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Steuertipp – Vorauszahlung Beitrag Krankenversicherung

Steuertipp: Vorauszahlung Beitrag Krankenversicherung SteuerersparnisVorauszahlung Beitrag Krankenversicherung – Steuerspartipp für privat Krankenversicherte.

Wozu Vorauszahlung Beitrag Krankenversicherung?

Mit einer Beitragsvorauszahlung bis zum zweieinhalbfachen Jahresbeitrag (= 30 Monatsbeiträge) können privat Krankenversicherte völlig legal einige tausend Euro an Einkommensteuer sparen.

Angerechnet werden dabei die Beiträge zu dem Anteil, der den Leistungen der Gesetzlichen Krankenversicherung (bzw. der Basiskranken- und Pflegeversicherung) ensprechen. Je nach Gesellschaft und Tarif sind das um die 80% des Tarifbeitrags zur privaten Krankenversicherung.

Steuerersparnis Vorauszahlung Beitrag Krankenversicherung

Mit der Vorauszahlung des Krankenversicherungsbeitrags lassen sich drei steuerliche Effekte erreichen:

1. Höhere Sonderausgaben im Jahr der Vorauszahlung

Gerade in Jahren mit höheren Einnahmen (z.B. bei Freiberuflern – Ärzte, Rechtsanwälte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer – siehe Zielgruppen meiner Beratung oder bei Angestellten bei höheren Sonderzahlungen) lässt sich die Steuerlast im Spitzensteuersatz durch die vorgezogenen Ausgaben für die Krankenversicherung deutlich senken.

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Per Vorauszahlung Beitrag Krankenversicherung für die nächsten 30 Monate können im Jahr der Zahlung insgesamt 3,5 Jahresbeiträge als Sonderausgaben auf einmal von der Steuer abgesetzt werden.

2. Voller Sonderausgabenabzug für Versicherungsbeiträge

Zusätzlich können in den nächsten 2,5 Jahren andere Versicherungbeiträge wie z.B. Prämien für Berufsunfähigkeitsversicherungen, Risikolebensversicherungen oder private Haftpflichtversicherungen bis zur Höhe von jährlich 1.900 EUR (Arbeitnehmer) bzw. 2.800 EUR (Selbstständige) vollständig geltend gemacht werden.

Dieser „Sonderausgabentopf“ wird ansonsten regelmäßig schon von der privaten Krankenversicherung „aufgebraucht“ – was durch die Vorauszahlung des Krankenversicherungsbeitrags geschickt verhindert wird.

3. Ausgleich der Steuernachteile zur GKV

Die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung sind steuerlich voll absetzbar, bei Arbeitnehmern werden sie direkt vom Bruttoeinkommen abgezogen.

Bei einer privaten Krankenversicherung sind 100% der Pflegepflichtversicherung und ca. 80% des Krankenversicherungsbeitrags (ohne Krankentagegeld = Vorsorgeaufwendungen) steuerlich absetzbar.  Die Erstattung der Steuergutschrift erfolgt erst mit der nächsten Steuererklärung. Das Nettoeinkommen wird deshalb auch bei einer im Vergleich zur GKV günstigeren PKV zunächst ggf. etwas niedriger ausfallen.

Achtung: Wenn Sie mit Online-Rechnern Ihr Nettoeinkommen in GKV und PKV vergleichen, wird die nachträgliche Steuererstattung für die PKV nicht ausgewiesen. Daher sieht es dort so aus, als würde die PKV dauerhaft zu deutlich weniger Nettoeinkommen führen!

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In der GKV haben Sie jedoch nicht den Vorteil der Möglichkeit zur steuersparenden Vorauszahlung von Beiträgen! Diese Gestaltungsmöglichkeit in der PKV (höherer Sonderausgabenabzug + Rabatt) gleicht den Nachteil der nur etwas geringeren steuerlichen Absetzbarkeit i.d.R. mehr als aus!

Steuervorteil Vorauszahlung Beitrag Krankenversicherung

Der gesamte Steuervorteil liegt je nach Höhe der Beiträge zu Krankenversicherung und anderen Versicherungen und dem persönlichen Steuersatz bei ca. 3.000 bis 5.000 EUR.

Siehe dazu auch die folgenden Artikel:

Weitere Vorteile und Besonderheiten

Beitragsrabatt bei jährlicher Vorauszahlung Beitrag Krankenversicherung

Ein weiterer Vorteil der Vorauszahlung des Krankenversicherungsbeitrags ist der Beitragsrabatt für jährliche Zahlung, der je nach Gesellschaft ca. 2-4% betragen kann. Dieser Rabatt / Skonto fällt schon bei jährlicher Zahlung an und wird i.d.R. nicht erhöht, wenn für einen noch längeren Zeitraum (wie hier 30 Monate) vorausgezahlt wird.

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Hier einige beispielhafte Rabatte bei jährlicher Zahlung (die Sätze werden angesichts der Niedrigzinsphase noch weiter sinken und sind nicht unbedingt aktuell!):

  • Allianz: 0% (seit 2019)
  • Arag: 4%
  • Axa: 2% (akzeptiert keine Vorauszahlung für 2,5 Jahre!)
  • Barmenia: 4% (Vorauszahlung für 2,5 Jahre möglich, Eingang bis 15.12.)
  • Debeka: 0%
  • DKV: 3%
  • Hallesche: 3% (ohne Pflegepflichtversicherung)
  • Hanse Merkur: 3% (Vorauszahlung für 2 Jahre möglich)
  • Inter: 4%
  • R+V: 0,5%
  • SDK: 1% (Beitragszahlung nur für das Folgejahr möglich!)
  • Signal Iduna: 4%
  • Universa: 0%

Beitragsänderungen bei Vorauszahlung Beitrag Krankenversicherung

Sollte sich in dem Zeitraum der Vorauszahlung Beitrag Krankenversicherung später die Beitragshöhe ändern, hat dies je nach Gesellschaft häufig keinen Einfluss auf die Höhe der zu meldenden Beiträge, sondern es wird ggf. der Zeitraum, für den die Beiträge vorausgezahlt wurden entsprechend angepasst.

Kündigung oder Tarifwechsel

Bei einer Kündigung der Krankenversicherung oder einem Tarifwechsel im Vorauszahlungszeitraum werden vorausgezahlte Beiträge normalerweise erstattet – das kann allerdings die beabsichtigte Steuerersparnis zunichte machen!

Insolvenzrisiko bei Vorauszahlung

Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass im Fall der Insolvenz der Krankenversicherung (in Deutschland eher unwahrscheinlich) die Vorauszahlungen theoretisch verloren sein könnten. Zunächst schützt hier aber „Medicator“ – der Sicherungsfonds für die Krankenversicherung gem. §124 VAG.

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Arbeitgeberbeitrag bei Vorauszahlung

Wichtig: Auch der Arbeitgeberbeitrag muss selbst vorausgezahlt werden – profitiert gleichzeitig aber auch vom „Skonto“! Der Arbeitgeber zahlt diesen Arbeitgeberzuschuss in den vorausbezahlten Jahren weiterhin ganz normal monatlich aus.

Vorauszahlung Einmalbeiträge zu Beitragsentlastungstarifen

Bislang konnten Versicherte bei einigen Gesellschaften auch größere Einmalbeiträge in sog. (Alters-)Beitragsentlastungstarife einzahlen (siehe Altersbeitragsentlastungssparen). Diese waren dann im Jahr der Beitragszahlung gem. § 10 Absatz 1 Nummer 3 Satz 4 2. Halbsatz EStG unbegrenzt abzugsfähig. Damit konnten durch die Vorverlagerung des Sonderausgabenabzugs in Jahre mit höheren Einkünften Steuervorteile erzielt werden. Diese Möglichkeit besteht voraussichtlich nur noch in 2019! Der zweite Halbsatz soll ab dem 1.1.2020 gestrichen werden. Zum Ausgleich dieser Einschränkung ist geplant den im Veranlagungszeitraum der Zahlung abzugsfähige Betrag von derzeit dem Zweieinhalbfachen der im Veranlagungszeitraum der Zahlung geschuldeten Beiträge zur Basiskranken- und gesetzlichen Pflegeversicherung auf das Dreifache anzuheben (Quelle: Gesetzesentwurf der Bundesregierung zur weiteren steuerlichen Förderung der Elektromobilität und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften, S. 123 „Zu Nummer 8“).

Wichtig: Steuerberater und Versicherung fragen!

Vorsorglich sollten Sie die Vorauszahlung Beitrag Krankenversicherung vor Umsetzung abstimmen:

  1. mit Ihrem Steuerberater und
  2. mit Ihrer Krankenversicherung

Nicht jede Gesellschaft akzeptiert Vorauszahlungen für mehr als ein Jahr. Wenn die Zeit zum Jahresende knapp ist würde ich den Betrag zunächst unter Angabe der Versicherungsnummer mit entsprechendem Betreff überweisen und das per email avisieren. Details lassen sich dann immer noch klären, „schlimmstenfalls“ erhalten Sie Beträge, die über einen Jahresbeitrag hinausgehen, wieder zurückerstattet.

Achtung: Bei einigen Gesellschaften muss eine Vorauszahlung bis spätestens 15.12. eingegangen sein, um noch dem aktuellen Jahr zugeordnet werden zu können.

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