Private Krankenversicherung FAQ – Antworten auf häufig gestellte Fragen

Private Krankenversicherung FAQ

Private Krankenversicherung FAQ

Diese Seite ist im Aufbau. Zusätzlich finden Sie hier hier verlinkt die (vom Inhalt her anbieterneutralen)

  1. FAQ’s der Gothaer zur privaten Krankenversicherung (PKV)
  2. FAQ’s der Gothaer zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV)

Hier verlinkt finden Sie weitere Antworten auf häufige Fragen zur Private Krankenversicherung FAQ der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Am einfachsten wenden Sie sich mit Ihrer Frage – ob “frequently asked” oder nicht – direkt an uns. Damit ersparen Sie sich langes Recherchieren!

PKV

Private Krankenversicherung mit Familie

Private Krankenversicherung mit FamilieIst eine private Krankenversicherung mit Familie zu teuer oder lohnt sich ein Wechsel auch mit Kindern?

Private Krankenversicherung mit Familie – Situation GKV

In der gesetzlichen Krankenversicherung sind Familienangehörige, die kein eigenes Einkommen haben, im Rahmen der sog. “Familienversicherung” beitragsfrei mitversichert. Bei einer klassischen Familie mit 6 Kindern und nur einem Verdiener zahlt nur dieser den Beitrag zur GKV von max. rund 700 EUR. Alle anderen Familienmitglieder sind ohne zusätzliche Kosten mitversichert.

Private Krankenversicherung mit Familie

Anders als in der GKV bezahlt bei der PKV jedes Familienmitglied einen eigenen Beitrag – und hat damit auch einen eigenen Anspruch auf optimale medizinische Versorgung.

Hier ein vereinfachter Überblick, wie sich die Kosten einer private Krankenversicherung mit Familie bei moderater Qualität (hier gibt es große Unterschiede!) und jüngerem Eintrittsalter im Vergleich zur GKV verhalten:

  • Bei dauerhaft nicht erwerbstätigem Ehepartner ist die PKV bis einschließlich 2 Kindern nicht teurer als die GKV wenn man auch die Leistungsunterschiede berücksichtigt, die z.B. durch Zusatzversicherungen (ambulant, stationär, Zahn) für jede Person auszugleichen wären.
  • Arbeitet der Ehepartner nach ein paar Jahren wieder (und zahlt dann seinen eigenen Beitrag zur PKV oder GKV), dann ist für eine Familie mit bis zu 3 Kindern leistungsbereinigt die private Krankenversicherung nicht teurer als die gesetzliche Krankenversicherung.
  • Bei vier und mehr Kindern stellt sich ggf. die Frage, ob Ihnen die Gesundheit Ihrer Familie einen gewissen Mehrbeitrag wert ist – sofern Sie sich diesen leisten können.

Bei  Beamten (wg. Beihilfe) und Ärzten (wg. rabattierten Ärztetarifen) verschiebt sich die “Rentabilitätsgrenze” bei der Kinderzahl ggf. noch etwas nach oben, hier “lohnt” sich die Private Krankenversicherung mit Familie auch bei größeren Kinderzahlen.

Hier finden Sie zum Download Auszüge aus dem “KV Handbuch” einer größeren Krankenversicherung, die viele Fragen rund um die private Krankenversicherung in Mutterschutz und Elternzeit im Vergleich zur gesetzlichen Krankenversicherung beantworten, u.a.

  • Einkommensvergleich GKV vs. PKV in Mutterschutz und Elternzeit unter Berücksichtigung Elterngeld
  • Beitragsvergleich GKV vs. PKV in Mutterschutz und Elternzeit
  • Muss ich mich während bzw. nach der Elternzeit wenn ich nur Teilzeit arbeite und weniger verdiene wieder gesetzlich krankenversichern?
  • Krankenversicherung während und nach der Elternzeit
  • usw.

Kontaktieren Sie mich für eine zu Ihrer persönlichen Situation bzw. Lebensplanung passende Kalkulation.

Wie kann ich als Privatpatient eine Arztrechnung überprüfen?

Wollen Sie eine Arztrechnungen überprüfen, können Sie z.B. das “Prüfprogramm GOÄ” vom Verband der Privaten Krankenversicherungen verwenden.

Alternativ können Sie Arztrechnungen auch einfach vor Bezahlung bei Ihrer privaten Krankenversicherung einreichen, die dann die Richtigkeit der Gebührenziffern nach GOÄ überprüft.

Wenn Sie eine Arztrechnung überprüfen gehört dazu natürlich auch die Frage, ob die abgerechneten Leistungen tatsächlich so erbracht wurden. Diesen Teil des Arztrechnung Überprüfens kann Ihnen allerdings niemand abnehmen, das fällt in den Verwantwortungsbereich des privat krankenversicherten Patienten.

Ist eine Private Krankenversicherung im Alter zu teuer?

Eine der häufigsten Fragen in der PKV-Beratung: Ist eine Private Krankenversicherung im Alter zu teuer? Oder ist die PKV – auch im Vergleich zur  Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) – auch als Rentner noch bezahlbar? Hier finden Sie Antworten.

Bei Abschluss einer privaten Krankenversicherung erhalten Sie in einem leistungsstarken Tarif bessere Leistungen als in der GKV zu einem meistens sogar günstigeren Preis. Für die Beurteilung des Preis-/Leistungsverhältnisses PKV vs. GKV ist aber natürlich auch wichtig, wie sich der Beitrag zukünftig entwickeln wird. Wir besitzen keine Glaskugel, versuchen Ihnen hier aber einige Fakten an die Hand zu geben, um diese Frage besser einschätzen zu können.

Vorab dazu eine offizielle Aussage der Bundesregierung vom 30.5.2016 (BT-Drs 18/8590) auf eine Anfrage der Grünen zur Belastung von Rentnern mit PKV Beiträgen: “Der Anteil der privat Versicherten, die eine Prämie entrichten, die den Höchstbeitrag der GKV überschreitet, lag nach Angaben des WIP im Jahr 2012 bei 0,5 Prozent der Versicherten.” Nur einer von 200 PKV Versicherten zahlt also mehr als den Höchstbeitrag in der GKV!

private Krankenversicherung im Alter zu teuer1. Ist eine private Krankenversicherung im Alter zu teuer?

Bei Abschluss einer privaten Krankenversicherung erhalten Sie in einem leistungsstarken Tarif bessere Leistungen als in der GKV zu einem meistens sogar günstigeren Preis. Für die Beurteilung des Preis-/Leistungsverhältnisses PKV vs. GKV ist aber natürlich auch wichtig, wie sich der Beitrag zukünftig entwickeln wird. Wir besitzen keine Glaskugel, versuchen Ihnen hier aber einige Fakten an die Hand zu geben, um die Frage “Ist die private Krankenversicherung im Alter zu teuer?” besser einschätzen zu können.

Vorab dazu eine offizielle Aussage der Bundesregierung vom 30.5.2016 (BT-Drs 18/8590) auf eine Anfrage der Grünen zur Belastung von Rentnern mit PKV Beiträgen: “Der Anteil der privat Versicherten, die eine Prämie entrichten, die den Höchstbeitrag der GKV überschreitet, lag nach Angaben des WIP im Jahr 2012 bei 0,5 Prozent der Versicherten.” Nur einer von 200 PKV Versicherten zahlt also mehr als den Höchstbeitrag in der GKV!

Beitragskalkulation in der PKV

Eines muss klar gesagt werden: die private Krankenversicherung wird nicht deshalb teurer, weil der Versicherte älter wird!

Älter werden ist nicht wirklich überraschend, sondern einkalkuliert. Deshalb sind Beiträge der PKV und der meisten Zusatzversicherungen so berechnet, dass diese theoretisch (ohne “medizinische Inflation”, s.u.) ein Leben lang konstant bleiben. Der Beitrag wird nämlich unter Berücksichtigung der Lebenserwartung kalkuliert, d.h. in jungen Jahren sind die Beiträge höher als die tatsächlichen Kosten, die später höheren Kosten werden aus diesem angesparten Kapital (“Altersrückstellung“) bezahlt. Siehe dazu die hier verlinkte Grafik “Beitragskalkulation in der PKV“:

private Krankenversicherung im Alter zu teuer - Beitragskalkulation

Insofern liegen Diskussionen um die “Vergreisung” von Tarifen neben der Sache, wie im Artikel “PKV-Vorurteile: Vergreisung” eines Maklerkollegen ausführlich erklärt.

Medizinische Inflation

Medizin wird jedes Jahr teurer, unabhängig davon ob gesetzlich oder privat versichert. Die Hauptgründe:

  • längere Lebenserwartung (jedes Jahr länger leben kostet doppelt so viel wie das vorherige) und
  • neue Behandlungsmöglichkeiten

Daraus ergibt sich eine “Inflationsrate Medizin” von im Schnitt ca. 5% pro Jahr.

Zitat aus der hier verlinkten Antwort der Bundesregierung vom 30.5.2016 (BT-Drs 18/8590) auf eine Anfrage der Grünen: “Die Kostensteigerungen, die in den letzten Jahren auch im Bereich der PKV zu beobachten waren, sind maßgeblich auf allgemeine Leistungsausweitungen im Zusammenhang mit dem medizinisch-technischen Fortschritt sowie den Anstieg der Lebenserwartung zurückzuführen. Diese Veränderungen beeinflussen in gleichem Maße auch die Kostenentwicklung in der GKV. Daher verlief die Beitragsentwicklung in der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung in den letzten Jahren sehr ähnlich. Die PKV-Beiträge stiegen zwischen 2008 und 2014 um rund 2,5 Prozent pro Jahr (s. die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage auf Bundestagsdrucksache 18/5956, S. 3, Antwort zu Frage 5) und entwickelten sich damit in diesem Zeitraum etwas weniger dynamisch als die Beiträge in der GKV.

Situation Gesetzliche Krankenversicherung (GKV)

Beitragsentwicklung Gesetzliche Krankenversicherung

2016 beträgt der Höchstbeitrag zur GKV bei einem allgemeinen Beitragssatz von 14,6%, einem durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 1,1% und einem Pflegebeitragssatz von 2,6% bereits 775,46 EUR – zuzüglich diversen Zuzahlungen, für die GKV Versicherte selbst aufkommen müssen! Siehe dazu auch unsere Seite Sozialversicherungswerte 2016. 1970 betrug der Höchstbeitrag noch 50,31 EUR! Von 1970 bis 2016 ist damit der Höchstbeitrag zur GKV jährlich im Schnitt um 6,13% gestiegen (1970: 50,31 EUR, 2016: 775,46 EUR – siehe auch die hier verlinkten Übersichten Beitragsentwicklung GKV 1970-2013 und Beitragsentwicklung GKV 1971-2014).

private Krankenversicherung im Alter zu teuer - Beitragsentwicklung Gesetzliche Krankenversicherung 1970-2014

Leistungskürzungen GKV und strukturelle Probleme

Zusätzlich wurden in der gesetzlichen Krankenversicherung Leistungen erheblich gekürzt und Zuzahlungen eingeführt/erhöht (siehe Leistungskürzungen GKV), was vor allem Ältere und Kranke belastet.

Auf dieser Grafik sehen Sie auf einen Blick, wie Leistungskürzungen der GKV mit deutlichen Beitragssteigerungen einhergingen:

private Krankenversicherung im Alter zu teuer - GKV Beitragsentwicklung und Leistungskürzungen GKV Signal Iduna 2015

(c) Signal Iduna 2015

Ganz wichtig: die GKV arbeitet nach einem “Rückwärts-Umlageverfahren“: sie gibt erst Geld aus und lässt dann junge Berufstätige bezahlen. Haben Sie sich schon einmal gefragt woher bei unserer Bevölkerungsstruktur künftig die jungen GKV-Beitragszahler kommen? Hier dazu ein erklärendes Video. Im Jahr 2050 wird ein Drittel unserer Bevölkerung 60 Jahre oder älter sein! Auf diesen demographischen Wandel ist die GKV in keiner Weise vorbereitet, während die PKV durch die beschriebenen Altersrückstellungen vorgesorgt hat.

Dazu passen aktuelle Berichte mit Überschriften wie “GKV in Not: Höhere Beiträge und steigende Kassendefizite drohen“. Der GKV-Spitzenverband erwartet deutliche Steigerungen des inzwischen von fast allen gesetzlichen Krankenkassen erhobenen Zusatzbeitrags, der nach oben nicht begrenzt ist und vom Versicherten ohne Arbeitgeberbeteiligung alleine getragen werden muss.

Situation Private Krankenversicherung (PKV)

Beitragsentwicklung Private Krankenversicherung

Auch die private Krankenversicherung wird jährlich teurer. Leistungskürzungen sind hier jedoch – anders als in der GKV – vertraglich ausgeschlossen. Das hier eingebettete Video des PKV Verbandes erklärt die Mechanismen der Beitragsentwicklung anschaulich – den etwas werblichen Charakter bitte ausblenden.

Die durchschnittliche Steigerung eines guten PKV Tarifs fällt geringer aus als in der GKV. Wie kann die private Krankenversicherung preisstabiler sein als die gesetzliche Krankenversicherung? Einer der Gründe: die PKV hat eine günstigere Risikostruktur, sie nimmt nur Gesunde auf, die meist über eine bessere Ausbildung verfügen. Jeder zahlt hier seinen eigenen Beitrag, es gibt keine “Familienversicherung”. Und das System ist deutlich zukunftssicherer als die GKV, da Kosten aus angesparten Rücklagen bezahlt werden (“Kapitaldeckungsverfahren“).

In 2015 hat sich auf Wunsch mehrerer Linken-Abgeordneten der Deutsche Bundestag mit deren Sorge vor Beitragserhöhungen in der privaten Krankenversicherung beschäftigt. Hier eine Übersicht über die Entwicklung des durchschnittlichen PKV Beitrags von 2008 bis 2014 aus BT-Drucksache 18/5956 vom 9.9.2015:

private Krankenversicherung im Alter zu teuer - Beitragsentwicklung PKV aus BT Drucksache 18.5956 v 9.9.15

Beitragsentwicklung PKV aus BT Drucksache 18.5956 v 9.9.15

Dies entspricht einer Beitragssteigerung im Durchschnitt aller privat Krankenversicherter in Deutschland von jährlich 1,89%! Im gleichen Zeitraum wurde der Höchstbeitrag der GKV von 599,40 in 2008 auf 720,90 in 2014 erhöht. Dies entspricht einer durchschnittlichen Beitragssteigerung der GKV von jährlich 2,67% – und dies auf Basis deutlich höherer absoluter Beträge!

Ergebnisse einer Studie der Deutschen Aktuarvereinigung (6/2011):

  1. nahezu vergleichbare jährliche Beitragssteigerung in PKV und GKV von rund 3% … in den letzten Jahren (sind) die Beiträge in der GKV deutlich stärker angestiegen als in der PKV und
  2. die PKV Beiträge ab Alter 65 verlaufen fast konstant und sinken in den höheren Altern dann sogar wieder.

Laut Map-Report 2013 924-825 aus 02/2013 haben 17 getestete PKV Unternehmen mit über 60% Marktanteil in 2013 die Beiträge für Angestellte im Schnitt um 6,89 € oder 1,76% angehoben. Die durchschnittliche jährliche Beitragsanpassung von 2001 bis 2013 betrug 3,9%, also deutlich weniger, als in gelegentlich auftretenden Einzelfällen gerne öffentlich ausgeschlachtet wird. Laut Map-Report 2014 855-856 aus 2/2014 lag die durchschnittliche monatliche Erhöhungsrate in 2014 sogar nur bei 1,69 % für Angestellte und 1,96 % für Beamte.

Bei Tarifen besonders beitragsstabiler PKV Anbieter beträgt die durchschnittliche jährliche Steigerungsrate von 1995 bis 2012 (ab 2012 gab es die neu kalkulierten sog. Unisex-Tarife) sogar nur 2,1% bei Frauen und 1,8% bei Männern!

Hier eine Statistik von “Statista” zu Beitragssteigerungen der privaten Krankenversicherungen von 2001 bis 2012:

private Krankenversicherung im Alter zu teuer - Beitragssteigerung der privaten Krankenversicherung von 2001 bis 2012
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Die deutsche Rating-Agentur Assekurata schreibt in Ihrem “Assekurata-Marktausblick zur Privaten Krankenversicherung 2014”: … “dürfte das Jahr 2014 nach den Erkenntnissen von Assekurata das Jahr mit der durchschnittlich niedrigsten Anpassungsrate der vergangenen zehn Jahre sein. Sowohl im Beihilfe- (0,9 %) als auch im Normalgeschäft (1,5 %) fallen die Beitragserhöhungen bei den von Assekurata gerateten Gesellschaften äußerst moderat aus. Insgesamt gehen die Anpassungssätze im Gesamtbestand seit 2010 kontinuierlich zurück. Die folgende Grafik zeigt die durchschnittlichen Beitragsanpassungssätze im Bestand für den Gesamtmarkt in den Jahren 2005 bis 2012 (Aktuellere Marktzahlen liegen zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht vor) und differenziert nach Beihilfe- und Nicht-Beihilfegeschäft (2005 bis 2014). Die Beitragsanpassung bei Bestandsversicherten beträgt demnach … für die Jahre 2005-2012 bei 4,5 %“. Hier die zugehörige Grafik von Assekurata:

private Krankenversicherung im Alter zu teuer - Assekurata PKV-Beitrag 2005-2014

Hier sehen Sie als weiteres Beispiel die durchschnittlichen Bestandsbeiträge von Männern und Frauen eines PKV Anbieters, der dies grafisch sehr anschaulich aufbereitet hat (Stand 2013, dies ist keine spezielle Empfehlung bezüglich dieser Gesellschaft)

private Krankenversicherung im Alter zu teuer - Beitragsentwicklung PKV durschnittliche Bestandsbeiträge 2013 Signal Iduna

(C) Signal Iduna 2015

Zu beobachten wird allerdings sein, wie sich das aktuelle Niedrigzinsumfeld auf die Kalkulation der privaten Krankenversicherung auswirkt. Hält dies länger an, erzielen private Krankenversicherer möglicherweise über längere Phasen einen Zins, der unterhalb des intern kalkulierten “aktuariellen Unternehmenszins” liegt. Muss dieser daraufhin reduziert werden, führt dessen Absenkung um 0,1 Prozentpunkte nach einer Faustformel zu einer Erhöhung der Beiträge um ca. ein Prozent. Im Jahr 2014 lag die branchendurchschnittliche Reinverzinsung immer noch bei 3,9% und damit deutlich sowohl über dem für Bisex Tarife geltenden alten Rechnungszins von 3,5%, als auch über dem seit Unisextarifen 2013 geltenden neuen Rechnungzins von 2,75% (siehe BT-Drucksache 18/5956 vom 9.9.2015).

Im Vergleich zur gesetzlichen Krankenversicherung ist m.E. jedoch davon auszugehen, dass dort die bereits jetzt klar absehbaren demographischen Veränderungen (s.o.) deutlich gravierenere Auswirkungen auf die Beiträge haben als solche Veränderungen des Zinsniveaus in der PKV.

Altersvorsorgemaßnahmen Private Krankenversicherung

Diese zusätzlichen Vorkehrungen sorgen für bezahlbare PKV-Beiträge im Alter:

  • als Teil der Prämie wird neben Risiko- und Kostenbeitrag (ca. 2/3 der Prämie) eine tarifliche Alterungsrückstellung (ca. 1/3 der Prämie, siehe BT-Drucksache 18/5956 vom 9.9.2015) zur Senkung der Altersbeiträge gebildet (Faustformel: 1.000 EUR angesparte Altersrückstellung = ca. 5 EUR Beitragsreduktion pro Monat). Tarife mit höheren Beiträgen sind deshalb tendenziell langfristig beitragsstabiler, so auch die Bundesregierung in der vorgenannten BT-Drucksache: “Es ist richtig, dass mit höheren anfänglichen Prämien die Beitragssteigerungen im Alter gedämpft werden können.”
  • 10%iger Beitragszuschlag gem. §12 VAG bis Alter 60, wird angelegt und ab Alter 65 zur Stabilisierung bzw. Reduzierung der Beiträge im Alter verwendet (siehe auch § 150 VAG – Gutschrift zur Alterungsrückstellung)
  • mit Rentenalter entfallen Beitragskomponenten wie z.B. Krankentagegeld und der 10%ige gesetzliche Zuschlag
  • auch PKV-versicherte Rentner erhalten meist einen Zuschuss des Rentenversicherungsträgers zur Krankenversicherung (nicht: Mitglieder in einem Versorgungswerk)
  • Versicherte haben gem. §204 VVG ein Recht zum Wechsel in einen günstigeren Tarif bei der gleichen Gesellschaft. Dabei werden die bereits gebildeten Altersrückstellungen voll berücksichtigt. Lt. einem Vergleich der Zeitschrift Ökotest (10/2011) lässt sich so gerade bei älteren Versicherten teilweise mehr als die Hälfte des Beitrages einsparen.
  • zur Not besteht immer noch die Möglichkeit des Wechsels in den Standard- bzw. Basistarif (Leistungen ~ GKV, max. Durchschnitt GKV Höchstbeitrag, 2012: 592,88 EUR p.m. abzüglich anzurechnende Altersrückstellung, mehr zur Hilfsbedürftigkeit siehe unten).
  • Durch Anlage der Ersparnis aus dem Wechsel in die PKV wird der Beitrag im Alter nachhaltig reduziert (siehe unter “Altersbeitragsentlastungssparen” – nach dem dortigen Rechenbeispiel ergibt sich durch die Anlage der Ersparnis ab 67 eine monatliche Beitragsreduzierung um 1.600 EUR!)

Zitat aus der hier verlinkten Antwort der Bundesregierung vom 30.5.2016 (BT-Drs 18/8590) auf eine Anfrage der Grünen:”Um den Beitragsanstieg in der PKV zu begrenzen, hat der Gesetzgeber verschiedene Maßnahmen umgesetzt. So wurde insbesondere im Jahr 2000 zur Stabilisierung der Beiträge im Alter ein gesetzlicher Zuschlag in Höhe von zehn Prozent eingeführt. Zudem werden Überzinsen zur Vermeidung oder Begrenzung von Prämienerhöhungen bzw. zur Prämienermäßigung im Alter verwendet. Nach Angaben der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) sind aufgrund der aktuellen Niedrigzinsphase und der seit ihrem Beginn erfolgten Anpassungen des Rechnungszinses auch die Beiträge von älteren Versicherten angestiegen. Die BaFin geht jedoch davon aus, dass aufgrund der gegenwärtigen gesetzlichen Regelungen im Branchendurchschnitt auf mittlere Sicht eine relative Stabilisierung der Beitragsentwicklung für privat Krankenversicherte im Alter prognostiziert werden kann (Jahresbericht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht 2015, S. 209).

Konkrete Praxisbeispiele PKV im Alter

  • Die 78-jährige selbstständige Mutter eines Freundes, geb. 1935, zahlt bei der DKV für ihre private Krankenversicherung monatlich 766,61 EUR (Stand 2013). Aufgrund eines zusätzlich gebuchten Beitragsentlastungstarifs (siehe Altersbeitragsentlastungssparen) reduziert sich dieser Beitrag um 255,65 EUR auf zu zahlende 510,96 EUR. Laut Tarif würde sie 1.340,73 EUR p.m. bezahlen, davon wird jedoch ihre Altersrückstellung i.H.v. 574,12 EUR p.m. abgezogen. Hier der (anonymisierte) Versicherungsschein.
  • Ein 65 jähriger Rentner, dessen Tarif wir 2012 per Tarifwechsel optimiert habe (siehe Beispiele für erfolgreiche Beratung) zahlt bei der Axa einen Monatsbeitrag i.H.v. 189,16 EUR bei einem Selbstbehalt von 4.500 EUR, daraus ergibt sich ein monatlicher sog. “Effektivbeitrag” (bei voller Ausschöpfung der Selbstbeteiligung) von maximal 564,16 EUR. Darin enthalten ist ein sog. “Risikozuschlag” für Stoffwechselstörungen i.H.v. 29,80 EUR, wäre er bei Vertragsschluss völlig gesund gewesen, würde er jetzt also nur 534,36 EUR bezahlen. Hier der (anonymisierte) Versicherungsschein.
  • Hier der Beitragsverlauf eines seit 35 Jahren bei der Universa versicherten 70-jährigen Rentners mit Einnahmen aus Gesetzlicher Rente und Betriebsrente (Stand 12/2013): anfänglich versichert in den Tarifen A 100, ZA 80, ST 1/100 für unter 100 EUR, nach zwischenzeitlichen Tarifoptimierungen jetzt in Tarif VE 1300 H, PVN mit Monatsbeitrag 269,93 EUR (inkl. Pflegeversicherung), d.h. bei Selbstbehalt von 1.300 EUR = Effektivbeitrag 378,26 EUR gegenüber ca. 450 EUR in der GKV. Zusätzlich hat dieser Rentner gegenüber der GKV bislang über 80.000 EUR an Beitragsvorteil gespart!

Zitat aus der hier verlinkten Antwort der Bundesregierung vom 30.5.2016 (BT-Drs 18/8590) auf eine Anfrage der Grünen: “Der Anteil der privat Versicherten, die eine Prämie entrichten, die den Höchstbeitrag der GKV überschreitet, lag nach Angaben des WIP im Jahr 2012 bei 0,5 Prozent der Versicherten.

Was sagt Stiftung Warentest (Finanztest 5/2014) zur Beitragshöhe im Rentenalter?

Finanztest 5/2014, S. 64 schreibt “Selbstständige und Angestellte sollten sofort beginnen, Geld zurücklegen, sobald sie in eine private Versicherung gewechselt sind.“. Das ist völlig richtig, siehe unsere Seite Altersbeitragsentlastungssparen.

Nicht zu Ende gedacht ist allerdings folgende Aussage von Finanztest: “Im Rentenalter zahlen sie dort meistens deutlich mehr als in der gesetzlichen Krankenkasse. Wir nehmen an, dass der private Beitrag im Rentenalter mindestens dreimal so hoch ist wie bei Vertragsabschluss.

Bei wichtigen Entscheidungen sollte man besser nicht mit vagen Annahmen sondern mit Fakten arbeiten! Die Fakten aus der hier verlinkten Antwort der Bundesregierung vom 30.5.2016 (BT-Drs 18/8590) auf eine Anfrage der Grünen: “Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Annahme der Stiftung Warentest in Einzelfällen zutreffend ist. Über die Hintergründe der Einschätzung der Stiftung Warentest liegen der Bundesregierung keine Erkenntnisse vor. Gemäß Zahlenbericht der privaten Krankenversicherung betrug der Ausgabenanstieg für Krankheitskosten je Versicherten 2,66 Prozent im Jahr 2014 (Vorjahr: 4,89 Prozent). Diese Kostenentwicklung ist maßgeblich durch die allgemeine Teuerung sowie die Teuerung durch den medizinischen Fortschritt bedingt. Legt man eine durchschnittliche jährliche Steigerung von 3 Prozent zugrunde, so ergibt sich alleine hierdurch über einen Zeitraum von 30 Jahren ein ca. 2,5-fach höherer Beitrag im Vergleich zum Beitrag bei Vertragsschluss.

Legt man eine durchschnittliche Beitragssteigerung der gesetzlichen Krankenversicherung von aktuell jährlich rund 6% zu Grunde (s.o.), dann wäre der GKV Beitrag im gleichen Zeitraum von 30 Jahren fast 6 mal höher als beim Eintritt in die GKV! Selbst wenn man im Rentenalter von einer Einkommensminderung von bis zu 50% ausgeht, würde der GKV Beitrag damit immer noch über dem PKV Beitrag liegen. Außerdem greifen bei der PKV im Rentenalter die oben beschriebenen Beitragsentlastungsmaßnahmen, insbesondere das per Altersbeitragsentlastungssparen angesammelte Kapital.

Fazit: Ist die Private Krankenversicherung im Alter zu teuer?

Natürlich lässt sich die Zukunft mit Bezug auf Daten aus der Vergangenheit nicht sicher “vorhersagen”. Sofern die künftige Entwicklung jedoch nicht ganz anders verläuft, ist die grundsätzliche Frage, ob eine Private Krankenversicherung im Alter zu teuer wird, vielleicht ein Stück weit beantwortet. Beitragssteigerungen aufgrund der medizinischen Inflationsrate sind unvermeidbar, fallen bei der PKV im Normalfall aber nicht signifikant höher aus als in der Gesetzlichen Krankenversicherung.

Letzlich spielt bei der Beantwortung der Frage, ob die Private Krankenversicherung im Alter zu teuer wird, aber auch die Auswahl eines leistungsstarken und beitragsstabilen Tarifs einer Gesellschaft mit guten Kennzahlen eine ganz wichtige Rolle, siehe dazu meine Seite Auswahlkriterien Krankenversicherung. Nutzen Sie dafür unsere kostenlose unabhängige Beratung!