Einige typische kritische Fragen Private Krankenversicherung sollten Sie bei Ihrer Entscheidung für private oder gesetzliche Krankenversicherung genau bedenken. Manche davon sind eher Vorurteile.
In unserer langjährigen Praxis begegnen uns immer wieder ähnliche kritische Fragen bzw. Mythen zur PKV. Statt „Gefühl“ und Hörensagen bieten wir Fakten und fundierte Quellen.
Weil diese kritischen Fragen für viele Kunden besonders wichtig sind, haben wir dazu die hier verlinkten ausführlichen einzelnen Seiten geschrieben:
Fragen Private Krankenversicherung und Psychologie
In unserer Beratung begegnen wir öfters mentalen Blockaden, die Interessenten daran hindern, eine für Sie objektiv gesehen sinnvolle Entscheidung zu treffen.
Confirmation Bias: Ich fühle mich in der GKV sicherer
Entscheidungen und Veränderungen kosten Energie. Das menschliche Gehirn ist darauf ausgelegt, Energie zu sparen. Deshalb gibt eine natürliche Tendenz, in bestehenden Strukturen zu verharren. Der Mensch tut sich generell schwer mit Veränderung aus einem vertrauten System in ein (noch) unbekanntes System. Der Fachbegriff dafür lautet „confirmation bias“.
Wenn Sie (und ggf. Ihre Eltern) zeitlebens gesetzlich krankenversichert waren, mag sich ein Wechsel in die PKV anfühlen, als würden Sie aus der Kirche austreten. Seien Sie jedoch unbesorgt, eine gut durchdachte Veränderung gefährdet nicht Ihr Seelenheil. 🙂
Angst vor langfristigen, vermeintlich irreversiblen Entscheidungen
Grundsätzlich ist die Entscheidung zum Wechsel aus der gesetzlichen in eine private Krankenversicherung eine langfristige und „große“ Entscheidung, die gut durchdacht sein sollte.
Manche Menschen tun sich leichter mit Veränderungen und Entscheidungen, andere warten aus Sorge, beim Entscheiden einen Fehler zu machen, so lange bis die Gelegenheit verpasst ist.
Das Muster, wie man Entscheidungen trifft, entsteht schon in der Kindheit. Hier ein informativer Beitrag aus der ARD Serie „Die Ratgeber“ zur „Angst vor Entscheidung“.
Einige Anregungen daraus:
Was könnte schlimmstenfalls passieren?
Es gibt (sehr wenige) Szenarien, in denen sich eine anfangs gut durchdachte Entscheidung für den Wechsel in die PKV nachträglich als „falsch“ herausstellen kann.
Wenn man „worst case szenarien“ analytisch bewertet und nicht subjektiv „angstorientiert“ dann sind bei der Entscheidungsfindung jedoch ebenfalls zu berücksichtigen:
Lesen Sie dazu auch Kann man Leben und Krankenversicherung überhaupt so langfristig planen? unter Ist eine private Krankenversicherung für Sie das Richtige?
Unser Rat zum Entscheidungsprozess GKV oder PKV
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Machen Sie sich den Weg zur Lösung Ihres Anliegens nicht unnötig schwer.
Fragen Private Krankenversicherung & Antworten
In unserer langjährigen Beratungspraxis begegnen uns immer wieder ähnliche kritische Fragen Private Krankenversicherung bzw. Vorurteile, durch die sich manche vom ggf. sinnvollen Wechsel in eine gute private Krankenversicherung (PKV) abhalten lassen. Dabei sagt eine TNS Emnid-Umfrage 2010 klar, dass 79% der PKV Versicherten sich bei Krankheit besser abgesichert sahen als in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Laut Statista waren 2017 92% der privat Krankenversicherten mit Ihrer PKV „Sehr zufrieden“ oder „Eher zufrieden“.
In manchen Situationen spart man mit einer gegenüber der GKV deutlich leistungsstärkeren PKV sogar Geld, wie z.B. Focus Online am 4.12.2017 unter der Überschrift „Gesetzlich versichert käme mich teurer“ vorrechnet. Letztlich geht es beim Wechsel in die PKV aber weniger um Sparen, sondern um optimale medizinische Versorgung!
Hier fünf kritische Fragen Private Krankenversicherung (Details unten per Mausklick), die uns in der Beratung immer wieder gestellt werden:
- „Ist die private Krankenversicherung im Alter zu teuer?“ (der Dauerbrenner)
- „Ist die private Krankenversicherung mit Familie zu teuer?“
- „Komme ich nicht mehr zurück in die gesetzliche Krankenversicherung?“
- „Was ist, wenn die Bürgerversicherung eingeführt wird?“ (selten)
- „Ist die private Krankenversicherung unsolidarisch?“ (ganz selten)
Hier finden Sie Antworten auf weitere häufige Fragen zur PKV.
1. Ist die Private Krankenversicherung im Alter zu teuer?
Wenn es um Ihre Gesundheit geht, steht mehr auf dem Spiel als nur der monatliche Beitrag. „Zu teuer“ ist immer eine Frage der Perspektive. Wenn Sie ernster erkranken, zählt nur wie gut Sie medizinisch versorgt sind. Alleine die PKV garantiert Ihnen dauerhaft die beste medizinische Versorgung unabhängig von Budgetkürzungen.

Zudem zeigt sich, dass eine private Krankenversicherung für „Gutverdiener“ langfristig häufig sogar günstiger ist als die gesetzliche Krankenversicherung. Für Beamte ist das eine sehr klare Angelegenheit, siehe Private Krankenversicherung für Beamte.
Um einen PKV-Mythos aufzuklären: Eine private Krankenversicherung wird im Alter nicht teurer, weil Versicherte älter werden. Dies wird bei der Beitragskalkulation bereits berücksichtigt. Gäbe es keine medizinische Inflation, würden die Beiträge größtenteils stabil bleiben. Medizin wird aber kontinuierlich teuer – sogar mit einem höheren Prozentsatz als die normale Inflationsrate. Deshalb steigen die Beiträge sowohl in GKV als auch in PKV kontinuierlich an. Langfristig liegt die Beitragsentwicklung der GKV sogar deutlich höher als der PKV-Durchschnitt. Zusätzlich leidet die GKV unter permanenten Leistungskürzungen und demographischen Problemen.
Private Krankenversicherung sorgt fürs Alter vor
Ein zentraler Unterschied zur gesetzlichen Krankenversicherung liegt im System: In der PKV wird schon früh fürs Alter vorgesorgt. Dafür werden sogenannte Alterungsrückstellungen aufgebaut, die helfen sollen, die Beiträge im späteren Leben stabil zu halten. Insgesamt haben die privaten Krankenversicherer dafür Rücklagen von rund 360 Milliarden Euro (Stand 04/2026) gebildet.
PKV Beitragserhöhungen sind reguliert
Auch in der PKV können Beiträge steigen. Diese Anpassungen erfolgen jedoch nicht willkürlich, sondern sind gesetzlich geregelt und an bestimmte Voraussetzungen geknüpft – etwa an die Entwicklung der Gesundheitskosten und steigende Lebenserwartung, siehe Methode Beitragsanpassung („BAP“) Private Krankenversicherung.
Entwicklung der PKV-Beiträge im Alter
Entgegen der häufigen Annahme steigen die Beiträge im Alter nicht unbegrenzt weiter. Folgende Altersvorsorgemaßnahmen sorgen dafür, dass die Beiträge im Rentenalter oft stabil bleiben oder sich sogar reduzieren:
Fazit: PKV langfristig nicht teurer als GKV
Die private Krankenversicherung ist im Alter nicht automatisch zu teuer – im Gegenteil: Durch den Aufbau von Alterungsrückstellungen ist sie darauf ausgelegt, die Beiträge langfristig stabil zu halten. In vielen Fällen ist sie damit sogar zukunftssicherer und preisstabiler im Alter als die gesetzliche Krankenversicherung.
2. Ist die private Krankenversicherung mit Familie zu teuer?
Spätestens mit Kindern stellt sich für viele die Frage: Ist die private Krankenversicherung mit Familie zu teuer?
PKV vs. GKV im Familienvergleich
In der gesetzlichen Krankenversicherung sind Kinder und nicht erwerbstätige Partner nach aktuellem Stand (noch – siehe Reform der Familienversicherung) oft beitragsfrei mitversichert. In der PKV ist das anders: Hier zahlt jedes Familienmitglied seinen eigenen Beitrag und hat damit auch einen eigenen Anspruch auf optimale medizinische Versorgung.
Wichtig ist der Blick aufs große Ganze: Beiträge für Kinder fallen meist nur für einen begrenzten Zeitraum an. Die Phase, in der mehrere Beiträge gleichzeitig gezahlt werden, ist daher oft kürzer, als viele zunächst denken.
Für wen lohnt sich eine private Krankenversicherung mit Familie?
Ob sich die PKV für Familien lohnt, hängt stark von der Lebens- und Einkommenssituation beider Elternteile ab.
PKV mit Familie in Mutterschutz und Elternzeit
Eine PKV bietet Müttern in der Zeit der Schwangerschaft umfangreichere Leistungen und im Mutterschutz ebenfalls weitere Vorteile, siehe PKV mit Familie in Mutterschutz und Elternzeit.
Einige private Krankenversicherer bieten eine 6-monatige Beitragsbefreiung bei Elternzeit oder ein beitragsfreies Jahr für das Baby, damit wird die Gesamtkalkulation mit Ehepartner bzw. Lebenspartner und Nachwuchs ebenfalls etwas günstiger.
PKV mit Familie für Beamte, Ärzte, Zahnärzte und andere Gutverdiener
Für Beamte, Ärzte, Zahnärzte und andere Gutverdiener kann die PKV mit Familie besonders attraktiv sein und oft sogar deutlich günstiger als erwartet.
Bei Beamten übernimmt die Beihilfe je nach Familiensituation 50–80 % der Krankheitskosten, sodass nur der verbleibende Teil abgesichert werden muss. Dadurch zahlen Kinder und Partner sehr niedrige Beiträge.
Für Ärzte und Zahnärzte verschiebt sich die „Rentabilitätsgrenze“ bei der Kinderzahl aufgrund von rabattierten Ärztetarifen bzw. Zahnarzttarifen noch einmal etwas nach oben.
3. Ist eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung möglich?
Kann ich später wieder zurück in die GKV wechseln? Grundsätzlich ja, aber die Frage nach einer Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung stellt sich i.d.R. nur wenn es gute bzw. dringende Gründe gibt, wieder in die GKV mit schlechteren Leistungen zurückzuwollen.
Rückkehr unter bestimmten Voraussetzungen
Gründe für eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung könnten sein:
Private Krankenversicherung und Berufsunfähigkeit
Für privat Krankenversicherte ist eine ausreichend hohe Berufsunfähigkeitsversicherung besonders wichtig. Denn im Ernstfall muss die BU-Rente nicht nur den Lebensunterhalt sichern, sondern auch den PKV-Beitrag sowie die weitere Altersvorsorge abdecken.
Wenn noch keine BU besteht, sollten Sie diese am besten parallel zur PKV abschließen.
Private Krankenversicherung und Arbeitslosigkeit
Bei Arbeitslosigkeit kommt es bei privat Versicherten oft zu einem Wechsel zurück in die gesetzliche Krankenversicherung – zumindest vor dem 55. Lebensjahr. In dieser Zeit kann es sinnvoll sein, die PKV über eine Anwartschaft „auf Eis zu legen“, um später ohne erneute Gesundheitsprüfung zurückzukehren.
Unter bestimmten Voraussetzungen ist auch ein Verbleib in der PKV möglich. Während des Bezugs von Arbeitslosengeld gibt es dabei einen Zuschuss zur Krankenversicherung. Welche Lösung sinnvoll ist, hängt am Ende immer von Ihrer persönlichen Situation ab.
Sozialtarife in der PKV
Zur Abmilderung von finanziellen Engpässen bieten private Krankenversicherer sogenannte „Sozialtarife“ an. Dazu gehören:
Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung
Sollten alle diese Optionen nicht zur nötigen finanziellen Entlastung führen bzw. Sie dennoch partout in die GKV wechseln wollen, empfehlen wir Ihnen gerne einen u.a. auf die Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung spezialisierten Versicherungsberater, der dies in vielen Fällen schon möglich gemacht hat – mit etwas Gestaltung ggf. auch über das Höchstalter von 55 Jahren hinaus!
Hier einige Beispiele:
4. Was ist, wenn die Bürgerversicherung eingeführt wird?
Wird die PKV irgendwann durch eine Bürgerversicherung ersetzt? Aktuell ist das eher unwahrscheinlich. Eine Einführung ist derzeit nicht konkret geplant und zudem rechtlich schwer umzusetzen. Bestehende Verträge und Alterungsrückstellungen stellen hohe Hürden dar.
Ob eine Bürgerversicherung tatsächlich Vorteile bringt, ist fraglich. Experten bezweifeln, dass sie günstiger wäre – gleichzeitig könnte der Wettbewerb im Gesundheitssystem leiden. Ohne den Wettbewerb zwischen GKV und PKV ist zu befürchten, dass es langfristig zu Einschränkungen bei Leistungen oder einer stärkeren „Grundversorgung“ kommt. Auch trägt die PKV wesentlich zur Finanzierung des Gesundheitssystems und zum medizinischen Fortschritt bei. Für genauere Infos siehe Bürgerversicherung statt Private Krankenversicherung – sinnvoll und günstiger?.
Verfassungsrechtliche Hürden
Rechtlich ist eine vollständige Abschaffung der PKV schwierig. Bestehende Verträge und vor allem die aufgebauten Alterungsrückstellungen (360 Milliarden EUR Alterungsrückstellungen (04/26), siehe die hier verlinkte „Zukunftsuhr “) sind geschützt und können nicht einfach “weggenommen” werden.
Realistischer wäre daher höchstens eine Einschränkung für zukünftige Wechsel, nicht aber eine komplette Abschaffung für bestehende Versicherte.
Die Bürgerversicherung ist ein häufig diskutiertes Thema, aktuell aber weder konkret geplant noch einfach umsetzbar.
5. Ist die private Krankenversicherung unsolidarisch und egoistisch?
Als sozial engagierter Mensch könnte man sich fragen: Ist die private Krankenversicherung unsolidarisch und egoistisch? Tatsächlich leisten Privatversicherte auf verschiedenen Ebenen einen wichtigen finanziellen Beitrag zum Gesundheitssystem.
Solidarität innerhalb der PKV
Auch in der privaten Krankenversicherung gibt es ein Solidarprinzip: Gesunde tragen die Kosten für Kranke innerhalb der Versichertengemeinschaft. Gleichzeitig sorgen Versicherte durch Alterungsrückstellungen dafür vor, ihre eigenen Kosten im Alter zu finanzieren und damit künftige Generationen zu entlasten.
Privatversicherte zahlen für medizinische Leistungen häufig höhere Honorare und tragen so jährlich mit über 13 Milliarden Euro zur Finanzierung des Gesundheitssystems bei. Siehe Solidarische Finanzierung des Gesundheitswesens. Davon profitieren auch gesetzlich Versicherte, etwa durch bessere Ausstattung und moderne Behandlungsmöglichkeiten.
Auch indirekt leisten PKV-Versicherte einen Beitrag zur GKV: Über Steuern beteiligen sie sich an staatlichen Zuschüssen in Milliardenhöhe – obwohl sie selbst viele Leistungen der GKV gar nicht nutzen. Mehr dazu unter Solidarität mit der GKV.
Eigene, persönlich gelebte Solidarität
Wir unterstützen aus Überzeugung Menschen, die im Leben weniger Glück haben. So haben wir während unseres 20-jährigen Engagements für die Christoffel Blindenmission rund 180.000 € gespendet und damit etwa 6.000 Menschen durch Operationen am Grauen Star ihr Augenlicht zurückgegeben.

Fragen Private Krankenversicherung – Erklärung per Video
Hier zusammenfassend zu den Themen „PKV im Alter“, „ich komme nicht zurück in die GKV“ und „PKV mit Kindern“ ein Video des Krankenversicherungsexperten Hagen Engelhard von der Firma Medi-Kost. Veröffentlicht von der Firma Fonds Finanz, einem große deutschen Dienstleister für Versicherungsmakler. Zielgruppe sind zwar nicht „Endkunden“, doch für Interessenten, die thematisch tiefer einsteigen wollen, bietet es viele nützliche Informationen.
Kritische Fragen zur PKV Film von und mit Hagen Engelhard, Firma Medi-Kost mit Hintergrundwissen zu PKV vs. GKV.
FAQ Fragen Private Krankenversicherung
Hier noch einmal die wichtigsten Fragen Private Krankenversicherung als FAQ einzeln verlinkt:
- Ist eine Private Krankenversicherung im Alter zu teuer?
- Private Krankenversicherung mit Familie
- Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung GKV
- Bürgerversicherung statt Private Krankenversicherung
- Ist die Private Krankenversicherung unsolidarisch?
Für weitere Fragen besuchen Sie unsere Seite Private Krankenversicherung FAQ mit einer sehr umfassenden Sammlung von häufigen Fragen und Antworten zur privaten Krankenversicherung.
Fazit zu Fragen Private Krankenversicherung
Nach Lektüre dieser Seite wurden Ihnen hoffentlich einige wichtige Fragen private Krankenversicherung klarer und einige Mythen klargestellt.
Die Entscheidung für einen Wechsel in die Private Krankenversicherung ist ein komplexes Thema, das mit fachkundiger Begleitung durch einen Spezialisten fundiert durchdacht werden sollte.
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