AltersBeitragsentlastungsSparen – “ABS” für Ihre PKV

Mit gezieltem Sparen zur Beitragsentlastung bremst “ABS” die Kosten der Krankenversicherung im Alter (teils auch “Rückdeckungsversicherung”/RDV genannt).

Bei meiner Beratung zum Thema Private Krankenversicherung begegnet mir öfters die Sorge vor im Alter steigenden Beiträgen. Hierzu finden Sie unter “Vorurteile zur privaten Krankenversicherung” eine ausführliche Erläuterung, weshalb diese Sorge bei einer guten und beitragsstabilen PKV unbegründet ist.

Ein wesentlicher Aspekt wird bei dieser Diskussion häufig übersehen: die monatliche Beitragsersparnis gegenüber der GKV, die selbst nach Meinung von PKV-Skeptikern über lange Jahre anfällt. Hierbei zählt nicht nur der reine Beitragsunterschied. Rechnet man fair, sind auch die versteckten Kosten der GKV zu berücksichtigen (Zuzahlung bei verschreibungspflichtigen Medikamenten, gesamte Kosten für nicht verschreibungspflichtige Medikamente und Sehhilfen, Zuzahlung bei Heil- und Hilfsmitteln, Kosten für Zahnersatz und professionelle Zahnreinigung), die bei Vergleichen oft mit 600 EUR p.a. angesetzt werden. Dazu kommen noch (fiktive) Kosten für private Zusatzversicherungen (je nach Leistungen und Eintrittsalter ca. 100 – 300 € p.m.), um die GKV annähernd mit den Leistungen der PKV vergleichbar zu machen.

Hier ein Beispiel für einen 30-jährigen kinderlosen Angestellten auf Grundlage der Situation in 2014:

GKV: Arbeitnehmerhöchstbeitrag p.m. rund 384 EUR + Zuzahlungen im Krankheitsfall ca. 50 EUR
+ priv. Zusatzversicherungen ca. 50 – 200 EUR = mindestens ca.
430 EUR
PKV: AN Anteil (“Effektivbeitrag” mit Selbstbehalt) ca. 280 EUR
Ersparnis p.m. zugunsten PKV mindestens rund150 EUR

Bei einer monatlichen Anlage dieser Ersparnis bis Alter 67 mit einer Rendite von z.B. 5% an wird daraus ein Kapital von rund 190.000 EUR. Daraus ergibt sich bis zum Alter von 80 Jahren bei einer Wiederanlagerendite von z.B. 4,5% eine monatliche Entnahme von rund 1.600 EUR (vor etwaigen Steuern). Damit lässt sich der Beitrag zur privaten Krankenversicherung wesentlich reduzieren oder sogar komplett bezahlen!

Sollte jemand im Rentenalter also über gestiegene Beiträge (grds. ein völlig normaler Vorgang) seiner privaten Krankenversicherung klagen, fragen Sie bitte auch, was derjenige mit seiner langjährigen Beitragsersparnisgemacht hat!

Zur Anlage der Beitragsersparnis kommen verschiedene Sparformen in Betracht:

1. Individuelles Sparen

Hier sind theoretisch alle unter “Vergleich Geldanlage” beschriebenen Sparformen möglich. Mit relativ sicherer Verzinsung und Steuervorteilen ist eine klassische private Rentenversicherung oft eine gute Lösung. Die Gesamtverzinsung vor Kosten liegt bei “guten” Anbietern aktuell (9/2016) um die 4%, nach Kosten (je nach Eintrittsalter um die 1,5%) verbleibt eine Verzinsung nach Kosten von ca. 3,5%. Für risikofreudigere Anleger kann ein gut diversifizierter Fondssparplan (ggf. mit Beitragsgarantie und lebenslanger Rentenzahlung) die richtige Wahl sein.

Bei der Auswahl der für Sie passenden Lösung berate ich Sie gerne!

2. PKV-Beitragsentlastungstarife

Viele Gesellschaften bieten bei bestehender PKV, manchmal recht offensiv mit Kunden-Mailings etc., eigene “Beitragsentlastungstarife” an, auch genannt “Zusatzbaustein zur Beitragsreduzierung im Alter” oder “Beitragssenkungskomponente”. Ziel ist, den PKV Beitrag im Alter durch eine monatliches Sparen lebenslang um einen festen Betrag zu senken. Diese Spartöpfe funktionieren ähnlich wie eine Rentenversicherung und können ohne Gesundheits- oder Risikoprüfung abgeschlossen werden.

Vorteile:

  • Der Sparbeitrag wird vom Arbeitgeber hälftig bezuschusst (sofern der maximale AG-Zuschuss nicht schon durch PKV Beiträge ausgeschöpft ist, z.B. bei ebenfalls PKV versicherten Kindern).
  • Der Beitrag ist größtenteils steuerlich absetzbar (der Anteil, der auf eine Entlastung der Basisabsicherung im Rentenalter entfällt, je nach Tarif ca. 80%, wird von der Krankeversicherung entsprechend bescheinigt)

Nachteile:

  • Lebenslange Beitragszahlung (also auch noch nach Rentenbeginn!)
  • Verlust sämtlicher eingezahlter Beiträge bei Wechsel der Gesellschaft, Tod des Versicherten (nicht vererbbar!) oder Rückkehr in die GKV (z.B. bei reduziertem Einkommen, sofern kein Umwandlungsrecht in eine Zusatzversicherung)

Die Rendite hierbei lässt sich nicht pauschal berechnen, da sie neben der Kapitalverzinsung der gewählten Gesellschaft auch von Faktoren wie Arbeitnehmer- oder Selbstständigenstatus, persönlicher Einkommens- und Steuersituation und Lebenserwartung abhängig ist. Generell ist die Kapitalverzinsung bei Krankenversicherern nicht unbedingt höher als bei Lebensversicherern. Aktuell (9/2016) bieten Beitragsentlastungstarife je nach Gesellschaft eine Verzinsung von um die 2%.

Fazit:

Auch hier ist persönliche Beratung durch einen qualifizierten unabhängigen Finanzberater wichtig, damit Sie langfristig die für Sie richtige Entscheidung treffen! Sprechen Sie uns gerne an.