Berufsunfähigkeit wann absichern

Keyperson Absicherung Schwere Krankheiten Vorsorge Dread DiseaseWas ist eine Keyperson Absicherung?

Eine Keyperson Absicherung oder Schlüsselkraft Absicherung ist eine Versicherung, die ein Unternehmen auf die Gesundheit oder das Leben einer oder mehrerer Schlüsselpersonen (Keyperson, früher Keyman) abschließt. Das Unternehmen ist Versicherungsnehmer, Beitragszahler und Bezugsberechtigter im Todes- und Erlebensfall.

Eine Keyperson Absicherung ist z.B. möglich als Risikolebensversicherung, als Unfallversicherung oder als sog. “Schwere Krankheiten Vorsorge” bzw. “Dread Disease Versicherung“, um die finanziellen Folgen des vorübergehenden oder endgültigen gesundheitsbedingten Ausfalls wichtiger Mitarbeiter (z.B. Inhaber oder Gesellschafter-Geschäftsführer) für das Unternehmen finanziell aufzufangen.

Dread Disease Versicherung - Schwere Krankheiten Vorsorge - Keyperson AbsicherungKosten können beispielsweise entstehen durch:

  • Rekrutieren und Einstellen eines adäquaten Vertreters
  • Auffangen entgangener Aufträge
  • Aufrechterhalten des Geschäftsbetriebs und Deckung der damit verbundenen laufenden Kosten
  • Zahlung möglicher Konventionalstrafen, weil z.B. Liefertermine nicht eingehalten werden können, usw.

Je wesentlicher der ausgefallene Mitarbeiter den Erfolg des Unternehmens beeinflußt hat, desto spürbarer sind die Verluste des Unternehmens. Der Ausfall eines Geschäftsführers ist ein typisches Insolvenzrisiko für mittelständische Unternehmen! Die Keyperson Absicherung ist damit eine Art Betriebsunterbrechungsversicherung bei Ausfall einer Schlüsselperson.

Die Leistungen aus dem Versicherungsvertrag stehen ausschließlich dem Unternehmen zu. Die Schlüsselperson hat aus der Versicherung keine eigenen Ansprüche. Die Versicherung soll und kann deshalb die eigene private Absicherung des Mitarbeiters nicht ersetzen!

Steuerliche Behandlung der Keyperson Absicherung*

Allgemeines

  • Der Abschluß einer Keyperson Absicherung wirkt sich bei der Keyperson nicht aus, da nur das Unternehmen aus dem Vertrag begünstigt ist
  • Der Einschluß einer Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung ist aus steuerlichen Gründen i.d.R. nicht möglich, da die Versicherung dann insoweit nicht mehr der Liquiditätsvorsorge des Unternehmers dient, sondern die Versorgung des Mitarbeiters im Vordergrund steht und damit eine betriebliche Veranlassung fehlt
  • Auch wenn eine ausgezahlte Versicherungsleistung für das Unternehmen eine Betriebseinnahme darstellt, wird dadurch oft keine Gewinnerhöhung eintreten, wenn gleichzeitig die Verwendung der Mittel aus der Schlüsselkraftversicherung als Betriebsausgabe abzugsfähig ist

1. Versicherungsnehmer ist eine Kapitalgesellschaft

  • Die Beiträge für die Keyperson Absicherung sind als Betriebsausgaben abzugsfähig, von einer betrieblichen Veranlassung ist grundsätzlich auszugehen
  • Versicherte Personen können Arbeitnehmer, Vorstand einer AG oder Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH sein
  • Eventuell entstehende Rückkaufswerte (Zeitwert der Versicherung) müssen in der Bilanz als Anspruch des Unternehmens gegen die Versicherungsgesellschaft (die deren Höhe auf Anfrage mitteilt) aktiviert werden
  • Die fällige Versicherungsleistung ist für die Gesellschaft eine Betriebseinnahme

2. Versicherungsnehmer ist eine Personengesellschaft

a) Die versicherte Person ist ein Gesellschafter

Die Versicherung wird dem Privatvermögen des Gesellschafters zugerechnet und daher auch steuerlich wie eine Versicherung im privaten Bereich behandelt. Von einer betrieblichen Veranlassung kann somit nicht ausgegangen werden. Das bedeutet:

  • Die Beiträge sind nicht als Betriebsausgaben abzugsfähig
  • Eventuell bestehende Rückkaufswerte müssen nicht aktiviert werden
  • Die Versicherungsleistung ist keine Betriebseinnahme

Zur Abzugsfähigkeit der Beiträge zu einer gegenseitigen Risikolebensversicherung von Gesellschaftern einer GbR (hier Rechtsanwälte) siehe auch BFH-Urteil vom 23.4.2013, VIII R 4/10, veröffentlicht am 3.7.2013 (fehlende betriebliche Veranlassung).

b) Die versicherte Person ist ein „fremder Dritter“ z.B. ein Arbeitnehmer

Hier entspricht die steuerliche Behandlung für Keyperson Versicherungen der bei Kapitalgesellschaften (siehe oben). Somit gilt:

  • Die Beiträge sind als Betriebsausgaben abzugsfähig
  • Eventuell bestehende Rückkaufswerte sind aktivierungspflichtig
  • Die Versicherungsleistung stellt eine Betriebseinnahme dar

*Bitte beachten: die steuerlichen Hinweise entsprechen nicht unbedingt dem aktuellsten Stand von Steuergesetzgebung und Rechtsprechung und geben lediglich eine unverbindliche Ansicht nach bestem Wissen wieder. Wegen der knappen Darstellung können sie unvollständig sein und eine individuelle steuerliche Beratung nicht ersetzen.

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