Ringe mit Geld - Heirat Hochzeit Trennung Scheidung

Heirat und Finanzen: was ist zur Hochzeit (bzw. bei Verpartnerung oder Zusammenziehen) bei Finanzen und Versicherungen zu beachten. Verschenken Sie nicht unnötig Geld!

Heirat und Finanzen - Ringe mit Geld - HochzeitHeirat und Finanzen

Finanzielle Aspekte sind zum Glück nur selten die Triebfeder zu heiraten, dennoch sollten Sie frühzeitig über Heirat und Finanzen nachdenken, um z.B. nicht unnötig Geld zu verschenken.

Die nachfolgenden Ausführungen gelten auch für eingetragene Lebenspartnerschaften (“Verpartnerung”). Diese sind nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz der Ehe inzwischen zivilrechtlich, sozialversicherungsrechtlich und steuerrechtlich weitgehend gleichgestellt.

Viele der Tipps gelten ähnlich für das Zusammenziehen bei einer nichtehelichen Partnerschaft.

Lesen Sie dazu auch den hier verlinkten Beitrag zu den finanziellen Aspekten von Heirat und Hochzeit mit Dr. Berndt Schlemann als Experte in der renommierten Rubrik “Die Vermögensfrage” von Frankfurter Allgemeine Zeitung bzw. FAZ Online vom 3.4.2016. Zwei Zitate daraus:

  • Zu den Kosten einer Hochzeit und deren Finanzierung: “‘Konsum, den man sich nicht leisten kann, lässt man besser’ bemerkt dazu trocken Berndt Schlemann, Finanzberater aus Köln. … Eine kreditfinanzierte Hochzeit ist aus finanzieller Sicht kein guter Start in die Ehe’, sagt Schlemann.”
  • “Frisch Vermählte sollten sich auch ihre Versicherungsordner vornehmen. …  Außerdem sollte über eine gegenseitige Absicherung im Todesfall mit Risiko-Lebensversicherungen nachgedacht werden, spätestens wenn der Kauf einer Immobilie oder Nachwuchs geplant sind, sagt Finanzberater Schlemann, der auf seiner Internetseite www.schlemann.com/hochzeit weitere nützliche Informationen zusammengestellt hat.”

Und sollte es wider Erwarten nicht klappen, siehe unsere Seite Scheidung oder Trennung :-).

Heirat und Finanzen: Kosten der Hochzeit?

Heiraten geht in Deutschland auch ganz billig, das Standesamt verlangt nur eine Gebühr von 50 – 100 EUR. Die deutsche Durchschnittshochzeit kostet dennoch knapp 8.000 EUR. Zum Ausgleich gibt’s Geschenke. :-). Was Sie für Ihre eigene Hochzeit zahlen hängt natürlich von Faktoren ab wie der Anzahl geladener Gäste und dem Anspruch des Brautpaares an Location, Küche und Rahmenprogramm.

Früher übernahmen meistens die Brauteltern die Kosten, auch heute tragen die Eltern von Braut und Bräutigam in jüngeren Jahren manchmal noch einen Teil bei. “Spätheiratende” müssen die Kosten i.d.R. alleine stemmen. Sie sollten frühzeitig beginnen, die nötige Liquidität anzusparen – eine “Hochzeit auf Pump” wäre ein schlechter Start in eine gemeinsame Zukunft!

Heirat und Finanzen: Steuern sparen?

Heiraten spart nicht immer Steuern. Dies gilt nur dann, wenn ein Ehegatte deutlich mehr verdient als der andere. Er kann aufgrund des Ehegatten-Splittings durch die Wahl einer günstigeren Steuerklasse sein Netto-Einkommen erhöhen. Die Wahl der Kombination Steuerklasse III / V ist i.d.R. empfehlenswert, wenn der Besserverdiener mindestens 60% des gesamten Familieneinkommens verdient. Ansonsten werden beide mit Steuerklasse IV / IV gleich besteuert. Eine Änderung der Steuerklasse ist jederzeit möglich, muss aber spätestens bis 30. November des Jahres erfolgen. Letztlich ist dieser Steuervorteil aber nur ein vorübergehender Effekt, denn spätestens mit Abgabe einer Steuererklärung fällt die ganz normale Steuer an.


Nicht nur die Liebe zählt: Wie man nach der Hochzeit Geld spart – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: https://www.augsburger-allgemeine.de/wirtschaft/Nicht-nur-die-Liebe-zaehlt-Wie-man-nach-der-Hochzeit-Geld-spart-id29583696.html

Mit einer Steuersoftware oder Ihrem Steuerberater können Sie prüfen, ob für Sie eine getrennte Veranlagung ausnahmsweise Vorteile gegenüber der gemeinsamen Veranlagung bringt. Das Finanzamt geht automatisch von einer Zusammenveranlagung aus, wenn kein Antrag auf Einzelveranlagung gestellt wird.

Weitere Steuervorteile gibt es bei Erbschaftsteuer und Schenkungssteuer. Ehegatten können hier deutlich höhere Freibeträge von 500.000 EUR pro Person nutzen, während für unverheiratete Lebenspartner nur ein kleiner Freibetrag von 20.000 EUR gilt.

Heirat und Finanzen: brauche ich einen Ehevertrag?

Nach der Hochzeit wird das Vermögen der Ehepartner nicht einfach “zusammengeworfen”. Ohne besondere Vereinbarung lebt das Paar automatisch im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Jeder behält, was er mit in die Ehe gebracht hat, und bleibt Herr seines Vermögens – es wird nichts geteilt. Erst bei einem evtl. Ende der Ehe wird Kassensturz gemacht und beim Zugewinnausgleich der während der Ehe angesammelte Überschuss (Vermögen am Anfang minus Vermögen am Ende der Ehe) hälftig aufgeteilt. Für die meisten Situationen sollte die Zugewinngemeinschaft die Vermögensverhältnisse fair regeln. Besonders Vorsichtige könnten den Vermögensstand zum Ehebeginn (und spätere Erbschaften, die hinzugerechnet werden) gemeinsam dokumentieren. In jungen Jahren ist das aber meistens unnötig, wenn beide noch nicht viel haben.

Per notariellem Ehevertrag, den man auch noch während der Ehe abschließen kann, können finanzielle Beziehungen der Ehegatten während und nach der Ehe in gewissen Grenzen anders geregelt werden, z.B.

  • der sog. “Güterstand” (Modifizierung der Zugewinngemeinschaft bzw. Gütertrennung oder Gütergemeinschaft) – wem gehört welches Vermögen während und nach der Ehe,
  • der sog. “Versorgungsausgleich” zum Ausgleich der Rentenanwartschaften bei Scheidung und
  • der Unterhalt während und nach der Ehe.

Eheverträge sind ggf. sinnvoll, um die gesetzlichen Vorgaben an die individuelle Situation anzupassen, z.B.:

  • bei Unternehmern, Selbstständigen und Freiberuflern, um eine Aufteilung der Firma zu vermeiden
  • bei einem deutlichen Einkommens- oder Vermögensgefälle zwischen den Eheleuten, um eine Auszahlung von Wertzuwächsen zu vermeiden (z.B. bei Wertsteigerung von Immobilien)
  • bei Heirat im hohen Alter bzw. älteren Ehepartnern wg. Unterhaltspflichten, z.B. bei Pflegebedürftigkeit
  • bei unterschiedlichen Nationalitäten bzw. Wohnsitz im Ausland, um das bei Scheidung geltende Recht zu regeln

Welcher Ansatz in Ihrer individuellen Situation sinnvoll ist, sollten Sie mit einem Notar oder Anwalt besprechen, bevorzugt einem Fachanwalt für Familienrecht.

Heirat und Finanzen: Vermögen und Konten

Mit der Hochzeit stellt sich auch die Frage, ob es künftig bei “mein Geld” und “dein Geld” bleibt, oder ob man langfristig aus einem “Topf” wirtschaftet. Hier gibt es kein “richtig” oder “falsch”, solange sich beide Ehepartner einig sind. Im Trennungsfall ergeben sich keine wesentlichen Unterschiede – s.o. Zugewinnausgleich. Häufig ist der Umgang der Ehepartner mit Geld stark von ihren Herkunftsfamilien geprägt.

Bezüglich der Konten kann – unabhängig von der Art des Wirtschaftens – ein “Dreikontenmodell” Sinn machen: a) zwei separate Konten für Einnahmen (Gehaltszahlungen) und Ausgaben – so sind vor allem Ausgaben individueller zuordenbar und b) ein drittes Konto für Fixkosten und gemeinsame Ausgaben.

Heirat und Finanzen: Versicherungen

Mit dem Einzug eines neuen Lebenspartners (auch ohne Heirat) können Sie Geld sparen, indem Sie verschiedene Versicherungspolicen zusammenlegen, d.h. ein Ehepartner ist Versicherungsnehmer und der Partner ist mitversichert (z.B. Privathaftpflichtversicherung, Auslandsreisekrankenversicherung, Rechtsschutzversicherung).

Bei Versicherungsverträgen mit einem “Begünstigten” (z.B. Kapitallebensversicherung, Rentenversicherung, Risikolebensversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung oder Unfallversicherung) sollten Sie überprüfen, wer als Begünstigter in dem Versicherungsvertrag angegeben ist. An die Stelle von Geschwistern oder Eltern sollte spätestens jetzt “der jeweilige Ehegatte” treten. Wir nutzen diese Option standardmäßig bei den von uns eingereichten Anträgen, so dass an dieser Stelle bei Heirat i.d.R. keine Änderung erforderlich ist.

Hier einige Informationen zu den bei Heirat anstehenden finanziellen Änderungen bzw. Entscheidungen bezüglich Sachversicherungen, Krankenversicherung, Altersvorsorge, Berufsunfähigkeit und Risikolebensversicherung:

Heirat und Finanzen – Sachversicherungen

Sogenannte “Sachversicherungen” sollten ohnehin regelmäßig (mindestens jährlich bei unserem Finanzcheck) überprüft werden. Häufig bestehen ältere Sachversicherungen trotz nichtehelicher Lebensgemeinschaft oder Heirat noch als Singletarife. Prüfen Sie u.a.:

Privathaftpflichtversicherung: Familiendeckung (inkl. Schäden durch deliktsunfähige Kinder)? Achtung: durch das Zusammenlegen der Privathaftpflichtversicherung reduziert sich der Gesamtbeitrag zwar um ca. 25%. Schäden, die ein Partner dem anderen zufügt, sind dann allerdings i.d.R. nicht mehr versichert! Auch wenn die Partner untereinander in einem solchen Fall vielleicht nicht verklagen würden, können Ersatzansprüche auf einen Sozialversicherungsträger wie z.B. die Krankenversicherung übergehen, der dann bei nichtehelichen Lebensgemeinschaften (nicht bei Ehepaaren) Regress nimmt. Gute PHV Tarife übernehmen auch solche Regressansprüche.

Hausratversicherung: reichen Versicherungssumme (wg. zusammengelegtem Hausrat oder Neuanschaffungen) und Deckungsumfang (z.B. Kinderwagen in Flur / Hausgang bei einfachem Diebstahl mitversichert?) weiterhin aus?

Rechtsschutzversicherung: Familientarif?

Wird ein Partner beim anderen mitversichert, kann er seine alte Versicherung normalerweise nur zum nächsten Kündigungstermin (drei Monate vor Ablauf) beenden. Nur bei der Hausratversicherung fällt mit dem Zusammenziehen ein Risiko weg, daher “weicht” der jüngere dem älteren Vertrag. Bei anderen Verträgen akzeptieren die Gesellschaften eine Hochzeit manchmal kulanterweise als vorzeitigen Kündigungsgrund.

Prüfen Sie in jedem Fall, welcher Vertrag qualitativ am besten Ihren Anforderungen entspricht – oder lassen Sie sich dazu unabhängig beraten!

Heirat und Finanzen: Krankenversicherung

Bei gesetzlicher Krankenversicherung kann sich ein Ehegatte, der selbst nicht erwerbstätig ist oder nur einen 450 EUR Job hat, bei dem berufstätigen Ehegatten mitversichern (“Familienversicherung”).

Eine private Krankenversicherung läuft bei Heirat unverändert weiter. Ggf. können über den Ehepartner Sonderkonditionen genutzt werden (z.B. bei Arzttarifen).

Heirat und Finanzen: Altersvorsorge

Durch die Hochzeit ändert sich grundsätzlich nichts an bestehender Altersvorsorge. Vorteile nach der Hochzeit:

  • bei ansonsten nicht vererbbaren Formen von staatlich geförderter Altersvorsorge (z.B. gesetzliche Rente, Basisrente, Beamtenversorgung, Versorgungswerk, Riester-Rente) können sich die Ehegatten dann gegenseitig beerben und sind ab Heirat z.B. mit einer Hinterbliebenenrente abgesichert.
  • ein Ehegatte, der normalerweise keine Riester-Rente abschließen könnte (z.B. weil als Selbstständiger nicht sozialversicherungspflichtig oder als Mitglied eines Versorgungswerks) wird durch die Heirat mit einem Förderberechtigten “mittelbar förderberechtigt” und kann so von Zulagen und Steuervorteilen profitieren.

Bei “klassischer” Rollenverteilung haben sich früher die nicht berufstätigen Ehegatten bei ihrer Altersvorsorge vor allem auf den berufstätigen Ehepartner verlassen. Inzwischen sind bzw. bleiben oft beide Ehepartner berufstätig. Beide sollten ihre Altersvorsorge so planen, dass auch bei Trennung oder Scheidung jeder noch über genügend eigenes Geld im Alter verfügt.

Wer wie viel für die Altersvorsorge spart ist im Verhältnis zwischen den Ehepartnern weniger wichtig, da im Fall der Scheidung normalerweise alle Ansprüche aus während der Ehezeit erworbener Altersvorsorge (bzw. die Anwartschaften darauf) ohnehin mit Hilfe des sog. Versorgungsausgleichs fair aufgeteilt werden. Abweichende Regelungen per Ehevertrag sind möglich, s.o..

Heirat und Finanzen: Risikolebensversicherung und BU

Spätestens wenn Kinder geplant werden, ist für Ehepaare eine Risikolebensversicherung Pflicht. Damit kann sich der hinterbliebene Partner im Todesfall z.B. einige Jahre ausreichend Zeit für die Kinder nehmen. Auch bei einem vernünftig geplanten Immobilienkauf ist die Absicherung des Einkommens bei Tod oder Berufsunfähigkeit unverzichtbar, damit bei Tod oder Krankheit eines der Partner wenigstens das Haus abbezahlt ist. Letztlich brauchen beide Partner diese Art der Absicherung, nicht nur der “Hauptverdiener”!

Ähnlich wie bei der Altersvorsorge müssen beide Partner auch bei Berufsunfähigkeit mit einer eigenen Berufsunfähigkeitsrente auf eigenen Beinen stehen können. Einerseits ist es natürlich legitim, davon auszugehen, dass ein Partner den anderen bei Berufsunfähigkeit im Rahmen seiner Möglichkeiten etwas “durchfüttern” wird. Ein komplettes ausfallendes Einkommen (plus bei BU erhöhter Altersvorsorgeaufwand, siehe Rentenhöhe) kann damit aber selten ausgeglichen werden. Zudem: schon im Normalfall haben Beziehungen leider eine gewisse Trennungshäufigkeit. Diese steigt noch einmal deutlich, wenn einer der Partner unter gravierenderen gesundheitlichen Einschränkungen leidet. Jeder sollte sich daher selbst ausreichend absichern (siehe Berufsunfähigkeitsversicherung Konfiguration).

Heirat und Finanzen: Nachwuchs und Elterngeld

Grundlage für die Höhe des Elterngeldes ist seit Januar 2013 das Bruttoeinkommen von Vater oder Mutter in den zwölf Monaten vor der Geburt des Kindes. Ein Wechsel von Steuerklasse V in IV oder III erhöht das Nettoeinkommen und damit das Elterngeld. Der Wechsel muss aber rechtzeitig erfolgen, d.h. mindestens sieben Monate vor dem Geburtsmonat des Kindes.

Sobald sich Nachwuchs abzeichnet, sollten Sie sich also direkt um die optimale Steuerklasse kümmern!

Heirat und Finanzen: Testament, Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht

Ehegatten beerben sich automatisch, nichteheliche Lebenspartner brauchen dafür unbedingt ein Testament. Dennoch sollten auch Ehegatten Ihren Nachlass per Testament regeln – und dabei auch an Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht denken (siehe Vorsorge Krankheit Tod).

Heirat und Finanzen: neuer Name, neue Adresse / Umzug

Wie teile ich nach der Heirat am einfachsten meinen neuen Namen und ggf. meine neue Adresse meinen Vertragspartnern mit? Wie erfahren diese von der Namensänderung? Siehe dazu ausführlich unsere Seite Umzug.

Beratung Heirat und Finanzen

Sprechen Sie uns gerne an, um die finanziellen Aspekte Ihrer Beziehung und Ihrer gemeinsamen Zukunft optimal zu planen! Dazu bieten wir Ihnen einen kostenlosen “Finanzcheck“, den Sie gerne auch schon im Vorfeld von Hochzeit / Heirat nutzen dürfen – persönlich, telefonisch oder per Webmeeting! Rufen Sie uns an (0221-688040), senden Sie uns eine email oder reservieren Sie sich direkt über unsere Online-Terminbuchung Ihren Beratungstermin.

Sind Sie bereits Kunde von uns, dann empfehlen Sie Ihrem neuen Ehepartner am besten einen kostenlosen Finanzcheck bei uns. Damit können Sie Ihren Beitrag dazu leisten, dass er oder sie finanziell ebenfalls “gut aufgestellt” ist, wichtige Risiken gut abgesichert sind (z.B. Berufsunfähigkeit) und Gelder sinnvoll investiert bzw. staatliche Zulagen und Steuersparmöglichkeiten ausgeschöpft werden. Nebenbei tun Sie mit einer solchen Weiterempfehlung euch etwas Gutes, siehe unsere Seite Dr. Schlemann Finanzberatung Charity Challenge. 🙂

Ihr
Berndt Schlemann

Dr. Schlemann unabhängige Finanzberatung e.K., Köln
Ihr unabhängiger Finanzberater, Versicherungsmakler und Anlageberater in Köln
www.schlemann.com

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