Krankentagegeld - Jetzt berechnenKrankentagegeld (“KTG”) – Einkommenssicherung bei Krankheit für privat und gesetzlich Krankenversicherte inkl. Krankentagegeldrechner.

Wer benötigt ein Krankentagegeld ab wann?

Krankentagegeld

Angestellte bekommen im Krankheitsfall vom Arbeitgeber gemäß Entgeltfortzahlungsgesetz zunächst für max. sechs Wochen ihr normales Arbeitsentgelt (Gehalt / Lohn) weiterbezahlt. Spätestens ab dem 43. Tag sollte das Einkommen durch ein Krankentagegeld abgesichert sein.

Selbstständige und Freiberufler sind bei Krankheit von Anfang an auf sich allein gestellt. Häufig sind gewisse Reserven vorhanden, daher wird hier i.d.R. ein Krankentagegeld ab dem 22. oder 28. Tag empfohlen.

Beamte werden vom Dienstherrn zunächst weiter ohne Einschränkung weiter alimentiert (zum Thema Dienstunfähigkeit siehe ausführlich unsere Seite Dienstunfähigkeitsversicherung). Solange sie verbeamtet sind, ist eine Krankentagegeldversicherung nicht zwingend nötig. Für den Fall einer späteren beruflichen Veränderung in die Privatwirtschaft ist eine Option auf den späteren Abschluss einer Krankentagegeldversicherung ohne erneute Gesundheitsprüfung sinnvoll.

Krankengeld in der gesetzlichen Krankenversicherung

Dauert die Krankheit länger, erhalten angestellte GKV-Versicherte danach für längstens 78 Wochen ein Krankengeld, begrenzt auf 70% des Bruttoeinkommens (bis zur Beitragsbemessungsgrenze von derzeit 4.125 EUR pro Monat – Stand 2015) und max. 90% des Nettoeinkommens. Das maximale Krankengeld beträgt danach 2.887,50 EUR pro Monat bzw. 96,25 EUR am Tag.

Besser verdienende gesetzlich Krankenversicherte haben bei Krankheit also deutliche Lücken, die durch eine private Krankentagegeld-Zusatzversicherung geschlossen werden können.

Selbstständige oder Freiberufler, die freiwillig in der GKV versichert sind, können entweder bei der GKV gegen Aufpreis das gesetzliche Krankengeld ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit bzw. bei stationärer Behandlung dazu buchen oder diese Leistung maßgeschneidert mit einer separaten privaten Zusatzversicherung absichern.

Tipp: Mit dem hier verlinkten Krankengeldrechner können Sie berechnen, welchen Krankengeldanspruch Sie aktuell in der GKV haben und in welcher Höhe Sie sich zusätzlich mit einem privaten Krankentagegeld absichern sollten: KTG - Jetzt berechnen

Krankentagegeld für privat Krankenversicherte

Privat krankenversicherte Angestellte erhalten von Ihrer Krankenversicherung nach Ablauf der Entgeltfortzahlung (i.d.R. 42 Tage bzw. 6 Wochen = “Karenzzeit”) den mit einem Krankentagegeld versicherten Betrag (siehe Wikipedia-Krankentagegeld).

Selbständige und Freiberufler erhalten diese Entgeltfortzahlung nicht, d.h. sie benötigen ein KTG schon deutlich früher, idealerweise schon ab dem 1. Krankheitstag. Abhängig von evtl. persönlichen Rücklagen kann ggf. auch eine Karenzzeit von einigen Wochen überbrückt werden – der Beitrag für die Krankentagegeldversicherung wird so deutlich günstiger. Meistens wird eine Absicherung nach drei Wochen, d.h. ab dem 22. Tag empfohlen.

Wie viel Krankentagegeld brauche / bekomme ich?

Die Höhe des Krankentagegelds ist grundsätzlich frei vereinbar – so können auch bei höheren Einkommen die tatsächlichen Einkommenslücken im Krankheitsfall abgesichert werden.

Empfohlen wird, das auf den Kalendertag umgerechnete Nettoeinkommen abzusichern, also 1/30 davon. Im Krankheitsfall selbst zu zahlende Beiträge zur Sozialversicherung bzw. Altersvorsorge und zur privaten Krankenversicherung sind bei der Berechnung der Höhe des notwendigen Krankentagegeldes zu addieren!

Tipp: Mit dem hier verlinkten Krankentagegeldrechner können Sie Ihren individuellen Bedarf berechnen:

KTG - Jetzt berechnenMehr als das Nettoeinkommen ist nicht absicherbar, das KTG darf zusammen mit anderen Krankengeldern (Übergangsgeld, Verletztengeld) nicht die Höhe des auf den Kalendertag umgerechneten Nettoeinkommens übersteigen. (“Bereicherungsverbot”). Grundlage für die Berechnung des Nettoeinkommens ist der Durchschnittsverdienst der letzten 12 Monate vor Antragstellung (bzw. Eintritt der Arbeitsunfähigkeit).

Hier beispielhaft die Berechnung des Nettoeinkommens einer privaten Krankenversicherung für verschiedene Konstellationen:

  1. Arbeitnehmer: Nettoeinkommen + PKV-Beitrag (inkl. Pflegepflichtversicherung) + Beitrag gesetzliche Rentenversicherung (14,96% vom Bruttoeinkommen) : 30 Kalendertage = Grundlage für das KTG.
  2. Selbstständige: Betriebseinnahmen der letzten zwölf Monate ./.  Betriebsausgaben = Gewinn ./.  Steuern (wenn keine Angaben über Steuern
    möglich: pauschal 25 % des Gewinns) : 360 Kalendertage = Grundlage für KTG
  3. Freiberuflich Tätige (auch Ärzte, Zahnärzte und Tierärzte): Betriebs- bzw. Praxiseinnahmen der letzten zwölf Monate ./.  25 % pauschal : 360 Kalendertage = Grundlage für KTT

Reduziert sich das Nettoeinkommen nicht nur vorübergehend, muss der Versicherte dies der Gesellschaft unaufgefordert mitteilen.

Wie lange bekomme ich KTG?

Anders als das Krankengeld der gesetzlichen Krankenversicherten ist die Auszahlung des privaten Krankentagegelds nicht zeitlich begrenzt. Die Zahlung von Krankentagegeld endet erst, wenn eine geminderte Erwerbsfähigkeit oder eine krankheitsbedingte Berufsunfähigkeit diagnostiziert wird.

Hier wird der Verlauf der erforderlichen Einkommenssicherung im Krankheitsfall als Grafik beschrieben:

Krankentagegeld EinkommenssicherungWelcher Krankentagegeldtarif ist der richtige?

Alle privaten Krankenversicherungen bieten unterschiedliche Krankentagegeldtarife an. Diese werden entweder als Baustein einer sog. “Krankenvollversicherung” oder als Zusatztarif in Form einer Krankentagegeldzusatzversicherung angeboten.

Theoretisch wäre es möglich, die Krankenversicherung und die Krankentagegeldversicherung bei unterschiedlichen Gesellschaften abzuschließen. Jedoch verzichten nur wenige von den Bedingungen her qualitativ “gute” Gesellschaften in diesen Fällen auf das ordentliche Kündigungsrecht bezüglich der Krankentagegeldversicherung. Gleichzeitig erhöht sich für den Versicherten bei einer solchen Trennung das Risiko des späteren Vorwurfs einer vorvertraglichen Anzeigepflichtverletzung wegen fehlerhafter Beantwortung von (unterschiedlichen) Gesundheitsfragen bzw. der Aufwand, wenn er sich in diesem oder im Krankheits-/Leistungsfall mit zwei Gesellschaften “herumschlagen” und aufwendigen Schriftwechsel führen muss.

Für einen Vergleich der unterschiedlichen Tarife anhand von bedingungsgemäßen Leistungen und den je nach Eintrittsalter kalkulierten Kosten ist ein professionelles Vergleichsprogramm erforderlich. Eine damit erstellte individuelle ausführliche Auswertung erhalten unsere Kunden als Ergebnis der Beratung zugeschickt.