Unfallversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung?

Unfallversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung oder Schwere Krankheiten Vorsorge (SKV) – Welche Absicherung für wen? Siehe dazu auch meine inzwischen etwas ausführlichere Seite Berufsunfähigkeit oder Unfallversicherung – BU Alternativen?

Möglichkeiten zur Vorsorge bei Krankheit und Unfall

Bei der Absicherung von Arbeitskraft und Einkommen sowie der Vorsorge gegen Invalidität und Schwere Erkrankungen gibt es eine Reihe verschiedener Lösungen:Unfallversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung bzw. Schwere Krankheiten Vorsorge - Unterschiede?

Unterschiede der Lösungen

Zur Beantwortung der Frage, Unfallversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung oder Schwere Krankheiten Vorsorge, hier die Besonderheiten der einzelnen Versicherungen:

Unfallversicherung

Eine private Unfallversicherung schützt bei jedem Unfall, auch wenn er selbst verschuldet wurde, unabhängig davon, wo Sie sich zu diesem Zeitpunkt befanden und was Sie getan haben (Arbeit, Freizeit, Sport, Haushalt, Straßenverkehr). Hauptzweck ist die Zahlung einer einmaligen Summe bei Invalidität, die frei verwendet werden kann, z.B. für behindertengerechten Umbau, zur Überbrückung beim Lebensunterhalt etc..

Die Höhe der Entschädigung berechnet sich nach der abgesicherten Invaliditätssumme und dem Grad der Invalidität gemäß einer sog. Gliedertaxe, d.h. der Verlust der Funktionsfähigkeit von „Körperteilen“ wird hier „scheibchenweise“ mit Prozentsätzen bewertet (z.B. Daumen = 20 Prozent).

Ob sich die Invalidität auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt oder nicht spielt hier keine Rolle. Bei einer Berufsunfähigkeit infolge eines Unfalls (nur knapp 10% aller BU Fälle) reicht die Invaliditätssumme im Regelfall nicht aus, um den weiteren Lebensunterhalt bis zum Rentenalter (inkl. Aufbau eigener Altersvorsorge) zu finanzieren.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Berufsunfähigkeitsversicherung dient zur Absicherung des Einkommens, wenn der Versicherte wg. Unfall oder Krankheit zu mindestens 50 Prozent nicht mehr fähig ist, den bisherigen Beruf auszuüben. Die versicherte Berufsunfähigkeitsrente (i.d.R. das Nettoeinkommen) wird bis zum vereinbarten Endalter (i.d.R. 67) gezahlt, wenn bei dem konkret ausgeübten Beruf (Stichwort „Verzicht auf abstrakte Verweisung“) die Voraussetzungen für eine Berufsunfähigkeit gegeben sind.

Häufige Ursachen für eine Berufsunfähigkeit sind psychische Probleme (Depression, Burn-out, etc.), orthopädische Ursachen (Wirbelsäule, Knochen, Gelenke), Krebs, Herz- und Kreislauferkrankungen und Unfälle.

Schwere Krankheiten Vorsorge / Dread Disease

Eine sog. Schwere Krankheiten Vorsorge oder „Dread Disease Versicherung“ zahlt einen vereinbarten Betrag bei Diagnose von je nach Anbieter über 40 klar definierten schweren Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs oder Parkinson.

Anders als bei der BU-Versicherung reicht hier die ärztliche Diagnose aus (mit einem gewissen Schweregrad, z.B. Krebs mit Chemotherapie). Ob die Arbeitsfähigkeit dadurch eingeschränkt wird oder nicht spielt keine Rolle, insofern besteht hier weniger Raum für Diskussionen mit der Versicherungsgesellschaft. Dies gilt auch für Selbstständige (ggf. als sog. Keyperson Absicherung), bei denen eine Berufsunfähigkeitsversicherung i.d.R. die Frage nach einer möglichen Umorganisation stellt.

Auch bei der Schweren Krankheiten Vorsorge kann die ausgezahlte Summe wie bei der Unfallversicherung frei verwendet werden, z.B. für behindertengerechten Umbau, zur Überbrückung beim Lebensunterhalt oder zur Finanzierung einer kostenspieligen ärztlichen Behandlung im Ausland.

Fazit Unfallversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung / SKV?

Alle drei Versicherungen (Unfallversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung oder Schwere Krankheiten Vorsorge) sichern wichtige Risiken ab und ergänzen sich in ihrer Funktion.

Die Frage, ob Unfallversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung oder Schwere Krankheiten Vorsorge und welche Kombination zu Ihrer aktuellen Lebenssituation und Lebensplanung passt, sollte mit Unterstützung durch einen unabhängigen Finanzberater so früh wie möglich beantwortet werden.

Denn bei Beantragung von Unfallversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung oder Schwere Krankheiten Vorsorge müssen Gesundheitsfragen beantwortet werden, d.h. bei bestehenden Erkrankungen ist ggf. keine Versicherung möglich, und die Beiträge werden jedes Jahr mit höherem Beginnalter auf Dauer teurer.