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Eine Berufsunfähigkeitsrente vom Versorgungswerk erhalten sog. Kammerberufe wie Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Notare, Rechtsanwälte, Architekten, Ingenieure, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer. Dies wird jedoch nur in Extremfällen gezahlt, sofern sie ihren Beruf überhaupt nicht mehr (!) ausüben können. Wann wird eine Berufsunfähigkeitsrente vom Versorgungswerk gezahlt und ist eine zusätzliche private Berufsunfähigkeitsversicherung nötig bzw. sinnvoll? Was sind die Unterschiede zwischen beiden?

Das Wichtigste in Kürze
  • Versorgungswerke leisten nur bei 100%-iger Berufsunfähigkeit. Also fast nie.

  • Nur ein minimaler Prozentsatz der Versorgungswerksmitglieder (0,4% bis 0,8%) erfüllt die Voraussetzungen, um eine Berufsunfähigkeitsrente vom Versorgungswerk zu erhalten.

  • Die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente vom Versorgungswerk ist bei weitem nicht ausreichend, um Ihren Lebensstandard abzusichern. Es gibt keinen sicheren Inflationsausgleich.

  • Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung ist auch für Mitglieder von Versorgungswerken unverzichtbar.

Berufsunfähigkeitsrente vom Versorgungswerk

Die Absicherung der Arbeitskraft ist eines der wichtigsten abzusichernden Risiken, nicht nur mit Familie, bei Immobilienerwerb oder als Selbstständiger. Siehe dazu unsere Berufsunfähigkeit und Berufsunfähigkeitsrisiko. Sogar Verbraucherschützer, die sonst nicht unbedingt Versicherungsexperten sind :-), empfehlen, sich gegen dieses Risiko möglichst umfassend abzusichern. D.h. das Nettoeinkommen bis Endalter 67 mit garantiertem Inflationsausgleich – siehe dazu Berufsunfähigkeitsversicherung Konfiguration. Außerdem wird empfohlen, damit möglichst frühzeitig zu beginnen, solange man noch rundherum gesund ist und weil die BU mit jedem Jahr des Abwartens für die gesamte Laufzeit ca. 3% teurer wird.

Versorgungswerke bieten ihren Mitgliedern neben der Altersrente auch eine Berufsunfähigkeitsrente vom Versorgungswerk, jedoch nur bei BerufsUNFÄHIGKEIT im wahrsten Sinn des Wortes, also bei 100%-iger Berufsunfähigkeit!

Unsere Kunden empfehlen unsere Beratung in über 2.900 Bewertungen. Machen Sie sich den Weg zur Lösung Ihres Anliegens nicht unnötig schwer.

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Das Wichtigste in Kürze: Berufsunfähigkeitsrente vom Versorgungswerk vs. private BU

Die folgende Übersicht beschreibt einige wichtige Unterschiede zwischen einer Berufsunfähigkeitsrente vom Versorgungswerk und einer qualitativ hochwertigen privaten Berufsunfähigkeitsversicherung, die jeweiligen Vorteile sind fett markiert:

Versorgungswerkprivate BU
Leistet ab100% (vollständige Berufsunfähigkeit)50%
Weitere Berufstätigkeit möglichnein (Rückgabe Approbation / Zulassung)ja (bis 80% Einkommen)
Wartezeitbis zu 5 Jahrekeine
Prognosezeitraumbis zu 3 Jahre6 Monate
Höhe BU RenteØ 2.500 € (einkommensabhängig)frei wählbar
Höhe BU Rente garantiertneinja
„abstrakte“ Verweisbarkeit auf andere Tätigkeitenjanein
Beitragkeinerje nach Absicherung
Gesundheitsprüfungneinja
medizinische Mitwirkungspflichten„zumutbare“ Heilbehandlung oder Rehanur gefahrlose ärztliche Maßnahmen mit sicherer Erfolgsaussicht ohne Schmerzen, keine Operationen
Befristung BUmöglichbei „guten“ Tarifen ausgeschlossen
Infektionsklausel (siehe Berufsunfähigkeit als Arzt oder Zahnarzt)nein (keine BU Rente bei Tätigkeitsverbot)ja

Vorteile der Berufsunfähigkeitsrente vom Versorgungswerk

Die Berufsunfähigkeitsrente vom Versorgungswerk als Arzt, Zahnarzt, Tierarzt, Notar, Rechtsanwalt, Architekt, Ingenieur, etc. hat drei wichtige Vorteile:

Nachteile der Berufsunfähigkeitsrente vom Versorgungswerk

Die o.g. Vorteile der Berufsunfähigkeitsrente vom Versorgungswerk werden mit einigen gravierenden Nachteilen erkauft:

Wann wird eine Berufsunfähigkeitsrente vom Versorgungswerk gezahlt?

Aufgrund der niedrigen Eingangsschwelle ohne Gesundheitsprüfung zahlt die berufsständische Versorgung nur bei „absoluter Existenzvernichtung“ (Zitat aus Versorgungswerk der Rechtsanwälte in Baden-Württemberg – Rente nur bei vollständiger Berufsunfähigkeit und Aufgabe des Berufs), d.h. bei 100%-iger Berufsunfähigkeit mit i.d.R. Rückgabe der Approbation als Arzt bzw. der Zulassung als Anwalt, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer etc.

Beispiel Berufsunfähigkeitsrente vom Versorgungswerk für Ärzte

Wie krank muss ein Arzt sein, um eine Berufsunfähigkeitsrente vom Versorgungswerk zu bekommen?

Hier als Beispiel im Original die Regelung der Ärzteversorgung Westfalen-Lippe:

Zahlung Berufsunfähigkeitsrente vom Versorgungswerk

Die Bayerische Ärzteversorgung leistet bei Berufsunfähigkeit z.B. nur bis Endalter 65 (ab 01.01.2020 nur noch bis Endalter 63) und knüpft den Anspruch auf Ruhegeld an folgende Bedingung:

Ruhegeldzahlung
Quelle: Satzung der Bayerischen Ärzteversorgung in der Fassung vom 1. Dezember 1995

Beispiel: Berufsunfähigkeitsrente vom Versorgungswerk für Rechtsanwälte

§ 18 der Satzung des Versorgungswerk der Rechtsanwälte im Lande Nordrhein-Westfalen:

(1) Ein Mitglied, das mindestens für drei Monate vor Eintritt der Berufsunfähigkeit Beiträge geleistet hat, und das

1. wegen Krankheit oder eines körperlichen Gebrechens oder wegen Schwäche seiner körperlichen oder geistigen Kräfte oder Sucht voraussichtlich auf Dauer nur noch in der Lage ist, im Durchschnitt weniger als drei Stunden täglich anwaltlich tätig zu sein,

und

2. seine berufliche Tätigkeit als Rechtsanwalt einstellt oder eingestellt hat,

erhält Berufsunfähigkeitsrente auf Dauer.

(2) Ein Mitglied, das mindestens für drei Monate vor Eintritt der Berufsunfähigkeit Beiträge geleistet hat, und das

1. wegen Krankheit oder eines körperlichen Gebrechens oder wegen Schwäche seiner körperlichen oder geistigen Kräfte oder Sucht auf absehbare Zeit, mindestens für die Dauer von sechs Monaten, nur noch in der Lage ist, im Durchschnitt weniger als drei Stunden täglich anwaltlich tätig zu sein,

und

2. seine berufliche Tätigkeit als Rechtsanwalt einstellt oder eingestellt hat,

erhält Berufsunfähigkeitsrente auf Zeit.

Die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente vom Versorgungswerk bestimmt sich gem. § 19:

Der Monatsbetrag der Alters- bzw. der Berufsunfähigkeitsrente ist das Produkt aus dem Rentensteigerungsbetrag, der Anzahl der anzurechnenden Versicherungsjahre und dem persönlichen durchschnittlichen Beitragsquotienten.

Mitglieder, die lange Jahre den Höchstbeitrag eingezahlt haben, erhalten also eine höhere Berufsunfähigkeitsrente vom Versorgungswerk als Berufseinsteiger – die Schutz aber am nötigsten hätten!

Beispiel: Wann sind Steuerberater fürs Versorgungswerk berufsunfähig?

Das Versorgungswerk der Steuerberater in Hessen formuliert (siehe Antrag auf Berufsunfähigkeitsrente): „Das Versorgungswerk gewährt seinen Mitgliedern Berufsunfähigkeitsrente, wenn diese wegen gesundheitlicher Beeinträchtigung auf Dauer oder auf Zeit nicht mehr in der Lage sind, jedwede Tätigkeit, die zur Mitgliedschaft in der jeweiligen berufsständigen Kammer befähigt, auszuüben.“ Und: „Anspruchsvoraussetzung ist schließlich die vollständige Einstellung der beruflichen Tätigkeit, nachgewiesen durch Rückgabe der Bestellung als Steuerberater.“

Rechtsprechung zur Berufsunfähigkeitsrente vom Versorgungswerk

Hierzu gibt es inzwischen eine Reihe von Urteilen, die diese sehr enge Leistungspraxis bestätigen, z.B.:

Statistiken zur Berufsunfähigkeitsrente vom Versorgungswerk

Prüfen Sie doch einmal selbst, wie viele Berufsunfähigkeitsrenten Ihr konkretes Versorgungswerk laut Geschäftsbericht zahlt.

Im Jahr 2019 (siehe Geschäftsbericht 2019) bezogen von 57.472 Mitgliedern der Nordrheinischen Ärzteversorgung nur 283 eine Berufsunfähigkeitsrente vom Versorgungswerk, also ganze 0,49% der Mitglieder. In den Vorjahren fiel der Prozentsatz ählich aus.

Berufsunfähigkeitsrente vom Versorgungswerk Statistik
Quelle und (C): Nordrheinische Ärzteversorgung, Geschäftsbericht 2019

Etwas „kränker“ sind die Mitglieder im Versorgungswerk der Rechtsanwälte in NRW. Dort erhielten in 2020 laut Mitgliederrundschreiben 2021 von 37.031 Mitgliedern 319 eine Berufsunfähigkeitsrente vom Versorgungswerk. Das sind immer noch sehr bescheidene 0,86% der Mitglieder. In den Vorjahren fiel der Prozentsatz ähnlich aus.

Mitgliederrundschreiben 2021
Quelle und (C): Versorgungswerk der Rechtsanwälte NRW Mitgliederrundschreiben 2021

Zur Auffrischung: Das durchschnittliche Berufsunfähigkeitsrisiko eines Akademikers liegt bei ca. 20%!

Die äußerst geringe Anzahl von Versorgungswerks-Berufsunfähigkeitsrentnern in den einzelnen Versorgungswerken ist ein weiterer Beleg dafür, dass Sie mit dieser Leistung bei gesundheitlichen Problemen nicht rechnen können.

Fazit zu den Hürden einer Berufsunfähigkeitsrente vom Versorgungswerk

Sie müssen sprichwörtlich wie ein Käfer auf dem Rücken liegen, damit eine Berufsunfähigkeitsrente vom Versorgungswerk gezahlt wird!

Dr. B. Schlemann

Zum Vergleich: „Normalsterbliche“ erhalten als Mitglied der gesetzlichen Rentenversicherung zumindest eine (geringe) Erwerbsminderungsrente, wenn sie weniger als drei bzw. sechs Stunden am Tag irgendeiner Tätigkeit nachgehen können. Im Versorgungswerk sind Sie bezüglich Berufsunfähigkeit also schlechter abgesichert als andere!

Aufgrund der Rückgabe von Approbation bzw. Zulassung könnte ein Freiberufler, der eine solche Rente bezieht, auch keine zusätzlichen Einkünfte mehr erzielen. Zum Beispiel aus der Erstellung von Gutachten.

Eine Ausnahme von der Pflicht zur Rückgabe der Zulassung ist z.B. das Versorgungswerk der Rechtsanwälte im Lande Hessen. Dort ist nur die Einstellung der rechtsanwaltlichen Tätigkeit erforderlich.

Konsequenzen der Rückgabe der Approbation / Zulassung

Eine Berufsunfähigkeit ist nicht immer dauerhaft. Häufig ist die Arbeitskraft nach ein paar Jahren wiederhergestellt. Siehe z.B. den auf unserer Seite Leistungsfälle Berufsunfähigkeit beschriebenen Fall eines zunächst querschnittsgelähmten Steuerberaters. Soll danach die Wiedererteilung der Approbation bzw. Zulassung beantragt werden, gelten dafür ggf. neue / aktuelle Zulassungsvoraussetzungen wie hier beschrieben. Um einen Fachanwaltstitel nicht zu verlieren, müsste in der Zwischenzeit die Fortbildungspflicht nach § 15 FAO erfüllt werden, etc.

Verweisung auf andere Tätigkeiten

Bei der Beurteilung, ob die 100% erreicht sind, dient nicht die konkrete bisherige Tätigkeit als Maßstab. Also z.B. ob ein Arzt noch operieren, ein Zahnarzt am Stuhl behandeln oder ein Rechtsanwalt Termine bei Gericht wahrnehmen kann. Es wird vielmehr abstrakt / theoretisch geprüft, ob das Versorgungswerksmitglied seine beruflichen Fähigkeiten in irgendeiner Weise anderweitig wirtschaftlich nutzen kann. Dazu gehören z.B.

Ist dies noch in geringem, „existenzsicherndem“ Umfang möglich, sind die 100% nicht erreicht! Es ist auch unerheblich, ob eine entsprechende Stelle aktuell angeboten wird, solange diese grundsätzlich am Arbeitsmarkt vorhanden ist.

Zitat des Versorgungswerks der Architektenkammer NRW: „Solange ein Mitglied des Versorgungswerks noch in der Lage ist, irgendeine der berufsspezifischen Aufgaben auszuüben, muss es sich darauf verweisen lassen, wobei eine Teilzeitbeschäftigung ausreicht. Auf die Situation des Arbeitsmarktes bzw. eine Vermittelbarkeit kommt es nicht an. Mit anderen Worten: Es wird vollständige Berufsunfähigkeit vorausgesetzt.“

Gerichtsentschluss Berufsunfähigkeit

Lesen Sie selber nach in einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen vom 6.12.2011 (18 K 918/11, zitiert aus ZWP Online vom 20.8.2013 bzw. lenmed.de). Danach bekam ein Zahnarzt, der wegen gesundheitlicher Problem und Schmerzen nicht mehr „am Stuhl“ arbeiten konnte, keinerlei Berufsunfähigkeitsrente vom Versorgungwerk, weil er nicht nachweisen konnte, dass er außer Stande war, seine zahnärztlichen Fähigkeiten auch außerhalb der Praxistätigkeit in irgendeiner Weise wie oben beschrieben zu nutzen. Zusätzlich blieb der Zahnarzt auf Gerichts- und Anwaltskosten i.H.v. fast 13.000 EUR sitzen. Der Streitwert einer Klage gegen ein Versorgungswerk auf Berufsunfähigkeitsrente beträgt drei Jahresrenten plus die bis zur Klage rückständige BU Rente.

Ähnlich entschied das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg in seiner Entscheidung vom 29.1.2016 (OVG 12 B 23.14, zitiert aus lenmed.de). Berufsunfähigkeit liegt danach erst vor, wenn die Fähigkeit des Mitglieds zur Ausübung der zahnärztlichen Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen umfassend entfallen ist. Der satzungsrechtliche Begriff der zahnärztlichen Tätigkeit beschränkte sich weder konkret auf die zuletzt ausgeübte Tätigkeit des einzelnen Mitglieds noch allgemein auf die Behandlungstätigkeit am Stuhl. Er umfasse vielmehr auch sog. Verweisungstätigkeiten gutachterlicher, wissenschaftlich-forschender oder verwaltender Art, die zum Berufsbild des Zahnarztes gehören.

Von Vorteil ist es, wenn die konkrete Satzung des Versorgungswerks sich zumindest auf eine „ärztliche“ Tätigkeit bezieht wie z.B. § 16 Alterssicherungsordnung der Ärztekammer Niedersachsen. Wegen dieser Formulierung hat das Oberverwaltungsgericht Lüneburg in seinem Urteil vom 26. April 2007, Az: 8 LB 212/05 wie Zahnarztpraxis professionell berichtet in diesem konkreten Einzelfall eine Verweisung auf Tätigkeiten abgelehnt, die keine ärztliche Approbation oder Berufserlaubnis voraussetzen. Zitat aus Versorgungswerk der Rechtsanwälte in Baden-Württemberg: BU Rente bekommt nur, wer „mit dem Kopf unter dem Arm“ daherkommt.

Medizinische Mitwirkungspflichten bei der Berufsunfähigkeitsrente vom Versorgungswerk

Das Versorgungswerk kann je nach konkreter Satzung verlangen (siehe z.B. § 21 Abs. 9 der Satzung Versorgungswerk der Rechtsanwälte BW), dass sich derjenige, der eine Berufsunfähigkeitsrente beantragt hat oder erhält, medizinisch untersuchen lässt sowie sich einer Heilbehandlung oder einer Reha-Maßnahme unterzieht, wenn zu erwarten ist, dass diese Maßnahme die Berufsunfähigkeit beseitigt oder eine drohende Berufsunfähigkeit verhindert und für das Mitglied „zumutbar“ ist. Kommt das Mitglied dem Verlangen nicht nach, so kann das Versorgungswerk die Berufsunfähigkeitsrente ganz oder teilweise versagen oder entziehen. Wenn es zuvor auf die Folgen schriftlich hingewiesen und eine angemessene Frist gesetzt hat.

Langwierige / unprofessionelle Leistungsfallbearbeitung

Versorgungswerke beschäftigen sich relativ selten mit Berufsunfähigkeitsfällen. Das führt dazu, dass der „Apparat“ zur Bearbeitung von Leistungsfällen deutlich weniger professionell und personalstark aufgestellt ist, als die Leistungsabteilung eines BU-Versicherers. So berichtet uns eine junge Ärztin, die durch einen tragischen Arbeitsunfall gleich zu Beginn ihrer Tätigkeit eine schwere Sehbehinderung erlitt, dass es 17 Monate dauerte, bis ihr Versorgungswerk dann endlich die geschuldete Leistung von knapp 2.000 EUR monatlich erbrachte.

Keine garantierten Leistungen

Weitere Nachteile der „Berufsunfähigkeitsrente“ vom Versorgungswerk

Weitere zu berücksichtigende Nachteile der „Berufsunfähigkeitsrente“ vom Versorgungswerk:

Wie hoch ist die Berufsunfähigkeitsrente vom Versorgungswerk?

Die Höhe dieser „100%-Berufsunfähigkeitsrente“ wird im jährlichen Bescheid des Versorgungswerks ausgewiesen. Bei der Berechnung spielen u.a. das Alter bei Eintritt ins Versorgungswerk und die Dauer sowie die Höhe der gezahlten Beiträge eine Rolle. Typische Versorgungswerksrenten lt. diesen Bescheiden aus unserer Praxis bewegen sich bei längerer Zahlung des Höchstbeitrags zwischen 2.000 und 2.800 EUR. Für Berufseinsteiger fällt dieser Schutz meistens deutlich geringer aus!

Bei der Ärzteversorgung Nordrhein lag die durchschnittliche monatliche Berufsunfähigkeitsrente im Jahr 2010 z.B. bei 2.190 EUR.

Berufsunfähigkeitsrente Versorgungswerk

Wie hoch sind die Krankenversicherungsbeiträge für die Berufsunfähigkeitsrente vom Versorgungswerk?

Rentner des Versorgungswerkes haben ihre Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung (unabhängig davon, ob privat oder gesetzlich freiwillig bzw. pflichtversichert) zunächst ohne jeden Zuschuss des Versorgungswerks selbst zu tragen.

Ist zusätzlich zur BU-Rente vom Versorgungswerk eine private BU sinnvoll?

Auch bei weniger gravierenden Einschränkungen ist eine weitere Berufsausübung oft gesundheitlich nicht mehr möglich oder zumutbar. Die meisten Leistungsfälle von privaten Berufsunfähigkeitsversicherungen liegen deutlich unter 100%! Daher ist eine private Berufsunfähigkeitsversicherung auch für Mitglieder von Versorgungswerken unverzichtbar. Soweit nach den Annahmerichtlinien der jeweiligen Gesellschaft möglich sollte ungeachtet der nur selten ausgezahlten Berufsunfähigkeitsrente vom Versorgungswerk das Nettoeinkommen abgesichert werden.

So z.B. auch die Empfehlung des Versorgungswerks der Rechtsanwälte in Baden-Württemberg: „Selbstverständlich beinhaltet das aber auch die Empfehlung an jedes Mitglied, sich – wo es irgend geht – gegen das Risiko der bloß verminderten Erwerbsfähigkeit neben dem Versorgungswerk bei einer privaten Versicherungsgesellschaft abzusichern.

Sollten Sie immer noch unsicher sein, ob Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung benötigen, dann rufen Sie doch einfach einmal bei Ihrem Versorgungswerk an. Fragen Sie nach, ob der Abschluss einer zusätzlichen eigenen Berufsunfähigkeitsversicherung unnötig ist. Sollte man Ihnen tatsächlich davon abraten, z.B. weil Sie mit einem ahnungslosen jungen Azubi telefoniert haben, notieren Sie sich unbedingt Datum, Zeit und den Namen des Mitarbeiters. Bestätigen Sie dem Geschäftsführer des Versorgungswerks den Gesprächsinhalt per Einschreiben / Rückschein. Spätestens auf dieser Ebene wird eine unzutreffende Aussage dann unter Haftungsgesichtspunkten korrigiert werden. 🙂

Wie auf unseren Seiten zum Thema Berufsunfähigkeit beschrieben leistet eine private Berufsunfähigkeitsversicherung ab einer 50%-igen gesundheitlichen Einschränkung, den aktuellen Beruf in seiner konkreten Ausgestaltung auszüben. Eigentlich wäre es deshalb zutreffender, von einer Rente für verminderte Berufsfähigkeit zu sprechen als von einer Berufsunfähigkeitsrente. Stark vereinfacht leistet eine private BU bereits wenn Sie morgens doppelt so lange brauchen, um sich anzuziehen, ins Büro zu fahren und dort Ihre Tätigkeit auszuüben.

„Gute“ BU verweist nicht auf andere Tätigkeiten

Eine Verweisung auf theoretisch / abstrakt mögliche andere Tätigkeiten findet bei „guten“ Berufsunfähigkeitsversicherungen nicht statt. Der bisherige Beruf muss auch nicht aufgegeben werden. Je nach Anbieter kann der Versicherte bei Berufsunfähigkeit theoretisch immer noch 80% des bisherigen Einkommens verdienen, ohne dass deshalb seine Berufsunfähigkeitsrente reduziert wird.

Anders als bei der Rente vom Versorgungswerk, die vom erkrankten Mitglied „zumutbare“ Heilbehandlung oder Reha-Maßnahmen fordert, um wieder gesund zu werden, verlangt eine gute private Berufsunfähigkeitsversicherung nur gefahrlose ärztliche Maßnahmen mit sicherer Erfolgsaussicht ohne Schmerzen und vor allem keine Operationen.

Unsere Arztkunden profitieren von einer exklusiven „Dr. Schlemann BU Arztklausel„. Die u.a. ausdrücklich klarstellt, dass die zuletzt ausgeübte ärztliche Tätigkeit versichert ist und nicht auf andere ärztliche Tätigkeiten verwiesen wird.

Beim Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung wird einkommensabhängig geprüft, in welcher Höhe eine Berufsunfähigkeitsabsicherung möglich ist. Ab einer höheren beantragten Berufsunfähigkeitsrente von z.B. monatlich 3.000 EUR wird die „100%-Berufsunfähigkeitsrente vom Versorgungswerk“ dann meistens zu 50% angerechnet und reduziert so die maximal mögliche Absicherung. Expertentipp zur Optimierung Ihrer Berufsunfähigkeitsrente: manche Anbieter berücksichtigen die „worst case BU vom Versorgungswerk“ erst ab einer monatlichen Berufsunfähigkeitsrente von 4.000 oder 4.166 EUR. Eine Kombination verhilft hier ggf. zur passenderen Absicherung. Wir zeigen Ihnen gerne, wie das in der Praxis völlig legal funktioniert.

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