Gebührenordnung der Ärzte GoÄ

Gebührenordnung: übernimmt Ihre Krankenversicherung auch die Kosten für mit höheren GOÄ/GOZ Sätzen abrechnende Spezialisten im In- und Ausland?

Gebührenordnung – wie rechnen Ärzte ab?Gebührenordnung der Ärzte GoÄ

Die GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte) bildet die Grundlage für die Vergütung von ärztlichen Leistungen. Für Zahnärzte gilt entsprechend die Gebührenordnung für Zahnärzte, GOZ.

Als Vergütung stehen dem Arzt nach GOÄ Gebühren, Entschädigungen (Wegegeld, Reiseentschädigung) und Ersatz von Auslagen zu. Dafür bekommt er einen bestimmten dort aufgeführten Betrag als Vergütung. Zum Beispiel kann er für eine Beratung nach GOÄ Ziffer 1 eine Gebühr i.H.v. 4,66 EUR abrechnen.

Je nach Umfang und Schwierigkeit einer Behandlung, kann der behandelnde Arzt Rechnungen mit erhöhten Faktoren bzw. Multiplikatoren bis zum Regelhöchstsatz (2,3-fach) oder Höchstsatz (3,5-fach) stellen. Das heißt der Euro Wert der GOÄ Ziffer wird mit diesem Steigerungssatz multipliziert. Üblich und i.d.R. ohne Begründung möglich ist die Verwendung des 2,3-fachen Regelhöchstsatzes, damit würden die Kosten der o.g. Beratung auf 4,66 x 2,3 = 10,72 EUR steigen.

Die Gebühren und Steigerungssätze der GOÄ sind zunächst verbindlich. Der Arzt hat jedoch die Möglichkeit, die Höchstsätze der GOÄ zu überschreiten. Die hierfür erforderliche individuelle Vereinbarung ist vom Arzt persönlich mit dem Patienten zu treffen; und zwar schriftlich und bevor die Leistung erbracht wird.

Gebührenordnung – was zahlt die PKV?

Viele PKV-Tarife begrenzen die Leistungen auf den Regelhöchstsatz bzw. den Höchstsatz. Wie ist das bei Ihrem Tarif?

Werden Rechnungen von Ärzten und Zahnärzten nur bis zum Höchstsatz (= 3,5-fach) der jeweiligen Gebührenordnung bezahlt oder wird auch die Behandlung durch ausgewiesene Spezialisten, die z.B. 5-fach, 7-fach oder 9-fach abrechnen, erstattet? Ansonsten werden Sie in der freien Auswahl, welcher Arzt Sie bei einer ernsteren Erkrankung behandeln soll, ggf. merklich eingeschränkt.

Gebührenordnung – Beispiele

Gebührenordnung – Implantation phake Intraokularlinse

Hier ein Beispiel einer Kundin, die sich aufgrund eines Auges mit stark abweichender Sehstärke im Jahr 2015 in einer spezialisierten Klinik in Köln eine sog. “phake Intraokularlinse” hat implantieren lassen. Per Honorarvereinbarung wurden hier GOÄ Positionen mit dem 5-fachen und 9-fachen Satz abgerechnet. Augen sind eine recht sensible Geschichte – da würde ich auch lieber zum teureren Experten gehen!

Gebührenordnung Implantation phake Intraokularlinse 9-facher Satz

Gebührenordnung – Augenlidplastik

Ein weiteres Beispiel einer anderen Kundin: eine beidseitige Augenlidplastik zur Straffung des Oberlids bei einer Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie in Köln. Ein 11,7-facher Satz ist schon rekordverdächtig! Andererseits will man auch bei kosmetischen Veränderungen keine unnötigen Risiken eingehen und sich lieber von einer anerkannte Spezialistin behandeln lassen.

Gebührenordnung Augenlidstraffung honorarvereinbarung 11,7-fach

Gebührenordnung – Ausland?

Werden in Ihrem Tarif bei gezielten Behandlungen im Ausland nur die Kosten, wie bei einer Behandlung in Deutschland nach hiesiger GOÄ/GOZ erstattet? Eine Schlaganfallbehandlung in den USA kann rund 160.000 USD kosten. Den dortigen Ärzten sind deutsche Gebührenvorschriften herzlich egal, d.h. Sie als Patient bekommen ggf. nur einen Bruchteil davon erstattet. Gute Tarife erstatten die “ortsüblichen Aufwendungen”, d.h. Aufwendungen für medizinisch notwendige Heilbehandlungen, soweit sie den üblichen Berechnungssätzen des jeweiligen Aufenthaltsortes entsprechen.

Gebührenordnung – Empfehlung

Meine Empfehlung zum Thema Gebührenordnung für eine Private Krankenversicherung:

  • Erstattung bis zum Regelhöchstsatz (2,3-fach): ungegnügend!
  • Erstattung bis zum Höchstsatz (3,5-fach): Minimalanforderung
  • Erstattung > Höchstsatz (3,5-fach): Sicherheit für viele Fälle
  • Erstattung ohne Bindung an die GOÄ/GOZ: optimale Lösung