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Kinderkrankenversicherung: Worauf sollten Sie vor und nach der Geburt achten, welche Fristen sind einzuhalten? Wir nehmen Ihnen eine Sorge ab und kümmern uns gerne für Sie darum, dass Ihr Kind eine „gute“ (private) Krankenversicherung bekommt. Häufig ist das die PKV eines Elternteils, manchmal ist das Kind jedoch woanders besser versichert! Diesen kostenlosen Service bieten wir nicht nur unseren Kunden an, sondern auch „Fremdversicherten“.

Das Wichtigste in Kürze
  • Sind beide Elternteile in der GKV krankenversichert, kann das Kind nicht in der PKV versichert werden. Sind beide Elternteile Teil der PKV, überträgt sich diese Möglichkeit auf das Kind.

  • Elternteile, die unterschiedlich krankenversichert sind, empfehlen wir ihr Kind frühzeitig mit günstigeren Beiträgen und bei besserer Gesundheit in der PKV unterzubringen.

  • Eine Kindernachversicherung ermöglicht das Kind rückwirkend zum Geburtstermin abzusichern – und das ohne Gesundheitsprüfung! Somit wird eine PKV auch im Falle von gesundheitlichen Problemen gesichert.

Ihr Nachwuchs ist angekommen?

Herzlichen Glückwunsch!! Bei kürzeren Nächten und vollen Windeln können wir Ihnen nicht helfen; in allen Fragen zur privaten Krankenversicherung aber schon. Geben Sie uns einfach kurz Bescheid, wir kümmern uns gerne für Sie um die Kinderkrankenversicherung – Sie sind vermutlich erst mal anderweitig beschäftigt. Mit Eingabe weniger Daten können Sie uns auch schon direkt dieses unterschriebene Formular Kindernachversicherung zukommen lassen.

Unsere Kunden empfehlen unsere Beratung in über 2.900 Bewertungen. Machen Sie sich den Weg zur Lösung Ihres Anliegens nicht unnötig schwer.

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Kinderkrankenversicherung – gesetzlich oder privat?

Die Wahl der Kinderkrankenversicherung hängt vor allem davon ab, wo die Eltern krankenversichert sind und wer wie viel verdient.

Beide Eltern gesetzlich krankenversichert

Sind beide Elternteile in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert, so muss das Kind mit der „Bescheinigung für die Krankenversicherung“ vom Standesamt zur gesetzlichen Familienversicherung angemeldet werden. Vorteil: Die Familienversicherung ist kostenlos. Dafür sind die medizinischen Leistungen eingeschränkt, siehe Systemunterschiede GKV vs. PKV.

Beide Eltern privat krankenversichert

Sind beide Elternteile privat krankenversichert, darf auch das Neugeborene privat krankenversichert werden (siehe unten „Kindernachversicherung„). Für das Baby fällt ab dem Tag der Geburt ein eigener Krankenversicherungsbeitrag an, der jedoch deutlich günstiger ist, als die Beiträge für Erwachsene (ca. 1/5).

Eltern unterschiedlich krankenversichert

Hier gilt als Faustregel „das Kind wird bei dem besser verdienenden Elternteil mitversichert“. Es gibt allerdings auch einige Ausnahmen, z.B. können die Kinder von Beamten immer in günstigen privaten Beamtentarifen versichert werden. Der Dienstherr übernimmt über die Beihilfe i.d.R. 80% der Beiträge. Beamtenkinder profitieren so zu einem ausgesprochen günstigen Beitrag von ca. 40-50 EUR von den deutlich besseren PKV-Leistungen! Ist ein Elternteil Beamter und ein Elternteil Arzt (oder beides kombiniert), dann sind Beihilfeärztetarife besonders vorteilhaft, die aber nur wenige Gesellschaften anbieten. Wir sagen Ihnen welche.

Der Abschluss einer PKV für das Kind ist jedoch nur möglich, wenn es “gesund” genug ist, um in die PKV aufgenommen zu werden! Liegt eine chronische Erkrankung vor, wurde eine kieferorthopädische Behandlung empfohlen bzw. wird sie gerade durchgeführt oder wenn es in den letzten drei Jahren relevantere Behandlungen gab, dann kann der Antrag des Kindes im Rahmen der sog. “Risikoprüfung” auch abgelehnt werden. Folge: Das Kind zahlt weiterhin einen hohen Beitrag für seine GKV mit schwachen Leistungen. Sollten Eltern bei der Krankenversicherung ihres Kindes wirklich sparen wollen oder müssen, empfehlen wir deshalb immer unbedingt den Abschluss einer PKV Anwartschaftsversicherung, sinnvollerweise kombiniert mit einer passenden Zusatzversicherung, insbesondere fürs Krankenhaus!

Private Kinderkrankenversicherung: Gesellschaft und Tarif?

Am einfachsten wird das neugeborene Kind über die sog. „Kindernachversicherung“ bei der Gesellschaft und im Tarif eines Elternteils privat krankenversichert.

Wenn diese Gesellschaft bzw. dieser Tarif nicht (mehr) den Anforderungen an eine gute private Krankenversicherung entsprechen oder nicht zum Beruf der Eltern passen (z.B. keine guten Arzttarife oder Beamtentarife) und das Kind „gesund“ ist, kann die Versicherung bei einer anderen Gesellschaft im Wege der „Kinderalleinversicherung“ sinnvoll sein.

Kindernachversicherung

Neugeborene Kinder haben gem. § 198 VVG einen Anspruch auf „Kindernachversicherung“ als Kinderkrankenversicherung im Tarif der privaten Krankenversicherung eines Elternteils ohne sog. „Gesundheitsprüfung“, d.h. es werden keine Fragen nach dem Gesundheitszustand gestellt. Das Kind ist dann rückwirkend zum Geburtstermin krankenversichert, d.h. alle Kosten ab Geburt werden übernommen (die Geburt selbst wird i.d.R. über die Mutter abgerechnet).

Mit Eingabe weniger Daten können Sie uns gerne schon direkt dieses unterschriebene Formular Kindernachversicherung zukommen lassen.

Der Anspruch auf Kindernachversicherung wird besonders wichtig bei einer Frühgeburt (in Deutschland knapp 10% der Geburten). Ca. 30% der Frühchen haben je nach Schwangerschaftswoche langfristige gesundheitliche Probleme, rund 10% sind schwer behindert („Immer mehr Frühgeburten“, Ärztezeitung v. 12.11.2010, Studien zu den Langzeitfolgen einer Frühgeburt)!

Der Anspruch auf Kindernachversicherung gilt gem. § 2 Absatz 2 MB/KK (PKV Musterbedingungen) nur unter folgenden Einschränkungen:

Sehr geehrte Herren, ich benötige Informationen zu privater Pflegeversicherung für meinen Sohn, der in der letzten Woche mit Geburtskomplikationen geboren wurde. Sein Zustand hat sich schon wesentlich stabilisiert, dennoch kann eine (temporäre) Pflegebedürftigkeit bisher nicht ausgeschlossen werden. Weder mein Mann noch ich haben eine private Pflegeversicherung. Welche Möglichkeiten haben wir, (ohne Gesundheitsprüfung?) eine Pflegezusatzversicherung/Pflegetagegeldversicherung oder ähnliches für unseren Sohn abzuschließen?

Kundenanfrage vom 4.3.2020

Bis auf die minimalen Leistungen von „Pflege-Bahr“ mit einer Wartezeit von 5 Jahren gibt es in einer solchen Situation leider keine Möglichkeiten, Eltern mit einem pflegebedürftigen Kind zu helfen. Hätten die Eltern selbst eine Pflegezusatzversicherung (kostet je nach Alter ca. 70 EUR p.m.), könnte das pflegebedürftige Kind ohne Gesundheitsprüfung versichert werden mit einer Leistung von z.B. 1.800 EUR p.m. für 60 Jahre = 1,3 Mio. EUR! Versichern Sie sich deshalb bitte frühzeitig für den Pflegefall, auch im Interesse Ihrer (zukünftigen) Kinder!

Problematisch können angeborene Schäden / Anomalien oder Geburtsschäden sein, die vor Vollendung der Geburt entstanden sind. Hier besteht gem. § 2 Absatz 2 MB/KK kein garantierter Anspruch auf Kindernachversicherung„, d.h. es ist nicht eindeutig geregelt, dass das Kind ohne Gesundheitsprüfung in den Tarif des Elternteils aufgenommen wird!

Teilweise wird vertreten, dass in diesen Fällen ein Anspruch auf Kindernachversicherung dennoch aus § 198 Abs. 1 VVG folgt. Auch hier steht jedoch „ab Vollendung der Geburt“! Von einigen Anbieter wird auch berichtet, dass sie selbst ohne klare Regelung Kinder in diesen Fällen versichern. Aber wollen Sie sich in dem Moment, in dem Sie durch die Geburt eines behinderten Kindes vor gewaltigen neuen Herausforderungen stehen, einer solchen Unsicherheit aussetzen und auf das Wohlwollen der Gesellschaft angewiesen sein bzw. diese ggf. durch mehrere Instanzen verklagen müssen?

Deshalb unsere Empfehlung: Wählen Sie beim Abschluss einer privaten Krankenversicherung einen „guten“ Anbieter bzw. Tarif, der von vornherein auf diese Regelung verzichtet und Ihnen für den Ernstfall somit mehr Sicherheit bietet. Alleine diese Klarstellung bestätigt ja indirekt, dass es Klarstellungsbedarf gibt. Gerne checken wir für Sie, wie das bei Ihrem Tarif geregelt ist.

Kinderalleinversicherung

Ggf. kann ein (gesundes) Kind auch alleine bei einer anderen Gesellschaft als die Eltern versichert werden (sog. „Kinderalleinversicherung“), z.B. wenn deren Tarif wichtigen Auswahlkriterien für eine gute Krankenversicherung nicht entspricht oder nicht zum Beruf der Eltern passen (z.B. keine guten Arzttarife oder Beamtentarife). Dabei findet dann jedoch eine sog. „Gesundheitsprüfung“ anhand vom Kunden zu beantwortender Gesundheitsfragen statt. Für den Antrag ist eine Kopie des Mutterpasses mit den Ergebnissen der U1 und U2 Untersuchungen erforderlich.

Hier finden Sie eine Übersicht, wie einzelne Gesellschaften mit einer Kinderalleinversicherung laut ihren Annahmerichtlinien umgehen (ohne Gewähr, da Details sich häufiger ändern. Fragen Sie uns!)

JaNeinHinweis/Voraussetzungen
AllianzXerst ab dem 2. L J + alle Vorsorgeuntersuchungen inkl. U7
Alte OldenburgerXerst ab Vollendung 6. Lebensjahr mit allen U-Berichten und aktuellem Zahnarztbericht
ARAGX
AXA / DBVXerst ab dem 16. L J, Elternteil = Versicherungsnehmer
BarmeniaXMit Ergebnisse U1 und U2 ohne Befund. Im Alter von 8 – 12 mit Bestätigung, dass keine KFO-Behandlung erfolgt bzw. erforderlich ist.
BBKKX(tarifabhängig)
BBVXab dem 6. L J
CentralXab dem 13. Lebensmonat mit U1 bis U9, davor nur in Ausnahmefällen (Hinweis: sehr problematische Beitragsentwicklung bei den Central Tarifen!)
ConcordiaXerst ab dem 8. L J, davor nur wenn ein Elternteil gleichartig versichert ist
ContinentaleX
DBV-Winterthursiehe oben Axa / DBV
DebekaXElternteil = Versicherungsnehmer. Zu Risiken und Nebenwirkungen siehe unsere Seite Debeka
Deutscher RingXerst ab Vollendung 4. Lebensjahr
DEVKX
DKVXAusnahme: BestMed Tarife. Hier ist eine Kinder Soloversicherung nicht möglich, es sei denn, es zeichnet sich ab, dass ein Elternteil in unmittelbarer Zukunft ebenfalls bei der DKV eine VV abschließen wird.
GothaerXElternteil = Versicherungsnehmer
HallescheXElternteil = Versicherungsnehmer
HanseMerkurXVersichert Neugeborene rückwirkend zum Geburtstermin bei Anmeldung in den ersten beiden Lebensmonaten!
HUK-CoburgXerst ab dem 4. Lebensjahr
InterXab Vollendung 1. Lebensjahr. Zwischen 8 und 12 mit zahnärztlichem Zeugnis
LKHX
LVMXEin Elternteil muss PKV versichert sein. Ergebnisse U1 und U2 ohne Befund.
MannheimerXerst ab dem 6. Lebensjahr
Münchener VereinXElternteil = Versicherungsnehmer
MecklenburgischeX
NürnbergerX
OttonovaXerst ab 18. Geburtstag
PAX BruderhilfeXerst ab dem 7. LJ wenn ein Elternteil andere PKV
Provinzial / VGHXEin Elternteil muss in einer PKV versichert sein
R+VXElternteil = Versicherungsnehmer
SDKXEin Elternteil muss in einer PKV versichert sein
SignalXErst ab dem 49. Lebensmonat, davor nur wenn ein Elternteil gleichartig versichert ist.
UKVXabhängig vom Tarif
uniVersaXerst ab dem 16. LJ
WürttembergischeXerst ab dem 1. LJ

Praktische Tipps zur Kinderkrankenversicherung

Bei welchem Elternteil sollte das Kind am besten mitversichert werden?

Sind beide Eltern privat krankenversichert ist es nach unserer Erfahrung häufig sinnvoller, das Kind beim Vater mitzuversichern, z.B. wenn die Mutter Elternzeit nimmt oder später nur Teilzeit arbeitet.

Ein weiteres Kriterium ist die Frage, inwieweit der bisherige PKV-Beitrag der Eltern noch Spielraum für weiteren Arbeitgeberzuschuss fürs Kind lässt.

Vertragsgestaltung während der Elternzeit

Tipps dazu, z.B. zur Beitragsfreistellung des Haupttarifs für bis zu sechs Monate während des Elterngeldbezugs oder zur Umwandlung der Krankentagegeldversicherung in eine Anwartschaft finden Sie auf unserer Seite Krankenversicherung der Eltern.

Private Krankenversicherung für Beamtenkinder

Für Beamtenkinder gibt es bei der privaten Krankenversicherung – ähnlich wie bei den Eltern, siehe Private Krankenversicherung für Beamte – ein paar Besonderheiten.

PKV für Beamtenkinder und Beihilfe

Beamte bekommen für Ihre Kinder i.d.R. 80% Beihilfe. Die restlichen 20% und Lücken der Beihilfe übernimmt die private Krankenversicherung inkl. Beihilfeergänzungstarif.

Sie haben also die Wahl, wie Sie Ihr Kind ohne Gesundheitsprüfung per Kindernachversicherung versichert möchten:

  1. Über die PKV des verbeamteten Elternteils, die im Fall der Debeka möglicherweise ein deutlich schlechteres Preis-/Leistungsverhältnis bietet.
  2. Über die ggf. leistungsstärkere PKV des nicht-verbeamteten Elternteils, ebenfalls in einem Beamtentarif bzw. Beihilfetarif.

Treffen Sie diese Entscheidung nur nach qualifizierter Beratung!

PKV Anwartschaftsversicherung für Beamtenkinder

Wie in unserem Beitrag PKV Anwartschaftsversicherung für Beamtenkinder ausführlich beschrieben sollten Beamte, die ihr Kind anfangs gesetzlich familienversichern, um bei der Krankenversicherung ihres Kindes zu sparen, unbedingt eine PKV Anwartschaftsversicherung für Beamtenkinder abschließen, sinnvollerweise kombiniert mit einer passenden Zusatzversicherung, insbesondere fürs Krankenhaus! Mit einer solchen Anwartschaft sichern Sie sich den späteren Wechsel in die PKV bei Fortfall des Anspruchs auf Familienversicherung ohne erneute Gesundheitsprüfung.

Kinderkrankenversicherung und Adoption

Sollten Sie über eine Adoption nachdenken, kann die Auswahl der richtigen Kinderkrankenversicherung besonders wichtig sein!

Ein Kundenfall: Der Ehemann war auf unsere Empfehlung hin beim Deutschen Ring (jetzt Signal Iduna) versichert, seine Ehefrau (Beamtin) war schon bei der Debeka krankenversichert. Bei der Adoption eines neugeborenen Kindes, das als “Frühchen” 8 Wochen zu früh zur Welt kam, stellte sich 2011 die Frage der Kindernachversicherung. Diese wäre grundsätzlich bei beiden Gesellschaften, Debeka und Deutscher Ring, möglich gewesen. Allerdings war das Kind als Frühchen nicht 100% gesund.

Aussage der Debeka zu diesem Zeitpunkt: Kindernachversicherung bei Adoptivkindern nur mit Gesundheitsprüfung und Risikozuschlägen. Das ist gem. § 198 VVG und § 2 Abs. 3 MB/KK 2009 grundsätzlich möglich – mit einem RZ bis zu 100% des Beitrags!

Der Deutsche Ring dagegen stellte Adoptivkinder leiblichen Kindern gleich, d.h. keine Gesundheitsfragen, keine Risikoprüfung und keine Risikozuschläge! Seit 2013 hat der Deutsche Ring seine Politik leider geändert. Nun wird bei Adoptivkindern nicht nur die Beantwortung von Gesundheitsfragen gefordert sondern auch eine ärztliche Untersuchung!

Pflegezusatzversicherung für Kinder

Um es auch hier noch einmal zu betonen: Wie auf unserer Seite Private Pflegeversicherung – braucht man die? ausführlich beschrieben ist eine private Pflegezusatzversicherung nicht erst mit 90 relevant, sondern sollte so früh wie möglich abgeschlossen werden. Die Pflegepflichtversicherung – gesetzlich oder privat – bietet nur „Teilkasko“ und reicht im Pflegefall bei weitem nicht aus. Je früher eine solche Pflegezusatzversicherung, z.B. als Pflegetagegeld, abgeschlossen wird, desto günstiger sind die Beiträge. Abwarten „lohnt“ sich auch hier nicht, Sie bzw. Ihre Kinder zahlen bei späterem Abschluss langfristig mehr und verzichten bis dahin für einige Jahre auf eine wichtige Absicherung.

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