Mit gezieltem Sparen zur Beitragsentlastung bremst das sog. „AltersBeitragsentlastungsSparen“ (kurz „ABS“, teils auch „Rückdeckungsversicherung“/RDV genannt) die Kosten Ihrer Krankenversicherung im Alter! Wenn Sie Ihre Beitragsersparnis gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung klug investieren, erzielen Sie durch steuerliche Absetzbarkeit und ggf. Zuschuss vom Arbeitgeber eine Rendite von fast 6%!

AltersbeitragsentlastungssparenAltersbeitragsentlastungssparen: „ABS“ für Ihre PKV

Bei unserer Beratung zum Thema Private Krankenversicherung begegnet uns öfters die Sorge vor im Alter steigenden Beiträgen. Hierzu finden Sie unter „Vorurteile zur privaten Krankenversicherung“ eine ausführliche Erläuterung, weshalb diese Sorge bei einer guten und beitragsstabilen PKV nach derzeitigen Erkenntnissen unbegründet ist.

Ein wesentlicher Aspekt wird bei dieser Diskussion häufig übersehen: Die monatliche Beitragsersparnis gegenüber der GKV, die selbst nach Meinung von PKV-Skeptikern über lange Jahre anfällt. Hierbei zählt nicht nur der reine Beitragsunterschied. Rechnet man fair, sind auch die versteckten Kosten der GKV zu berücksichtigen (Zuzahlung bei verschreibungspflichtigen Medikamenten, gesamte Kosten für nicht verschreibungspflichtige Medikamente und Sehhilfen, Zuzahlung bei Heil- und Hilfsmitteln, Kosten für Zahnersatz und professionelle Zahnreinigung), die bei Vergleichen oft mit 50 EUR p.m. angesetzt werden. Dazu kommen noch (fiktive) Kosten für private Zusatzversicherungen (je nach Leistungen und Eintrittsalter ca. 100 – 200 EUR p.m.), um die GKV annähernd mit den Leistungen der PKV vergleichbar zu machen. Siehe dazu „Effektivkosten gesetzliche Krankenversicherung“ auf unserer Seite Beiträge gesetzliche Kranken- und Pflegepflichtversicherung und Arbeitgeberanteil.

Die sich daraus ergebende Beitragsersparnis der privaten Krankenversicherung gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung sollten Sie keinesfalls „verkonsumieren“, sondern zweckgebunden (!) für Ihr persönliches Altersbeitragsentlastungssparen anlegen. Berücksichtigt man das Ergebnis dieses Sparvorgangs, der ggf. noch von Arbeitgeber und Finanzamt bezuschusst wird, fällt die Bilanz PKV vs. GKV noch deutlicher zugunsten der PKV aus!

Im folgenden erläutern wir am Beispiel eines 32-jährigen Arztes Schritt für Schritt

  1. Die Berechnung der Beitragsersparnis PKV vs. GKV
  2. Vor- und Nachteile sowie Netto-Einzahlung und Beitragsreduzierung im Alter eines PKV-Beitragsentlastungstarifs
  3. Einzahlungen und monatliche Rente bei einer privaten Rentenversicherung (klassisch und fondsgebunden) als Alternative

Beitragsersparnis PKV vs. GKV – Rechenbeispiel

Hier ein Rechenbeispiel für einen 32-jährigen kinderlosen Assistenzarzt (angestellt oder selbstständig) auf Grundlage der Situation in 2019.

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Übersicht

Hier zunächst eine grafische Übersicht der einzelnen Rechenschritte zur Beitragsersparnis PKV vs. GKV, die nachfolgend genauer erläutert werden:

Altersbeitragsentlastungssparen - Übersicht Ersparnis PKV vs. GKV 2019 Selbstständig + Arbeitnehmer(Höchst-)Beitrag gesetzliche Krankenversicherung GKV

Unser Assistenzarzt verdient im Jahr brutto 70.000 EUR und zahlt in der GKV somit als Selbstständiger oder als Angestellter folgende Höchstbeiträge:

Altersbeitragsentlastungssparen - GKV Höchstbeitrag 2019Zusätzlich sind noch zu berücksichtigen entweder a) die in der GKV anfallenden Zuzahlungen / Eigenanteile, aus denen sich der sog. „Effektivbeitrag“ ergibt, oder b) erforderliche Zusatzversicherungen, um das Qualitätsniveau der GKV etwas zu steigern – oder sogar beides!

Altersbeitragsentlastungssparen - Gesamtkosten GKV EffektivbeitragBeitrag private Krankenversicherung

Die PKV-Beiträge für den 32-jährigen kinderlosen Assistenzarzt in einem sehr guten 2-Bett Zimmer Tarif ohne Selbstbehalt inkl. einem monatlichen Krankentagegeld von 140 EUR betragen:

Altersbeitragsentlastungssparen - PKV Beitrag Arzt mit 140 EUR KTG

Beitragsersparnis PKV vs. GKV

Daraus ergibt sich folgende Beitragsersparnis gegenüber der GKV (Summe zur Vereinfachung gerechnet ohne Zins!):

Altersbeitragsentlastungssparen - Ersparnis PKV vs. GKV Selbstständiger + ArbeitnehmerDiese monatliche Summe (zumindest der sich unter a) ergebende Betrag im Vergleich zur GKV inkl. Eigenanteil) sollte unbedingt per Altersbeitragsentlastungssparen gezielt zur späteren Beitragsentlastung der eigenen PKV angespart werden!

Achtung: Je nach Familiensituation sind hiervon Beiträge für Kinder (jeweils ca. 130 bis 190 EUR pro Monat je nach Tarif) und ggf. für einen vorübergehend nicht arbeitenden Ehepartner abzuziehen, die in der GKV sonst kostenlos familienversichert wären.

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Altersbeitragsentlastungssparen – Möglichkeiten

Zur Anlage der Beitragsersparnis kommen verschiedene Sparformen in Betracht:

1. PKV-Beitragsentlastungstarife

Viele Gesellschaften bieten eigene „Beitragsentlastungstarife“ an, auch genannt „Zusatzbaustein zur Beitragsreduzierung im Alter“ oder „Beitragssenkungskomponente“. Ziel ist, den PKV Beitrag im Alter durch monatliches Sparen lebenslang um einen festen Betrag zu senken. Diese Spartöpfe funktionieren ähnlich wie eine Rentenversicherung und können ohne Gesundheits- oder Risikoprüfung abgeschlossen werden.

Vorteile von Beitragsentlastungstarifen zum Altersbeitragsentlastungssparen

  • Der Sparbeitrag wird vom Arbeitgeber hälftig bezuschusst (sofern der maximale AG-Zuschuss nicht schon durch PKV Beiträge ausgeschöpft ist, z.B. bei einem späten Wechsel in die PKV oder mit PKV-versicherten Kindern).
  • Der Beitrag ist größtenteils steuerlich absetzbar (der Anteil, der auf eine Entlastung der Basisabsicherung im Rentenalter entfällt, wird von der Krankenversicherung bescheinigt und beträgt je nach Tarif ca. 80%)

In konkreten Zahlen des nachfolgenden Beispiels ausgedrückt bedeutet dies, eine Sparleistung von 124 EUR p.m. kostet „netto“ für

  • Arbeitnehmer nach Arbeitgeberzuschuss und Steuer: nur 39,75 EUR
  • Selbstständige nach Steuer: nur 79,50 EUR

Alleine dadurch bietet ein Beitragsentlastungstarif deutliche Vorteile gegenüber den meisten anderen Sparformen (s.u.)!

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Nachteile Beitragsentlastungstarife

  • Je nach Anbieter lebenslange Beitragszahlung, auch noch nach Rentenbeginn.
    Wichtig (und häufig nicht bekannt): Manche Gesellschaften bieten die Möglichkeit, die Beitragszahlung jederzeit zu beenden und dann das bis dahin angesparte Kapital direkt beitragssenkend zu verwenden.
  • Verlust sämtlicher eingezahlter Beiträge bei Beendigung (u.a. Wechsel der Gesellschaft, Tod des Versicherten – die Beiträge sind nicht vererbbar oder Rückkehr in die GKV z.B. bei reduziertem Einkommen).
    Wichtig (und häufig nicht bekannt): Manche Anbieter ermöglichen die direkt beitragsmindernde Anrechnung des gesparten Kapitals bei der Umwandlung einer Vollversicherung in eine Zusatzversicherung bei Rückkehr in die GKV.
  • Die errechnete Beitragsreduzierung ist ebenso wie die Ablaufleistung einer Rentenversicherung nicht garantiert, sondern hängt von der Entwicklung der verwendeten Rechungsgrundlagen wie Lebenserwartung und Zins ab.

Die Rendite hierbei lässt sich nicht pauschal berechnen, da sie neben der Kapitalverzinsung der gewählten Gesellschaft auch von Faktoren wie Arbeitnehmer- oder Selbstständigenstatus, persönlicher Einkommens- und Steuersituation und Lebenserwartung abhängig ist. Generell ist die Kapitalverzinsung bei Krankenversicherern nicht unbedingt höher als bei Lebensversicherern. Aktuell (6/2019) bieten Beitragsentlastungstarife je nach Gesellschaft eine Verzinsung von um die 2% bis 2,7%.

Beispiel PKV-Beitragsentlastungstarif zum Altersbeitragsentlastungssparen

Hier zunächst wieder die Übersicht der einzelnen Rechenschritten zum Altersbeitragsentlastungssparen, die nachfolgend genauer erläutert werden, für den obigen Fall des 32-jährigen Arztes in dem Beitragsentlastungstarif eines „guten“ PKV-Anbieters:

Altersbeitragsentlastungssparen 2 PKV Beitragsentlastungstarif

Beiträge zum PKV-Beitragsentlastungstarif nach Steuer und Arbeitgeberzuschuss

Eine Sparleistung von 124 EUR p.m. kostet „netto“ für Arbeitnehmer nach Arbeitgeberzuschuss und Steuer nur 39,75 EUR und für Selbstständige nach Steuer nur 79,50 EUR!

Altersbeitragsentlastungssparen - Beitrag Altersbeitragsentlastungstarif Selbstständiger + Arbeitnehmer

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Wie schon geschrieben bedeutet dies eine Sparleistung von 124 EUR p.m. kostet „netto“ für

  • Arbeitnehmer nach Arbeitgeberzuschuss und Steuer: nur 39,75 EUR – ergibt eine unmittelbare „Rendite“ auf den eingezahlten Betrag unabhängig von weiterer Verzinsung von 312%!
  • Selbstständige nach Steuer: nur 79,50 EUR –  ergibt eine „Sofort-Rendite“ auf den eingezahlten Betrag unabhängig von weiterer Verzinsung von 156%!

Einzahlung vs. Auszahlung PKV-Beitragsentlastungstarif

Bei der Auszahlung werden hier drei Varianten verglichen (zur Vereinfachung ohne Zinseffekte im Laufe der Ein- und Auszahlung):

  1. Ein Selbstständiger führt den Beitragsentlastungstarif dauerhaft fort (hier mit einer angenommenen Lebenserwartung von 90 Jahren.
  2. Ein Angestellter macht sich nach 10 Jahren selbstständig und nutzt die bis dahin angesparte Beitragsentlastung zur direkten Beitragsreduzierung.
  3. Ein Arbeitnehmer nutzt die Beitragsentlastungskomponente bis 67 ohne anschließend weitere Einzahlung.

Altersbeitragsentlastungssparen - Einzahlung vs. Auszahlung Altersbeitragsentlastungstarif

Fazit: Rendite PKV-Beitragsentlastungstarif

Als Fazit lohnen sich PKV-Beitragsentlastungstarife auch für Selbstständige mit einem „Plus“ von 55.071 EUR. Für Arbeitnehmer ist diese Form des Altersbeitragsentlastungssparens mit einem Plus von 80.590 EUR besonders vorteilhaft!

Rechnet man das Beispiel des Arbeitnehmers mit einer Einzahlung bis 67 und einer Rentenzahlungsdauer von 23 Jahren genau nach, ergibt sich eine angesichts des aktuellen Zinsniveaus ausgesprochen attraktive Rendite von 5,93% nach Kosten und nach Steuern! Mit den gleichen Parametern erzielt der Selbstständige (bzw. ein Angestellter, dessen Arbeitgeberzuschuss ausgeschöpft ist) eine ebenfalls ansehnliche Rendite von 3,63% nach Kosten und nach Steuern!

2. Individuelles Altersbeitragsentlastungssparen

Für ein individuelles Altersbeitragsentlastungssparen sind grundsätzlich alle unter „Vergleich Geldanlage“ beschriebenen Sparformen möglich. Allerdings sollte ein besonderer Fokus auf die Absicherung des sog. „Langlebigkeitsrisikos“ gelegt werden. Da die Beiträge zur privaten Krankenversicherung lebenslang zu begleichen sind, sollte das Ergebnis des Sparens ebenfalls lebenslang Geld ausschütten, ggf. auch noch mit Alter 100. Bei der Auswahl der für Sie passenden Lösung beraten wir Sie gerne, siehe Beratung Altersvorsorge.

Beispiel private Rentenversicherung zum Altersbeitragsentlastungssparen

Mit relativ sicherer Verzinsung und Steuervorteilen ist eine klassische private Rentenversicherung oft eine gute Lösung. Die Gesamtverzinsung vor Kosten liegt bei „guten“ Anbietern aktuell (6/2019) um die 3,7%, nach Kosten (je nach Eintrittsalter um die 1%) verbleibt eine Verzinsung nach Kosten von ca. 2,7%. Für risikofreudigere Anleger kann gut diversifiziertes Fondssparen die richtige Wahl sein, z.B. eine Fonds-Rentenversicherung mit Beitragsgarantie, lebenslanger Rentenzahlung und steuerlichen Vorteilen.

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Für beide Variante hier als Beispiel die Investition in eine klassische bzw. fondsgebundene Rentenversicherung bei einem führenden deutschen Anbieter

Altersbeitragsentlastungssparen - 3 Private RentenversicherungDie Anlage einer Ersparnis von 124 EUR p.m. bis Alter 67 führt also zu einer monatlichen Beitragsreduzierung der privaten Krankenversicherung nach Steuern von knapp 330 EUR bzw. 360 EUR pro Monat.

Ist ein ETF-Sparplan eine sinnvolle Alternative?

Manche unserer Kunden denken über einen reinen ETF-Sparplan als Lösung nach, der zunächst Kostenvorteile bietet. Für das Altersbeitragsentlastungssparen ist diese Sparform aus folgenden Gründen jedoch meist weniger geeignet:

  • Man verschenkt unnötig erhebliche Steuervorteile und ggf. Arbeitgeberzuschüsse einer Altersvorsorgelösung, s.o.. Berücksichtigt man diese Effekte ist es so gut wie unmöglich, per ETF Sparplan mit realistischer Rendite auf ein vergleichbares Ergebnis zu kommen!
  • Die gesparte Summe wird häufig doch anders verwendet, z.B. bei Autokauf oder Hausbau.
  • Das sog. Langlebigkeitsrisiko wird nicht abgesichert – siehe dazu die hier verlinkten Ausführungen von Prof. Dr. Beenken.

Fazit:

Bitte verkonsumieren Sie Ihre Beitragsersparnis aus der privaten Krankenversicherung nicht, sondern legen Sie diese zweckgebunden (!) für Ihr persönliches Altersbeitragsentlastungssparen an.

Und sollte jemand im Rentenalter über gestiegene Beiträge (grds. ein völlig normaler Vorgang) seiner privaten Krankenversicherung klagen, fragen Sie bitte nach, ob und wie derjenige seine langjährige Beitragsersparnis angelegt hat! Und

Nutzen Sie auch zu diesem Thema unsere persönliche Beratung, damit Sie langfristig die für Sie richtige Entscheidung treffen! Sprechen Sie uns gerne an.


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