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Berufsunfähigkeit als Arzt Versorgungswerk Infektionsklausel

Berufsunfähigkeit als Arzt oder Zahnarzt – welche Besonderheiten gelten für die Absicherung der Arbeitskraft gegen Berufsunfähigkeit bei Medizinern?

Berufsunfähigkeit als Arzt oder Zahnarzt

Jeder Vierte bis Fünfte wird vor dem regulären Rentenbeginn berufsunfähig. Das Risiko, im Laufe des Arbeitslebens wegen Krankheit oder Unfall nicht mehr arbeiten zu können, ist auch als Arzt oder Zahnarzt beträchtlich.

Im Verhältnis zu anderen Medizinern ist das BU-Risiko bei operativ tätigen Ärzten bzw. am Stuhl arbeitenden Zahnärzten höher. Bei den meisten Gesellschaften können sie sich in deren zweitbester Berufsgruppe immer noch sehr günstig gegen die Berufsunfähigeit als Arzt oder Zahnarzt absichern. Nicht oder nur in geringem Umfang operativ tätige Ärzte stufen viele Gesellschaften in ihre beste Berufsgruppe ein, somit zahlen sie einen noch etwas geringeren Beitrag.

Berufsunfähigkeitsrente vom Versorgungswerk

Ärzte und Zahnärzte sind Pflichtmitglieder in den berufsständischen Versorgungswerken. Diese zahlen im Fall der Berufsunfähigkeit zwar eine moderate Rente, jedoch erst ab 100 Prozent Berufsunfähigkeit, d.h. die Approbation muss zurückgegeben werden (siehe dazu ausführlich unter Berufsunfähigkeit und Versorgungswerk).

Private Berufsunfähigkeitsversicherung

Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung tritt dagegen schon ab 50 Prozent Berufsunfähigkeit ein, d.h. bei Berufsunfähigkeit als Arzt oder Zahnarzt behält dieser seine Approbation und kann durchaus noch in gewissem Maß beruflich tätig sein und z.B. durch Schreiben von Gutachten etwas dazu verdienen. Zu den Unterschieden zwischen der “100%-BU” vom Versorgungswerk und einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung siehe die Übersicht auf unserer Seite Berufsunfähigkeit und Versorgungswerk. Die qualitativen Unterschiede zwischen verschiedenen Berufsunfähigkeitsversicherungen beschreiben wir auf unseren Seiten Beste Berufsunfähigkeitsversicherung: Skoda, VW, Mercedes? und speziell für Ärzte: “Wie gut ist die Berufsunfähigkeitsversicherung der Deutsche Ärzteversicherung für Mediziner?“.

Berufsunfähigkeit als Arzt oder Zahnarzt – Infektionsklausel

Berufsunfähigkeit als Arzt oder Zahnarzt - BerufsunfähigkeitAuch heute gibt es noch Krankheitserreger, die nicht geheilt werden können und bei denen es die Möglichkeit einer vorbeugenden Impfung nicht gibt. Besteht ein Risiko, dass der Mediziner durch eine solche Infektion seine Patienten gefährdet, kann das Gesundheitsamt ein behördliches Berufsverbot nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) aus gesundheitlichen Gründen aussprechen. Dieses kann sich auch nur auf einzelne Tätigkeiten mit konkreter Ansteckungsgefahr beziehen, z.B. die operative Tätigkeit.

Der Arzt oder Zahnarzt kann dann seinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen zwar vielleicht noch ganz oder teilweise ausüben (z.B. bei einer noch nicht „ausgebrochenen“ HIV-Infektion), ist aber im eigentlich Sinn (noch) nicht aus gesundheitlichen Gründen zu mindestens 50% berufsunfähig.

Der Verdienstausfall aufgrund eines solchen Tätigkeitsverbots wird in den ersten 6 Wochen unter Umständen durch eine Entschädigungen nach § 56 IfSG ausgeglichen. Danach wird nur noch eine Entschädigung in Höhe des Krankengeldes gezahlt, die regelmäßig deutlich unter dem regulären Einkommen liegt.

Das Versorgungswerk leistet in diesen Fällen nicht!

Beinhaltet die private Absicherung gegen Berufsunfähigkeit als Arzt oder Zahnarzt eine sog. “Infektionsklausel“, dann wird die versicherte Berufsunfähigkeitsrente auch bei einem solchen Tätigkeitsverbot in voller Höhe erbracht. Bei der Qualität einer solchen Infektionsklausel (siehe dazu auch Beste Berufsunfähigkeitsversicherung: Skoda, VW, Mercedes?) gibt es jedoch wichtige Unterschiede zwischen den Bedingungen verschiedener Anbieter und Tarife, z.B.

  • Wird auch bei einem teilweisen Tätigkeitsverbot geleistet?
  • Wird die Ansteckungsgefahr auch ohne behördliches Tätigkeitsverbot nach objektiven Kriterien und dem aktuellen Stand der medizinischen Wissenschaft beurteilt – im Zweifel mittels Gutachten bzw. Hygieneplan eines renommierten Hygienikers.
  • Gilt die Infektionsklausel auch für Studenten der Humanmedizin oder Zahnmedizin sowie andere im Gesundheitswesen tätige behandelnde bzw. pflegende Personen wie Pfleger, Krankenschwestern, Altenpfleger etc.?

Ein weiter Beleg dafür, dass es bei der Absicherung gegen Berufsunfähigkeit als Arzt oder Zahnarzt in erster Linie auf die Qualität der Bedingungen ankommt, dann erst auf einen möglichst günstigen Beitrag! Siehe dazu auch unseren Beitrag Wie gut ist die Berufsunfähigkeitsversicherung der Deutsche Ärzteversicherung für Mediziner?.

Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle angemerkt, dass Tätigkeitsverbote auf der Grundlage des Infektionsschutzgesetzes mittlerweile seltener ausgesprochen werden. Unsere Arztkunden berichten, dass selbst an HIV erkrankte Chirurgen inzwischen ohne größere Einschränkungen operativ tätig sind und als Vorsichtsmaßnahme nur zwei Paar Handschuhe tragen. Außerdem gibt es starke Stimmen in der Rechtsliteratur, die davon ausgehen, dass Gesundheitsbeeinträchtigungen, die zwar nicht die Leistungsfähigkeit verringern, aber die Berufsausübung praktisch unmöglich machen, als Krankheit im Sinn einer Berufsunfähigkeitsversicherung zu werten sind.

Eine “gute” Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer umfassenden Infektionsklausel kostet regelmäßig nicht mehr als eine BU ohne Infektionsklausel. Daher sollte die Absicherung gegen Berufsunfähigkeit als Arzt oder Zahnarzt vorsorglich besser eine solche Klausel enthalten. Eine Infektionsklausel ist jedoch auch bei Berufsunfähigkeit als Arzt oder Zahnarzt nicht das einzige oder allerwichtigste Kriterium einer Berufsunfähigkeitsversicherung.

Sind Sie im Gesundheitswesen tätig und unsicher, ob Ihr aktueller Tarif eine qualitativ “gute” einklagbare Infektionsklausel beinhaltet? Sprechen Sie uns an, wir überprüfe das gerne für Sie!

Übersicht BU Infektionsklauseln

Hier eine Übersicht über die Infektionsklauseln verschiedener Anbieter:

ArztZahnarztTierarztHeilneben-
beruf *1
Psycho-
therapeut
Physio-
therapeut
Apothekeralle Berufe
ALTE LEIPZIGER – SecurAL (BV10)JaJaNeinJaNeinNeinNeinNein
AXA – ALVSBV (für BG 1* bis 3-)JaJaJaJaJaJaJaJa
Barmenia – SoloBUJaJaJaJaJaJaJaJa
Basler – BP, BPL, BPSJaJaJaJaJaJaJaJa
Bayern-Versicherung – SBVNeinNeinNeinNeinNeinNeinNeinNein
Canada Life – BerufsunfähigkeitsschutzJaJaJaJaJaJaJaJa
Continentale – PBU / PBUSJaJaJaJaJaJaJaJa
DBV – ALVSDVJaJaJaJaJaJaJaJa
Debeka – BV-S -01-17NeinNeinNeinNeinNeinNeinNeinNein
Deutsche Ärzteversicherung   DLVSBV-03-17JaJaJaNeinJaNeinJaNein
Dialog – SBU Professional/SolutionJaJaJaJaJaJaJaNein
Die Bayerische – BU PROTECT PrestigeJaJaJaJaJaJaJaJa
Generali – SBU 17JaJaJaJaJaJaJaJa
Gothaer – BU PremiumJaJaJaNeinNeinNeinNeinNein
HanseMerkur – ProfiCare (SBU 2017)JaJaJaNeinNeinNeinNeinNein
HDI – EGO Top (BVZ17)JaJaJaJaJaJaJaJa
INTER – BUZ (B01,02,03N161)NeinNeinNeinNeinNeinNeinNeinNein
InterRisk – BU XXL, XL, Smart BUJaJaJaJaJaJaJaJa
Münchener Verein – Premium BUZ (59)JaJaJaNeinJaNeinJaNein
myLife – BU Komfort plus (BVN plus)NeinNeinNeinNeinNeinNeinNeinNein
Nürnberger – SBU2900PJaJaJaJaJaJaJaJa
Stuttgarter – BUV-PLUS (T91 / T91A)JaJaJaJaJaJaJaJa
Süddeutsche – SBUJaJaJaNeinNeinNeinNeinNein
SparkassenVersicherung – Top-SBVJaJaJaJaJaJaJaJa
Swiss Life AG – (T123 / T134 / T130)JaJaJaJaJaJaJaJa
uniVersa – SBU17 (7402)JaJaJaJaJaJaJaJa
Volkswohl-Bund – SBU / BUZJaJaJaJaJaJaJaJa
Württembergische – BURV, BURVNJaJaJaJaJaJaJaJa
WWK – BioRisk Komfort NT & SXJaJaNeinNeinNeinNeinNeinNein
Zurich – BU-Vorsorge (SBU) BG1 bis BG3JaJaJaJaJaJaJaJa
Heilnebenberufe: z. B. Altenpfleger, Heilpraktiker,  Logopäde, Masseur, Ergotherapeut, Motopäde, Krankenpfleger
©[ascore] Das Scoring, Stand 2/2017

Berufsunfähigkeit als Arzt – meldepflichtige Krankheiten und Krankheitserreger gem. Infektionsschutzgesetz

Damit Sie nicht lange suchen müssen, hier eine Aufzählung der meldepflichtige Krankheiten und Krankheitserreger gem. Infektionsschutzgesetz.

Meldepflichtige Krankheiten gem. § 6 Infektionsschutzgesetz:

  • Botulismus
  • Cholera
  • Diphtherie
  • humane spongiforme Enzephalopathie, außer familiär-hereditärer Formen
  • akute Virushepatitis
  • enteropathisches hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS)
  • virusbedingtes hämorrhagisches Fieber
  • Masern
  • Meningokokken-Meningitis oder -Sepsis
  • Milzbrand
  • Poliomyelitis (als Verdacht gilt jede akute schlaffe Lähmung, außer wenn traumatisch bedingt)
  • Pest
  • Tollwut
  • Typhus abdominalis/Paratyphus
  • behandlungsbedürftige Tuberkulose
  • mikrobiell bedingte Lebensmittelvergiftung
  • akute infektiöse Gastroenteritis
  • eine über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehende gesundheitliche Schädigung
  • sonstige bedrohliche Krankheiten mit epidemischem Zusammenhang und Risiko einer schwerwiegenden Gefahr für die Allgemeinheit

Meldepflichtige Krankheitserreger gem. § 7 Infektionsschutzgesetz:

  • Adenoviren
  • Bacillus anthracis
  • Borrelia recurrentis
  • Brucella sp.
  • Campylobacter sp., darmpathogen
  • Chlamydia psittaci
  • Clostridium botulinum oder Toxinnachweis
  • Corynebacterium diphtheriae, Toxin bildend
  • Coxiella burnetii
  • Cryptosporidium parvum
  • Ebolavirus
  • Escherichia coli, enterohämorrhagische Stämme (EHEC)
  • Escherichia coli, sonstige darmpathogene Stämme
  • Francisella tularensis
  • FSME-Virus
  • Gelbfiebervirus
  • Giardia lamblia
  • Haemophilus influenzae
  • Hantaviren
  • Hepatitis-A-Virus
  • Hepatitis-B-Virus
  • Hepatitis-C-Virus
  • Hepatitis-D-Virus
  • Hepatitis-E-Virus
  • Influenzaviren
  • Lassavirus
  • Legionella sp.
  • Leptospira interrogans
  • Listeria monocytogenes
  • Marburgvirus
  • Masernvirus
  • Mycobacterium leprae
  • Mycobacterium tuberculosis/africanum, Mycobacterium bovis
  • Neisseria meningitidis
  • Norwalk-ähnliches Virus
  • Poliovirus
  • Rabiesvirus
  • Rickettsia prowazekii
  • Rotavirus
  • Salmonella Paratyphi
  • Salmonella Typhi
  • Salmonella, sonstige
  • Shigella sp.
  • Trichinella spiralis
  • Vibrio cholerae O 1 und O 139
  • Yersinia enterocolitica, darmpathogen
  • Yersinia pestis
  • andere Erreger hämorrhagischer Fieber
  • Treponema pallidum
  • Treponema pallidum
  • Echinococcus sp.
  • Plasmodium sp.
  • Rubellavirus
  • Toxoplasma gondii
  • nicht genannte Krankheitserreger, soweit deren örtliche und zeitliche Häufung auf eine schwerwiegende Gefahr für die Allgemeinheit hinweist

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