfeld gegen BU versichert sind. Tatsächlich haben aber die wenigsten bisher eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen. Einige sind sehr unglücklich über diese Entscheidung:

Eine meiner Freundinnen ist eine 27-Jährige angehende Lehrerin. Während StudiumStudenten und Referendariat wollte sie sich die Kosten für eine Berufsunfähigkeitsversicherung noch sparen. Sie fühlte sich jung und gesund und meinte, das würde sich in den zwei Jahren des Referendariats nicht ändern. Das Leben kommt aber öfters anders als man denkt. Die stressige Referendariats-Zeit führte zu einer Depression, die jetzt mit Therapie und Medikamenten behandelt wird. Das Problem: Sie kann sich nach dem Referendariat jetzt für ca. 5 Jahre nicht mehr gegen eine Berufsunfähigkeit absichern. Denn mit psychischen Vorerkrankungen versichern einen die Gesellschaften erst mal nicht mehr.

Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) werden 29 Prozent aller Fälle von Berufsunfähigkeit durch Nervenleiden und psychische Erkrankungen verursacht (Stand 2019). Psychische Erkrankungen sind somit die häufigste Ursache für eine Berufsunfähigkeit. Versicherungsanbieter berücksichtigen psychische Erkrankungen, die bis zu fünf Jahre (in manchen Fällen auch bis zu zehn Jahre) zurückliegen und lehnen solche Anträge häufig ab. Ereignisse wie die Corona Pandemie, die Spuren bei uns und unserer Psyche hinterlassen, werden diese Zahlen wahrscheinlich noch erhöhen. Deshalb: Ihr wisst nicht, wie sich euer Leben und euer Umfeld entwickeln.

Wenn ihr euch also nicht zu 100 Prozent sicher seid, nie berufsunfähig zu werden, (das war ein Witz – niemand kann sich da sicher sein 😃), dann lautet mein Rat an euch:

Schließt eure Berufsunfähigkeitsversicherung als Student so früh wie möglich ab!

Warum haben viele Studenten keine BU?

Im Studium ist das Geld bei vielen Studenten knapp und wird lieber in „spaßigere“ Dinge als Versicherungen investiert. Ja, die gibt es 😃. Viele Studenten wissen wahrscheinlich gar nicht, wie wichtig relevante (und nur die!) Versicherungen sind. Weder Schule noch Universität klären über diese Themen auf. So nutzen wir die Jahre des Studiums lieber, um im Hier und Jetzt zu leben und neben einem stressigen Studium noch etwas Spaß zu haben. Gedanken an die Zukunft werden auf nach dem Studium geschoben – viele Studenten sind Weltmeister im Prokrastinieren.

Ihr müsst selbst entscheiden: Gebt ihr lieber jetzt schon ein paar Euro für eine Berufsunfähigkeitsversicherung aus und „riskiert“, z.B. 50 Euro im Monat in den Sand zu setzen, wenn ihr nicht berufsunfähig werdet. Oder verzichtet ihr im Ernstfall lieber auf eine Berufsunfähigkeitsrente von z.B. 1.000 Euro bis 67 mit 3% Inflationsausgleich im Leistungsfall und einer Arbeitsunfähigkeitsklausel, die beim einer 26-jährigen Studentin im Extremfall („morgen“ berufsunfähig) insgesamt rund 966.000 EUR bezahlt.

Es ist eure Entscheidung, welches Risiko ihr tragen möchtet und könnt.

Vorteile einer Berufsunfähigkeitsversicherung als Student

Wenn ihr schon im Studium eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt, müsst ihr von diesem Moment an keine Angst mehr haben, im Ernstfall komplett ohne Einkommen dazustehen. Der frühe Absicherung gegen Berufsunfähigkeit viele Vorteile, wie ihr auf unserer Seite Berufsunfähigkeitsversicherung wann abschließen? nachlesen und nachrechnen könnt.

Je jünger, desto gesünder

Nicht wenige Studenten führt der Prüfungsstress so wie oben meine Freundin zum Psychologen. Besonders anspruchsvolle Studiengänge wie z.B. Jura, Medizin oder Maschinenbau, scheinen dafür besonders anfällig zu sein.

Mediziner lassen sich im Studium regelmäßig zu Übungszwecken untersuchen. Dabei werden öfters Krankheiten als Zufallsbefund entdeckt, die solange sie unbekannt sind im BU Antrag nicht hätten angegeben werden müssen.

Mein Tipp: Gesundheit wird selten besser, auch deshalb solltet ihr euch eure BU so früh wie möglich sichern.

Eine früh abgeschlossene Berufsunfähigkeitsversicherung als Student ist billiger

Als junge Menschen mit guter Gesundheit könnt ihr euch ziemlich günstig versichern. Die meisten Studenten werden bei der BU in eine „gute“ Berufsgruppe eingestuft und sichern sich mit einem frühen Abschluss niedrige Beiträge über die gesamte Laufzeit der Versicherung.

Ein Beispiel: Eine 21-jährige Medizinstudentin bezahlt für 1.000 EUR BU-Rente 47,54 EUR im Monat, mit 26 sind es schon 49,55 EUR. Das klingt nicht viel, sind aber doch gute 4% bzw. auf eine Laufzeit von 41 Jahren fast 1.000 EUR, die sie sich sonst hätte sparen können.

Je älter ihr werdet (und je mehr Vorerkrankungen ihr ggf. schon habt), desto teurer wird eine BU für euch!

Worauf Studenten beim BU-Abschluss achten sollen

Beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung als Student gibt es eine Reihe wichtiger Kriterien zu beachten. Die angebotenen Tarife unterscheiden sich in vielen wichtigen Punkten. Tut euch selbst einen Gefallen und wählt eine studentenfreundliche Berufsunfähigkeitsversicherung.🙂

Gesundheitsfragen sorgfältig beantworten

Im Antrag werden euch Fragen zu eurer Gesundheit gestellt, beantwortet diese bitte unbedingt ehrlich. Wenn ihr bei den Angaben zu euren Vorerkrankungen schummelt, gefährdet ihr euren Versicherungsschutz! Bei vorsätzlichen Falschangaben drohen bis zu zehn Jahre lang Konsequenzen – bis hin zur vollständigen Leistungsverweigerung.

Student als Beruf oder angestrebter Beruf?

Als Student übt ihr noch keinen „klassischen“ Beruf aus. Deshalb ist wichtig, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung während des Studiums auch eure aktuelle Tätigkeit als Student absichert und nicht nur den später von euch angestrebte Beruf. Euer späterer Job steht ja noch nicht genau fest, das könnte zu Diskussionen bei der sog. „Leistungsprüfung“ führen.

Am besten gilt beides mit einer sog. „Günstigerprüfung„, d.h. für eine Berufsunfähigkeit reicht es aus, wenn ihr entweder

  • euren konkreten Studiengang (z.B. Jura / Rechtswissenschaften, Medizin, Maschinenbau) oder
  • einen regelmäßig erreichbaren Beruf (z.B. Rechtsanwalt, Assistenzarzt, Maschinenbauingenieur)

nicht mehr ausüben könnt.

Um später Stress zu vermeiden solltet ihr darauf achten, dass im Antrag eure aktuelle Studienrichtung korrekt angegeben ist.

Keine abstrakte Verweisung auf andere Tätigkeiten

Die meisten Tarife verzichten auf eine abstrakte Verweisung auf andere Studienrichtungen oder Berufstätigkeiten, die ihr ggf. theoretisch anstelle eurer bisherigen Tätigkeit ausüben könntet.

Uneingeschränkter BU-Schutz im Straßenverkehr

Wenn ihr öfters mit dem Auto oder dem Fahrrad unterwegs seid, dann kommt man ja auch als Student hin und wieder in Konflikt mit der Straßenverkehrsordnung. Wenn ihr z.B. mit dem Fahrrad absichtlich eine Straße in die falsche Richtung befahrt oder ihr mal schnell über eine rote Ampel geht und euch dabei ein Unfall passiert, verweigern manche Tarife die Leistung. „Gute“ Tarife leisten auch bei einer BU infolge von vorsätzlichen Vergehen im Straßenverkehr.

Was wenn ich etwas anderes arbeite?

Wenn ihr trotz BU eine Tätigkeit konkret ausübt, die hinsichtlich der „Lebensstellung“, also wirtschaftlich vom Einkommen her und auch im Hinblick auf die soziale Wertschätzung, eurer bisherigen Tätigkeit entspricht, dann seid ihr nach den Versicherungsbedingungen nicht berufsunfähig, das nennt sich „konkrete Verweisung„. Schließlich habt ihr dann ja auch kein so großes Problem.

Wichtig ist, welcher Maßstab an diese „Lebensstellung“ angelegt wird. Vorteilhaft für Studenten ist es, wenn möglichst früh, z.B. nach der halben Studienzeit, die Lebensstellung nach Studienabschluss für die Beurteilung dieser konkreten Verweisung herangezogen wird. Aufgrund der höheren „sozialen Wertschätzung“ für eine Ärztin würde eine Studentin, die durch einen Laborunfall erblindet ihr Medizinstudium aufgeben musste und nun Sozialwissenschaften studiert, solange ihre volle BU Rente bekommen, bis sie eine dem Arztberuf vergleichbare Tätigkeit ausübt. Ansonsten könnte die Versicherung sagen, dass sie nicht berufsunfähig ist, weil sie ja weiterhin studiert, wenn auch ein anderes Fach.

Versicherungsdauer – flexible Verlängerungsoption

Sichert euch am besten bis zum Eintritt der Rente mit 67 ab. Vermutlich wird bei euch die Rente erst ab 70 oder ab 72 gezahlt, deshalb sollte die BU für diesen Fall eine Verlängerungsoption bieten.

Möglichst hohe Berufsunfähigkeitsrente als Student

Bei vielen Anbietern bekommen Studenten nur eine Berufsunfähigkeitsrente von bis 1.000 oder 1.200 EUR. „Gute“ Tarife bieten schon als Student einen Versicherungsschutz von 1.500 bzw. in „risikoärmeren“ Studienrichtungen sogar bis zu 2.000 EUR.

Wie oben geschrieben gilt: Je mehr BU-Rente ihr schon früh absichert, desto günstiger ist das langfristig für euch. Zur Not könnt ihr ja auch mal bei euren Unterhaltsverpflichteten (aka Eltern) nach einem Zuschuss fragen. 😃

Flexible Aufstockungsmöglichkeiten

Nach Abschluss des Studiums verdienen viele von euch deutlich mehr als 1.500 oder 2.000 EUR netto im Monat. Bei „guten“ Tarifen könnt ihr eure BU-Rente direkt zum Berufsstart ohne Gesundheitsprüfung noch einmal deutlich erhöhen, z.B. auf 3.500 oder 4.000 EUR und so an euer Einkommen anpassen.

Es gibt auch „ereignisbezogene“ Nachversicherungsmöglichkeiten, z.B. wenn ihr heiratet, Kinder bekommt, ein Haus baut oder euch selbstständig macht.

Alle diese Aufstockungsmöglichkeiten solltet ihr möglichst lange (z.B. bis 50) nutzen können – manche studieren ja auch etwas länger.

Fazit zur Berufsunfähigkeitsversicherung als Student

Berufsunfähigkeitsversicherung als StudentWie ihr seht gibt es auch für Studenten beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung so einiges zu beachten. Statt mit viel Zeit und Mühe selbst herumzuexperimentieren, könntet ihr euch über diesen Link auch einfach bei einem der von Finanztip empfohlenen BU Berater kostenlos beraten lassen. 😃

Finanz-Werkstudentin Michelle

 

Mein Appell an euch: Schließt eure BU so früh und gesund wie möglich ab! 

Liebe Grüße,

eure Finanz-Werkstudentin Michelle