Steuer Tipp

Steuertipp – Vorauszahlung Beitrag Krankenversicherung

Steuertipp: Vorauszahlung Beitrag Krankenversicherung SteuerersparnisVorauszahlung Beitrag Krankenversicherung – Steuerspartipp für privat Krankenversicherte.

Wozu Vorauszahlung Beitrag Krankenversicherung?

Seit 2020 können privat Krankenversicherte mit einer Beitragsvorauszahlung bis zum dreifachen Jahresbeitrag (= 36 Monatsbeiträge) völlig legal einige tausend Euro an Einkommensteuer sparen. Vor 2020 war diese Vorauszahlung nur in Höhe des 2,5-fachen Jahresbeitrags möglich.

Angerechnet werden dabei die Beiträge zu dem Anteil, der den Leistungen der Gesetzlichen Krankenversicherung (bzw. der Basiskranken- und Pflegeversicherung) ensprechen. Je nach Gesellschaft und Tarif sind das um die 80% des Tarifbeitrags zur privaten Krankenversicherung.

Steuer TippSteuerersparnis Vorauszahlung Beitrag Krankenversicherung

Mit der Vorauszahlung des Krankenversicherungsbeitrags lassen sich drei steuerliche Effekte erreichen:

1. Höhere Sonderausgaben im Jahr der Vorauszahlung

Gerade in Jahren mit höheren Einnahmen (z.B. bei Freiberuflern – Ärzte, Rechtsanwälte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer – siehe Zielgruppen meiner Beratung oder bei Angestellten bei höheren Sonderzahlungen) lässt sich die Steuerlast im Spitzensteuersatz durch die vorgezogenen Ausgaben für die Krankenversicherung deutlich senken.

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Per Vorauszahlung Beitrag Krankenversicherung für die nächsten 36 Monate können im Jahr der Zahlung insgesamt 4 Jahresbeiträge als Sonderausgaben auf einmal von der Steuer abgesetzt werden (1 + 3).

2. Voller Sonderausgabenabzug für Versicherungsbeiträge

Zusätzlich können in den nächsten drei Jahren andere Versicherungbeiträge wie z.B. Prämien für Berufsunfähigkeitsversicherungen, Risikolebensversicherungen oder private Haftpflichtversicherungen bis zur Höhe von jährlich 1.900 EUR (Arbeitnehmer) bzw. 2.800 EUR (Selbstständige) vollständig geltend gemacht werden.

Dieser „Sonderausgabentopf“ wird ansonsten regelmäßig schon von der privaten bzw. gesetzlichen Krankenversicherung „aufgebraucht“ – was durch die Vorauszahlung des Krankenversicherungsbeitrags geschickt verhindert wird.

3. Ausgleich der Steuernachteile zur GKV

Die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung sind steuerlich voll absetzbar, bei Arbeitnehmern werden sie direkt vom Bruttoeinkommen abgezogen.

Bei einer privaten Krankenversicherung sind 100% der Pflegepflichtversicherung und ca. 80% des Krankenversicherungsbeitrags (ohne Krankentagegeld = Vorsorgeaufwendungen) steuerlich absetzbar.  Die Erstattung der Steuergutschrift erfolgt erst mit der nächsten Steuererklärung. Das Nettoeinkommen wird deshalb auch bei einer im Vergleich zur GKV günstigeren PKV zunächst ggf. etwas niedriger ausfallen.

Achtung: Wenn Sie mit Online-Rechnern Ihr Nettoeinkommen in GKV und PKV vergleichen, wird die nachträgliche Steuererstattung für die PKV nicht ausgewiesen. Daher sieht es dort so aus, als würde die PKV dauerhaft zu deutlich weniger Nettoeinkommen führen!

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In der GKV haben Sie jedoch nicht den Vorteil der Möglichkeit zur steuersparenden Vorauszahlung von Beiträgen! Diese Gestaltungsmöglichkeit in der PKV (höherer Sonderausgabenabzug + Rabatt) gleicht den Nachteil der nur etwas geringeren steuerlichen Absetzbarkeit i.d.R. mehr als aus!

Steuervorteil Vorauszahlung Beitrag Krankenversicherung

Der gesamte Steuervorteil liegt je nach Höhe der Beiträge zu Krankenversicherung und anderen Versicherungen und dem persönlichen Steuersatz bei ca. 3.000 bis 5.000 EUR.

Siehe dazu auch die folgenden Artikel:

Steuer Tipp

Achtung: Frist 22.12. beachten!

Regelmäßig wiederkehrenden Zahlungen wie Krankenversicherungsbeiträge gelten nach § 11 Abs. 2 Satz 2 EStG grundsätzlich als in dem Jahr verausgabt, zu dem sie wirtschaftlich gehören. Das gilt nach Rz. 153 des hier verlinkten BMF-Schreibens vom 24.5.2017 (IV C 3 – S 2221/16/10001 :004) insbesondere, wenn Zahlungen kurze Zeit vor Beginn oder nach Beendigung des Kalenderjahres, zu dem sie wirtschaftlich gehören, abgeflossen und fällig geworden sind. Unter „kurze Zeit“ in diesem Sinn versteht das Bundesfinanzministerium wenn Zahlungen im Zeitraum vom 22.12. bis 31.12. vorgenommen wurden und die Beiträge vertragsgemäß zwischen dem 22.12. und dem 10.1. fällig werden.

WICHTIG: Vorauszahlungen sollten deshalb immer vor dem 22.12. geleistet werden, damit das Finanzamt diese für das Jahr der Leistung als Vorsorgeaufwendungen anerkennt.

Weitere Vorteile und Besonderheiten

Beitragsrabatt bei jährlicher Vorauszahlung Beitrag Krankenversicherung

Ein weiterer Vorteil der Vorauszahlung des Krankenversicherungsbeitrags ist der Beitragsrabatt für jährliche Zahlung, der je nach Gesellschaft ca. 2-4% betragen kann. Dieser Rabatt / Skonto fällt schon bei jährlicher Zahlung an und wird i.d.R. nicht erhöht, wenn für einen noch längeren Zeitraum (wie hier 36 Monate) vorausgezahlt wird.

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Hier einige beispielhafte Rabatte bei jährlicher Zahlung (die Sätze werden angesichts der Niedrigzinsphase noch weiter sinken und sind nicht unbedingt aktuell!):

  • Allianz: 0% (seit 2019)
  • Alte Oldenburger: 0%
  • Arag: 4%
  • Axa: 2% (akzeptiert keine Vorauszahlung für drei Jahre!)
  • Barmenia: 4% (Vorauszahlung für 3 Jahre möglich, Eingang bis 15.12.)
  • BBKK/UKV: 0%
  • Concordia: 3%
  • Debeka: 0%
  • DKV: 0%
  • Hallesche: 3% (ohne Pflegepflichtversicherung)
  • Hanse Merkur: 3% (Vorauszahlung für 2 Jahre möglich)
  • Inter: 4%
  • LKH: 0%
  • Münchener Verein: 3%
  • Nürnberger: 4%
  • R+V: 0,5%
  • SDK: 1% (Beitragszahlung nur für das Folgejahr möglich!)
  • Signal Iduna (inkl. Deutscher Ring): 1%
  • Universa: 0%

Es gibt Gesellschaften, bei denen die Bestätigung der vom Arbeitgeber zu erstattenden Beiträge trotzdem über den unrabattierten Betrag ausgestellt wird. In diesen Fällen profitieren Sie also noch einmal zusätzlich 😀.

Beitragsänderungen bei Vorauszahlung Beitrag Krankenversicherung

Sollte sich in dem Zeitraum der Vorauszahlung Beitrag Krankenversicherung später die Beitragshöhe ändern, hat dies je nach Gesellschaft häufig keinen Einfluss auf die Höhe der zu meldenden Beiträge, sondern es wird ggf. der Zeitraum, für den die Beiträge vorausgezahlt wurden entsprechend angepasst.

Kündigung oder Tarifwechsel

Bei einer Kündigung der Krankenversicherung oder einem Tarifwechsel im Vorauszahlungszeitraum werden vorausgezahlte Beiträge normalerweise erstattet – das macht dann allerdings die beabsichtigte Steuerersparnis zunichte.

Insolvenzrisiko bei Vorauszahlung

Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass im Fall der Insolvenz der Krankenversicherung (in Deutschland eher unwahrscheinlich) die Vorauszahlungen theoretisch verloren sein könnten. Zunächst schützt hier aber „Medicator“ – der Sicherungsfonds für die Krankenversicherung gem. §124 VAG.

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Arbeitgeberzuschuss / Arbeitgeberbeitrag bei Vorauszahlung

Wichtig: Auch der Arbeitgeberanteil muss selbst vorausgezahlt werden und auch auf diesen Teil des Beitrags erhalten Sie den o.g. Rabatt. Der Arbeitgeber zahlt den Arbeitgeberzuschuss in den folgenden (vorausbezahlten) Jahren weiterhin ganz normal monatlich aus. Der anfänglich höhere Liquiditätsabfluss wird so also Monat für Monat wieder „aufgefüllt“.

Achtung: Je nach Gesellschaft reduziert der Rabatt auch den Arbeitgeberzuschuss, so dass der Kunde vom Rabatt bei noch nicht ausgeschöpftem AG Zuschuss nur hälftig profitiert.

Gut zu wissen: Bei einzelnen Gesellschaften erhält der Kunde aus technischen Gründen trotz jährlicher Zahlweise mit X% Rabatt immer eine Arbeitgeberbescheinigung auf monatlicher Basis ohne Abzug eines Nachlasses. In diesen Fällen profitieren Kunden doppelt: X% Nachlass sowie voller Arbeitgeberzuschuss! Alternativ würde man in dieser Situation auf alle Fälle einen Beitragsentlastungstarif (siehe Altersbeitragsentlastungssparen) dazu buchen, um nichts zu verschenken.

Vorauszahlung Einmalbeiträge zu Beitragsentlastungstarifen

Bis 2020 konnten Versicherte bei einigen Gesellschaften auch größere Einmalbeiträge in sog. (Alters-)Beitragsentlastungstarife einzahlen (siehe Altersbeitragsentlastungssparen). Diese waren dann im Jahr der Beitragszahlung gem. § 10 Absatz 1 Nummer 3 Satz 4 2. Halbsatz EStG unbegrenzt abzugsfähig. Damit konnten durch die Vorverlagerung des Sonderausgabenabzugs in Jahre mit höheren Einkünften Steuervorteile erzielt werden. Diese Möglichkeit bestand zum letzten Mal in 2019! Der zweite Halbsatz wurde ab dem 1.1.2020 gestrichen.

Zum Ausgleich dieser Einschränkung wurde jedoch der im Veranlagungszeitraum der Zahlung abzugsfähige Betrag vom Zweieinhalbfachen der im Veranlagungszeitraum der Zahlung geschuldeten Beiträge zur Basiskranken- und gesetzlichen Pflegeversicherung gem. § 10 Absatz 1 Nummer 3 Satz 5 EStG auf das Dreifache angehoben. Grundlage ist das „Gesetz zur weiteren steuerlichen Förderung der Elektromobilität und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften“ (JStG 2019).

Wichtig: Steuerberater und Versicherung fragen!

Vorsorglich sollten Sie die Vorauszahlung Beitrag Krankenversicherung vor Umsetzung abstimmen:

  1. mit Ihrem Steuerberater und
  2. mit Ihrer Krankenversicherung

Nicht jede Gesellschaft akzeptiert Vorauszahlungen für mehr als ein Jahr. Wenn die Zeit zum Jahresende knapp ist würde ich den Betrag zunächst unter Angabe der Versicherungsnummer mit entsprechendem Betreff überweisen und das per email avisieren. Details lassen sich dann immer noch klären, „schlimmstenfalls“ erhalten Sie Beträge, die über einen Jahresbeitrag hinausgehen, wieder zurückerstattet.

Achtung: Bei einigen Gesellschaften muss eine Vorauszahlung bis spätestens 15.12. eingegangen sein, um noch dem aktuellen Jahr zugeordnet werden zu können.

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