Finanztipps für Rechtsreferendare und Rechtsreferendarinnen
Dieser Artikel mit Finanztipps für Referendare und Rechtsreferendarinnen erscheint (nach Korrektur durch den Verlag) als Beitrag im Beck’schen Referendariatsführer. Siehe auch Finanztipps für Juristen von Juristen und Finanzberatung für Rechtsanwälte und Juristen.
Rechtsreferendare und Referendarinnen haben häufig viel zu tun und wenig Zeit, sich neben Stationen, Klausurenkurs und Nebenjob um Finanzen zu kümmern. Millionen sind in dieser Lebensphase selten zu investieren – aber ein paar wichtige Weichen lassen sich bereits jetzt sinnvoll stellen. Gerade weil später oft ein deutlicher Einkommenssprung folgt, lohnt es sich, Grundlagen früh zu ordnen.
Hier sind fünf praktische Finanztipps für die Zeit zwischen erstem Staatsexamen und erfolgreichem zweitem Staatsexamen, die sich in der späteren Berufspraxis regelmäßig auszahlen.
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Machen Sie sich den Weg zur Lösung Ihres Anliegens nicht unnötig schwer.
Bessere Entscheidungen mit Plan und Beratung
Finanzen werden unnötig kompliziert, wenn man sich selbst ohne Plan durch Details wie BU, ETFs, PKV etc. googelt. Sinnvoll ist eine einfache Reihenfolge:
Mit Unterstützung eines auf juristische Berufe spezialisierten unabhängigen Beraters sind Sie besser informiert und treffen finanzielle Entscheidungen schneller und rationaler – ohne Mehrkosten. Positive Kundenbewertungen und Empfehlungen von Verbraucherschützern wie Finanztip helfen bei der Auswahl.
Wichtige Grundlage: eine Berufsunfähigkeitsversicherung!
Geldanlage hat oft mehr „Sexappeal“ als Versicherungen. Trotzdem ist es wichtig zunächst die Quelle des Investierens abzusichern: Ihre eigene Arbeitskraft! Gesundheit ist fragil, ca. 15 bis 25 % aller Akademikerinnen und Akademiker werden berufsunfähig. Gerade in der stressigen Examensphase kommt es nicht selten zu psychischen oder körperlichen Belastungen, die eine spätere Absicherung erschweren können.
Achten Sie auf Tarife mit späteren Erhöhungsmöglichkeiten, sobald Sie gut verdienen; eine Aufteilung auf zwei Anbieter kann sinnvoll sein. Lassen Sie sich nicht durch gängige „BU-Mythen“ abhalten. Auch Schreibtischjobs schützen nicht vor Berufsunfähigkeit und eine BU vom Versorgungswerk wird nur seltenst gezahlt.
Spätere PKV mit Optionstarif sichern
Für spätere „Gutverdiener“ kann die private Krankenversicherung attraktiv sein. Mit besseren Leistungen ist sie in Summe sogar häufig günstiger als die GKV. Beamte und Staatsdiener versichern sich mit Beihilfe besonders günstig privat.
Eine Besonderheit: Für (spätere) Rechtsanwälte mit Versorgungswerk ist die gesetzliche Krankenversicherung i.d.R. auch als Rentner teurer. GKV Beiträge fallen dann nicht nur auf die Versorgungswerksrente, sondern auch auf Mieten und Depoteinkünfte an – ohne Zuschuss vom Versorgungswerk.
Wichtiger als Ersparnis sind deutlich bessere Leistungen für Privatversicherte mit modernster Medizin ohne Wartezeiten.
Den späteren Wechsel in die PKV können sich Rechtsreferendare mit einem Optionstarif sichern – ohne sich festzulegen. Dieser bietet für < 10 EUR im Monat eine Aufnahmegarantie und friert den aktuellen Gesundheitszustand sozusagen ein.
Als Basisabsicherung gehört außerdem eine gute Privathaftpflichtversicherung für ca. 60 EUR p.a. in jedes Budget. Eine Berufshaftpflichtversicherung wird später als Anwältin oder Anwalt ohnehin Pflicht.
Wie lege ich mein Geld am besten an?
Sparbuch, Tagesgeld und Festgeld sind bei Zinsen unterhalb der Inflationsrate allenfalls sinnvoll, um Geld kürzer zu parken. Ein einfacher Einstieg ins Thema Investment kann ein kostengünstiges und flexibles ETF Depot mit Sparplan sein.
Wichtig ist, dass die Strategie zum eigenen Risikoprofil passt. Wer bei Schwankungen nervös verkauft, sabotiert Rendite. Professionelle Beratung hilft, das Depot an den persönlichen Risikotyp anzupassen und typische Fehler zu vermeiden. Studien sprechen von „Advisor’s Alpha“ als mögliche Mehrrendite von ca. 1,5 bis 3 % pro Jahr durch Beratung.
Nachhaltige Investments: Mangels einheitlicher Standards lohnt sich ein kritischer Blick, ob hinter Etiketten wie sozial, ökologisch oder grün ggf. nur „Greenwashing“ steckt.
Exotischere Investments in Kryptowährungen, Blockchains oder NFTs taugen aufgrund hoher Schwankungen und mangelnder Regulierung allenfalls als Beimischung.
Juristen investieren meistens auch in Immobilien. Vermietet bieten sie hohe Steuervorteile, selbstgenutzt das gute Gefühl eigener vier Wände. Beratung vereinfacht das Identifizieren lukrativer Vermietobjekte in guten Lagen mit einer funktionierenden Hausverwaltung, die den Aufwand fürs Kümmern reduziert.
Altersvorsorge: Zinseszins belohnt frühen Start
Vergessen Sie nicht „richtige“ Altersvorsorge. Versorgungswerksrente oder Beamtenpension wirken solide, aber Inflation und Lebensstandard machen zusätzliche Vorsorge nötig. Eine steuerlich geförderte Basisrente kann – trotz Unflexibilität – eine Mehrrendite bieten.
Fazit
Weitreichende finanzielle Entscheidungen sind im Referendariat selten nötig, dafür fehlen auch meistens die Mittel. Wichtig ist, Fehler zu vermeiden und Grundlagen so zu legen, dass Sie später mit wenig Aufwand mehr finanzielle Freiheit gewinnen.
Zum Autor der Finanztipps für Rechtsreferendare und Referendarinnen
Dr. jur. Berndt Schlemann ist unabhängiger Finanzberater und berät seit 2005 Juristen – von Jurastudierenden über Rechtsreferendare bis zu (Syndikus-)Rechtsanwälten, Staatsanwälten, Richtern und Notaren. Als erfahrener Volljurist mit Doppelprädikat kennt er für juristische Berufe relevante Finanzthemen aus dem ff.


