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Risikolebensversicherung

Wichtiger Risikoschutz für Ihre Familie

Eine Risikolebensversicherung sichert Ihre Familie im Todesfall finanziell ab. Für einen vergleichsweise kleinen Beitrag erhalten Ihre Angehörigen im Falle Ihres Todes eine Geldsumme, mit der sie laufende Kosten, eine Immobilienfinanzierung und die Ausbildung der Kinder bestreiten können. Klug konfiguriert lässt sich Erbschaftsteuer auf die Auszahlung legal vermeiden.

Das Wichtigste in Kürze

Eine Risikolebensversicherung zahlt im Todesfall eine vorher vereinbarte Versicherungssumme an Ihre Hinterbliebenen – sie ist reine Risikoversicherung ohne Sparanteil.

  • Sinnvoll vor allem für Hauptverdiener, Familien mit Kindern, Paare mit Immobilienkredit und Gesellschafter/Sozien kleinerer Firmen.
  • Faustformel Versicherungssumme: das 3- bis 5-fache Bruttojahreseinkommen, bei Krediten zusätzlich die volle Darlehenshöhe.
  • Kosten 2026 (typischer Fall): Eine 30-jährige Nichtraucherin zahlt für 300.000 € Versicherungssumme und 20 Jahre Laufzeit je nach Anbieter und Gesundheitszustand grob in der Bandbreite von 5 bis 15 € pro Monat. Der exakte Beitrag hängt immer vom Einzelfall ab.
  • Mit der Überkreuzversicherung vermeiden unverheiratete Paare und Ehegatten mit großen Vermögen die Erbschaftsteuer auf die Auszahlung der Versicherungssumme.
  • Häufigster Fehler: Gesundheitsfragen werden nicht sorgfältig genug beantwortet – im Todesfall riskieren die Hinterbliebenen die Leistung.

Was ist eine Risikolebensversicherung? – Definition

Eine Risikolebensversicherung (kurz: RLV oder Risiko-LV) ist eine reine Todesfallversicherung. Stirbt die versicherte Person innerhalb der Vertragslaufzeit, zahlt der Versicherer die vereinbarte Versicherungssumme als Todesfallleistung an die im Vertrag genannten Bezugsberechtigten – meist Ehepartner oder Kinder. Dient also dazu, wenn Sie Ihre Familie im Todesfall finanziell absichern möchten. Erlebt die versicherte Person das Vertragsende, endet der Vertrag ohne Leistung. Es wird kein Kapital angespart da es sich um einen reinen Risikoschutz handelt.

Sie unterscheidet sich damit grundlegend von:

Eine Risikolebensversicherung sollte hoch genug sein, dass sie die Hinterbliebenen versorgt – aber nicht so hoch, dass sie motiviert werden. 😉

Jacqueline Höfer

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Risikolebensversicherung Vergleich: Worauf es wirklich ankommt

Risikolebensversicherungen wirken auf den ersten Blick wie ein homogenes Produkt – „tot ist tot“. Aber gerade die Absicherung im Falle Ihres Todes mit der richtigen Summe ist wichtig, gerade was auch Bestattung oder finanzieller Schutz Ihrer Angehörigen angeht. In der Praxis unterscheiden sich die Tarife jedoch in vier Punkten, die im Schadenfall den Unterschied machen:

VergleichskriteriumWorauf achten?
BeitragZahlbeitrag und Bruttobeitrag betrachten – nur der Zahlbeitrag wird heute fällig, der Bruttobeitrag ist die rechtliche Obergrenze, auf die der Versicherer hochsetzen darf.
NichtraucherklauselWer muss wann eine Veränderung melden? Bei vielen Tarifen erlischt der Schutz bei nicht gemeldeter Wiederaufnahme des Rauchens.
NachversicherungsgarantienLässt sich die Versicherungssumme bei Heirat, Geburt, Immobilienkauf oder Gehaltssprung ohne erneute Gesundheitsprüfung für kleines Geld erhöhen?
Vorgezogene Leistung / Schwere-Krankheiten-KlauselWird bei diagnostizierter unheilbarer Krankheit die Versicherungssumme vorzeitig ausgezahlt?

Der häufigste Fehler bei eigenem Vergleich: Kundinnen und Kunden vergleichen nur den günstigsten Zahlbeitrag im Eingabejahr – nicht die langfristige Verteuerungssicherheit oder die Klauseln, auf die es im Ernstfall ankommt.

Risikolebensversicherung RLV Vergleich 2026 Todesfallschutz

Was kostet eine Risikolebensversicherung 2026?

Die Beiträge sind in den letzten zwei Jahrzehnten deutlich gesunken. Maßgeblich für den Preis sind fünf Faktoren:

  1. Eintrittsalter – je jünger die versicherte Person bei Versicherungsbeginn, desto günstiger.
  2. Versicherungssumme – steigt linear mit dem Beitrag.
  3. Laufzeit – kürzere Laufzeiten haben einen höheren Beitrag pro Jahr.
  4. Raucherstatus – Raucher zahlen typischerweise das Zwei- bis Dreifache wie Nichtraucher.
  5. Gesundheitszustand und Beruf – relevante Vorerkrankungen oder gefährliche Berufe führen zu Risikozuschlag. .

Beitragsbeispiele für eine RLV mit konstanter Versicherungssumme

Die folgenden Modellrechnungen sollen eine grobe Orientierung geben. Der konkrete Beitrag hängt immer vom individuellen Eintrittsalter bei Versicherungsbeginn, Gesundheitszustand, Beruf, Raucherstatus, der Vertragslaufzeit und der Versicherungssumme ab – Abweichungen nach unten und oben z.B. durch Risikozuschlag oder Premium Tarife sind üblich.

Als typischer Referenzfall in der Beratungspraxis hat sich eine Versicherungssumme von 300.000 € bei 20 Jahren Versicherungsdauer bei den meisten Menschen etabliert – ausreichend für eine durchschnittliche Familienabsicherung, kombinierbar mit einer Immobilienfinanzierung.

ProfilVersicherungssummeVersicherungsdauerBeitrag pro Monat (Bandbreite)
Frau, 30 Jahre (Referenz)300.000 €20 Jahreca. 5 bis 11 €
Mann, 30 Jahre (Referenz)300.000 €20 Jahreca. 7 bis 14 €
Frau, 30 Jahre500.000 €25 Jahreca. 10 bis 20 €
Mann, 40 Jahre500.000 €20 Jahreca. 22 bis 40 €
Frau, 45 Jahre300.000 €20 Jahreca. 18 bis 35 €
Mann, 35 Jahre, Raucher500.000 €30 Jahreca. 45 bis 80 €

Annahmen für die Beispiele: monatlicher Zahlbeitrag, Nichtraucher seit mindestens 10 Jahren, kaufmännischer Beruf, keine relevanten Vorerkrankungen, keine risikoreichen Hobbys, Stand 05/2026.

Faustformel zur Orientierung: Bei 20 Jahren Vertragslaufzeit kalkulieren Sie für junge, gesunde Nichtraucher mit ca. 30 bis 60 € Jahresbeitrag pro 100.000 € konstanter Versicherungssumme. Raucher zahlen im Vergleich das Zwei- bis Dreifache bei gleicher Versicherungssumme. Bei Krankheiten können Risikozuschläge, wenn nicht sogar Ablehnungen auftreten

Praxistipp:

Frauen sind aufgrund ihrer höheren Lebenserwartung im Vergleich deutlich günstiger als Männer – bei gleichem Alter und gleicher Summe oft 30 bis 40 % weniger Beitrag.

Wer braucht eine Risikolebensversicherung?

Eine RLV ist immer dann wichtig, wenn andere Menschen finanziell von Ihrem Einkommen oder Ihrer Arbeitsleistung abhängen oder wenn Sie im Todesfall finanzielle Verpflichtungen hinterlassen würden, die Ihre Angehörigen nicht allein stemmen können.

Klar empfehlenswert ist eine RLV für

Eher nicht erforderlich ist eine RLV für:

Entscheidungsbaum Risikolebensversicherung RLV Vergleich 2026 Todesfallschutz

Wie hoch sollte die Versicherungssumme sein?

Die richtige Versicherungssumme ergibt sich aus zwei Fragen:

  1. Welche laufenden Kosten müssten Ihre Hinterbliebenen im Falle Ihres Todes ohne Ihr Einkommen weiterhin stemmen?
  2. Welche einmaligen Verpflichtungen (Kredit, Immobilien, Ausbildung der Kinder, Bestattung) wären offen?

Faustformeln zur ersten Orientierung der Versicherungssumme

Genauer rechnen mit der Entnahme-Methode

Wer es exakter mag, geht so vor: Schätzen Sie, welchen Monatsbetrag Ihre Familie im Todesfall wie lange noch zur Verfügung haben sollte, um Lebensstandard und Erziehung der Kinder ohne wirtschaftliche Sorgen sicherzustellen.

Folgendes Szenario als Beispiel: Eine Familie mit zwei kleinen Kindern braucht 3.500 € monatlich über 15 Jahre, dazu 200.000 € zur Tilgung eines Restkredits. Bei 2,5 % Inflation und 3 % Anlagezins ergibt das eine erforderliche Versicherungssumme von rund 750.000 €. Online-Entnahmerechner (siehe Verlinkung weiter unten im Browser) helfen bei der Modellierung der Versicherungssumme.

Wichtig:

Sparen Sie nicht an der Versicherungssumme. Eine zu niedrige Versicherungssumme im Todesfall gibt nur ein Gefühl von Sicherheit, deckt im Ernstfall aber nicht das, was nötig wäre für die Absicherung Ihre Angehörigen (Partner, Kinder usw.).

Laufzeit der Risikolebensversicherung – richtig wählen

Bei der Vertragslaufzeit gilt ein einfacher Grundsatz: Lieber lange Laufzeit abschließen und vorzeitig kündigen, als kurze Laufzeit und teurer verlängern müssen.

Hier haben wir Ihnen eine kleine Übersicht zusammengestellt:

LebenssituationEmpfohlene Vertragslaufzeit
Junge Familie, kleine Kinder25-30 Jahre, bis die Kinder finanziell auf eigenen Beinen stehen und Geld verdienen
Immobilienfinanzierungmin. entsprechend der Darlehenslaufzeit der Immobilie, eher länger
Eintrittsalter 40+ ohne Kreditbis Endalter 55 bis 60
Gesellschafter / Sozienbis zum geplanten Ausstieg, min. 10 Jahre

Eine kürzere Vertragslaufzeit wirkt günstig im Monatsbeitrag, ist aber teurer pro Jahr, weil der Versicherer die Risikokosten auf weniger Jahre verteilt. Reicht der Versicherungsschutz später nicht aus, wird eine neue RLV im fortgeschrittenen Alter deutlich teurer – und ist bei zwischenzeitlich aufgetretenen Vorerkrankungen oft gar nicht mehr möglich.

Daher bietet es sich an bei Risikolebensversicherungen auf Premiumtarife zu schauen, denn bei manchen Versicherungen können die Verträge kurz vor Ende der Laufzeit noch verlängert werden, sodass Sie länger Versicherungsschutz genießen können.

Kündigung: Versicherte Personen können eine RLV jederzeit zum Ende eines Versicherungsjahres ohne Frist kündigen. Versicherungen selber dürfen nur bei Zahlungsverzug kündigen.

Konstante oder fallende Versicherungssumme?

Die Versicherungssumme kann auf zwei Arten als Vorsorge konfiguriert werden:

Konstante Versicherungssumme

Die Summe bleibt über die gesamte Versicherungsdauer gleich. Diese Variante ist der Standard für Familienabsicherung, weil sie einen automatischen Inflationsausgleich bietet: Eine Million Euro in 20 Jahren ist real weniger wert als heute – aber sie liegt im Todesfall als Summe trotzdem auf dem Tisch.

Geeignet für: Familienabsicherung, Hinterbliebenenversorgung, Mischbedarf.

Fallende Versicherungssumme

Die Versicherungssumme sinkt jährlich – entweder linear (gleichmäßig) oder annuitätisch (analog zur Restschuld eines Annuitätenkredits). Diese Variante ist gedacht für die reine Darlehensabsicherung bei einem Kredit, bei der die Versicherungssumme parallel zur Restschuld zurückgeht.

Achtung: Bei einer Vertragslaufzeit bis 20 Jahre ist sie kaum günstiger als die konstante Variante. Sie bietet im späteren Alter, wenn das statistische Sterberisiko steigt, die geringste Absicherung. Soll gleichzeitig die Familie abgesichert werden, ist die konstante Summe meist die bessere Wahl.

Empfehlung: Wenn die RLV Kredit und Familie abdecken soll, ist eine konstante Versicherungssumme in ausreichender Höhe in der Regel sinnvoller als zwei kleinere Verträge.

Wichtige Klauseln im Versicherungsschutz– Welche brauchen Sie wirklich?

Anbieter im Überblick: Direktversicherer vs. Service über Vermittler

Der RLV-Markt teilt sich grob in zwei Lager:

Risikolebensversicherung Direktversicherer

Anbieter wie Cosmos Direkt, Europa Direkt oder Hannoversche Direkt punkten mit niedrigen Zahlbeiträgen, weil keine Vermittlerprovisionen anfallen. Service erhält man nur vom Versicherer, die Beratung ist mangels Unabhängigkeit eingeschränkt.

Vorteil: Häufig niedrige Einstiegsbeiträge

Achtung auf: Bruttobeiträge, Verteuerungspotenzial bei Wegfall der Überschussbeteiligung, eingeschränkter Service im Leistungsfall.

Versicherer mit Vermittler-Vertrieb

Anbieter wie die Allianz-Tochter Deutsche Lebensversicherungs-AG (DLV), Dela, Helvetia (ehem. Baloise / Basler), EUROPA (über Makler) oder InterRisk bieten Tarife, die im Bruttobeitrag ähnlich günstig bzw. teilweise sogar günstiger sind als Direktversicherer. Die Leistungen sind häufig noch etwas besser.

Vorteile: Persönlicher Ansprechpartner im Leistungsfall, breitere Auswahl an Klauseln und Tariflinien (z. B. Basis-/Plus-/Premium-Varianten).

Aus unserer Beratungspraxis:

Im reinen Zahlbeitragsvergleich liegen die günstigsten Anbieter oft sehr eng beieinander. Den Unterschied im Fall der Fälle machen selten die Beiträge – sondern die Klauseln und ob Gesundheitsfragen sauber beantwortet wurden.

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Steuertipp: Die Risikolebensversicherung über Kreuz

Die Auszahlung der Versicherungssumme einer Risikolebensversicherung unterliegt grundsätzlich der Erbschaftsteuer. Für Ehepartner ist das wegen des Freibetrags von 500.000 € häufig kein Problem – für unverheiratete Paare mit nur 20.000 € Freibetrag und Steuerklasse III aber dramatisch. Dafür gibt es die Überkreuzversicherung.

So funktioniert die Überkreuzversicherung

Statt jeder versichert sich selbst und setzt den Partner als Bezugsberechtigten ein, versichert sich jeder Partner gegenseitig:

Folge: Stirbt eine versicherte Person, bekommt der andere als Versicherungsnehmer seine eigene Versicherungssumme – es fällt nicht in den Nachlass und ist erbschaftsteuerfrei.

Drei Voraussetzungen, damit die Risikolebensversicherung über Kreuz funktioniert

  1. Strikte Trennung der Vertragsrollen – Versicherungsnehmer ist nicht die versicherte Person.
  2. Beiträge vom eigenen Konto des Versicherungsnehmers, nicht vom Gemeinschaftskonto (sonst droht das Finanzamt mit Schenkungsteuer).
  3. Bezugsrecht auf den Versicherungsnehmer, nicht auf Dritte.

Was zu bedenken ist

Verbundene Risikolebensversicherung – sinnvoll oder nicht?

Eine verbundene RLV (auch „RLV auf verbundene Leben“) ist ein einziger Vertrag, der das Leben beider Partner absichert. Stirbt einer der beiden (oder beide gleichzeitig), kommt es zur einmaligen Auszahlung der Versicherungssumme, der Vertrag endet.

VorteileNachteile
Geringerer Gesamtbeitrag als zwei EinzelverträgeKeine Differenzierung nach Bedarf (Hauptverdiener vs. Zweitverdiener)
Ein Vertrag statt zweiStirbt ein Partner, ist der Lebende nicht mehr versichert
Überkreuzversicherung nicht möglich – ErbschaftssteuerpflichtKeine separate Kündigung/ Anpassung möglich

Fazit: Die verbundene RLV ist auf dem Papier billiger, aber in den allermeisten Fällen die schlechtere Lösung. Zwei separate, idealerweise überkreuz konfigurierte Verträge bieten mehr Flexibilität und steuerliche Vorteile.

Spezialfälle: Risikolebensversicherung für besondere Gruppen

Risikolebensversicherung für Selbständige und Freiberufler

Selbständige haben keine gesetzliche Witwen-/Waisenrente und sind besonders auf eine eigenständige Absicherung der Familie und Angehörigen angewiesen. Für Gesellschafter und Sozien kann die RLV zusätzlich als Schutz zur Abfindung von Erbenanteilen dienen, ohne dass das Unternehmen verkauft oder zerschlagen werden muss. Beiträge für eine „Keyperson-Absicherung“ im Unternehmen sind als Betriebsausgaben abzugsfähig. Daher ist hier die Absicherung im Todesfall doppelt wichtig.

Risikolebensversicherung für Beamte

Beamte haben zwar Anspruch auf Witwen- und Waisengeld – das deckt aber bei jungen Beamten meist nur einen Bruchteil des bisherigen Familieneinkommens. Eine RLV ist auch hier wichtig für Partner, Kinder und Angehörige, gerade bei Kreditfinanzierung der Immobilie.

Risikolebensversicherung trotz Vorerkrankungen

Diabetes, Bluthochdruck, Depression, BMI über 30 – nicht jede Vorerkrankung von Menschen führt automatisch zur Ablehnung. Entscheidend sind:

Wir klären die Versicherbarkeit für unsere Kundinnen und Kunden vor der formellen Antragstellung per anonymer Risikovoranfrage. So bleibt eine eventuelle Ablehnung nicht in der internen Auskunftsdatei der Versicherer (HIS) hängen.

Risikolebensversicherung in der Schwangerschaft

Die meisten Versicherer akzeptieren Anträge bis zur 32. Schwangerschaftswoche, sofern die Schwangerschaft komplikationslos verläuft. Ab der 33. Woche oder bei Risikoschwangerschaft empfiehlt sich das Abwarten bis nach Geburt eines Kindes.

Risikolebensversicherung als finanzielle Absicherung eines Immobilienkredits

Banken verlangen häufig eine Risikolebensversicherung mit Versicherungssumme in Höhe der Immobilienfinanzierung. Sinnvoll ist es, hier nicht die kreditgeberseitig vorgeschlagene Police abzuschließen – meist sind eigenständige Tarife günstiger und behalten die Versicherungssumme in der Familie statt zur Bank zu wandern. Eine fallende Versicherungssumme entspricht der sinkenden Restschuld, eine konstante Summe verbindet Kreditabsicherung mit Familienschutz.

Die häufigsten Fehler beim Abschluss einer Risikolebensversicherung

Der häufigste Grund, warum eine RLV im Schadenfall die Todesfallleistung nicht zahlt, ist nicht der Betrug – sondern eine unbewusst falsch ausgefüllte oder unvollständig beantwortete Gesundheitsfragen beim Antrag. Versicherer können in diesem Fall vom Vertrag zurücktreten oder die Versicherungssumme anteilig kürzen.

Was Sie vor dem Abschluss einer Risikolebensversicherung tun sollten

  1. Liste aller Arztbesuche, Diagnosen und Medikamenteneinnahmen der letzten 5 bis 10 Jahre anlegen (je nach Versicherer).
  2. Patientenakte beim Hausarzt anfordern – Sie sind nach §630g BGB dazu berechtigt.
  3. Spezielle Vorerkrankungen auf medizinischen Zusatzbögen detailliert beschreiben.
  4. Risikovoranfrage anonym stellen, bevor Sie sich auf eine Versicherung festlegen.

Vorbereitung der Beratung

Für ein zielführendes Gespräch ist es hilfreich, wenn Sie den Interessentenbogen Risikolebensversicherung vorab ausgefüllt haben (Erfassungsbogen + Risikofragebogen). Für umfangreichere Angaben das Beiblatt Gesundheitsfragen verwenden und bei spezielleren Erkrankungen die medizinischen Zusatzerklärungen.

Aus unserer Beratungspraxis:

In vielen Antragsverfahren entdecken wir Diagnosen, die unsere Kunden selbst längst vergessen hatten – die im Ernstfall aber den Versicherungsschutz kosten könnten. Eine sorgfältige Antragstellung ist im Schadenfall mehr wert als ein um wenige Euro günstigerer Tarif, bei dem Sie sich etwas Geld sparen.

Kündigung und Vertragsanpassung

Eine RLV ist deutlich flexibler als oft angenommen:

Risikolebensversicherung vs. Alternativen

Produkt Wer profitiert?VorteileNachteile
RisikolebensversicherungFamilien, KreditnehmerHoher Schutz bei niedrigem Beitrag, flexible GestaltungKeine Auszahlung im Erlebensfall
Kapital-LV/ Fondsgebundene LVSparer mit TodesfallleistungSparkomponente, lebenslange LeibrenteHohe Kosten, intransparent
SterbegeldversicherungSenioren, kleine BestattungssummeAkzeptanz auch im Alter, ohne aufwändige GesundheitsprüfungNiedrige Summen, hoher Beitrag pro versichertem Euro
Berufsunfähigkeitsversicherung (BU)alle BerufstätigenSichert Arbeitskraft, häufigeres Risiko als Todkeine Todesfallleistung

Eine RLV ersetzt keine BU – Berufsunfähigkeit ist im erwerbsfähigen Alter das deutlich häufigere Ereignis als der Tod. Beide Produkte ergänzen sich.

Aktuelle Todesursachen in Deutschland 2024

Warum eine RLV statistisch wichtig ist, zeigt ein Blick auf die aktuellen Daten:

Laut Statistischem Bundesamt (Destatis, Pressemitteilung Oktober 2025) waren 2024 in Deutschland Herz-Kreislauf-Erkrankungen (339.212 Sterbefälle) und Krebserkrankungen (230.392 Sterbefälle) zusammen für 56,5 % aller Todesfälle verantwortlich. Auf den weiteren Plätzen folgen psychische Erkrankungen (insbesondere Demenz, 61.927 Sterbefälle, Tendenz stark steigend), Erkrankungen des Atmungssystems und des Verdauungssystems sowie Unfälle und Vergiftungen.

Knapp jeder dritte Verstorbene mit einer Herz-Kreislauf-Diagnose verstarb an einer ischämischen Herzkrankheit (inklusive Herzinfarkt). Bei Männern wie Frauen treffen tödliche Erkrankungen schon vor Erreichen des Rentenalters – das statistische Todesfallrisiko in den Jahren 30 bis 60 ist nicht null, sondern liegt für Männer in der Größenordnung von einigen Prozent.

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Fazit: Worauf kommt es bei der Risikolebensversicherung an?

Die Risikolebensversicherung ist eines der wichtigsten und gleichzeitig günstigsten Vorsorgeprodukte im Todesfall für Familien und Paare mit finanziellen Verpflichtungen wie Kredit, Immobilie usw.. Drei Punkte machen den Unterschied zwischen einem belanglosen und einem hervorragend gewählten Vertrag:

  1. Die richtige Versicherungssumme – realistisch gerechnet, nicht aus dem Bauch heraus.
  2. Die korrekt beantworteten Gesundheitsfragen – im Schadenfall mehr wert als jeder Beitragsvorteil.
  3. Die kluge Vertragsgestaltung – mit Überkreuzversicherung, Nachversicherungsgarantie und passender Vertragslaufzeit.

Eine fachkundige unabhängige Beratung verursacht für Sie keine Mehrkosten, weil die Beitragskalkulation der Versicherer Vermittlungsleistungen ohnehin einkalkuliert. Der Vorteil ist erheblich: Sie sparen die Recherchezeit, vermeiden teure Fehler bei der Antragstellung und haben im Schadenfall einen erfahrenen Anlaufpunkt für Ihre Hinterbliebenen.

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Häufige Fragen zur Risikolebensversicherung (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen Risiko- und Kapitallebensversicherung?

Eine Risikolebensversicherung zahlt ausschließlich im Todesfall die Versicherungssumme und ist deshalb sehr günstig. Eine Kapitallebensversicherung kombiniert Todesfallschutz mit einem Sparvertrag, sodass auch bei Erleben des Vertragsendes Geld ausgezahlt wird – allerdings zu deutlich höheren Beiträgen und mit oft intransparenten Kostenstrukturen.

Wie hoch sollte die Versicherungssumme einer Risikolebensversicherung sein?

Um sich finanziell absichern zu können, gilt als Faustformel das 3- bis 5-fache Bruttojahreseinkommen, je nach Eintrittsalter. Bei der Finanzierung einer Immobilie sollte die Darlehenshöhe des Kredites zusätzlich abgesichert werden. Realistischer rechnet die Entnahme-Methode: Welchen Monatsbetrag soll die Familie oder der Partner in Zukunft für welche Dauer zum Leben zur Verfügung haben?

Was kostet eine Risikolebensversicherung 2026?

Der typische Referenzfall in der Beratungspraxis: Eine 30-jährige Nichtraucherin zahlt für 300.000 € Versicherungssumme und 20 Jahre Versicherungslaufzeit je nach Anbieter und Gesundheitszustand grob 5 bis 11 € pro Monat, ein gleichaltriger Nichtraucher etwa 7 bis 14 € pro Monat. Mit zunehmendem Alter, längerer Laufzeit oder Raucherstatus steigen die Beiträge deutlich – Raucher zahlen als höheres Risiko typischerweise das Zwei- bis Dreifache. Die exakten Beiträge hängen immer vom individuellen Einzelfall ab.

Ist die Auszahlung einer Risikolebensversicherung steuerpflichtig?

Die Zahlung der Versicherungssumme ist einkommensteuerfrei, unterliegt aber grundsätzlich der Erbschaftsteuer. Ehepartner profitieren vom Freibetrag von 500.000 €, unverheiratete Paare nur von 20.000 €. Mit einer Überkreuzversicherung lässt sich die Erbschaftsteuer legal vollständig vermeiden.

Welche Gesundheitsfragen werden beim Abschluss gestellt?

Versicherer fragen Diagnosen, Behandlungen und Medikamenteneinnahmen der letzten 5 bis 10 Jahre ab, dazu Krankenhausaufenthalte, psychische Erkrankungen, Gewicht und Größe sowie Risikofaktoren wie Rauchen, Alkohol und gefährliche Hobbys. Falsche oder unvollständige Angaben können im Schadenfall zum Verlust der Leistung führen.

Was passiert, wenn ich nicht an einem natürlichen Tod sterbe?

Die meisten Risikolebensversicherungen leisten auch bei Unfall, Krankheit und sogar Selbsttötung – letztere allerdings erst nach einer Karenzzeit von in der Regel drei Jahren nach Vertragsbeginn. Eine Tötung durch den Bezugsberechtigten ist ausgeschlossen.

Gibt es Risikolebensversicherungen ohne Gesundheitsfragen beim Abschluss?

Tarife komplett ohne Gesundheitsfragen sind selten, meist deutlich teurer und mit niedrigen maximalen Versicherungssummen verbunden. Für die meisten Antragstellenden ist eine reguläre RLV mit korrekt beantworteten Gesundheitsfragen die deutlich bessere Wahl zur Absicherung – auch bei Vorerkrankungen, die häufig akzeptiert werden.

Ist eine Risikolebensversicherung sinnvoll für Singles?

Für Singles ohne Unterhaltspflichten und ohne Schulden ist eine RLV meist nicht erforderlich. Sobald Verpflichtungen bestehen (Eltern, die unterstützt werden, Geburt eines Kindes, Immobilienfinanzierung, ein Geschäftspartner, ein Kredit), kann sie auch für Singles sinnvoll sein.

Kann ich die Versicherungssumme später erhöhen?

Ja, über die Nachversicherungsgarantie ohne erneute Gesundheitsprüfung bei bestimmten Anlässen (Heirat, Geburt, Immobilienkauf, Gehaltssprung) oder über eine vereinbarte Dynamik. Außerhalb dieser Möglichkeiten ist eine Erhöhung der Versicherungssumme nur mit erneuter Gesundheitsprüfung möglich.

Brauche ich eine Risikolebensversicherung, wenn die Bank für die finanzielle Absicherung des Immobilienkredit eine verlangt?

Ja – allerdings müssen Sie nicht die von der Bank vermittelte Police nehmen. Eigenständige Tarife sind oft günstiger, und die Auszahlung der Versicherungssumme bleibt in der Familie statt direkt an die Bank zu fließen. Eine konstante Versicherungssumme kombiniert Versicherungsschutz bei Kreditabsicherung und Schutz der Familie.

Was ist die Überkreuzversicherung – und für wen lohnt sie sich?

Bei der Überkreuzversicherung ist jeder Partner Versicherungsnehmer und Bezugsberechtigter der Police auf das Leben des anderen. So fällt die Auszahlung der Versicherungssumme im Todesfall nicht in den Nachlass und ist erbschaftsteuerfrei. Besonders relevant für nicht verheiratete Paare und Ehepartner mit großen Vermögen.

Hat die Überkreuzversicherung Nachteile?

Ja: Der Versicherungsnehmer kann den Vertrag jederzeit ohne Zustimmung der versicherten Person ändern oder kündigen. Im Falle einer Trennung oder Konflikt kann das problematisch werden. Außerdem sind zwei getrennte Beitragskonten nötig und die Komplexität steigt – mit professioneller Beratung aber gut handhabbar.

Risikolebensversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung – was ist wichtiger?

In den meisten Fällen ist die Berufsunfähigkeitsversicherung vorrangig, weil das Risiko, im erwerbsfähigen Alter berufsunfähig zu werden, deutlich höher ist als das Sterbefallrisiko. Beide Produkte ergänzen sich – mit Familie ist beides als Vorsorge sinnvoll.

Was passiert mit der Risikolebensversicherung bei Trennung oder Scheidung?

Bei einer Überkreuzversicherung kann der Versicherungsnehmer den Vertrag einseitig kündigen oder die Bezugsberechtigung ändern. Vor der Trennung sollten beide Partner ihre Verträge prüfen und im Idealfall einvernehmlich entscheiden. Bei zwei eigenständigen Verträgen (mit jeweils dem Partner als Bezugsberechtigtem) kann die Bezugsberechtigung formlos geändert werden.

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