Mehr als die Hälfte aller Unfälle in Deutschland ereignen sich nicht auf der Arbeit oder im Straßenverkehr – sondern zuhause oder in der Freizeit. Denn alle 4 Sekunden passiert ein Unfall in Deutschland! Genau dort greift die gesetzliche Unfallversicherung nicht. Wer dann auf die Kosten einer dauerhaften Invalidität nicht vorbereitet ist, gerät schnell in eine ernste finanzielle Notlage – zusätzlich zu den Folgen für Gesundheit und Lebensqualität.
Eine private Unfallversicherung schließt diese Lücke. Sie leistet bei jedem Unfall, sofern eine Invalidität entsteht, egal wo und wie er passiert ist – auch wenn er selbst verschuldet wurde. Und sie zahlt eine Invaliditätsleistung, die Sie frei verwenden können: für den behindertengerechten Umbau von Haus oder Auto, zum Abbezahlen einer Immobilie, oder einfach zur finanziellen Überbrückung.
Manchmal wird die Unfallversicherung die „kleine Schwester der BU Versicherung“ genannt – und das trifft es ganz gut. Sie ist kein Ersatz für eine Berufsunfähigkeitsversicherung, aber eine sinnvolle Ergänzung – und für bestimmte Gruppen die wichtigste Absicherung überhaupt.
Das Wichtigste in Kürze – ein Überblick:
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Ist eine private Unfallversicherung sinnvoll?
Was die gesetzliche Unfallversicherung NICHT abdeckt
Arbeitnehmer sind über den Arbeitgeber in der gesetzlichen Unfallversicherung pflichtversichert. Das klingt beruhigend – hat aber eine entscheidende Einschränkung: Dieser Schutz gilt nur auf dem Weg zur Arbeit und auf der Arbeit. Das Gleiche gilt bei Kindern nur auf dem Weg zur Schule und in der Schule oder Kindergarten.
Unfälle beim Sport, im Haushalt, in der Freizeit, beim Hobby – all das ist nicht abgedeckt. Dabei passiert dort statistisch mehr als die Hälfte aller Unfälle. Rund 2,8 Millionen Menschen verunfallen jährlich im eigenen Zuhause. Etwa 8.000 davon tödlich – mehr als doppelt so viele wie im Straßenverkehr.
Möglicherweise sinkt in vertrauter Umgebung das Risikobewusstsein. Die Folgen eines Unfalls können es trotzdem gravierend sein.
Was eine private Unfallversicherung leistet
Eine private Unfallversicherung dient als Absicherung überall und rund um die Uhr – bei der Arbeit, in der Freizeit, beim Sport, im Haushalt, auf Reisen. Sie leistet auch dann Unfallschutz, wenn der Unfall selbst verschuldet war.
Im Kern zahlt sie bei dauerhafter Invalidität eine Invaliditätsleistung in Form eines Einmalbetrags, dessen Höhe von der Schwere der Beeinträchtigung abhängt. Dieser Betrag ist frei verwendbar – für medizinische Kosten, Umbaumaßnahmen im Haus, Schuldentilgung oder den laufenden Lebensunterhalt.
Ein persönliches Beispiel aus unserer Beratungspraxis verdeutlicht, wie schnell sich die Kosten summieren: Ein selbstständiger Handwerksmeister erlitt einen schweren Unfall. Allein die unmittelbaren Folgekosten:
| Posten | Kosten |
|---|---|
| Elektrischer Rollstuhl mit Recaro-Sitz | 25.000 EUR |
| Rollstuhl mit Aufstehhilfe | 45.000 EUR |
| Behindertengerechter Umbau des Fahrzeugs (Mercedes Viano) | 125.000 EUR |
| Aufzug am eigenen Haus | 75.000 EUR |
| Gesamt | 270.000 EUR |
Hinzu kamen laufende Pflegekosten und der Einkommensverlust durch die eingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Wer darauf nicht vorbereitet ist, gerät schnell in eine existenzielle Notlage – trotz gesetzlicher Krankenversicherung. Manche älteren Krankenversicherungstarife – etwa bei der Debeka – sahen bei Rollstühlen damals eine Erstattung von maximal exakt 620 EUR vor.
Nützliche Informationen zur Unfallversicherung finden Sie auf der Seite „Private Unfallversicherung“ des Versicherungsverbandes GDV inkl. einer übersichtlichen Broschüre zum Download.
Wer braucht eine Unfallversicherung?
Grundsätzlich ist eine Unfallversicherung für jeden überlegenswert. Für einige Gruppen ist sie jedoch besonders wichtig – oder es gibt spezielle Tarife, die deutlich mehr leisten als ein Standard-Produkt.
Ärzte und Zahnärzte
Für Ärzte, Zahnärzte, Apotheker und Medizinstudenten gibt es spezielle Arzttarife für die Unfallversicherung mit einer verbesserten Gliedertaxe.
Warum ist das relevant? Die Gliedertaxe legt fest, wie viel Prozent der Versicherungssumme bei Verlust oder dauerhafter Funktionseinschränkung eines Körperteils gezahlt wird. Für einen Arzt oder Zahnarzt, dessen Arbeitsfähigkeit stark von der Feinmotorik der Hände abhängt, macht es einen erheblichen Unterschied, ob für den Verlust eines Daumens 20 % oder 40 % der Grundsumme ausgezahlt werden.
Tipp: Wenn Sie im Heilberuf tätig sind oder studieren, lohnt sich ein Vergleich spezieller Arzttarife mit Standard-Produkten – die Mehrleistung ist oft erheblich, der Mehrpreis überschaubar.
Hobbysportler
Wer in seiner Freizeit Freude an anspruchsvollen Sportarten hat – Mountainbiking, Klettern, Reiten, Kitesurfen, Kampfsport – hat ein statistisch höheres Unfallrisiko. Eine private Unfallversicherung kann dieses Risiko absichern.
Wichtig zu wissen: Besonders gefährliche Sportarten wie Luft- und Flugsport (z. B. Paragliding, Fallschirmspringen) oder Motorsport (z. B. Motorrad- oder Autorennen) sind bei vielen Versicherern vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Das gilt häufig auch bei der Berufsunfähigkeitsversicherung. Wer solche Sportarten bereits beim Abschluss des Vertrages betreibt, sollte dies unbedingt angeben – und wer plant, eine neue risikoreiche Sportart aufzunehmen, sollte das vorher mit uns besprechen.
Tipp: Sprechen Sie rechtzeitig mit uns, bevor Sie eine neue gefährliche Sportart beginnen. Spätere Anpassungen können schwierig oder teuer werden.
Hausfrauen und Hausmänner
Wer zuhause arbeitet, ist nicht über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert – und verbringt gleichzeitig mehr Zeit in dem Umfeld, in dem statistisch die meisten Unfälle passieren. Denn sei es im Haushalt, beim Kochen oder im Garten – es kann schnell zu einem Unfall kommen.
Dazu kommt: Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist für Hausfrauen und Hausmänner nur begrenzt erhältlich und oft deutlich teurer als für andere Berufsgruppen. Eine private Unfallversicherung ist hier häufig die sinnvollste und zugänglichste Form der Absicherung gegen die finanziellen Folgen eines schweren Unfalls.
Kinder
Kinder verunfallen häufiger als Erwachsene sei es im Kindergarten, in der Schule oder Ausbildung – aber sie erholen sich oft auch schneller. Dennoch kann ein schwerer Unfall dauerhafte Folgen hinterlassen, die eine Familie finanziell stark belasten.
Für Kinder gibt es eigene Produkte: eine Kinderunfallversicherung oder eine Kinderinvaliditätsversicherung. Letztere ist besonders interessant, weil sie auch bei Invalidität durch Krankheit leistet – nicht nur bei Unfällen. Das erhöht den Schutz deutlich, ist aber mit entsprechend höheren Beiträgen verbunden.
Tipp: Eine Kinderinvaliditätsversicherung kann eine sehr sinnvolle Ergänzung sein – besonders wenn eine Berufsunfähigkeitsversicherung für das Kind noch nicht in Frage kommt oder die Familie breit absichern möchte.
Rentner
Auch im Ruhestand gilt: Die gesetzliche Unfallversicherung greift nicht mehr. Gleichzeitig haben Unfälle bei älteren Menschen oft schwerere Folgen – die Heilung dauert länger, bleibt häufiger unvollständig. Die körperliche Leistungsfähigkeit sinkt mit dem Alter, was die finanziellen Folgen eines schweren Unfalls noch gravierender machen kann.
Rentner profitieren besonders von Unfallleistungen, die auch Assistenzleistungen im Alltag einschließen: Haushaltshilfe, Pflegeunterstützung, Fahrdienste. Solche Zusatzleistungen sind in modernen Tarifen zunehmend enthalten und können im Alter den entscheidenden Unterschied machen.
Unfallversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung?
Das ist eine der häufigsten Fragen, die wir in der Beratung hören. Die kurze Antwort: Wer kann, sollte beides haben – aber wenn es eine Priorität geben muss, hat die Berufsunfähigkeit Vorrang.
Ungefähr 10 % aller Berufsunfähigkeiten entstehen durch Unfälle. Beide Versicherungen überschneiden sich also in einem kleinen Bereich. Trotzdem sind Zielrichtung und Schutzzweck unterschiedlich:
Berufsunfähigkeitsversicherung:
- Leistet, wenn Sie durch Berufsunfähigkeit Ihren Beruf dauerhaft nicht mehr ausüben können – egal ob durch Unfall, Krankheit oder psychische Erkrankung – und sichert damit Ihre wirtschaftliche Gesundheit langfristig ab
- Zahlt eine monatliche Rente bis zum Rentenalter
- Sichert das laufende Einkommen ab
Unfallversicherung:
- Leistet ausschließlich bei Unfällen
- Zahlt eine Invaliditätsleistung als Einmalbetrag bei dauerhafter Invalidität
- Deckt auch Kosten ab, die bei einer BU nicht anfallen: Umbaumaßnahmen vom Haus, Hilfsmittel, etc.
- Zahlt bei Einschluss auch eine monatliche Rente
- Ist für viele Personen leichter zu bekommen (weniger strenge Gesundheitsprüfung) und günstiger und somit eine Alternative zur BU
Für Personen, die aufgrund Gesundheitsfragen keine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen, ist die Unfallversicherung eine gute Alternative.
Für Unternehmen bietet die sogenannte „Keyperson-Absicherung“ die Möglichkeit, den unfallbedingten Ausfall wichtiger Mitarbeiter – z. B. eines Inhabers oder Gesellschafter-Geschäftsführers – finanziell aufzufangen. Die Beiträge sind als Betriebsausgaben absetzbar.
Einen ausführlichen Vergleich aller drei relevanten Versicherungsformen finden Sie in unserem Artikel Unfall – Berufsunfähigkeit – Schwere Krankheiten.
Was leistet eine Unfallversicherung – und was nicht?
Was versichert ist
Eine private Unfallversicherung leistet bei plötzlichen, von außen auf den Körper einwirkenden Ereignissen, die zu einer Gesundheitsschädigung führen. Sie leistet rund um die Uhr und weltweit. Das klingt technisch – bedeutet in der Praxis: Sturz, Aufprall, Schnitt, Verletzung durch Fremdeinwirkung. Der Versicherungsschutz gilt dabei unabhängig davon, ob Sie sich im Inland oder im Ausland befinden.
Entscheidend: Sie leistet auch bei Eigenverschulden – auch wenn Sie selbst unachtsam oder unvorsichtig waren.
Moderne Tarife schließen heute auch ein, was früher oft ausgeschlossen war:
- Bewusstseinsstörungen durch Alkohol oder Medikamente – in vielen neueren Tarifen mitversichert, sofern kein Vorsatz vorlag
- Herzinfarkt oder Schlaganfall während sportlicher Betätigung – wenn das körperliche Ereignis durch die plötzliche Belastung ausgelöst oder begünstigt wurde, leisten gute Tarife auch hier
- Psychische Folgeerkrankungen nach einem Unfall – z. B. posttraumatische Belastungsstörungen nach einem schweren Unfallereignis; moderne Tarife schließen psychische Folgeschäden zunehmend ein
- Unfälle infolge von Impfungen – ein Punkt, der in der Öffentlichkeit wenig bekannt ist: Kommt es nach einer Impfung zu einer unerwarteten körperlichen Reaktion, die als Unfallereignis gewertet werden kann, leisten gute Tarife auch hier. Das ist besonders relevant für Berufsgruppen mit Impfpflicht oder regelmäßigen Reiseimpfungen.
- Such- und Rettungskosten – wer nach einem Bergunfall mit dem Helikopter geborgen wird oder einen aufwendigen Rettungseinsatz benötigt, erhält schnell eine Rechnung über mehrere tausend Euro. Viele private Unfallversicherungen übernehmen diese Kosten – bei den meisten Versicherern ohne Aufpreis, also beitragsfrei im Leistungsumfang enthalten. Gerade für Outdoor-Sportler und Menschen, die viel reisen, ist das ein unterschätzter Baustein.
- Kosmetische Operationen nach einem Unfall – wer durch einen Unfall entstellende Narben oder äußerlich sichtbare Verletzungsfolgen davonträgt, hat häufig den Wunsch nach einer korrigierenden Operation. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt solche Eingriffe nur in engen Grenzen. Gute Unfallversicherungen decken die Kosten für medizinisch sinnvolle kosmetische Operationen als Unfallfolge ab – ebenfalls in der Regel beitragsfrei mitversichert. Ein Punkt, den die meisten Versicherten nicht kennen – und der im Leistungsfall erheblich sein kann.
Tipp: Diese Erweiterungen sind nicht in allen Tarifen enthalten. Im Vergleich und in der Beratung sollte man gezielt darauf achten.
Was typischerweise ausgeschlossen bleibt
Keine Versicherung leistet für alles. Typische Ausschlüsse sind:
- Krankheiten – also alles, was sich von innen entwickelt, ohne äußeres Unfallereignis (dafür gibt es BU und Dread-Disease-Versicherungen)
- Selbstverletzung und Suizidversuche
- Vorsätzlich herbeigeführte Unfälle
- Kriegsereignisse und innere Unruhen
- Bestimmte Extremsportarten – Luft-/Fallschirmsport, Motorsport (je nach Versicherer unterschiedlich)
Wichtig ist die sogenannte Mitwirkungsklausel: Hatte eine bereits vor dem Unfall bestehende Erkrankung Einfluss auf das Ausmaß der Verletzungsfolgen, können Versicherer die Leistung anteilig kürzen. Gute Verträge verzichten auf diese Anrechnung, sofern die Vorerkrankung die Beeinträchtigung nicht zu 100 % verursacht hat. Darüber entbrennen im Leistungsfall sonst häufig Streitigkeiten.
Unfallversicherung: Konfiguration – worauf es wirklich ankommt
Die abzusichernden Beträge hängen von Ihrem persönlichen Bedarf ab. Im Normalfall empfehlen wir folgende Mindestkriterien:
Grundsumme
Die Grundsumme – auch Versicherungssumme genannt – ist der Ausgangsbetrag, aus dem sich die Leistung bei Invalidität berechnet. Wir empfehlen als Minimum 150.000 EUR – abhängig von laufenden Verpflichtungen, möglichen Umbaukosten und vorhandenen Rücklagen. Wer keine Berufsunfähigkeitsversicherung hat, sollte deutlich höher absichern.
Progression
Die Progression ist der entscheidende Hebel bei einer Unfallversicherung. Sie legt fest, wie stark die Leistung bei höherem Invaliditätsgrad ansteigt.
Ein Beispiel macht das greifbar:
Grundsumme 150.000 EUR – so entwickelt sich die Invaliditätsleistung:

Die Progression sorgt dafür, dass genau in den schwersten Fällen – wo der finanzielle Bedarf am größten ist – auch die Leistung am stärksten wächst. Je höher die gewählte Versicherungssumme, desto stärker wirkt dieser Hebel. Wir empfehlen mindestens 350 % Progression.
Gliedertaxe
Die Gliedertaxe ist eine Tabelle, die festlegt, wie viel Prozent der Invalidität dem Verlust oder der dauerhaften Funktionsunfähigkeit eines bestimmten Körperteils entspricht. Je höher die Gliedertaxe für ein bestimmtes Körperteil, desto mehr Geld fließt im Leistungsfall.
Beispiel: Verlust des Zeigefingers wird in einem günstigen Tarif vielleicht mit 5 %, in einem guten Tarif mit 10 % bewertet. Bei einer Grundsumme von 150.000 EUR mit 350 % Progression macht das einen Unterschied von mehreren zehntausend Euro.
Für Berufe, die besonders von der Funktion einzelner Körperteile abhängen – Ärzte, Chirurgen, Musiker, Handwerker – ist die Gliedertaxe das wichtigste Kriterium beim Tarifvergleich.
Hier sehen Sie einen Vergleich von 3 Versicherern, was diese durch aufgrund verschiedener Gliedertaxen bei Invalidität auszahlen.

Todesfallsumme
Die Todesfallsumme sichert Hinterbliebene ab. Sie hat aber noch eine zweite, wenig bekannte Funktion: Viele Versicherer zahlen nach einem schweren Unfall zunächst einen Vorschuss in Höhe der Todesfallsumme als Sofortleistung, solange das endgültige Ausmaß der Invalidität noch nicht feststellbar ist. Eine zu niedrig gewählte Todesfallsumme kann hier zum Problem werden. Wir empfehlen mindestens 25.000 EUR.
Unfallrente
Eine Unfallrente ist eine monatliche Zahlung, die zusätzlich zur Invaliditätsleistung vereinbart werden kann – meist ab einem bestimmten Invaliditätsgrad, z. B. ab 50 %. Die Idee dahinter ist nachvollziehbar: Wer dauerhaft schwer beeinträchtigt ist, hat laufende Kosten, die ein einmaliger Betrag nicht immer vollständig abdeckt.
In der Praxis empfehlen wir die Unfallrente jedoch nur in Ausnahmefällen. Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung hat, ist mit der monatlichen BU-Rente bereits für den laufenden Einkommensausfall abgesichert – eine zusätzliche Unfallrente wäre inhaltlich weitgehend Doppelarbeit. Das Budget ist in einer höheren Grundsumme oder besseren Progression deutlich sinnvoller aufgehoben, da diese im Leistungsfall flexibler einsetzbar sind.
Anders kann es aussehen, wenn keine BU vorhanden ist – etwa bei Rentnern oder bei Personen, die keine BU mehr bekommen. Hier kann eine Unfallrente sinnvoll sein, um zumindest unfallbedingte Dauerkosten abzufedern. In diesem Fall sollte die Unfallrente jedoch nicht isoliert betrachtet, sondern immer im Gesamtkontext der Absicherung geplant werden.
Was wir in den meisten Fällen für entbehrlich halten
- Ein Krankenhaustagegeld ist bei ausreichender Krankenversicherung in der Regel ebenfalls nicht notwendig. Wer auf diese Zusatzleistungen verzichtet, kann entweder Beitrag sparen oder das Budget in eine höhere Grundsumme oder bessere Progression investieren.
- Ähnliches gilt für Bergungskosten als separaten Zusatzbaustein: Manche Anbieter vermarkten Such- und Rettungskosten als kostenpflichtiges Extra. Wer jedoch – wie wir empfehlen – einen guten Tarif wählt, hat diese Hilfe bereits beitragsfrei im Leistungsumfang enthalten. Hier lohnt es sich, genau hinzuschauen: Wird Bergungskosten als Kaufargument für einen Zusatzbaustein angeführt, ist das oft ein Hinweis darauf, dass der Grundtarif selbst schwächer aufgestellt ist.
Vergleich Unfallversicherung / Vergleichsrechner
Mit dem hier verlinkten Vergleichsrechner Unfallversicherung können Sie selber ein passendes Angebot ermitteln und online abschließen.
Einen ersten Eindruck, wie sich Grundsumme, Progression, Gliedertaxe und Alter auf die konkrete Leistung und den Beitrag auswirken, gibt Ihnen der Leistungs-Navigator eines Anbieters mit sehr gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.
Unser Tipp: Ein Vergleichsrechner kann Tarife nebeneinanderstellen. Was er nicht kann: einschätzen, ob die Gliedertaxe zu Ihrem Beruf passt, ob die Progressionskurve sinnvoll konfiguriert ist, oder ob ein Ausschluss für Ihre Sportart relevant wird. Gerade bei der Unfallversicherung stecken die relevanten Unterschiede im Kleingedruckten. Wir helfen Ihnen gerne dabei.
Unseren Kunden helfen wir auch gerne persönlich beim Vergleichen und Abschluss der passenden Versicherung gegen Unfälle.
Was passiert im Leistungsfall? – Schritt für Schritt erklärt
Ein Unfall ist passiert. Was jetzt? Viele Versicherte wissen in diesem Moment nicht, was zu tun ist – und verlieren dadurch bares Geld oder verpassen wichtige Fristen. Hier ist der Ablauf, den Sie kennen sollten.
Schritt 1: Unfall sofort melden – Fristen beachten
Nach einem Unfall sollten Sie Ihren Versicherer so früh wie möglich informieren – in der Regel innerhalb von 48 Stunden, spätestens jedoch innerhalb weniger Tage. Die genaue Meldefrist steht in Ihren Versicherungsbedingungen.
Wichtig: Viele Menschen melden einen Unfall zunächst nicht, weil die Folgen harmlos erscheinen. Stellt sich später heraus, dass doch eine dauerhafte Beeinträchtigung zurückbleibt, kann eine verspätete Meldung problematisch werden. Im Zweifel: immer melden, auch wenn die Verletzung zunächst gering wirkt.
Als Kunde von Dr. Schlemann unabhängige Finanzberatung steht Ihnen bei der Schadenmeldung Ihr Berater zur Seite – wir begleiten Sie durch den Prozess.
Schritt 2: Ärztliche Behandlung lückenlos dokumentieren
Lassen Sie jede Behandlung ärztlich dokumentieren – auch wenn Sie zunächst nur zum Hausarzt gehen. Die spätere Invaliditätsfeststellung basiert auf medizinischen Unterlagen. Je lückenloser die Dokumentation, desto reibungsloser die Abwicklung.
Bewahren Sie alle Arztberichte, Diagnosen, Befunde und Krankenhausentlassungsberichte sorgfältig auf. Diese werden Sie im weiteren Verlauf benötigen.
Schritt 3: Invalidität wird nach 12–18 Monaten festgestellt
Das ist der Punkt, den viele Versicherte unterschätzen: Die endgültige Invaliditätsleistung wird in der Regel frühestens 12 Monate nach dem Unfall festgestellt – denn erst dann lässt sich beurteilen, welche Beeinträchtigungen dauerhaft bleiben.
Der Versicherer beauftragt einen Gutachter, der den Invaliditätsgrad nach der Gliedertaxe bewertet. Das Ergebnis dieser Begutachtung bestimmt die Höhe der Auszahlung.
Tipp: Sind Sie mit dem Gutachten nicht einverstanden, haben Sie das Recht, ein eigenes Gegengutachten einzuholen. Als unabhängiger Versicherungsmakler stehen wir auf Ihrer Seite – nicht auf der des Versicherers.
Schritt 4: Vorschuss bei schweren Unfällen
Bei schweren Verletzungen, deren Folgen noch nicht abschließend absehbar sind, können Sie häufig einen Vorschuss beantragen – in vielen Tarifen in Höhe der vereinbarten Todesfallsumme. Das ist einer der Gründe, warum wir empfehlen, die Todesfallsumme nicht zu niedrig anzusetzen: Sie ist nicht nur für Hinterbliebene relevant, sondern bestimmt auch die Höhe des frühzeitig verfügbaren Vorschusses.
Schritt 5: Auszahlung und freie Verwendung
Ist der Invaliditätsgrad festgestellt, wird die Leistung als Einmalbetrag ausgezahlt. Sie können diesen Betrag frei verwenden – es gibt keine Zweckbindung. Ob Sie damit Ihren Kredit ablösen, Ihr Zuhause behindertengerecht umbauen, Pflegekosten decken oder finanzielle Engpässe überbrücken: Die Entscheidung liegt allein bei Ihnen.
Unsere Rolle im Leistungsfall
Als unabhängiger Versicherungsmakler vertreten wir im Leistungsfall ausschließlich Ihre Interessen – nicht die des Versicherers. Wir helfen Ihnen bei der korrekten Schadenmeldung, begleiten die Kommunikation mit dem Versicherer und stehen Ihnen zur Seite, wenn es Unstimmigkeiten beim Gutachten oder bei der Leistungsberechnung gibt.
Das ist ein wesentlicher Unterschied zu einem Ausschließlichkeitsvertreter, der für eine einzelne Gesellschaft arbeitet. Mehr über unsere Rolle als unabhängiger Makler.
Unser Fazit:
Eine private Unfallversicherung ist keine Luxusabsicherung – sie ist eine sinnvolle und oft günstige Möglichkeit, die finanziellen Folgen eines schweren Unfalls aufzufangen. Besonders für alle, die keinen oder nur eingeschränkten Schutz durch die gesetzliche Unfallversicherung haben: Hausfrauen und Hausmänner, Rentner, Kinder, Selbstständige und Hobbysportler.
Die entscheidenden Qualitätsunterschiede zwischen Tarifen liegen nicht im Marketing – sie stecken in der Gliedertaxe, der Progression, dem Umgang mit Vorerkrankungen und den neueren Leistungserweiterungen wie psychischen Folgeschäden oder Impfunfällen.
Ein gut konfigurierter Vertrag kann im Leistungsfall den Unterschied von mehreren hunderttausend Euro ausmachen. Wir helfen Ihnen dabei, den Tarif zu finden, der zu Ihrer Lebenssituation und Ihrem Beruf passt – unabhängig, vergleichend, ohne versteckte Kosten.
Häufige Fragen zur Unfallversicherung (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen gesetzlicher und privater Unfallversicherung?
Die gesetzliche Unfallversicherung gilt für Arbeitnehmer nur für Unfälle auf dem Arbeitsweg und auf der Arbeit – finanziert durch den Arbeitgeber. Die private Unfallversicherung schützt rund um die Uhr, überall, auch bei Freizeitunfällen und im Haushalt. Selbstständige, Hausfrauen/-männer und Rentner haben grundsätzlich keinen gesetzlichen Schutz.
Zahlt die Unfallversicherung auch bei Eigenverschulden?
Ja. Das ist einer der wesentlichen Vorteile: Eine private Unfallversicherung leistet unabhängig davon, ob der Unfall selbst verschuldet war – solange kein Vorsatz vorlag.
Was ist eine Gliedertaxe?
Die Gliedertaxe ist eine Bewertungstabelle, die festlegt, wie viel Prozent der versicherten Invalidität dem dauerhaften Verlust oder der Funktionsunfähigkeit eines bestimmten Körperteils entspricht. Je höher der Prozentsatz für ein Körperteil, desto höher die Auszahlung im Leistungsfall.
Was bedeutet Progression bei der Unfallversicherung?
Die Progression ist ein Multiplikator, der bei höherem Invaliditätsgrad greift. Mit 350 % Progression und 150.000 EUR Grundsumme steigt die Auszahlung bei Vollinvalidität auf 525.000 EUR – also das 3,5-fache. Das sorgt dafür, dass gerade bei hohem Invaliditätsgrad ausreichend geleistet wird.
Sind psychische Folgen eines Unfalls mitversichert?
In modernen Tarifen zunehmend ja – z. B. posttraumatische Belastungsstörungen nach einem schweren Unfallereignis. Das ist jedoch nicht in allen Tarifen enthalten und sollte beim Abschluss gezielt geprüft werden.
Sind Unfälle nach dem Konsum von Alkohol versichert?
Viele neuere Tarife schließen Bewusstseinsstörungen durch Alkohol oder Medikamente ein – jedenfalls dann, wenn kein Vorsatz vorlag. Bei älteren oder günstigeren Tarifen kann das anders aussehen.
Zahlt die Unfallversicherung auch bei einem Herzinfarkt während des Sports?
Das hängt vom Tarif ab. Gute moderne Tarife leisten auch dann, wenn ein Herzinfarkt oder Schlaganfall durch die körperliche Belastung beim Sport ausgelöst oder begünstigt wurde. Bei reinen „plötzlichen inneren Erkrankungen“ ohne äußeres Unfallereignis greift die Unfallversicherung grundsätzlich nicht – das wäre der Bereich der BU oder Dread-Disease-Versicherung.
Sind Impfschäden durch die Unfallversicherung abgedeckt?
Das ist ein wenig bekannter Punkt: Wenn eine Impfung zu einer unerwarteten körperlichen Reaktion führt, die als Unfallereignis gewertet werden kann, leisten gute Tarife auch hier. Für Berufsgruppen mit regelmäßigen Pflichtimpfungen oder Reisemedizin-Bedarf kann das relevant sein. Wir beraten Sie gerne dazu.
Brauche ich eine Unfallversicherung, wenn ich schon eine BU habe?
Nicht zwingend – aber sinnvoll. Die BU sichert Ihr laufendes Einkommen ab. Die Unfallversicherung leistet einen Einmalbetrag für konkrete Kosten wie Umbaumaßnahmen, Hilfsmittel oder Schuldenabbau. Beide Absicherungen ergänzen sich, decken aber unterschiedliche Bedarfe.
Was kostet eine private Unfallversicherung?
Das hängt von Grundsumme, Progression, Gliedertaxe, Alter, Beruf und gewählten Zusatzleistungen ab. Sprechen Sie uns an – wir finden das für Sie passende Angebot.

