Berufsunfähigkeitsrisiko: Wie kann ich überhaupt berufsunfähig werden? Ich kann doch immer etwas arbeiten. Ich bin doch verheiratet. Ich bin im Versorgungswerk. Als MythBUsters räumen wir hier mit einigen Mythen und Ausreden zum Berufsunfähigkeitsrisiko auf.

Berufsunfähigkeitsrisiko - BU Mythen

Das Wichtigste in Kürze

  • Auch für Akademiker mit Schreibtischjob beträgt das Risiko, berufsunfähig zu werden, ca. 20 bis 30 %. Rechnen Sie mit unserem Rechner Berufsunfähigkeitsrisiko selbst nach.
  • Intelligente Menschen suchen gerne kreative Ausreden, um sich die Kosten einer Berufsunfähigkeitsversicherung zu sparen. Wir kennen sie alle. 😀 Fast allen fehlt die logische Grundlage!
  • Sparen Sie sich lieber die weitere Suche und buchen Sie über diesen Link einfach direkt Ihren kostenlosen Beratungstermin. 🙂

Es gibt nur anderthalb gute Gründe gegen den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung (Dr. B. Schlemann)

Ich habe doch einen Schreibtischjob …

Berufsunfähigkeitsrisiko - jeder Vierte wird BU!…. wie soll ich da berufsunfähig werden?. Oder: Ich bin Arzt, BWLer, Jurist, Ingenieur usw. – da kann ich doch immer irgend etwas arbeiten! Ähnliche Einwände hören wir öfters am Anfang einer Beratung zur Berufsunfähigkeit.

Bei einem „Schreibtischjob“ ist sicherlich die Gefahr geringer, von Gegenständen getroffen und verletzt zu werden. Dafür drohen jedoch Risiken wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Rückenprobleme wegen mangelnder Bewegung, wenn jemand den ganzen Tag am Schreibtisch sitzt und sich vielleicht aus Zeitmangel noch zusätzlich ungesund mit Fast-Food ernährt. Geistige und psychische Einschränkungen wirken sich in einem Schreibtischjob häufig stärker aus, als bei manuellen Tätigkeiten.

Das wichtigste Argument: Auch Versicherer wissen, dass ein „Schreibtischtäter“ ein geringeres Berufsunfähigkeitsrisiko hat. Deshalb zahlt er deutlich weniger für seine Berufsunfähigkeitsversicherung, als z.B. ein Dachdecker. Das reduzierte Risiko ist also schon eingepreist und deshalb kein legitimes Argument, keine BU abzuschließen!

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Weitere BU Ausreden und Irrtümer

Unsere Statements zu anderen typischen „BU-Ausreden“ bzw. Irrtümern wie Ich kann immer etwas arbeiten, Ich brauche keine BU, ich bin verheiratet, Ich spare lieber, um gegen Berufsunfähigkeit vorzusorgen, Ich warte, bis ich ein Haus und Kinder habe, Ich bin doch im Versorgungswerk, Wegen Kindern gehe ich bald in Elternzeit bzw. arbeite und verdiene weniger, Meine Freunde und Kollegen haben keine BU, Meine Freunde und Kollegen zahlen weniger für ihre BU lesen Sie weiter unten auf dieser Seite. Dort finden Sie auch Das (einzige?) valide Argument gegen eine BU.

Rechner Berufsunfähigkeitsrisiko

Wenn Sie nicht viel lesen wollen, nutzen Sie einfach den hier verlinkten Rechner BU-Risiko. Hier das Beispiel einer 31-jährigen Akademikerin mit normalem BMI, die wenig körperlich arbeitet, weder raucht noch Alkohol trinkt und in einer kinderlosen Partnerschaft lebt und die für diese Person häufigsten BU-Ursachen:

Berufsunfähigkeitsrisiko aus https://www.wie-ist-mein-bu-risiko.de

Berufsunfähigkeitsrisiko: Die Fakten

Stellen Sie sich die Frage besser umgekehrt: Können Sie zu 100% ausschließen, durch einen Unfall oder eine schwere Krankheit nicht mehr arbeiten zu können?

Wahrscheinlichkeit - BerufsunfähigkeitsrisikoFakt ist: Das Berufsunfähigkeitsrisiko wird deutlich unterschätzt. Statistisch wird ca. jeder dritte Arbeiter und jeder vierte Angestellte berufsunfähig! Doch nicht annähernd so viele sind gegen Berufsunfähigkeit versichert. Ein folgenschwerer Fehler!

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Nach einer Analyse der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV) werden 43% der 20-Jährigen im Laufe ihres Lebens (ggf. auch nur vorübergehend) berufsunfähig! Bei 50-Jährigen beträgt das Berufsunfähigkeitsrisiko immer noch 34%. Die geringere Prozentzahl bei älteren Menschen basiert auf der kürzeren Laufzeit – das individuelle Krankheitsrisiko ist jedoch altersbedingt höher!

Berufsunfähigkeitsrisiko – Wahrscheinlichkeit nach Altersgruppen (C) Statista 2018

In diesem GDV-Video wird das Berufsunfähigkeitsrisiko mit einigen Beispielen gut veranschaulicht:

Wie schütze ich mich und meine Familie vor Berufsunfähigkeit?

Anglophile können mit dem hier verlinkten Rechner des amerikanischen Council for Disability Awareness ihr individuelles Berufsunfähigkeitsrisiko ausrechnen.

Lesen Sie weiter unten konkrete BU Schicksale oder gleichen Sie mit der Checkliste darunter Ihr berufliches Anforderungsprofil mit möglichen Beeinträchtigungen ab!

Berufsunfähigkeitsrisiko: Ursachen für eine Berufsunfähigkeit

Die häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit sind Psychische Erkrankungen, Krebs und Erkrankungen des Bewegungsapparats. Weitere BU-Risiken sind Unfälle und Erkrankungen des Nervensystems bzw. Herz-/Kreislaufsystems. Hier die prozentuale Verteilung bei Männern und Frauen nach der letzten GDV Statistik (veröffentlich 3/2018) :

Berufsunfähigkeitsrisiko - Ursachen

Berufsunfähigkeitsrisiko – Ursachen nach Geschlecht (C) GDV 2018

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Hier noch mal die Verteilung der Erkrankungen ohne Differenzierung nach Geschlecht (GDV 11/2018):

Berufsunfähigkeitsrisiko - Ursachen

Berufsunfähigkeitsrisiko – Ursachen (C) GDV 2018

Bei welcher dieser Erkrankungen können Sie ganz sicher sein, sie nicht zu bekommen? Auch der gesündeste Lebenswandel schützt nicht verlässlich vor Krebs, Schlaganfall oder einem Unfall!

Wie krank muss ich sein, um eine Berufsunfähigkeitsrente zu bekommen?

Risiko Berufsunfähigkeit - BerufsunfähigkeitsrisikoBerufsunfähigkeit als Voraussetzung für den Bezug einer Berufsunfähigkeitsrente bedeutet nicht, dass Sie wie ein Maikäfer auf dem Rücken liegen und zu nichts mehr in der Lage sind! Fast alle Berufsunfähigkeitsversicherungen zahlen ab 50% Berufsunfähigkeit (anders die 100% Berufsunfähigkeitsrente vom Versorgungswerk).

Was kann ich mir unter 50% BU konkret vorstellen?

Stark vereinfacht kann man sagen, dass eine BU zahlt, sobald Sie aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen:

  • halb so schnell (braucht doppelt so lange, um seinen bisherigen Job zu machen, z.B. wenn tippen nur noch mit einer Hand möglich ist), oder
  • halb so stark („Arm ab“)
  • halb so schlau (z.B. Alzheimer / Demenz, Neurosen, Psychosen, Bluthochdruck, etc.)
  • halb so belastbar (z.B. als Folge von Depression, Burnout, Phobien, Allergien, Neurodermitis, Wirbelsäulenprobleme, etc.)
  • halb so kommunikationsfähig (z.B. Augen, Ohren, Stimme, etc.)

sind.

BU zu teuer bei niedrigem Berufsunfähigkeitsrisiko?

Ein ggf. geringeres Berufsunfähigkeitsrisiko wird von den Gesellschaften bei der Beitragskalkulation berücksichtigt. Berufe werden von den Gesellschaften nach der Wahrscheinlichkeit berufsunfähig zu werden in sog. „Berufsgruppen“ eingestuft (unterschiedlich je nach Gesellschaft).

Daher zahlt ein Arzt, Rechtsanwalt oder kaufmännischer Angestellter mit „Schreibtischjob“ und statistisch geringerem Berufsunfähigkeitsrisiko nur einen Bruchteil des Beitrages im Vergleich zu Berufen mit höherem Berufsunfähigkeitsrisiko (Außendienstmitarbeiter, Handwerker, Dachdecker oder – der Extremfall – Sprengmeister).

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Das geringere Berufsunfähigkeitsrisiko bei einem Bürojob ist also schon bei der Kalkulation der BU Prämie „eingepreist“ und ist deshalb eigentlich kein valides Entscheidungskriterium mehr für die Frage, ob eine Berufsunfähigkeitsversicherung in einem „ungefährlicheren“ Beruf sinnvoll ist (ja, ist sie!).

Lohnt sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Diese Frage analysieren wir ausführlich auf unserer Seite Lohnt sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Ich kann immer etwas arbeiten

Das mag bei kleineren Gesundheitseinschränkungen noch funktionieren. Wenn Sie allerdings Ihren Krebs mit einer Chemotherapie bekämpfen, nach einem Schlaganfall nicht mehr sprechen können oder Burnout (trifft häufig Akademiker!) bzw. eine schwere Depression Sie antriebslos machen, dann arbeiten Sie nicht noch etwas nebenher! Es ist auch ein großer Unterschied, ob Sie bei ernsten gesundheitlichen Problemen etwas nebenher arbeiten, weil Sie es möchten, oder ob Sie es müssen, um finanziell zu überleben!

Ich brauche keine BU, ich bin verheiratet

Dieser Gedanke mag auch Hintergrund der teilweise noch anzutreffenden etwas archaischen Empfehlung sein, den „Hauptverdiener“ abzusichern.

Zunächst ist es natürlich sehr anerkennenswert, wenn jemand seine Ehe „in guten und bösen Tagen, in Gesundheit und Krankheit“ aufrecht erhalten möchte. Bestimmt ist der gesunde Ehepartner auch absolut loyal, gut verdienend und superfleissig und schafft es trotz full-time Job, sich um den erkrankten Ehepartner und zwei kleine Kinder zu kümmern.

Ehepartner und zweites Einkommen sind bei BU aber generell leider keine verlässliche Grundlage!

Die „normale“ Scheidungsquote beträgt in Deutschland schon um die 40%. Wenn ein Ehepartner schwer erkrankt steigt diese Quote jedoch deutlich. So erlebt bei einem Kunden von uns, dessen Frau an Multipler Sklerose erkrankt war. Im Ersttermin war noch die Rede davon, dass man das gemeinsam durchsteht. Ein Jahr später erhielten wir eine Mail: Sie hatten sich gerade scheiden lassen und er brauchte eine eigene Privathaftpflichtversicherung. Ein anderes Kundenpaar ließ sich nach mehreren Jahren Depression der Frau scheiden, weil die Situation für beide unerträglich geworden war.

Bereits ein ausfallendes Einkommen (plus bei BU erhöhter Altersvorsorgeaufwand infolge Wegfall Einzahlungen in GRV / BAV / Versorgungswerk inkl. Arbeitgeberanteilen, siehe Rentenhöhe) kann der andere Ehepartner selten vollständig ausgleichen, insbesondere wenn er vielleicht nur weniger arbeiten kann, um sich um den erkrankten Ehepartner und Kinder zu kümmern. Noch unglücklicher (wenn auch weniger wahrscheinlich) ist die Situation, wenn z.B. beide Ehepartner durch einen Unfall gleichzeitig berufsunfähig werden.

Deshalb: Bei allem Optimismus, jeder Partner sollte auch im Fall einer Berufsunfähigkeit finanziell auf eigenen Beinen stehen können und sich ausreichend gegen sein Berufsunfähigkeitsrisiko absichern. Was für den konkreten Fall „ausreicht“ muss man individuell klären. Neben den anteiligen monatlichen Kosten (nicht nur fix, sondern auch variabel), die bei einer Trennung ggf. steigen (zwei kleinere Wohnungen sind teurer als eine große Wohnung) gehören dazu auch Krankenversicherung und Altersvorsorge. Sehr häufig ist das Ergebnis dieser Rechnung das Nettoeinkommen, siehe Berufsunfähigkeitsversicherung Konfiguration.

Ich spare lieber, um gegen Berufsunfähigkeit vorzusorgen

Dieser Versuch, sich der Notwendigkeit einer Berufsunfähigkeitsversicherung zu entziehen, funktioniert leider nur bei Kindern aus sehr wohlhabenden Familien. Wenn ein 28-Jähriger 39 Jahre lang bis zur Rente mit 67 bei einer monatlichen Kapitalentnahme von 3.000 EUR (inkl. Krankenversicherung, Altersvorsorge etc., siehe Rentenhöhe) vom Kapital leben möchte, braucht er bei einer  durchschnittlichen Aktienrendite von 4% nach Kosten und nach Steuern (!) und einer angenommenen Inflationsrate von 2,5% ein Kapital von über einer Million EUR! Rechnen Sie hier selbst nach.

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Die „richtige“ Strategie lautet deshalb auch hier: Das eine tun, das andere nicht lassen! Gerade am Anfang der Karriere besteht das summenmäßig höchste Berufsunfähigkeitsrisiko (lange Laufzeit, Kinder, Immobilienkauf etc.), deshalb ist eine hohe BU Absicherung wichtig. Sobald Ihr Sparen Früchte getragen hat und Sie vom Kapital leben können, ist eine Kündigung bzw. Reduzierung der Berufsunfähigkeitsversicherung eine Option.

Ich kann mich einschränken wenn ich berufsunfähig bin

Bei größeren Ausgabenposten wie Wohnen und Ernährung wird sich nicht viel ändern. Auf einige berufliche Ausgaben können Sie vermutlich verzichten wenn Sie berufsunfähig sind. Sie fahren dann nicht mehr zur Arbeit. Vielleicht brauchen Sie nur noch Hosen mit einem Hosenbein – die sind aber auch nicht wirklich günstiger. Auf der anderen Seite kommen aber auch neue Ausgaben dazu – vielleicht müssen Sie jemand finanzieren, der Sie schiebt.

Und mal Hand aufs Herz: Wann können (und wollen) Sie sich eher einschränken? Können Sie für den BU Beitrag jetzt auf ein paar Euro verzichten wenn Sie gesund und fit sind und die Welt zu Fuß erobern können? Oder möchten Sie lieber auf ein paar Tausend Euro im Monat verzichten wenn Sie ein Handicap haben, dessen Ausgleich Geld kostet?

Wenn ich berufsunfähig bin, gebe ich mir die Kugel

Manche Kunden meinen zunächst, dass ein Leben als Berufsunfähiger nicht mehr lebenswert wäre, dann könne man es ja auch gleich per Selbstmord beenden, um sich das Geld für eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu sparen. Haben Sie mitverfolgt, was aus Samuel Koch geworden ist, der seit seinem Unfall bei Wetten Dass vom Hals abwärts querschnittsgelähmt ist? Er hat ein Schauspielstudium absolviert, geheiratet, ist Vater geworden – und ist mit seinem Leben glücklich und zufrieden. Das bestätigen Studien, wonach Lottogewinner und Querschnittsgelähmte 12 Monate nach dem Ereignis gleich glücklich sind. Gehen Sie also bitte nicht davon aus, dass Ihr Leben bei Berufsunfähigkeit „vorbei“ ist.

Ein weiteres Argument gegen Selbstmord bei BU: Der Versuch könnte schief gehen und dann sind Sie möglicherweise noch schlimmer dran als vorher.

Meine Familie unterstützt mich wenn ich berufsunfähig bin

Kinder begüterter Eltern argumentieren manchmal, dass sie keine BU benötigen, weil die Eltern sie dann schon weiter finanzieren werden. Manchmal kommt dieses Argument auch von den Eltern selbst. Wollen Sie es sich und Ihren Eltern im BU Fall mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von 20-25% aber wirklich zumuten, für den Rest Ihres Lebens wieder von Mama und Papa abhängig zu sein? Sprüche wie „solange du deine Füße bei uns unter den Tisch stellst“ kennt wohl fast jeder aus Kindheit und Jugend. Sollten Eltern ihr Kapital nicht ohne diese Sorge frei verplanen können? Und wie viel bleibt vom Kapital übrig, wenn beide Eltern zum Pflegefall werden oder nicht nur ein Kind finanzielle Probleme bekommt? All das nur, um 150 EUR BU Beitrag zu sparen?

Ich warte, bis ich ein Haus und Kinder habe

Dank eines Telefonats mit einem Rechtsanwalt einer großen Sozietät konnte ich heute eine neue „BU-Ausrede“ in unseren Katalog aufnehmen: „Ich warte, bis ich ein Haus und Kinder habe – dann steigen meine Kosten„.

Auf den ersten Blick ist die Überlegung gar nicht so abwegig. Mit einer laufenden Immobilienfinanzierung und Kindern steigen natürlich auch noch einmal die Kosten. Schaut man sich den aktuellen Bedarf an (siehe Rentenhöhe), dann beträgt der Absicherungsbedarf bei monatlichen Ausgaben von rund 2.000 EUR plus Altersvorsorge plus Krankenversicherung auch jetzt schon um die 5.000 EUR! Mit Haus und Kindern steht dann ggf. noch mal eine Aufstockung der BU an.

Das zweite Argument: Abwarten lohnt sich nicht! Die Summe der für eine Berufsunfähigkeitsversicherung bezahlten Beiträge ist bei einem späteren Start aufgrund des höheren Eintrittsalters fast identisch, jedoch fehlt bis dahin mehrere Jahre lang der wichtige BU-Schutz. Siehe dazu ausführlich unsere Seite Berufsunfähigkeitsversicherung wann abschließen?

Ich bin doch im Versorgungswerk

Bitte gehen Sie nicht davon aus, dass das Thema BU über Ihr Versorgungswerk abgedeckt ist: Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung leistet bereits ab 50% Berufsunfähigkeit (stark vereinfacht: wenn Sie gesundheitsbedingt doppelt so lange brauchen, um sich anzuziehen, zur Arbeit zu kommen und Ihren Job zu machen). Das Versorgungswerk zahlt dagegen erst bei einem Totalausfall mit 100% BU, siehe dazu ausführlich Berufsunfähigkeitsrente vom Versorgungswerk. Dieser Grad der BU wird nur sehr selten erreicht, eine Leistung daraus ist deshalb ausgesprochen unwahrscheinlich.

Wegen Kindern gehe ich bald in Elternzeit bzw. arbeite und verdiene weniger

Wenn Sie sich intensiver um Ihre Kinder kümmern, sinkt meistens auch Ihr Einkommen. Deshalb reduziert sich aber nicht Ihr Bedarf an Absicherung gegen Berufsunfähigkeit:

  • Sie sind im Haushalt meistens deutlich höheren Risiken ausgesetzt. „Die meisten Unfälle passieren im Haushalt“ – etwa 2,8 Millionen Menschen verunfallen jedes Jahr im eigenen Zuhause.
  • Ihre für Haushalt und Kinderbetreuung eingesetzte Zeit ist einiges „wert“. Rechnen Sie sich einmal aus, was es Sie kosten würde, wenn Sie diese Dienstleistungen im Krankheitsfall outsourcen müssen.
  • Meistens verursacht Kinderbetreuung nur eine vorübergehende Einkommenseinbuße. Würden Sie Ihre BU vorübergehend reduzieren und später wieder aufstocken, zahlen Sie für das spätere Aufstocken aufgrund des dann höheren Eintrittsalters genau so viel, als wenn Sie Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung von Anfang an in voller Höhe abgeschlossen oder nicht reudziert hätten, siehe Berufsunfähigkeitsversicherung wann abschließen?

Deshalb gilt auch hier: Von Anfang an Nettoeinkommen absichern! Und keine Sorge: Ihr mit höherem Arbeitseinkommen abgeschlossene Berufsunfähigkeitsversicherung bezahlt die versicherte Berufsunfähigkeitsrente auch wenn Sie später vorübergehend oder dauerhaft weniger verdienen, siehe Gibt es für die BU ein „Bereicherungsverbot“?

Meine Freunde und Kollegen haben keine BU

Manche Menschen können keine Berufsunfähigkeitsversicherung mehr abschließen, weil ihr Gesundheitszustand das nicht (mehr) zulässt. Andere entscheiden sich bewusst dagegen. In den seltensten Fällen ist der Grund, dass sie wirklich keine BU benötigen, siehe Das (einzige?) valide Argument gegen eine BU. Meistens hat so jemand das Thema BU noch nicht ausreichend tief durchdrungen und noch nicht den richtigen Berater gefunden.

Bitte nehmen Sie sich die letzte Kategorie nicht als Vorbild. Sie finden für jeden Lebensbereich andere Menschen, z.B. Freunde oder Kollegen, die etwas nicht richtig machen bzw. sich unvernünftig verhalten. Die einen machen keinen Sport, die anderen rauchen, andere ernähren sich ungesund und sind übergewichtig. Wollen Sie sich „nach unten“ orientieren oder „nach oben“ an Menschen, die etwas richtig machen und Ihr Berufsunfähigkeitsrisiko vernünftig absichern?

Meine Freunde und Kollegen zahlen weniger für ihre BU

Berufsunfähigkeitsrisiko - Gesetz der WirtschaftÄhnlich wie bei Autos gibt es immer Möglichkeiten, eine Ware oder eine Dienstleistung „billiger“ zu machen. Nach dem „Gesetz der Wirtschaft“ von John Ruskin (siehe die Grafik rechts, die sich beim Klick vergrößert) geht das jedoch nur zu Lasten der Qualität. „Billig“ kommt bei einer BU meistens langfristig ziemlich teuer!

Selbstverständlich loten wir mit Ihnen aber gerne alle Möglichkeiten aus, Ihre BU so günstig wie möglich zu machen:

  • In welcher „Autoklasse“ fühlen Sie sich bei einem Unfall am sichersten = bei welcher BU ist die Leistungswahrscheinlichkeit am höchsten, Dacia, Skoda, VW oder Mercedes?
  • Wie viel Geld brauchen Sie jeden Monat, wenn Sie berufsunfähig sind, siehe Nettoeinkommen? Halbe Berufsunfähigkeitsrente = halber Beitrag.
  • Wie lange soll die Berufsunfähigkeitsrente gezahlt werden, siehe Endalter? Eine BU bis 60 ist nur halb so teuer wie eine BU bis 67.
  • Legen Sie wert auf einen Inflationsausgleich im Leistungsfall (siehe Leistungsdynamik), der die BU Leistung in manchen Fällen verdoppelt?
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Wir kennen den gesamten BU Markt. Wenn ein Freund oder Kollege weniger für seine BU zahlt, dann gibt es folgende Möglichkeiten:

  1. Der Freund/Kollege hat eine BU, die in den oben genannten Parametern schwächer konfiguriert ist – vermutlich ist er dann unterversichert.
  2. Er hat diese früher abgeschlossen. Eine BU wird immer teurer, je älter Sie bei Abschluss sind, siehe Berufsunfähigkeitsversicherung wann abschließen?
  3. Seine Tätigkeit bei Abschluss seiner BU war weniger risikoreich, daher zahlt er in einer günstigeren Berufsgruppe weniger Beitrag. Dazu gehört auch der Status als Nichtraucher bzw. mehr Personalverantwortung.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt doch sowieso nicht

Die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Wie unter Zahlt eine Versicherung gegen Berufsunfähigkeit im Ernstfall? beschrieben wird laut GDV Statistik (siehe auch „Die größten Irrtümer über den Schutz gegen Berufsunfähigkeit„) in 80% der Leistungsfälle eine Berufsunfähigkeitsrente geleistet. Fast immer werden für die Antragsprüfung nur vorhandene Unterlagen wie Atteste herangezogen, nur in knapp 6% der Fälle wurde für die Leistungsprüfung ein neutrales Gutachten beauftragt. Von diesen Gutachten stellten 63% zu Gunsten des Versicherten eine Berufsunfähigkeit fest. Beim Ombudsmann für Versicherungen gingen aus 16,9 Mio. Verträgen ganze 400 Beschwerden ein.

Siehe dazu auch Zahlt eine Versicherung gegen Berufsunfähigkeit im Ernstfall?

Das (einzige?) valide Argument gegen eine BU

Unabhängig vom Berufsunfähigkeitsrisiko gibt es eine Situation, in der Sie keine Berufsunfähigkeitsabsicherung mehr benötigen: Sobald Sie über nachhaltige, ausreichend hohe lebenslange Einkünfte verfügen, z.B. aus Vermietung und Verpachtung (unter Berücksichtigung von Erhaltungsaufwendungen), die nicht mehr von Ihrer Arbeitskraft abhängen.

Sollten Sie auf Erbe spekulieren, berücksichtigen Sie bitte, dass sich erbrechtliche Szenarien verändern können und sich die Höhe des Erbes je nach Ausgabeverhalten des Erblassers, durch Risiken der Geldanlage oder einen Pflegefall ohne zusätzliche Pflegeabsicherung ggf. drastisch reduzieren kann.

Bis dahin benötigen Sie eine ausreichend hohe BU mit voller Laufzeit. Ab dann könnten Sie Ihre BU theoretisch wieder kündigen. Ob eine Kündigung sinnvoll ist, wenn altersbedingt die Chance auf eine „Rendite“ aus Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung am höchsten ist, können wir dann gerne gemeinsam durchdenken.Berufsunfähigkeitrisiko Risiko BU

Ok, es gibt noch zwei weitere Argumente gegen eine BU:

  1. Wenn Sie 100% sicher sind, nicht berufsunfähig zu werden. Aber wer kann das schon 100% sicher vorhersagen?
  2. Wenn Sie zu krank sind, um sich noch sinnvoll gegen Berufsunfähigkeit versichern zu können.

Beide Ansätze passen hier aber nicht so richtig rein.

Berufsunfähigkeitsrisiko: reale Schicksale / Praxisbeispiele

Auf unserer Seite Leistungsfälle BU beschreiben wir einige reale Schicksale von Berufsunfähigkeit. Hier eine Auswahl weiterer „Leistungsfälle“ aus der Leistungspraxis von Berufsunfähigkeitsversicherern, in denen eine Berufsunfähigkeitsrente gezahlt wurde:

Fazit: Konkrete Leistungsfälle belegen das Berufsunfähigkeitsrisiko.

Checkliste: „Wie hoch ist mein Berufsunfähigkeitsrisiko – kann ich BU werden?“

Wenn Sie konkrete Anforderungen Ihres Berufs aus Teil I Anforderungsprofil mit möglichen Gesundheitsstörungen in Teil II matchen, bekommen Sie vielleicht ein konkreteres „Gefühl“ für Ihr persönliches Berufsunfähigkeitsrisiko.

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I. Ihr persönliches berufliches Anforderungsprofil

Welche Fähigkeiten sind in Ihrem konkreten Beruf wichtig?

a) Psyche/Geist: b) Physis:
Denkvermögen Gehen
Merkvermögen Stehen
Reaktionsvermögen Sitzen bzw. Wechsel von
Konzentrationsvermögen Gehen, Stehen, Sitzen
Aufmerksamkeit Beanspruchung von: Armen, Händen, Fingern, Beinen, Rumpf
Ausdauer/Geduld körperliche Beweglichkeit
Aufnahmefähigkeit Gewichtsbelastungen
geistige Beweglichkeit Körperliche Zwangshaltungen
Übersicht
Verantwortung
c) Sinne: d) äußere Arbeitsbedingungen:
Sehvermögen innerhalb geschlossener Räume
Hörvermögen außerhalb geschlossener Räume
Stimme Hitze, Kälte, Nässe, Zugluft
Sprachvermögen Staub, Dämpfe, Rauch, Reizstoffe
Riechvermögen Lärm (z. B. laufende Maschinen)
Geschmacksvermögen Zeitlimits (z. B. Akkord)
Publikumsverkehr
Mobilität-Reisen (Auto, Bahn, Flug)
II. Gesundheitsstörungen und ihre körperlichen, geistigen und seelischen Beeinträchtigungen

Hier eine Auswahl von gesundheitlichen Einschränkungen, die Ihnen o.g. beruflichen Fähigkeiten ggf. nehmen können:

a) Herz- Kreislauf-, Gefäßerkrankungen,
Multiple Sklerose, Epilepsie, Schlaganfall, Durchblutungsstörungen
b) Erkrankungen Knochen-Stütz- und Muskelapparat (Bewegungsapparat),
Querschnittslähmung,Gliedmaßenverlust
Schwindel/Bewußtseinsstörungen Lähmungen
Geringe körperliche Belastbarkeit Bewegungsstörungen
Schlafstörungen/Luft- Atemnot Geringe körperliche Belastbarkeit
Schmerzen/Krampfanfälle Schmerzen
Lähmungen-Kraftlosigkeit Reaktionsstörungen
Sprach-Seh-Hör-Störungen Mobilitätsbeschränkungen
Reaktionsstörungen-Müdigkeit Kraftlosigkeit
Kälte(Temperatur)intoleranz Schwindel
Angst/Panik usw. Koordinationsstörungen
c) Erkrankungen Magen- und Darmtrakt, Leber, Nieren, Stoffwechsel-Erkrankungen (z.B. Diabetes) d) Krebs und Tumorerkrankungen
Behinderungen bei tägl. Verrichtungen Trinken, Essen, Hygiene, Toilette Folgekrankheiten und Bettlägerigkeit durch aggressive Behandlungen
Sehstörungen, Blindheit Schmerzen
Änderung Tagesablauf (Insulin, Dialyse) Ängste
Bewußtseinsstörungen Körperlicher Verfall
Müdigkeit-Reaktionsstörungen Bewegungsstörungen
Mobilitätsbeeinträchtigung