Auswahlkriterien Krankenversicherung - PKV ist wie PizzaserviceDr. Berndt Schlemann

Auswahlkriterien Krankenversicherung: Was sind die Anforderungen und Kriterien für die Auswahl einer „guten“ privaten Krankenversicherung? Dazu gehören vor allem medizinische Auswahlkriterien bei der Auswahl des Tarifs, aber auch die „richtige“ Versicherungsgesellschaft. Ist z.B. ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit „besser“ als eine Aktiengesellschaft? Wie wichtig sind verschiedene Ratings?

WICHTIG: Bitte lassen Sie sich von den umfassenden Infos auf unserer Website nicht zu „do-it-yourself“ Lösungen verführen. Mit unserer Beratung kommen Sie deutlich einfacher und sicherer ans Ziel. Wir wissen immer noch etwas mehr, als Sie hier lesen! Buchen Sie jetzt Ihren kostenlosen Beratungstermin – bundesweit per Onlineberatung.

Auswahlkriterien Krankenversicherung

Beim Thema Krankenversicherung geht es um Ihr wichtigstes GutIhre Gesundheit! Und darum wie frei Sie entscheiden können, welche Medikamente in Ihren Körper kommen und welcher Arzt Sie behandelt wenn Sie krank sind, um möglichst schnell wieder gesund & fit zu werden.

Private Krankenversicherung ist wie Pizzaservice!

Nicht jede private Krankenversicherung hat automatisch bessere Leistungen als die GKV. Auswahlkriterien Krankenversicherung - PKV ist wie PizzaserviceBeim Abschluss einer PKV definieren Sie in einem lebenslangen (!!) privaten Versicherungsvertrag medizinische Leistungen, die Sie in Anspruch nehmen können – jetzt und im Rentenalter. Wer nur eine kleine Margherita bestellt, darf später nicht jammern, wenn er nicht satt wird und keine Artischocken bekommt!

Wir ermitteln gemeinsam mit Ihnen Ihre persönlichen Auswahlkriterien Krankenversicherung als Grundlage für einen ausführlichen Tarifvergleich.

1. Der richtige Tarif

Ganz oben bei den Auswahlkriterien Krankenversicherung steht der „richtige“ Tarif. Er sollte leistungsstark und nachhaltig kalkuliert sein. Setzen Sie hier die richtigen Prioritäten!

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Prioritäten: Gute Leistungen oder billig?

Sparen Sie beim Konsum, aber nicht bei Ihrer Krankenversicherung!

Wichtig: Bei der Tarifauswahl geht es vor allem um Gesundheit und Medizin. Seien Sie bei der Definition Ihrer Auswahlkriterien Krankenversicherung bitte nicht „zu bescheiden“! Solange Sie gesund sind, ist es völlig egal, wie Sie krankenversichert sind – da wäre eine GKV oder eine leistungsschwache PKV völlig ausreichend. Sobald Sie allerdings (ernster) krank sind, können die Leistungen nicht hoch genug sein und Sie wollen top versorgt sein. Alles andere verliert an Bedeutung, wenn es ums „Überleben“ geht bzw. ob und wie schnell Sie wieder arbeiten können und schmerzfrei sind. Letztlich können Sie nicht einschätzen, welche Behandlungen, Medikamente oder „Ersatzteile“ Sie künftig brauchen. Wer vom Einkommen her in die PKV wechseln kann, sollte sich eine vernünftige Krankenversicherung leisten können und wollen.Auswahlkriterien Krankenversicherung - Gesetz der Wirtschaft

Auch bei der privaten Krankenversicherung gilt das „Gesetz der Wirtschaft“ von John Ruskin (siehe die Grafik rechts, die sich beim Klick vergrößert). „Billig“ kommt meistens langfristig ziemlich teuer!

Wenn Sie genügend verdienen, um sinnvollerweise in die PKV zu wechseln, vernünftig mit Ihrem Geld umgehen und entsprechend sparen und fürs Alter vorsorgen (gerne mit unser Unterstützung, siehe Beratung Altersvorsorge), wird es für Sie keine Rolle spielen, ob Sie 100 oder 200 EUR mehr oder weniger Krankenversicherungsbeitrag zahlen wenn Sie älter und tendenziell „kränker“ sind. Dann zählt für Sie vor allem die bessere Versorgung im Ernstfall – und bis dahin das beruhigende Wissen darum! „Schlimmstenfalls“ haben Sie bei einem „besseren“ Tarif unnötig ein paar Euro mehr bezahlt, waren dafür aber mit einem guten Gefühl viele Jahre gut abgesichert.

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Außerdem: Nicht jede Mehrleistung macht einen Tarif teurer. In „Kompakttarifen“ mit umfassenden Leistungen können Leistungen für alle deutlich günstiger angeboten werden als bei „Bausteintarifen“, bei denen nur diejenigen Kunden bestimmte Leistungen dazu buchen, die davon ausgehen, diese auch intensiver zu nutzen (z.B. Kunden mit schlechten Zähnen buchen hohe Zahnleistungen, Kunden mit einem Faible für Heilpraktiker buchen dieses Extra, etc.).

Ihre Auswahlkriterien Krankenversicherung sollten sich an den nachfolgenden folgenden Leistungsanforderungen / Qualitätskriterien orientieren. Die Wichtigkeit der Kriterium bemisst sich – wie generell bei Versicherungen – nach zwei Faktoren

  1. Eintrittswahrscheinlichkeit – wie häufig tritt die Erkrankung auf?
    und
  2. Schadenshöhe – wie teuer wird es, wenn Sie Behandlungskosten, Geräte oder Medikamente selbst zahlen müsssen bzw. wie sehr schränkt Sie die Erkrankung in Ihrer Gesundheit, Ihrem Wohlbefinden oder Ihrer Lebenserwartung ein.

Kleine Wahrscheinlichkeit, kleiner Schaden = unwichtig. Hohe Wahrscheinlichkeit, kleiner Schaden = Komfort, aber nicht wichtig. Kleine Wahrscheinlichkeit, großer Schaden = wichtig. Hohe Wahrscheinlichkeit, großer Schaden = sehr wichtig!

Medizinische Auswahlkriterien KrankenversicherungMedizinische Auswahlkriterien Krankenversicherung

Aus medizinischer Sicht sollte ein „guter“ PKV Tarif bestmögliche medizinische Behandlung bieten, signifikanter Kostenrisiken absichern und sich flexibel an geänderte Lebensumstände anpassen (Kinder, berufliche Änderungen, Ausland, etc.).

Bestmögliche medizinische Behandlung

Welche Behandlungen und Medikamente möchten Sie im Ernstfall in Anspruch nehmen können, um ohne Einschränkungen möglichst schnell wieder gesund und arbeitsfähig zu werden? Können Sie ernste Erkrankungen ausschließen bzw. sind Sie sicher, dann nicht den Wunsch nach der fortschrittlichsten Therapie zu haben, die Ihr Leben rettet, verlängert oder lebenswerter macht und ggf. mehr kostet?

Viele dieser besonders relevanten Auswahlkriterien Krankenversicherung finden Sie oben im Menu unter Auswahlkriterien Krankenversicherung bzw. in den unten eingebauten Verlinkunten genauer erläutert.

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Hier einige Beispiele:

  • Freie Arztwahl inkl. Fachärzten ohne vorherigen Besuch beim Hausarzt (der dann erst einmal an Ihnen „übt“ und versucht, Sie zu therapieren, bevor er Sie ggf. an den Facharzt überweist – sonst hätte die Krankenversicherung ja auch keine Kostenersparnis, sondern nur doppelte Kosten).
  • Wer soll Sie operieren? Aus unserer Sicht ist das Wahlarztprinzip im Krankenhaus das mit Abstand wichtigste Feature einer privaten Krankenversicherung. Im Krankenhaus geht es oft um Leben und Tod und hier wollen Sie auf alle Fälle den besten und erfahrensten Arzt bzw. Operateur auswählen können. Im Volksmund ist hier von Chefarztbehandlung die Rede, das ist aber nicht ganz richtig, es geht darum, dass Sie Ihren „Wahlarzt“ auswählen können. Der beste und erfahrenste Arzt / Operateur ist oft der Chefarzt, manchmal der Oberarzt, selten aber der gerade diensthabende junge Assistenzarzt, der „zum ersten Mal einen Bauch aufschneidet“.  Manchmal begegnen uns bei der Beratung Vorurteile wie „Chefärzte sind alt und tatterig und operieren kaum noch“. Einspruch! Wir betreuen viele Chefärzte und jeder von Ihnen trägt die Bezeichnung „Chef“ zu Recht – weil er die größte Erfahrung hat, Operationen am häufigsten ausgeführt hat und bei ihm deshalb das Fehlerrisiko am geringsten ist. Jeder Chefarzt war vorher Oberarzt – und wird mit dem Titel „Chef“ nicht direkt senil 😀.

Was ist das Schlimmste am Krankenhaus?

  • Auswahlkriterien Krankenversicherung Mehrbettzimmer Infektionsgefahr KStA 12.3.2019_mA

    KStA 12.3.2019

    Ein „krankenhaus-erfahrener“ Kunde antwortete hier spontan „das Essen“ 🙂 . Aus Sicht eines IT-Consultants ist es das langsame Internet, für andere ist es die fehlende Privatheit, ohne die Möglichkeit, in einer kritischen Situation vertrauliche Gespräche mit engsten Angehörigen zu führen. Ärzte nennen hier meistens die Nachtdienste im Krankenhaus. Mit am gefährlichsten ist das Infektionsrisiko: Ca. 500.000 Patienten infizieren sich in Deutschland jährlich mit Krankenhauskeimen, ca. 15.000 sterben daran (siehe den Ausschnitt rechts aus dem Kölner Stadtanzeiger vom 12.3.2019). Je Bett, je Mitbewohner, desto Infektion! Mit wie vielen Menschen möchten Sie den Raum teilen wenn es Ihnen schlecht geht? Ruhe, gerade nachts, ist für die Genesung meistens förderlich. Ansonsten liegen Sie die eine Hälfte der Nacht wach, weil Sie selbst Schmerzen haben, die andere Hälfte, weil Zimmergenossen Geräusche machen. Selbstständige oder leitende Angestellte schätzen ggf. die Möglichkeit, ihr Geschäft vom Krankenbett aus ungestört aufrecht erhalten zu können. „Gute“ PKV Tarife gibt es entweder mit 2-Bett oder (ggf. etwas teurer) 1-Bett Zimmer im Krankenhaus.

  • Übernahme der Kosten von mit höheren GOÄ/GOZ Sätzen abrechnende Spezialisten – die besten Ärzte rechnen häufig teurer ab!
  • Übernahme der höheren „ortsüblichen“ Kosten gezielter Auslandsbehandlung. Medizin in Deutschland ist im weltweiten Vergleich schon ziemlich gut. Da die Forschungskapazitäten in den USA jedoch deutlich höher sind, u.a. refinanziert durch höhere Medikamentenpreise, und die Zulassung von Arzneimitteln durch die FDA unkomplizierter verläuft, kommen viele innovative Behandlungsmethoden von dort. Möchten Sie bei ernsten Erkrankungen von dem neuesten Stand der Medizin profitieren, entstehen in den USA schnell sechsstellige Kosten. Viele Tarife übernehmen in diesen Fällen nur die deutlich geringeren Kosten, die hier in Deutschland nach GOÄ entstanden wären. Einige Beispiele:
    > Zolgensma, eine von Novartis neu entwickelte Gentherapie für Kinder unter zwei Jahren, die an vererbbarem Muskelschwund (spinaler Muskelatrophie – SMA) leiden, der in schweren Fällen (in Deutschland ca. 50 Kinder betroffen) unbehandelt zum Tod führt. Eine Behandlung kostet zwei Millionen (!) Dollar – das derzeit pro Dosis teuerste Medikament der Welt. Zolgensma ist in den USA seit Mai 2019 zugelassen, während die Prüfung der Europäischen Arzneimittelagentur fast ein Jahr später immer noch andauert. Die Verlosung einer kostenlosen Therapie für 100 Kinder in Ländern, in denen das Medikament noch nicht zugelassen ist, durch Novartis löste gemischte Reaktionen aus. Wie es wirkt können Sie hier am Beispiel von „Baby John“ aus Sachsen nachlesen.
    > Individualisierte Krebstherapie / Immuntherapie – Kosten 475.000 USD.
    > OP Glioblastom – Kosten 80.000 EUR und mehr.
    > Protonentherapie (konzentriert die Strahlung im Tumor und schont gesundes Gewebe, z.B. bei Augentumoren, Hintumoren, HNO-Tumoren, Prostatakarzinom etc.) – Kosten ca. 130.000 USD (inzwischen auch in Deutschland verfügbar, einer der Pioniere ist die Firma Varian in Palo Alto mit technisch weiterhin fortgeschritteneren Methoden).
  • Übernahme von Analogabrechnungen (z.B. für Wurzelbehandlungen, Stoßwellentherapie, Schlafapnoe- bzw. Schnarcherschiene, Herztransplantation, Kapselendoskopie oder Transkranielle Magnetstimulation).
  • Logotherapie und Ergotherapie bei Schlaganfall
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  • Rehabilitationsmaßnahmen, ambulante und stationäre Anschlussheilbehandlung nach einem stationären Krankenhausaufenthalt ohne Einschränkungen (besonders wichtig für Selbstständige, Beamte und Mitglieder eines Versorgungswerks, siehe Versorgungswerk und Krankenversicherung).
  • Umfassende Leistungen für Zahnbehandlung (möglichst 100%), Zahnersatz (inkl. Implantate) und Kieferorthopädie (auch für Erwachsene). Manche unserer Kunden haben im Mund den Gegenwert eines Kleinwagens verbaut. In einem uns bekannten Fall entstanden für Zahnersatz nach einer unerwarteten Begegnung mit einem Maßkrug auf dem Cannstatter Wasen Kosten i.H.v. ca. 70.000 EUR für die Wiederherstellung von zerstörtem Kiefer und Zähnen! Nur „1.250 EUR pro Implantat“ ist deutlich zu wenig – ein Implantat mit Knochenaufbau kostet bis zu 5.000 EUR! Nur „sechs Implantante pro Kiefer“ während der gesamten Vertragslaufzeit (!) reichen auch häufig nicht aus. Zwar ist eine Versorgung i.d.R. mit 4-8 Implantaten pro Kiefer möglich. Implantate gehen aber auch einmal kaputt – wird dann das Limit überschritten müssen Sie selbst für die Kosten aufkommen.
  • Umfassende Vorsorge ohne Einschränkungen (alle medizinisch sinnvollen Vorsorgeuntersuchungen und nicht nur nach „gesetzlich eingeführten Programmen“ wie in der GKV – z.B. ab 55 genau zweimal eine Darmspiegelung) und Erstattungen von Vorsorgeuntersuchungen ohne Anrechnung auf Selbstbehalt und  Beitragsrückerstattung. Gute Anbieter rechnen diese Kosten weder auf den Selbstbehalt noch bei der Beitragsrückerstattung an (anders häufig in den sog. Beihilfetarifen für Beamte wg. der dort i.d.R. fehlenden Selbstbehalte). Ansonsten werden viele Versicherte nämlich „geizig“ bei Ihrer Vorsorge und verursachen später höhere Kosten für das Versicherten-Kollektiv durch vermeidbare schwere Erkrankungen wie z.B. Darmkrebs. Vorteil für Sie: durch diese Förderung gesundheitsbewussten Verhaltens bleiben die Beiträge Ihres Tarifs stabiler und Sie bekommen in jungen/gesunden Jahren alle Vorsorgeuntersuchungen wie Zahnprophylaxe voll erstattet und erhalten trotzdem die volle Beitragsrückerstattung erhalten.
  • (Präventive) Kuren und Sanatoriumsbehandlung inkl. Unterbringungskosten: Nach § 5 Abs. 1 d) MB/KK übernimmt die PKV normal keine Kosten für Kuren. Springt kein Träger der Sozialversicherung ein, z.B. während Ihres Arbeitslebens die gesetzliche Rentenversicherung zur Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit (d.h. nicht bei Mitgliedern von Versorgungswerk, Selbstständigen, Schülern/Studenten, Rentnern!) bleiben Sie ggf. auf den Kosten für 9 Wochen Kur (z.B. bei Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates wie Rheuma, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes oder Atemwegserkrankungen wie Asthma) mit einem Tagessatz von 550 EUR = 34.650 EUR alleine sitzen! Siehe dazu auch unsere Seite Versorgungswerk und Krankenversicherung. Gute Tarife übernehmen diese Kosten.
  • Volle Kostenübernahme bei Behandlung in Privatkliniken (2016 waren über ein Drittel aller Krankenhäuser in Deutschland Privatkliniken!)
  • Psychotherapie: Möglichst vollständige Kostenübernahme bei ambulanter (ohne Begrenzung der Anzahl der Sitzungen) und stationärer Psychotherapie, siehe Psychotherapie.
  • Transporte: stationär und ambulant (ohne anschließende stationäre Unterbringung), nicht nur zum „nächstgelegenen geeigneten Arzt, Physiotherapeuten oder Krankenhaus“, sondern zu Klinik bzw. Behandler Ihrer Wahl. Gerade in Großstädten mit mehreren Krankenhäusern in einem gewissen Radius sollte auf Wunsch auch das ggf. etwas entferntere, aber „bessere“ Haus angesteuert werden können.
  • Für Anhänger von Naturheilverfahren bzw. alternativer Medizin kann wichtig sein, dass die Behandlung durch Heilpraktiker (Achtung: Osteopathen rechnen häufig als Heilpraktiker ab!) mindestens bis zum Höchstsatz der GebüH sowie Leistungen nach dem sog. Hufelandverzeichnis bzw. Anthroposophische Medizin übernommen werden.
Absicherung signifikanter Kostenrisiken

Gerade im Bereich Hilfsmittel fallen teilweise extrem hohe Kosten an, z.B. kosten ein Krankenfahrstuhl/Rollstuhl bis zu 45.000 EUR, ein Blindenhund bis zu 25.000 EUR, Heimdialyse bis zu 150.000 EUR p.a.. Damit auch künftig alle ggf. neu erfundenen Hilfsmittel übernommen werden, ist ein sog. „offener Hilfsmittelkatalog“ extrem wichtig, nicht nur im Bereich lebenserhaltender Hilfsmittel. Weitere Beispiele dazu finden Sie hier.

Der Bezug dieser Hilfsmittel sollte ohne Einschränkung auf eine einfache / funktionale Standardausführung und ohne Zwang, diese über die Versicherung zu beziehen, möglich sein.

Nehmen Sie als Beispiel eine Knieprothese nach einer Beinamputation:

  • Ein einfaches einachsiges (monozentrisches) Prothesengelenk kostet ca. 6.000 EUR und ist relativ schwer, unflexibel und unkomfortabel.
  • Ein elektronisches Kniegelenk voller Mikroprozessoren erkennt dagegen, in welcher Phase des Gehens Sie sich gerade befinden, ob auf ebenen Flächen, auf Schrägen, bei Unebenheiten oder beim Treppengehen. Damit können Sie sich wieder relativ natürlich bewegen, gehen (auch rückwärts), laufen, duschen, schwimmen und mit den Kindern im Sand spielen. Das wasserfeste und korrosionsbeständige Genium X3 – Bionic Prosthetic System von Otto Bock, das sich mit einer App per Bluetooth steuern lässt, kostet rund 49.000 EUR plus Anpassung und „Einbau“ und wird i.d.R. nach 5-6 Jahren erneuert.

Umfasst Ihr Vertrag nur die „einfache funktionale Standardausführung“, haben Sie ein ähnliches Problem wie der in dem hier verlinkten Artikel „Kampf um eine Beinprothese“ beschriebene GKV Patient! „Pirat mit Holzbein oder Terminator“ (so formulierte es einer unserer Berater) – die Qualität Ihres Tarifs entscheidet.

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Flexibilität

Eine private Krankenversicherung ist einer der am längsten laufenden Verträge, die Sie in Ihrem Leben abschließen werden. Die flexible Anpassbarkeit dieses Versicherungsschutzes an sich künftig verändernde Lebensumstände ist deshalb ausgesprochen wichtig, z.B.:

  • Familienplanung / Kinder (inkl. evtl. Adoption). Angehende Eltern sollten insbesondere achten auf: Übernahme von Kinderwunschbehandlung, Beitragsfreiheit (z.B. 6 Monatsbeiträge) oder Zusatzleistungen nach Entbindung, und (SEHR WICHTIG) Kindernachversicherung ohne Einschränkungen bei Geburtsschäden und angeborenen Krankheiten (siehe Kinderkrankenversicherung) – auch bei Adoption, Kostenübernahme für Begleitperson im Krankenhaus (Rooming-in).
  • Vergünstigte Sondertarife z.B. Arzttarife für Ärzte und Zahnärzte und deren (künftige) Familienangehörige.
  • Für fliegendes Personal (Piloten, Flugbegleiter etc.): Weltweiter Versicherungsschutz (siehe oben!), Sonderregelung in der Krankentagegeldversicherung mit Leistung auch bei vorübergehender Fluguntauglichkeit („… eine vorübergehende Fluguntauglichkeit wird als völlige Arbeitsunfähigkeit anerkannt“)!
  • Umzug ins Ausland – jetzt oder als Rentner. Einige Krankenversicherungstarife enden beim Umzug ins außereuropäische Ausland, viele verlangen Zuschläge, wenige / gute können Sie 1:1 ohne Mehrbeitrag ins Ausland „mitnehmen“.
  • Umwandlung in eine Zusatzversicherung falls das Einkommen z.B. durch Verringerung der Arbeitszeit unter die PKV-Einkommensgrenze fällt und Sie zurück in die GKV wechseln müssen.
  • Optionsrechte zur späteren Verbesserung des Versicherungsschutzes.
  • Für Beamte: Leistungsstarker Beihilfeergänzungstarif,  der die Lücken der jeweiligen Beihilfeverordnung ausgleicht. Zu den Beihilfeleistungen siehe den hier verlinkten Beihilferatgeber. Tarifwechsel in Beihilfetarife bei Verbeamtung oder für Angehörige Heirat mit einem Beamten. Möglichkeit des Abschlusses einer Krankentagegeldversicherung ohne Gesundheitsprüfung bei Wechsel in die freie Wirtschaft, besonders in Bundesländern mit pauschalem Behilfezuschuss (Bremen, Hamburg, Berlin).
  • Krankentagegeld: Möglichkeit zur Anpassung der sog. „Karenzzeit“ bei Wechsel zu einem Arbeitgeber mit kürzerer Lohnfortzahlung.
  • Selbstbehalt: Möglichkeit zur Reduzierung oder Erhöhung ohne Gesundheitsprüfung, z.B. bei späterer Selbstständigkeit.
  • Telemedizin: In Zeiten von Corona zeigt sich, wie wertvoll es sein kann, über Smartphone, Tablet oder PC zu jeder Zeit (24/7) und an jedem Ort der Welt ärztlichen Rat einzuholen, ob im Urlaub, nachts, am Wochenende oder an Weihnachten. So bekommen Sie jederzeit schnelle ärztliche Hilfe, ohne Wartezeit, ohne weite Wege und ohne Infektionsgefahr im Wartezimmer. Rezepte und Krankmeldungen erhalten Sie digital. Siehe dazu ausführlich unsere Seite Telemedizin.
  • usw.

Versteckte Selbstbehalte

Einige Tarife beinhalten versteckte Selbstbehalte, z.B. durch limitierende Preis-/Leistungsverzeichnisse bei Heilmitteln oder im Zahnbereich, Einschränkungen auf „angemessene“ oder „ortsübliche“ Preise, nur teilweise (z.B. 80%) Erstattung von Hilfsmitteln und Psychotherapie, betragsmäßige Obergrenzen für Zahnleistungen für die ersten Jahre oder die gesamte Laufzeit oder Selbstbehalte bei Arznei- oder Verbandsmitteln. Solche Selbstbehalte können kostenbewusstes Verhalten im Versichertenkollektiv fördern. Bei der Bewertung des Preis-/Leistungsverhältnisses im Rahmen Ihrer Auswahlkriterien Krankenversicherung sind solche Selbstbehalte einzukalkulieren.

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Nachhaltige Kalkulation

Langfristig stabile Beiträge setzen eine ausreichende Finanzierung des Tarifs voraus. Ein „guter“ Tarif kann deshalb per Definition nicht „billig“ sein. In einer gewissen Bandbreite können Preisunterschiede durch klügere oder kostenbewusstere Planung einer Gesellschaft entstehen, durch eine Spezialisierung auf bestimmte Zielgruppen (z.B. Ärzte) oder durch eine strengere Selektion versicherter Risiken im Rahmen der Risikoprüfung. Manche Tarife sind jedoch bei Markteinführung im Verhältnis zu den Leistungen deutlich zu günstig. Das lässt sich ganz gut überprüfen wenn man sie in Relation zu schon länger bestehenden Tarifen einer Gesellschaft setzt. Ergibt sich dabei ein nicht nachvollziehbares Gefälle, dann spricht einiges dafür, dass es sich um ein nicht nachhaltig kalkuliertes „Lockvogelangebot“ handelt, bei dem zeitnahe Beitragserhöhungen vorprogrammiert sind. Hier würde ich persönlich erst einmal abwarten, wie sich ein Tarif über einige Jahre entwickelt, statt zu experimentieren.

Auswahlkriterien Krankenversicherung - Selbstbehalt und BeitragsrückerstattungSelbstbehalt und Beitragsrückerstattung

Bei Tarifen mit einem sog. „Selbstbehalt“ zahlt der Versicherte Rechnungen bis zu einer gewissen Höhe selbst. Die private Krankenversicherung leistet erst, wenn die Kosten diesen Eigenanteil übersteigen. Positiv an dieser Regelung ist, dass das Kollektiv der Versicherten zu kostenbewussterem Verhalten animiert wird. Nachteilig daran ist wie oben beschrieben die Gefahr, dass Versicherte bei Ihrer Gesundheit „geizig“ werden und durch vermeidbare schwere Erkrankungen wie z.B. Darmkrebs später höhere Kosten für das Versicherten-Kollektiv etc. verursachen.

Der zu zahlende Beitrag wird durch einen Selbstbehalt zunächst visuell reduziert. Allerdings muss man zum fairen Vergleich von Tarifen mit und ohne Selbstbehalt ein Zwölftel des jährlichen Selbstbehalts zum monatlichen Beitrag addieren, um auf den sog. „Effektivbeitrag“ zu kommen.

Weiterhin ist zu berücksichtigen, dass der Beitrag zu ca. 80% steuerlich absetzbar ist, der Selbstbehalt jedoch nicht. Außerdem beteiligt sich der Arbeitgeber ca. hälftig am Beitrag, jedoch nicht am Selbstbehalt. Berücksichtigt man dann noch dass ca. 40% des in Tarifen ohne SB höheren Beitrags in die Bildung von Alterungsrückstellungen investiert werden (10% individuell zugeordneter gesetzlicher Zuschlag, ca. 30% tariflich im Kollektiv), dann „lohnt“ sich ein hoher Selbstbehalt selten.

Beispiel Fragen KrankenversicherungHier ein Rechenbeispiel: Ein „guter“ PKV Tarif für einen 30-jährigen Angestellten mit einem SB von 300 EUR kostet 2020 mit rund 700 EUR ca. 100 EUR mehr als der gleiche Tarif mit 1.200 EUR SB und einem Beitrag von rund 600 EUR. Der Arbeitgeber übernimmt davon die Hälfte, so dass der Unterschied beim Arbeitnehmeranteil nur noch 50 EUR ausmacht (350 vs. 300 EUR). Addiert man noch 1/12 des jährlichen SB (dessen Ausschöpfung unterstellend), dann kostet der Tarif mit 300 EUR SB nur noch 375 EUR vs. 400 EUR Effektivbeitrag bei den 1.200 EUR SB, also 25 EUR weniger.

Dazu kommen noch (gilt generell für höhere Beiträge)

  1. eine 35,45 EUR (ohne) bzw. 38,47 EUR (mit Kirchensteuer) höhere Steuerrückerstattung des Tarifs mit 100 EUR höherem Beitrag (100 x 0,8 x 44,31% ohne / 48,09% mit Kirchensteuer)
  2. ca. 40 EUR Mehrbeitrag zur Alterungsrückstellung beim Tarif mit höherem Beitrag (100 x 10% + 100 x ca. 30%).

In Summe bleibt damit von einem Beitragsunterschied von 100 EUR nur noch eine tatsächliche „netto“ Belastung von 24,55 EUR (bzw. 21,53 EUR mit Kirchensteuer) übrig! Im obigen Beispiel ist der Tarif mit 300 EUR SB in Summe also 25 EUR + 35,45 / 38,47 EUR + 40 EUR = 100,45 EUR / 103,47 EUR „günstiger“.

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Bei Beamten kommt als Besonderheit dazu, dass manche Behilferegelungen bereits eine sog. „Kostendämpungspauschale“ mit einem Eigenanteil des Beamten beinhalten. Um einen doppelten Selbstbehalt zu vermeiden, verzichten die meisten Beamtentarife deshalb vollständig auf einen tariflichen Selbstbehalt.

Zudem ist zu berücksichtigen, dass eine spätere Reduzierung des Selbstbehalts i.d.R. nur mit erneuter Gesundheitsprüfung möglich ist.

Bei manchen Tarifen wird ein Selbstbehalt nur auf ambulante Leistungen angewendet. Bei anderen werden immerhin schon direkt 90% des Rechnungsbetrags erstattet, bis der SB durch den kumulierten Selbstbehalt von 10% ausgeschöpft ist. Es gibt Tarife mit einer von Anfang an höheren Beitragsrückerstattung, z.B. von 3 oder 6 Monatsbeiträgen. Solche Features sind kleine Pluspunkte. Häufig werden bei solchen Tarifen jedoch die Kosten von Vorsorgemaßnahmen voll angerechet, die bei anderen Tarifen weder für den Selbstbehalt noch bei der Beitragsrückerstattung nachteilig berücksichtigt werden (s.o.). Dadurch wird dieser Vorteil schnell wieder kompensiert.

Spätestens wenn man berücksichtigt, dass auf längere Sicht (wir sprechen von Laufzeiten von 50-60 Jahren!) die völlig „gesunden“ Zeiten, in denen keinerlei Leistungen in Anspruch genommen werden, i.d.R. deutlich geringer ausfallen, als die Zeiten mit PKV-Leistungen, verlieren Besonderheiten bei Selbstbehalt und Beitragsrückerstattung stark an Gewicht. In meiner (BS) eigenen privaten Krankenversicherung fielen in den letzten 10 Jahren jedes Jahr durchschnittlich rund 2.900 EUR an Gesundheitsausgaben an – da lohnen sich weder Selbstbehalt noch Beitragsrückerstattung.

Bewertung der Auswahlkriterien Krankenversicherung

Idealerweise erfüllt der Wunschtarif drei wichtige Ziele bzw. Kriterien gleichzeitig:

  1. Hohe (bzw. gute/sinnvolle) Leistungen,
  2. Stabile Beiträge (auch im Alter!) und möglichst auch noch
  3. Niedrige Beiträge jetzt.

Diese Kriterien bilden jedoch ein sog. „magisches Dreieck„, d.h. jeder Tarif kann nur zwei dieser drei Kriterien erfüllen! Bei zu „billigen“ Tarifen ist langfristig mit überdurchschnittlich hohen Beitragssteigerungen zu rechnen, bei Tarifen mit schwachen Leistungen werden Sie langfristig vieles selber zahlen. Wofür entscheiden Sie sich?

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Für ein optimales Preis-/Leistungsverhältnis sind zusätzlich noch bei der Gesellschaft verfügbare Limitierungsmittel aus der Rückstellung für Beitragsrückerstattung („RfB“) wichtig und Tarifelemente zur Leistungssteuerung wie z.B. eine strenge Risikoprüfung zur Vermeidung „schlechter“ Risiken oder Selbstbehalte, die zu kostenbewussterem Verhalten des Versichertenkollektivs beitragen.Auswahlkriterien Krankenversicherung - KV Magisches Dreieck PKV

2. Die richtige Versicherungsgesellschaft

Ähnlich wichtig wie die Auswahl des passenden Tarifs ist bei den Auswahlkriterien Krankenversicherung die Wahl der richtigen Gesellschaft. Hier spielen verschiedene Kennzahlen, der Kundenservice und die Praxis bei der Leistungsregulierung eine Rolle. Wie relevant sind Ratings?Auswahlkriterien - Kennzahlen Versicherungsgesellschaft

Kennzahlen

Wie im Kennzahlenkatalog des PKV Verbands genauer beschriebenen  sollte die Gesellschaft u.a.

  • mit den Beiträgen der Kunden vernünftig wirtschaften, ohne aufgeblähten Kostenapparat (Verwaltungskostenquote, Abschlußkostenquote) und mit guter Nettoverzinsung,
  • ein möglichst gesundes Finanzpolster aufweisen (u.a. Eigenkapitalquote, Rückstellungen für Beitragsrückerstattungen – RfB, Solvenzquote), das weiter wächst (Versicherungsgeschäftliche Ergebnisquote, RfB-Zuführungsquote) und aus dem u.a. regelmäßige Beitragsrückerstattungen finanziert werden können,
  • die Tarife vorsichtig kalkulieren – zu „billige“ Tarife mit sehr guten Leistungen bergen das Risiko späterer Anpassungen,
  • Gesundheitsrisiken sorgfältig prüfen (strenge Risikoprüfung) – so wird späteren Beitragsanpassungen wg. unerwartet hohen Krankheitskosten vorgebeugt und idealerweise eine niedrige Schadenquote erreicht,
  • eine niedrige Beschwerdequote bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin) aufweisen. Die Beschwerdequoten aller Gesellschaften sind jedoch seit Jahren so gering, dass diese derzeit kein wirklich relevantes Unterscheidungskriterium darstellt. Siehe dazu auch unseren Beitrag PKV Ombudsmann Tätigkeitsbericht 2019.
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Die finanziellen Kennzahlen, die für Ratings herangezogen werden, sind ausgesprochen differenziert zu betrachten. Einige wie RfB-Zuführungsquote, RfB-Entnahmeanteile, Überschussverwendungsquote basieren auf internen Zahlungsströmen. Manche Gesellschaften gestalten diese „ratingoptimiert“ und verschieben deshalb mehr Geld hin und her. Andere Gesellschaften führen Überschüsse direkt dem Eigenkapital zu und weisen so ein höheres Finanzpolster und eine bessere Solvenzquote auf. Eine hohe RfB-Quote ist aus Kundensicht nicht unbedingt besser als eine zeitnahe Verwendung der Überschüsse. Und eine hohe versicherungsgeschäftliche Ergebnisquote weist z.B. auf höhere Sicherheitsmargen hin, die der Kunde letztlich über seine Beiträge zahlt. Zu beachten sind hier auch systembedingte Unterschiede einiger Kennzahlen zwischen Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit und Aktiengesellschaft. Ein VVaG hat meist z.B. eine höhere Eigenkapitalquote, als eine AG.

Kennzahlen gehören deshalb nicht zu den besonders wichtigen Auswahlkriterien und sind außerdem ausgesprochen interpretationsbedürftig. Wie der PKV Verband in seinem Kennzahlenkatalog schreibt „Oft sind Kennzahlen deshalb eine Quelle für Missverständnisse und Fehlinterpretationen.“

Servicestärke: Kundenservice und Leistungsregulierung

Für die langfristig „richtige“ Wahl einer Krankenversicherung sind natürlich der Kundenservice und die Praxis bei der Leistungsregulierung wichtige Faktoren. Dazu geben wir Ihnen gerne Einschätzungen aus unserer langjährigen Praxis. Anders als vertraglich garantierte Tarifleistungen ist die Servicestärke jedoch immer nur eine Momentaufnahme und kann sich theoretisch jederzeit ändern, gerade bei steigendem Kostendruck im Gesundheitswesen.

Auswahlkriterien - Ratings

Auswahlkriterien Krankenversicherung: Ratings?

Auf dem Markt gibt es diverse Firmen, die Ratings und Bewertungen von Krankenversicherungsgesellschaften und -tarifen anbieten. Zu nennen sind hier z.B. map-Report, Morgen & Morgen, Assekurata, Fitch oder DISQ. Auch Zeitschriften wie Stiftung Warentest / Finanztest, Focus Money, Handelsblatt oder Wirtschaftswoche versuchen sich immer mal wieder an Tests, Vergleichen oder Rankings.

Die meisten dieser „Ratings“ werden von Journalisten erstellt, nicht von ausgewiesenen PKV Experten. Profis zerpflücken diese regelmäßig fachlich, wie z.B. diesee Analyse des geschätzten Kollegen Sven Hennig zu „Finanztest PKV Test 2019 – wieder nichts gelernt oder bewusst getäuscht?“ zeigt. Rating scheint häufig doch von Raten zu kommen :-).

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Häufig bezieht sich ein größerer Teil dieser Ratings auf Kennzahlen. Deren Aussagekraft ist wie oben beschrieben jedoch sehr eingeschränkt. Die Relevanz solcher Ratings wird zusätzlich eingeschränkt durch die meist mangelhafte Datenbasis. So nehmen am map-Report inzwischen (Stand 4/2020, map-Report 914) nur noch ganze 12 von insgesamt 48 Krankenversicherungen teil, also gerade mal ein Viertel des Marktes! Nimmt man die von Map-Report als „aktiv“ bezeichneten 30 privaten Krankenversicherer sind es immer noch nur 40%. Bezogen auf die Beitragseinnahmen, so der weitere Relativierungsversuch von Map-Report, sind es immer noch nur 45%, also weniger als die Hälfte des Marktes! „Zufall“: Die mit Abstand umsatzstärkste Gesellschaft Debeka liegt bei Map-Report seit Jahren vorne.

Jede Gesellschaft schmückt sich dann natürlich gerne mit solchen Ratings, wenn sie dort gut abschneidet. Bei den ganzen Ratings und Bewertungen ist jedoch kein eindeutiger Trend zu erkennen, hier schneidet die eine Gesellschaft besser ab, dort die andere – und über die Jahre ändern sich die Spitzenreiter auch immer wieder.

Solche Ratings können als erste Orientierung dienen und sind durchaus einer von vielen Gesichtspunkten bei der Auswahl der „richtigen“ Gesellschaft, jedoch bei weitem nicht der wichtigste. Außerdem basieren diese auf „Modellkunden“ und berücksichtigen nicht die Vielzahl individueller Faktoren, die für die Krankenversicherungswahl entscheidend sind.

Fazit: Ratings sind ein sehr wechselhafter, nicht sehr aussagekräftiger Faktor und kein besonders entscheidendes unter den Auswahlkriterien Krankenversicherung bezogen auf eine Vertragslaufzeit von häufig 60 Jahren!

Auswahlkriterien - Versicherungsverein oder Aktiengesellschaft

Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit oder Aktiengesellschaft?

Manchmal liest oder hört man, dass Kunden günstiger gestellt wären, wenn sie bei einem Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (VVaG) versichert sind, statt bei einer Aktiengesellschaft (AG). Ist die Rechtsform wirklich eines der wichtigen Auswahlkriterien Krankenversicherung?

Ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit ist ein privater rechtsfähiger Verein, für den ebenso wie für die AG das Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) gilt. Der VVaG ist eine Genossenschaft, die Versicherten sind als Mitglieder gleichzeitig Eigentümer des Vereins bzw. Unternehmens. Anders als die AG muss der VVaG keine Dividenden an Aktionäre ausschütten, erwirtschaftete Gewinne können im Unternehmen bleiben. Das kann dazu führen, dass ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit günstigere Versicherungsprämien anbieten kann, als eine Aktiengesellschaft. Dies gilt jedoch nicht für Kapital, das der VVaG zur Stärkung seiner Eigenkapitalausstattung benötigt, was dort i.d.R. mit 28% der Überschüsse geschieht (vs. nur 10% bei AGs).

Vorteile einer Aktiengesellschaft sind u.a. die Möglichkeit der einfacheren Eigenkapitalbeschaffung über die inländischen und ausländischen Kapitalmärkte sowie über andere Konzerngesellschaften, z.B. um den Ausbau des Geschäfts zu finanzieren. Der VVaG muss zusätzliches Kapital aus seinen Gewinnen selbst erwirtschaften und diese Rücklagen kann er dann auch nicht zugunsten der Versicherungsnehmer verwenden.

Ein neuer Trend ist die Kombination beider Rechtsformen in einer Aktiengesellschaft, die einem VVaG als Holding / Muttergesellschaft „gehört“. So lassen sich möglicherweise die Vorteile beider Rechtsformen – Sicherheit für die Mitglieder des VVaG und Refinanzierungsmöglichkeiten der AG – kombinieren.

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Fazit: Beide Rechtsformen, VVaG und AG, haben ihre Vor- und Nachteile, siehe dazu auch Vor- und Nachteile der Rechtsformen. Die Rechtsform ist deshalb kein besonders entscheidendes unter den Auswahlkriterien Krankenversicherung.

Mein Kollege/Freund/Nachbar empfiehlt die Pfefferminzia Krankenversicherung

Natürlich können persönliche Empfehlungen bei wichtigen Entscheidungen eine Hilfe sein. Wenn sich Bekannte von Ihnen bei der Pfefferminzia wohlfühlen, gibt das subjektiv natürlich erst mal Pluspunkte. Andererseits wird es Ihnen vermutlich nicht gelingen, eine ausreichend große Stichprobe zu befragen, damit diese Aussage eine statistische Relevanz hätte.

Und Sie sollten dann auch konkreter nachfragen, ob der Bekannte schon einmal richtig ernsthaft erkrankt war (hoffentlich nicht) und z.B. versucht hat, eine teurere Arztbehandlung mit 5-fachem oder 9-fachem Satz abzurechnen oder sich gezielt im Ausland operieren oder behandeln zu lassen, weil dort der „Hochreck-Spezialist“ für eine bestimmte Behandlungsmethode arbeitet. Falls nein, kann er möglicherweise nur einschätzen, ob die Pfefferminzia gut Beiträge abbuchen kann. Auf diesem Gebiet können wir Ihnen versichern gibt es kaum qualitative Unterschiede, das können alle Gesellschaften exzellent. 🙂

Und ganz wichtig: Es ist natürlich möglich, dass Versicherungen in der Vergangenheit aus Kulanz Leistungen übernommen haben, die vertraglich nicht geschuldet waren. In guten Zeiten ist Kulanz eine schöne Sache, aber keine verlässliche Planungsgrundlage für eine Zukunft mit ggf. steigendem Kostendruck.

Unsere Empfehlung

Lassen Sie sich bei Ihrer Entscheidung von einem auf das Thema Krankenversicherung spezialisierten unabhängigen Finanzberater unterstützen, der sich ausreichend Zeit für Sie nimmt, um mit Ihnen

  • zunächst ausführlich Ihre individuelle Situation zu besprechen,
  • die Frage zu klären, ob ein Wechsel in die PKV überhaupt möglich und für Sie sinnvoll ist,
  • Ihre individuellen Auswahlkriterien Krankenversicherung zu definieren,
  • und Ihnen dann mit einem Profi-Krankenversicherungs-Vergleichsprogramm transparent zu zeigen, in welchem Maß ein Tarif Ihre individuellen Auswahlkriterien Krankenversicherung erfüllt. Sie sollten genau wissen, welche Kosten Ihre evtl. spätere Krankenversicherung im Ernstfall übernimmt und welche nicht!
  • Wichtig: damit ist die Beratung noch nicht zu Ende, bei der eigentlichen Antragstellung sind Know-How und Erfahrung gefragt, um sicherzustellen, dass alle Gesundheitsangaben einerseits absolut korrekt sind (ggf. nach Recherche bei Ärzten oder Krankenversicherung), andererseits aber nicht durch unnötige oder ungeschickte Angaben zu Ausschlüssen, Zuschlägen oder gar zu einer Ablehnung führen.

Ja, ein solcher Experte könnten z.B. wir sein 😊. Mehr dazu lesen Sie auf unserer Seite Beratung Krankenversicherung. Kontaktieren Sie uns – Anruf oder email genügt!

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Bedenken Sie, dass Sie Ihre Entscheidung später ggf. nie mehr revidieren können. Bei gesundheitlichen Problemen (Allergien, Psychotherapie, Rückenprobleme, Herzprobleme etc.) ist ein späterer Wechsel ggf. unmöglich. Das habe ich leider schon einige Male erleben müssen. Sie (und ggf. auch Ihre Kinder!) hängen dann zeitlebens in einem leistungsschwachen Tarif fest, mit allen beschriebenen Kostenrisiken!

Ihre Fragen zum eventuellen Krankenversicherungswechsel inkl. der Auswahlkriterien Krankenversicherung können wir gerne Auswahlkriterien Krankenversicherung Kontaktinteraktiv persönlich, telefonisch (0221-688040) oder per Webmeeting besprechen. Nutzen Sie dafür unsere individuelle, i.d.R. kostenlos Beratung, entweder über das hier verlinkte Kontaktformular (bitte formulieren Sie darin Ihr Anliegen möglichst konkret) oder Sie buchen schon direkt über unseren hier verlinkten Online-Kalender einen für Sie gut passenden Termin.


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