Kinderkrankenversicherung - Geburtsteddy

“Geburtsteddy”

Ihr Nachwuchs ist angekommen?

Herzlichen Glückwunsch!! Bei kürzeren Nächten und vollen Windeln können wir Ihnen nicht helfen; in allen Fragen zur privaten Krankenversicherung aber schon. Geben Sie mir einfach kurz Bescheid, wir kümmern uns gerne für Sie um die Kinderkrankenversicherung – Sie sind vermutlich erst mal anderweitig beschäftigt. Mit Eingabe weniger Daten können Sie mir auch schon direkt dieses unterschriebene Formular Kindernachversicherung zukommen lassen.

Für meine Kunden gibt es zur Geburt einen “Geburtsteddy” mit aufgedruckten Geburtsdaten des Kindes. Verraten Sie mir dafür bitte einfach Name, Geburtsdatum und -zeit, Gewicht und Größe des Babys.

Zu allen anderen Fragen rund um die Geburt siehe meine Checkliste Geburt.

Kinderkrankenversicherung – gesetzlich oder privat?

Beide Eltern gesetzlich krankenversichert

Sind beide Elternteile in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert, so muss das Kind mit der “Bescheinigung für die Krankenversicherung” vom Standesamt zur gesetzlichen Familienversicherung angemeldet werden. Vorteil: die Familienversicherung ist kostenlos. Dafür sind die medizinischen Leistungen sehr eingeschränkt.

Beide Eltern privat krankenversichert

Sind beide Elternteile privat krankenversichert, darf auch das Neugeborene privat krankenversichert werden (siehe unten “Kindernachversicherung“). Für das Baby fällt ab dem Tag der Geburt ein eigener Krankenversicherungsbeitrag an, der jedoch deutlich günstiger ist, als die Beiträge für Erwachsene (ca. 1/5).

Eltern unterschiedlich krankenversichert

Hier gilt die Faustregel “das Kind wird bei dem besser verdienenden Elternteil mitversichert”. Es gibt allerdings auch einige Ausnahmen, z.B. können die Kinder von Beamten immer in günstigen privaten Beamtentarifen mit Beihilfe versichert werden.

Kindernachversicherung

Neugeborene Kinder haben gem. § 198 VVG einen Anspruch auf “Kindernachversicherung” als Kinderkrankenversicherung im Tarif der privaten Krankenversicherung eines Elternteils ohne sog. “Gesundheitsprüfung”, d.h. es werden keine Fragen nach dem Gesundheitszustand gestellt. Das Kind ist dann rückwirkend zum Geburtstermin krankenversichert, d.h. alle Kosten ab Geburt werden übernommen (die Geburt selbst wird i.d.R. über die Mutter abgerechnet).Checkliste Geburt Wichtig Krankenversicherung Frühgeburt

Dieser Anspruch wird besonders wichtig bei einer Frühgeburt (in Deutschland knapp 10% der Geburten). Ca. 30% der Frühchen haben je nach Schwangerschaftswoche langfristige gesundheitliche Probleme, rund 10% sind schwer behindert (“Immer mehr Frühgeburten”, Ärztezeitung v. 12.11.2010, Studien zu den Langzeitfolgen einer Frühgeburt)!

Der Anspruch auf Kindernachversicherung gilt gem. § 2 Absatz 2 MB/KK (PKV Musterbedingungen) nur unter folgenden Einschränkungen:

  • erst ab Vollendung der Geburt (d.h. Durchtrennung der Nabelschnur)
  • der private Krankenversicherungsvertrag des Elternteils muss bei den meisten Gesellschaften mindestens 3 Monate bestanden haben
  • die Kindernachversicherung muss innerhalb von 2 Monaten ab vollendeter Geburt bei der Krankenversicherung beantragt werden
  • der Umfang der Versicherungsleistungen darf nicht höher sein als beim Elternteil; u.a. deshalb sollten die Eltern rechtzeitig vor der Geburt (besser noch vor der Schwangerschaft!) überprüfen, ob sie langfristig richtig krankenversichert sind. Das gilt auch für private Zusatzversicherungen und Krankentagegeldversicherungen bzw. eine private Pflegetagegeldversicherung!

Tipp: vereinzelte Anbieter verzichten in ihren Bedingungen generell auf die 3-Monatsfrist, für die normalerweise der Vertrag des Elternteils vor der Geburt bestanden haben muss.

Problematisch können angeborene Schäden / Anomalien oder Geburtsschäden sein, die vor Vollendung der Geburt entstanden sind. Hier besteht gem. § 2 Absatz 2 MB/KK kein garantierter Anspruch auf Kindernachversicherung“, d.h. es ist nicht eindeutig geregelt, dass das Kind ohne Gesundheitsprüfung in den Tarif des Elternteils aufgenommen wird!

Teilweise wird vertreten, dass in diesen Fällen ein Anspruch auf Kindernachversicherung dennoch aus § 198 Abs. 1 VVG folgt. Auch hier steht jedoch “ab Vollendung der Geburt”! Von einigen Anbieter wird auch berichtet, dass sie selbst ohne klare Regelung Kinder in diesen Fällen versichern. Aber wollen Sie sich in dem Moment, in dem Sie durch die Geburt eines behinderten Kindes vor gewaltigen neuen Herausforderungen stehen, einer solchen Unsicherheit aussetzen und auf das Wohlwollen der Gesellschaft angewiesen sein bzw. diese ggf. durch mehrere Instanzen verklagen müssen?

Deshalb meine Empfehlung: wählen Sie beim Abschluss einer privaten Krankenversicherung einen “guten” Anbieter bzw. Tarif, der von vornherein auf diese Regelung verzichtet und Ihnen für den Ernstfall somit mehr Sicherheit bietet. Gerne checken wir für Sie, wie das bei Ihrem Tarif geregelt ist.

Kinderkrankenversicherung und Adoption

Kinderkrankenversicherung - Geburtsteddy

“Geburtsteddy”

Sollten Sie über eine Adoption nachdenken, kann die Auswahl der richtigen Kinderkrankenversicherung besonders wichtig sein.

Ein aktueller Fall eines meiner Kunden: der Ehemann ist auf meine Empfehlung hin beim Deutschen Ring versichert, seine Ehefrau (Beamtin) war schon bei der Debeka krankenversichert. Bei der Adoption eines neugeborenen Kindes, das als “Frühchen” 8 Wochen zu früh zur Welt kam, stellte sich 2011 die Frage der Kindernachversicherung. Diese wäre bei beiden Gesellschaften, Debeka und Deutscher Ring, möglich gewesen. Aussage der Debeka: Kindernachversicherung bei Adoptivkindern nur mit Gesundheitsprüfung und Risikozuschlägen (was gem. § 198 VVG grundsätzlich korrekt ist – mit einem RZ bis zu 100% des Beitrags!). Der Deutsche Ring dagegen stellte damals Adoptivkinder leiblichen Kindern gleich, d.h. keine Gesundheitsfragen, keine Risikoprüfung und keine Risikozuschläge!

Seit 2013 hat der Deutsche Ring seine sog. “Annahmerichtlinien” jedoch geändert. Nun wird bei Adoptivkindern nicht nur die Beantwortung von Gesundheitsfragen gefordert sondern auch eine ärztliche Untersuchung!

Kinderalleinversicherung

Ggf. kann ein (gesundes) Kind auch alleine bei einer anderen Gesellschaft als die Eltern versichert werden (sog. “Kinderalleinversicherung”, z.B. wenn deren Tarif wichtigen Auswahlkriterien für eine gute Krankenversicherung nicht entspricht). Dabei findet dann jedoch eine sog. “Gesundheitsprüfung” anhand vom Kunden zu beantwortender Gesundheitsfragen statt. Für den Antrag ist eine Kopie des Mutterpasses mit den Ergebnissen der U1 und U2 Untersuchungen erforderlich.

Kosten werden hier erst ab Policierung übernommen, nicht schon ab Geburt! Die ersten Untersuchungen des Kindes (U1 und U2) werden allerdings nicht gesonder berechnet sondern sind bei stationärer Entbindung in der sog. “DRG-Fallpauschale” enthalten, die die Krankenversicherung der Mutter übernimmt. Dennoch ist wenn diese Option gewählt werden soll etwas Eile geboten bevor weitere Kosten entstehen.

Hier finden Sie eine Übersicht, wie einzelne Gesellschaften mit einer Kinderalleinversicherung laut ihren Annahmerichtlinien umgehen (freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Levelnine, Stand 04/2013, ohne Gewähr):

JaNeinHinweis/Voraussetzungen
AllianzXab dem 2. L J+ Vorsorgeuntersuchung U7
Alte OldenburgerXab dem 6. Lebensjahr
ARAGX
AXAXab dem 16. L J
BarmeniaX• außer Ärzte in den Ärztetarifen
• im Alter von 8 – 12 ist eine Bestätigung erforderlich, dass keine KFO-Behandlung erfolgt bzw. erforderlich ist.
BBKKXNicht im Tarif CP
BBVXab dem 6. L J
CentralXab dem 13. Lebensmonat mit U1 bis U9, davor nur in Ausnahmefällen (Hinweis: sehr problematische Beitragsentwicklung bei den Central Tarifen!)
ConcordiaXab dem 8. L J, davor nur wenn ein Elternteil gleichartig versichert ist.
ContinentaleX X
DBV-WinterthurX
DebekaX
Deutscher RingX
DEVKXaußer M2-M4 (ab Alter 4, sofern alle U-Untersuchen duchgeführt wurden)
DKVXAusnahme: BestMed Tarife. Hier ist eine Kinder Soloversicherung nicht möglich, es sei denn, es zeichnet sich ab, dass ein Elternteil in unmittelbarer Zukunft ebenfalls bei der DKV eine VV abschließen  wird.
GothaerXKinder sind in der Krankheitskostenvollvers. alleine versicherbar, sofern ein gesetzl. Vertreter die Eigenschaft des VN übernimmt.
HALLESCHEXNEU: seit 4/2015 unabhängig vom Alter ab Geburt (vorher nur ab 8. Lebensjahr)
HanseMerkurX
HUK-CoburgXab dem 6. Lebensjahr
InterX
LKHX
LVMXEin Elternteil muss in einer PKV versichert  sein
MannheimerXab dem 6. Lebensjahr
Münchener VereinX
NürnbergerX
PAXX
ProvinzialX
R+VX
SDKXEin Elternteil muss in einer PKV versichert  sein
SignalXAb dem 49. Lebensmonat, davor nur wenn ein Elternteil gleichartig versichert ist.
UKVX
uniVersaX
WürttembergischeXab dem 5. L J, davor nur in Ausnahmefällen