Beratung Krankenversicherung

Private Krankenversicherung FAQ: Es gibt einige berechtigte kritische Fragen zur privaten Krankenversicherung – manchmal sind es aber auch Vorurteile. Die uns in langjähriger Beratungspraxis am häufigsten gestellten Private Krankenversicherung FAQs beantworten wir auf dieser Seite – Antworten auf häufig gestellte Fragen. Am einfachsten wenden Sie sich mit Ihrer Frage – ob „frequently asked“ oder nicht – direkt an uns. Damit ersparen Sie sich langes Recherchieren!

Private Krankenversicherung FAQ

Private Krankenversicherung FAQDiese Seite Private Krankenversicherung FAQ wird fortlaufend erweitert. Ergänzend finden Sie hier hier verlinkt die

  1. FAQ’s der Gothaer zur privaten Krankenversicherung (PKV)
  2. FAQ’s der Gothaer zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV)

Obwohl von der Gothaer publiziert ist der Inhalt informativ und anbieterneutral.

Am einfachsten wenden Sie sich mit Ihrer Frage – ob „frequently asked“ oder nicht – direkt an uns. Damit ersparen Sie sich langes Recherchieren!

Typische kritische Fragen zur privaten Krankenversicherung finden Sie auch auf unserer Seite Kritische Fragen Private Krankenversicherung. Dort werden insbesondere die folgenden Fragen beantwortet:

Die nachfolgend aufgeführten Private Krankenversicherung FAQ’s sind teilweise ein Auszug daraus.

PKV

Wie kann ich als Privatpatient eine Arztrechnung überprüfen?

Wollen Sie eine Arztrechnungen überprüfen, können Sie z.B. das „Prüfprogramm GOÄ“ vom Verband der Privaten Krankenversicherungen verwenden.

Alternativ können Sie Arztrechnungen auch einfach vor Bezahlung bei Ihrer privaten Krankenversicherung einreichen, die dann die Richtigkeit der Gebührenziffern nach GOÄ überprüft.

Wenn Sie eine Arztrechnung überprüfen gehört dazu natürlich auch die Frage, ob die abgerechneten Leistungen tatsächlich so erbracht wurden. Diesen Teil des Arztrechnung Überprüfens kann Ihnen allerdings niemand abnehmen, das fällt in den Verwantwortungsbereich des privat krankenversicherten Patienten.

Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung GKV

Fragen private Krankenversicherung - Rückkehr in die gesetzliche KrankenversicherungDie Frage nach der Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung stellt sich nur, falls der Wechsel in die private Krankenversicherung als langfristige, normalerweise „lebenslange“ Entscheidung sich nachträglich als „falsch“ herausstellt. War sie „richtig“, dann stellt sich die Frage Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung überhaupt nicht. Letztlich ist die Frage nach der Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung deshalb eher Spiegelfechterei. Primär geht es darum sorgfältig zu prüfen, ob ein geplanter Wechsel von der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung langfristig sinnvoll ist oder nicht. Ist er sinnvoll, dann stellt sich die Frage der Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung nicht bzw. nur in besonderen Ausnahmefällen.

WICHTIG: Bitte lassen Sie sich von den umfassenden Infos auf unserer Website nicht zu „do-it-yourself“ Lösungen verführen. Mit unserer Beratung kommen Sie deutlich einfacher und sicherer ans Ziel. Wir wissen immer noch etwas mehr, als Sie hier lesen! Buchen Sie jetzt Ihren kostenlosen Beratungstermin – bundesweit per Onlineberatung.

Wann stellt sich die Frage Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung?

Die Frage nach einer Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung würde sich somit nur stellen, wenn es gute bzw. dringende Gründe gäbe, wieder in die GKV mit schlechteren Leistungen zurück zu wollen. Ein solcher Grund bzw. Ausnahmefall für eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung könnte sein, wenn das Geld knapp wird durch sinkendes Einkommen, z.B. bei Berufsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit. Bei der gesetzlichen Krankenversicherung reduziert sich in diesen Fällen der Beitrag. In der PKV bleibt die Beitragshöhe i.d.R. unverändert.

Alternativen zur Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung

Zusätzlich zu den nachfolgend beschriebenen Lösungsmöglichkeiten für finanzielle Engpässe könnten Sie alternativ auch in einen anderen PKV-Tarif Ihrer Versicherungsgesellschaft mit weniger Leistungen oder einem höheren Selbstbehalt wechseln, um so den zu zahlenden Beitrag zu verringern. Deshalb ist es beim Abschluss einer PKV nicht unwichtig, dass die gewählte Gesellschaft nicht nur leistungsstarke Top-Tarife bietet, sondern auch sinnvolle Möglichkeiten für ein ggf. vorübergehend notwendiges Downgrade.

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Private Krankenversicherung und Berufsunfähigkeit

Wie für jeden anderen auch ist eine ausreichend hoch (Nettoeinkommen!) abgeschlossene Berufsunfähigkeitsversicherung für privat Krankenversicherte unverzichtbar. Von der Berufsunfähigkeitsrente finanzieren Sie im Ernstfall Ihren Lebensunterhalt inkl. PKV-Beitrag und weiterhin erforderliche Altersvorsorge (inkl. wegfallenden Arbeitgeberzuschüssen).

Soweit Sie noch über keine Berufsunfähigkeitsversicherung verfügen, sollten Sie diese unbedingt parallel zur PKV neu abschließen. Dabei helfen wir Ihnen gerne. Wird aufgrund der Höhe der BU eine ärztliche Untersuchung erforderlich, sollten Sie diese erst nach Abschluss der PKV durchführen lassen, um nicht durch Zufallsbefunde den PKV Versicherungsschutz zu gefährden! Eine bestehende BU überprüfen wir gerne für Sie, ob Bedingungsqualität und Konfiguration ausreichen.

Eine Berufsunfähigkeit wird bei Angestellten meistens zunächst zur Arbeitslosigkeit führen. Dies setzt gem. § 138 Abs. 5 SGB 3 u.a. voraus, dass man „eine versicherungspflichtige, mindestens 15 Stunden wöchentlich umfassende zumutbare Beschäftigung unter den üblichen Bedingungen des für sie oder ihn in Betracht kommenden Arbeitsmarktes ausüben kann und darf“. Gemeint ist hier jede Tätigkeit im Sinn einer abstrakten Verweisung, unabhängig von Qualifikation etc. Bei gleichzeitiger Arbeitslosigkeit gelten zusätzlich die nachfolgenden Ausführungen.

Private Krankenversicherung und Arbeitslosigkeit

Zum Thema PKV und Arbeitslosigkeit finden Sie umfassende Informationen in dem hier verlinkten Auszug aus dem „KV Handbuch“ einer größeren Krankenversicherung (Stand 2020): „Arbeitslosigkeit und PKV„.

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Bei Arbeitslosigkeit vor dem 55. Lebensjahr erfolgt grundsätzlich eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung, Sie werden in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung pflichtversichert. Es empfiehlt sich, die PKV während der Versicherungspflicht auf eine sog. Anwartschaftsversicherung umzustellen, um sie nach Ende der Arbeitslosigkeit ohne Gesundheitsprüfung und ggf. mit vollem Erhalt der Alterungsrückstellungen reaktivieren zu können. Manche Gesellschaften bieten diese Option sogar beitragsfrei an.

Waren Sie zuvor schon 5 Jahre privat versichert, können Sie sich von der Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung infolge Versicherungspflicht bei Arbeitslosigkeit befreien lassen – z.B. wenn die Arbeitslosigkeit absehbar von kurzer Dauer ist, oder Sie über ausreichende finanzielle Reserven verfügen.

Fragen private Krankenversicherung - Rückkehr in die gesetzliche KrankenversicherungDie Agentur für Arbeit übernimmt während des Bezugs von ALG I auch die Beiträge zu Ihrer privaten Krankenversicherung, inkl. der Beiträge für Ehepartner und Kinder, wenn diese in der GKV familienversichert wären, allerdings begrenzt auf 588,75 € für die Krankenversicherung und 114,38 € für die Pflegeversicherung = max. 703,13 € (Stand 2020). Bei Bezug von ALG II reduzieren sich diese Höchstbeträge auf 367,97 € für die Krankenversicherung und 71,48 € für die Pflegeversicherung = max. 439,45 € (Stand 2020), der Betrag wird dann direkt an die PKV überwiesen.

Sozialtarife der PKV

Zur Abmilderung von finanziellen Engpässen sind alle privaten Krankenversicherer verpflichtet, sog. „Sozialtarife“ anzubieten.

Bei einem Downgrade in einen solchen Sozialtarif profitieren Sie ggf. auch von Ihren langjährig angesammelten Alterungsrückstellungen, die sich beitragsmindernd auswirken. Ein Anhaltspunkt für deren Höhe ist der sog. „Übertragungswert“, den Ihre PKV Ihnen jährlich mitteilt und der je nach Tarif ca. 80% der Alterungsrückstellungen entspricht.

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Eine Besonderheit beim Ehepartner eines Beamten: Sinkt sein Einkommen unter einen bestimmten Mindestwert (i.d.R. 18.000 EUR, je nach Bundesland aber auch weniger), dann wird der Ehepartner dadurch ebenfalls beihilfeberechtigt und zahlt nur noch 30% des normalen PKV Beitrags.

PKV Standardtarif

Bereits seit vor 2009 privat Versicherte können bei finanziellen Engpässen in den sog. Standardtarif wechseln mit einem lt. PKV Verband durchschnittlichen Beitrag von 300 EUR im Monat – hiervon übernimmt die Rentenversicherung bei Rentnern bis zu 150 EUR. 2015 waren von insgesamt 8,83 Mio. privat Krankenversicherten 45.800 oder 0,52% im Standardtarif versichert.

PKV Basistarif

Nach 2009 privat Krankenversicherten hilft bei Zahlungsschwierigkeiten ggf. ein Wechsel in den sog. „Basistarif„, der vergleichbare Leistungen wie die GKV maximal zum durchschnittlichen GKV Höchstbeitrag (2021: 769,16 EUR p.m.) bietet. Reduziert wird der Beitrag zum Basistarif zunächst um die anzurechnenden Alterungsrückstellungen – bei langjährig Versicherten kann dieser Anrechnungsbetrag über 500 EUR ausmachen (siehe den o.g. anonymisierten Versicherungsschein)! Bei „Hilfebedürftigkeit“ wird der verbleibende Beitrag für den Basistarif gem. § 152 Abs. 4 S. 1 VAG halbiert (2021: max. 384,58 EUR). In der GKV würde ein jetzt arbeitsloser/hilfsbedürftiger früherer Selbstständiger einen seit 2019 reduzierten Mindestbeitrag von 153,53 EUR zahlen (Stand 2021, alle Beträge zuzüglich Pflegepflichtversicherung)! Kann der privat Versicherte das immer noch nicht bezahlen, greift die staatliche Grundsicherung/Sozialhilfe auf Antrag mit einem zusätzlichen Zuschuss gem. § 152 Abs. 4 S. 2 VAG. Je nach Grad der Hilfebedürftigkeit reduziert sich der zu zahlende Beitrag auf bis zu 20% des obigen Beitrags = 153,83 EUR.

Zitat aus der hier verlinkten Antwort der Bundesregierung vom 30.5.2016 (BT-Drs 18/8590) auf eine Anfrage der Grünen: „Durch die rechtliche Konstruktion des Basistarifs ist sichergestellt, dass die Betroffenen eine Absicherung auf dem Leistungsniveau der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) finanzieren können, ggf. übernimmt der jeweilige Leistungsträger nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II) oder dem Zwölften Buch Sozialgesetzbuch (SGB XII) den Versicherungsbeitrag vollständig.

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2018 waren von insgesamt 8,74 Mio. privat Krankenversicherten 32.000 oder 0,37% im Basistarif versichert, davon hatten 18.900 Versicherte den Status der Hilfebedürftigkeit.

PKV Notlagentarif

Als worst-case Szenario gibt es dann noch den sog. „Notlagentarif“ für Nichtzahler. Dieser ist ohne Alterungsrückstellungen kalkuliert, bereits vorhandene Alterungsrückstellungen werden beitragsmindernd angerechnet. Dort liegen die Beiträge lt. der oben zitierten Antwort der Bundesregierung je nach Versicherungsunternehmen zwischen 76 und 102 EUR im Monat. 2015 waren von insgesamt 8,83 Mio. privat Krankenversicherten 115.800 oder 1,3% im Notlagentarif versichert, die dort jedoch durchschnittlich nur 9,5 Monate verweilen und dann größtenteils in den Ursprungstarif zurückkehren.

Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung

Sollten alle diese Optionen nicht zur nötigen finanziellen Entlastung führen bzw. Sie dennoch partout in die GKV wechseln wollen können wir Ihnen gerne einen u.a. auf die Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung spezialisierten Versicherungsberater empfehlen, der dies in vielen Fällen schon möglich gemacht hat – mit etwas Gestaltung ggf. auch über das Höchstalter von 55 Jahren hinaus!

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Hier einige Möglichkeiten aus diesem Repertoire zur Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung:

  • Arbeitslosigkeit (s.o.)
  • Angestellte: Reduzierung des Gehalts auf ein Jahresbruttoeinkommen oberhalb der Minijobgrenze (2021: 451 EUR p.m.) und unterhalb der Jahresarbeitentgeltgrenze (2021: 64.350 EUR brutto p.a.). Auch eine vorübergehende Entgeltminderung ist dafür ausreichend! Mehr dazu in dem hier verlinkten Artikel „Wechsel PKV in GKV: Wann ist eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung möglich?„.
  • Selbstständige: Anstellung über der Minijobgrenze (2021: 451 EUR p.m.) und unterhalb der Jahresarbeitentgeltgrenze (2021: 64.350 EUR brutto p.a.). Selbstständige könnten das eigene Unternehmen ggf. in eine AG umwandeln und sich dort anstellen lassen.
  • Genossenschaft gründen und Genossenschaftsvorstand werden
  • Versicherung in Künstlersozialkasse
  • Bundesfreiwilligenjahr
  • Gewerbe abmelden
  • Familienversicherung mit geringem Einkommen
  • Beihilfeberechtigt mit geringem Einkommen
  • Behinderung > 50%
  • Auslandsaufenthalt mit ausländischer gesetzlicher Krankenversicherung
  • usw.

Auch hier gilt: Basteln Sie bitte nicht selbst an solchen komplexeren Gestaltungen herum, sondern vertrauen Sie sich von Anfang an einem versierten Fachmann an, den wir Ihnen gerne empfehlen. Zu Beginn der Beratung erhalten Sie direkt eine Einschätzung zu Ihren Optionen bezüglich Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung. Ein (überschaubares) Beratungshonorar für eine ausnahmsweise sinnvolle Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung ist in diesen besonderen Fällen gut investiert.

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Falls Sie in die GKV zurückwechseln wollen und können, sollten Sie einen Teil Ihres Versicherungsschutzes durch Abschluss von Zusatzversicherungen aufrecht erhalten (je nach Ihrem bisherigen Tarif ohne Gesundheitsprüfung möglich – zur Not vorher Tarifwechsel gem. § 204 VVG durchführen), insbesondere für den stationären Bereich, ​in die dann i.d.R. auch Ihre bisherigen Alterungsrückstellungen übertragen werden.

Von unseren vielen PKV Kunden hat seit 2005 nach unserer Kenntnis nur ein einziger von der Möglichkeit zur Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung (wegen Arbeitslosigkeit) Gebrauch gemacht. Nicht weil er wegen einer finanziellen Notlage „musste“, sondern aufgrund eigener, später noch einmal aufgetretener subjektiver Unsicherheit bezüglich Frage 1 (Ist die private Krankenversicherung im Alter zu teuer?).

Bürgerversicherung statt Private Krankenversicherung

Fragen private Krankenversicherung - Bürgerversicherung statt Private Krankenversicherung

Bürgerversicherung statt Private Krankenversicherung: wird die PKV künftig ggf. abgeschafft und was hätte das für Folgen für PKV Versicherte?

Manchmal spielt unter den Fragen Private Krankenversicherung noch die Frage „Wie lange gibt es die PKV noch, wenn eine Bürgerversicherung eingeführt wird“ eine Rolle im Entscheidungsprozess. Bei der Bundestagswahl 2021 könnte das Szenario Bürgerversicherung statt Private Krankenversicherung nach den Parteiprogrammen theoretisch eintreten. Auch wenn die Verfechter der Privaten Krankenversicherung gewinnen ist nicht sicher, wie sich politische Mehrheiten in den nächsten 60 Jahren entwickeln und ob es irgendwann doch noch eine Bürgerversicherung gibt.

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Bürgerversicherung statt Private Krankenversicherung – sinnvoll und günstiger?

Es erscheint mehr als fraglich, ob ein System, das für 90% GKV Versicherte bislang aufgrund des nicht zukunftssicheren Umlageverfahrens (siehe dazu Krankenversicherung im Alter) mehr schlecht als recht funktioniert dadurch grundlegend verbessert wird, dass es die ca. 10% PKV Versicherten assimiliert. Sozialistische Zwangs-/Einheitssysteme weisen weltweit nicht gerade eine Erfolgsgeschichte auf. Die PKV in Deutschland zwingt die GKV dazu, wettbewerbsfähiger zu werden und finanziert einen großen Teil des medizinschen Fortschritts.

Viele Fachleute bezweifeln Kostenreduzierungen durch eine Bürgerversicherung statt Private Krankenversicherung. Im Gegenteil, 5,9 Millionen freiwillig GKV Versicherte würden bis zu 4.380 Euro mehr im Jahr zahlen – ohne mehr Leistungen zu bekommen. Auch auf weitere Einkünfte, zum Beispiel aus Vermietungen, sollen dann zusätzlich Krankenversicherungsbeiträge gezahlt werden.

Zur Frage Bürgerversicherung nimmt die hier verlinkte Broschüre „Die Bürgerversicherung – Der Weg zum ‚gerechten‘ Gesundheitssystem?“ sehr ausführlich Stellung.

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Ist eine Bürgerversicherung verfassungsrechtlich möglich?

Auch künftige andere politische Mehrheiten („rot/rot“) können nach herrschender Meinung nicht durch eine völlige Abschaffung der PKV in die verfassungsmäßigen Rechte der PKV Versicherten und der PKV Versicherer eingreifen und diesen über viele Jahre aufgebaute Rücklagen (294,5 Milliarden EUR Alterungsrückstellungen, siehe die hier verlinkte „Zukunftsuhr„) „wegnehmen“. Allenfalls könnte die Wechselmöglichkeit in die PKV für die Zukunft abgeschafft werden verbunden mit einer Rückkehrmöglichkeit in die GKV für bereits privat Versicherte.

Bürgerversicherung statt Private Krankenversicherung – was wären die Folgen?

Die gute Nachricht eines Versuchs der Einführung einer Bürgerversicherung statt Private Krankenversicherung: Wer bereits in der PKV ist, kann dann seine frühere Entscheidung evtl. noch einmal überdenken. Wer in der PKV bleibt, und dieses Recht kann einem PKV Versicherten aus unserer Sicht nicht genommen werden (s.o.), würde von den vererbten Alterungsrückstellungen eventueller GKV Rückkehrer profitieren.

Da jeder einzelne PKV Versicherte bis zur statistischen Sterbewahrscheinlichkeit kostenmäßig durchkalkuliert ist, würde ein Verlust von PKV Versicherten bzw. mangelnder Neuzugang nicht unbedingt zu Beitragsanpassungen führen, sofern die Versicherer die dann notwendigen Personalreduzierungen frühzeitig umsetzen. Der dabei entstehende volkswirtschaftliche Schaden (geschätzt 22.700 – 51.000 Arbeitsplätze lt. Hans-Böckler-Stiftung plus Tausende Jobs in Arztpraxen und bei anderen Therapeuten) spricht zusätzlich gegen die Einführung einer Bürgerversicherung statt Private Krankenversicherung.

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Außerdem: Die meisten Parlamtarier sind als Beamte, Besserverdiener und Selbstständige selbst privat krankenversichert. Wer würde dann schon an dem „Ast“ sägen, auf dem er selbst sehr komfortabel sitzt?

Ist eine Private Krankenversicherung im Alter zu teuer?

Ist die Private Krankenversicherung im Alter zu teuer? Bei der Frage Private Krankenversicherung im Alter ist „zu teuer“ ein sehr relativer Begriff. Bei Krankheit “lohnt” sich auf alle Fälle die bessere Leistung. Es geht nicht primär um Kosten, sondern vor allem um Ihre Gesundheit!

Fragen private Krankenversicherung im Alter und Mythen - Dr. Schlemann informiert

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Bei Abschluss einer privaten Krankenversicherung erhalten Sie in einem leistungsstarken Tarif bessere Leistungen als in der GKV, bei frühem Beginn sogar meistens zu einem günstigeren Preis. Sie erhalten darüber hinaus in der PKV ein lebenslanges Leistungsversprechen, welches Ihnen die Gesetzliche Krankenversicherung als budgetgetriebener Spielball der Politik niemals geben kann. Für die Beurteilung des Preis-/Leistungsverhältnisses PKV vs. GKV ist aber natürlich auch wichtig, wie sich der Beitrag zukünftig entwickeln wird. Wir besitzen keine Glaskugel, versuchen Ihnen hier aber einige Fakten an die Hand zu geben, um diese Frage besser einschätzen zu können.

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Vorab dazu eine offizielle Aussage der Bundesregierung vom 30.5.2016 (BT-Drs 18/8590) auf eine Anfrage der Grünen zur Belastung von Rentnern mit PKV Beiträgen: „Der Anteil der privat Versicherten, die eine Prämie entrichten, die den Höchstbeitrag der GKV überschreitet, lag nach Angaben des WIP im Jahr 2012 bei 0,5 Prozent der Versicherten.“ Nur einer von 200 PKV Versicherten zahlt also mehr als den Höchstbeitrag in der GKV!

Beitragskalkulation in der PKV

Eines muss klar gesagt werden: Die Private Krankenversicherung im Alter wird nicht teurer, weil der Versicherte älter wird!

Zunächst steigen die Ausgaben einer Krankenversicherung – gesetzlich oder privat – natürlich mit steigendem Alter. Hier eine Übersicht des Bundesversicherungsamts zu den Leistungsausgaben in der GKV je nach Alter:

Kritische Fragen private Krankenversicherung im Alter GKV Leistungsausgaben nach Alter - Preis der GesundheitÄlter (und damit kränker) werden ist jedoch nicht wirklich überraschend, sondern in der PKV einkalkuliert. Deshalb sind die Beiträge der PKV und der meisten Zusatzversicherungen so berechnet, dass diese theoretisch (ohne „medizinische Inflation“, s.u.) ein Leben lang konstant bleiben. Der Beitrag wird nämlich unter Berücksichtigung der Lebenserwartung kalkuliert, d.h. in jungen Jahren sind die Beiträge höher als die tatsächlichen Kosten, die höheren Kosten der Private Krankenversicherung im Alter werden aus diesem angesparten Kapital, der sog. „Alterungsrückstellung“ bezahlt. Siehe dazu die folgende Grafik „Beitragskalkulation in der PKV„:Fragen private Krankenversicherung im Alter Beitragskalkulation

Medizinische Inflation

Medizin wird jedes Jahr teurer, unabhängig davon ob gesetzlich oder privat versichert. Die Hauptgründe:

  • längere Lebenserwartung (jedes Jahr länger kostet ca. doppelt so viel wie das vorherige) und
  • neue Behandlungsmöglichkeiten / medizinisch-technischer Fortschritt

Neuere Untersuchungen gehen davon aus, dass der demographische Effekt und der medizinisch-technische Fortschritt die Gesundheitsausgaben jeweils um ca. 1% p.a. wachsen lassen. Zusätzlich sind noch Effekte wie eine zunehmende „angebotsinduzierte Nachfrage“ zu berücksichtigen (siehe dazu eingehend die Kurzanalyse des Wissenschaftlichen Instituts der Privaten Krankenversicherung „Entwicklung der Beitragseinnahmen in PKV und GKV“ aus 11/2016″ – kurz WIP 11/2016). So stiegen die Gesundheitsausgaben in Deutschland von 1994 bis 2014 um insgesamt 87%, während das Bruttoinlandsprodukt im gleichen Zeitraum nur um 59% wuchs. Vorsorglich sollte man deshalb eine generelle „Inflationsrate Medizin“ von im Schnitt ca. 5% pro Jahr berücksichtigen.

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Zitat aus der hier verlinkten Antwort der Bundesregierung vom 30.5.2016 (BT-Drs 18/8590) auf eine Anfrage der Grünen: „Die Kostensteigerungen, die in den letzten Jahren auch im Bereich der PKV zu beobachten waren, sind maßgeblich auf allgemeine Leistungsausweitungen im Zusammenhang mit dem medizinisch-technischen Fortschritt sowie den Anstieg der Lebenserwartung zurückzuführen. Diese Veränderungen beeinflussen in gleichem Maße auch die Kostenentwicklung in der GKV. Daher verlief die Beitragsentwicklung in der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung in den letzten Jahren sehr ähnlich. Die PKV-Beiträge stiegen zwischen 2008 und 2014 um rund 2,5 Prozent pro Jahr (s. die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage auf Bundestagsdrucksache 18/5956, S. 3, Antwort zu Frage 5) und entwickelten sich damit in diesem Zeitraum etwas weniger dynamisch als die Beiträge in der GKV.

Vergleicht man die Entwicklung der Leistungsangaben in der PKV und in der GKV über einen Zeitraum von 10 Jahren von 2008 bis 2018, stellt man fest, dass die Ausgaben der GKV (plus 43,5%) deutlich stärker steigen, als in der PKV (plus 37,3%)!

Fragen Private Krankenversicherung im Alter - Ausgaben GKV vs PKV 2008 - 2018

Beitragsentwicklung und Leistungskürzungen in der GKV

Beitragsentwicklung Gesetzliche Krankenversicherung

2021 steigt der Höchstbeitrag zur GKV bei einem allgemeinen Beitragssatz von 14,6%, einem durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 1,3% und einem Pflegebeitragssatz von 3,05% von 890,63 EUR in 2020 auf 928,80 EUR, zuzüglich diversen Zuzahlungen, für die GKV Versicherte selbst aufkommen müssen! Siehe dazu auch unsere Seite Sozialversicherungswerte 2021 Der Höchstbeitrag für die gesetzliche Krankenversicherung erhöht sich 2021 im Vergleich zu 2020 somit um 4,29%. Die Steigerung des Höchstbeitrags von 853,05 EUR in 2019 zu 2020 betrug 4,4%.

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1970 betrug der Höchstbeitrag noch 50,31 EUR (8,2% von der BBG i.H.v. 7.362 EUR p.a.)! Von 1970 bis 2021 ist damit der Höchstbeitrag zur GKV jährlich im Schnitt um 5,77% gestiegen (1970: 50,31 EUR, 2021: 928,80 EUR). Den Verlauf der einzelnen Jahre können Sie in der hier verlinkten PDF-Datei „Beitragsentwicklung GKV 1970 – 2021“ und in den nachfolgenden Grafiken nachvollziehen:

Fragen private Krankenversicherung im Alter - Beitragsentwicklung GKV 1970 - 2021

Fragen private Krankenversicherung im Alter - Beitragsentwicklung GKV 1970 - 2021-2

Ist es sinnvoll, für eine Zukunftsprognose so weit (bis 1970) in die Vergangenheit zu blicken? Wir finden ja. Ein Assistenzarzt oder eine Assistenzärztin, die mit 28 in die PKV wechseln können und eine ordentliche Rente vom Versorgungswerk bekommen (plus weitere GKV-beitragspflichtige Einkünfte), beziehen i.d.R. langfristig Einkünfte oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze der GKV (BBG 2021: 58.050 EUR) und zahlen in der GKV somit dauerhaft den Höchstbeitrag. Wenn man 52 Jahre in die Zukunft denkt (28 Jahre + 52 Jahre = 80 – also noch deutlich unterhalb der statistischen Lebenserwartung), dann sollte man für eine Prognose auch 52 Jahre in die Vergangenheit schauen.

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Würde die GKV nicht zusätzlich zu ihren Beitragseinnahmen massive Zuschüsse aus Steuermitteln erhalten (2016: 14 Milliarden EUR – mitfinanziert von allen Privatversicherten!), würden diese Beitragssteigerungen noch deutlich höher ausfallen. In 2016 müsste jedes GKV-Mitglied ohne diese Zuschüsse aus der Staatskasse im Schnitt umgerechnet monatlich rund 21,60 EUR mehr bezahlen! Trotz einer Versechsfachung (!) dieses Bundeszuschusses in den letzten 10 Jahren von 2,5 Mrd. EUR im Jahr 2007 auf 14,5 Mrd. EUR im Jahr 2017 (WIP 11/2016) gelang es nicht, den Anstieg des GKV Beitrags zu bremsen! Hier die genauen Zahlen zum Bundeszuschuss zum Gesundheitsfonds von 2004 bis 2017.

Es wird spannend werden, inwieweit sich die Höhe dieser Zuschüsse bei durch Corona / Covid 19 leeren Staatskassen aufrecht erhalten lässt!

Leistungskürzungen GKV und strukturelle Probleme

Zusätzlich wurden in der gesetzlichen Krankenversicherung Leistungen erheblich gekürzt und Zuzahlungen eingeführt/erhöht (siehe Leistungskürzungen GKV), was vor allem Ältere und Kranke belastet. Damit soll der Kostensteigerung im Gesundheitswesen zulasten der Patienten begegnet werden.

Auf dieser Grafik sehen Sie auf einen Blick, wie Leistungskürzungen der GKV mit deutlichen Beitragssteigerungen einhergingen. Im Jahr 2015 wurde z.B. die arthroskopische OP bei Kniegelenkarthrose (Gonarthrose) aus dem Leistungskatalog der GKV gestrichen, weil diese OP angeblich nutzlos sei. Daraus sollte sich eine Ersparnis i.H.v. ca. 7 Mrd. Euro ergeben. Weitere Rationierungsmaßnahmen in der GKV sind zu erwarten.

Fragen private Krankenversicherung im Alter - Beitragsentwicklung in der GKV

(C) Signal Iduna 2021

Ganz wichtig: die GKV arbeitet nach einem „Rückwärts-Umlageverfahren„: sie gibt erst Geld aus und lässt dann junge Berufstätige bezahlen. Haben Sie sich schon einmal gefragt woher bei unserer Bevölkerungsstruktur künftig die jungen GKV-Beitragszahler kommen? Hier dazu ein erklärendes Video. Im Jahr 2050 wird ein Drittel unserer Bevölkerung 60 Jahre oder älter sein! Auf diesen demographischen Wandel ist die GKV in keiner Weise vorbereitet, während die PKV durch die beschriebenen Alterungsrückstellungen vorgesorgt hat.

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Nach neueren Modellrechnungen (siehe WIP 11/2016) ist aufgrund der Zunahme des Anteils älterer Bevölkerung als Folge konstant niedriger Geburtenraten bei steigender Lebenserwartung und Ausgabensteigerungen durch medizinisch-technischen Fortschritt im Jahr 2050 mit einem GKV Beitrag von 25% zu rechnen! Manche Studien sagen noch deutlich höhere Werte voraus! Hier die Steigerungen des GKV-Beitrags, die verschiedene renommierte Experten bis 2050 prognostizieren (zitiert aus „Die PKV in der Niedrigzinsphase„):

Fragen private Krankenversicherung im Alter - Prognose GKV Beitragssteigerung Beitragssatz 2017 bis 2050

(C) PKV Verband 2018

Dazu passen Berichte mit Überschriften wie „GKV in Not: Höhere Beiträge und steigende Kassendefizite drohen„. Sogar der GKV-Spitzenverband selbst erwartet deutliche Steigerungen des inzwischen von fast allen gesetzlichen Krankenkassen erhobenen Zusatzbeitrags, der nach oben nicht begrenzt ist und bis 2019 vom Versicherten ohne Arbeitgeberbeteiligung alleine getragen werden musste.

Im Oktober 2019 prognostizierte eine IGES-Studie im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung bei gesetzlichen Krankenkassen ein Defizit von fast 50 Milliarden EUR im Jahr 2040. Um dies zu kompensieren müsse der allgemeine Beitragssatz auf 16,9% erhöht werden, bei etwas stärkerer medizinischer Inflation sogar auf 18,7%. Die aktuellen Finanzreserven seien bereits 2031 aufgebraucht.

Im Corona-Jahr 2020 hat sich das Defizit der gesetzlichen Krankenkassen um rund zwei Drittel bzw. um eine Milliarde EUR auf 2,5 Milliarden EUR erhöht! (Krankenkassen mit höchstem Defizit seit 2003).

Fragen private Krankenversicherung im AlterPrivate Krankenversicherung: Beitragsentwicklung und Vorsorge fürs Alter

Auch die private Krankenversicherung wird jährlich teurer. Willkürliche oder altersbedingte Steigerungen sind hier jedoch gesetzlich ausgeschlossen. Beitragserhöhungen sind nur unter gesetzlich festgelegten Voraussetzungen möglich, z. B. bei steigenden Behandlungskosten und steigender Lebenserwartung.

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Insbesondere Leistungskürzungen sind in der PKV vertraglich ausgeschlossen. Anders als die GKV, die „von der Hand in den Mund“ lebt und eingenommene Beiträge direkt wieder ausgibt, werden in der PKV sog. „Alterungsrückstellungen“ angespart, die steigende Kosten Private Krankenversicherung im Alter finanzieren. Die Summe dieser Rückstellungen beträgt aktuell (9/2021) rund 294,5 Milliarden EUR (siehe die hier verlinkte „Zukunftsuhr„). Die demographische Entwicklung spielt in der PKV deshalb keine Rolle. Kostensteigerungen durch steigende Lebenserwartung und medizinisch-technischen Fortschritt entstehen hier jedoch ebenfalls, möglicherweise sogar in geringfügig höherem Maß als in der GKV, da privat Krankenversicherte häufig früher von neuen medizinischen Erkenntnissen profitieren.

Methode Beitragsanpassung („BAP“) Private Krankenversicherung

Das hier eingebettete Video des PKV Verbandes erklärt die Mechanismen der Beitragsentwicklung anschaulich – den etwas werblichen Charakter bitte ausblenden.

Darum steigen die Beiträge in der Privaten Krankenversicherung | PKV erklärt

In Kurzform: Nach den Regelungen des Versicherungsaufsichtsgesetzes dürfen Versicherungsunternehmen ihre Beiträge nur anpassen (d.h. erhöhen oder reduzieren), wenn in einem Jahr die aufgewandten Kosten von den kalkulierten Kosten um einen bestimmten Wert abweichen. Wird dieser Schwellenwert nicht erreicht, dürfen Anpassungen erst erfolgen, wenn der Wert in einem der folgenden Jahre überschritten wird. Dann muss jedoch auch der Anpassungsbedarf der Vorjahre berücksichtigt werden. Deshalb bleiben PKV Beiträge oft einige Jahre stabil und dann erfolgt ein größerer Beitragssprung. Diese Sprünge werden in den Medien dann gerne intensiv diskutiert und Ängste vor kontinuierlichen hohen Beitragssteigerungen geschürt. Tatsächlich sollte man sich dann aber den Durchschnitt mehrerer Jahre ansehen, der sich i.d.R. bis auf wenige Ausreißer in dem hier beschriebenen Rahmen bewegt.

Beitragsentwicklung Private Krankenversicherung

Hier einige Durchschnittszahlen (!) zur Beitragsentwicklung in der PKV. Wichtig: „Gute“ Anbieter liegen deutlich unter diesen Durchschnittwerten! Die Daten werden erheblich verzerrt durch einzelne Anbieter wie die Axa oder die Central, die in verschiedenen Tarifen weit überdurchschnittliche Beitragsanpassungen vorgenommen haben! Und: Seit der Einführung der anfangs sehr vorsichtig kalkulierten Unisextarife in 12/2012 sind Beitragsentwicklungen überwiegend wesentlich „flacher“ verlaufen als in den Vorjahren.

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In 2015 hat sich auf Wunsch mehrerer Linken-Abgeordneten der Deutsche Bundestag mit deren Sorge vor Beitragserhöhungen der Private Krankenversicherung im Alter beschäftigt. Hier eine Übersicht über die Entwicklung des durchschnittlichen PKV Beitrags von 2008 bis 2014 aus BT-Drucksache 18/5956 vom 9.9.2015:

Fragen private Krankenversicherung im Alter - Beitragsentwicklung PKV aus BT Drucksache 18.5956 v 9.9.15

Beitragsentwicklung PKV aus BT Drucksache 18.5956 v 9.9.15

Dies entspricht einer Beitragssteigerung im Durchschnitt aller privat Krankenversicherter in Deutschland von jährlich 1,89%! Im gleichen Zeitraum wurde der Höchstbeitrag der GKV von 599,40 in 2008 auf 720,90 in 2014 erhöht. Dies entspricht einer durchschnittlichen Beitragssteigerung der GKV von jährlich 2,67% – und dies auf Basis deutlich höherer absoluter Beträge!

Anknüpfend an frühere Untersuchungsergebnisse (siehe WIP 11/2016 und Versicherungsbote 10.11.2016: „AOK, TK & Co teurer als die Private Krankenversicherung“) hat das Wissenschaftliche Institut der Privaten Krankenversicherung im April 2020 folgende Untersuchungsergebnisse veröffentlich und basierend auf Daten des Bundesministeriums für Gesundheit und des PKV-Verbandes aus den Beitragseinnahmen in GKV und PKV die Entwicklung der Beitragsbelastung für die Versicherten abgeleitet (siehe Mehrumsatz und Leistungsausgaben von PKV-Versicherten – Jahresbericht 2021):

„Von 2010 bis 2020 ergibt sich in der PKV ein Anstieg der Beitragseinnahmen je Versicherten um
25,3 % und in der GKV um 45,6 %. Damit nahm die Beitragsbelastung der PKV-Versicherten im
betrachteten 10-Jahreszeitraum in geringerem Maße zu als in der GKV. Über den ganzen Zeitraum
betrachtet ergibt sich eine durchschnittliche jährliche Steigerung der Beitragsbelastung von 2,3 % in der PKV und 3,8 % in der GKV.“

Fragen Private Krankenversicherung im Alter - Beitragsvergleich GKV vs PKV 2010 - 2020 WIP 4.21

(C) WIP 4/2021

Das wissenschaftliche Fazit daraus: „Die Beitragsbelastungen pro Versicherten sind in der PKV in den letzten 10 Jahren weniger stark gewachsen als in der GKV – und dies, obwohl die aktuelle Niedrigzinsphase höhere Beitragsanpassungen zur Finanzierung der Alterungsrückstellungen erfordert. In der GKV konnten die steigenden Ausgaben nur ohne Beitragssatzsteigerungen finanziert werden, weil die beitragspflichtigen Einnahmen dank guter Konjunktur gewachsen sind und die Beitragsbemessungsgrenze regelmäßig nach oben angepasst wurde. Trotz konstanter Beitragssätze kam es dadurch zu einer kontinuierlich steigenden durchschnittlichen Beitragsbelastung der GKV-Versicherten, die stärker ausgefallen ist als die durchschnittliche Beitragsbelastung der PKV-Versicherten.

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Vergleicht man die Beitragsentwicklung von 2011 bis 2021, so schneidet auch in diesem Zeitraum die PKV mit einer Steigerung von 3,0% besser ab, als die GKV mit 3,3%. Und das obwohl die privaten Krankenversicherung von diesem Geld mit Alterungsrückstellungen auch fürs Alter vorsorgt, während die GKV im Umlageverfahren alles sofort wieder ausgibt!

Fragen private Krankenversicherung im Alter - Beitragsvergleich PKV vs. GKV

Ergebnis einer Studie des Berliner IGES-Instituts aus 6/2016: in den vergangenen acht Jahren war die Beitragsentwicklung in der PKV mit 2,4 Prozent im Jahr geringer, als in der Gesetzlichen Krankenversicherung mit 3,8 Prozent (Versicherungsbote 12.7.2016)!

Ergebnisse einer Studie der Deutschen Aktuarvereinigung (6/2011):

  1. nahezu vergleichbare jährliche Beitragssteigerung in PKV und GKV von rund 3% … in den letzten Jahren (sind) die Beiträge in der GKV deutlich stärker angestiegen als in der PKV und
  2. die PKV Beiträge ab Alter 65 verlaufen fast konstant und sinken in den höheren Altern dann sogar wieder.
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Map Report 900 Beitragsentwicklung PKVDer Map-Report 914 aus 3/2020 hat die Beitragsentwicklung von 12 der relevantesten PKV-Unternehmen mit 45 Marktanteil von 2001 bis 2020 untersucht. Die durchschnittliche Beitragserhöhung in 2020 lag lag bei 3,21%, bei Rentnern jedoch nur bei 1,68%. Die durchschnittliche Beitragserhöhung von 2001 bis 2020 lag bei Angestellten bei 3,76% pro Jahr.

Fragen Private Krankenversicherung im Alter - Durchschnittliche Beitragserhöhung 2000 -2020 Map Report 914 3.2020

Im gleichen Zeitraum stieg der Höchstbeitrag der GKV von 507,10 EUR in 2001 auf 890,63 EUR in 2020, d.h. um durchschnittlich 2,86%. Nur bezogen auf die Angestellten fiel die Anpassung in der GKV in diesem Zeitraum etwas niedriger aus, bezieht man Beamte und Rentner mit ein besteht kein nennenswerter Unterschied.

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Konkrete Beispiele Beitragsanpassung („BAP“) PKV

Hier einige konkrete Beispiele der Beitragsentwicklung verschiedener PKV Anbieter:

Die Entwicklung der gängigsten Tarifserien der Barmenia seit Einführung der Unisextarife zeigt, dass „gute“ Anbieter wie oben beschrieben deutlich unter den Durchschnittswerten liegen! Bitte dabei berücksichtigen, dass die „frische“ BAP in 2021 den Durchschnitt natürlich verzerrt. Typischerweise ist danach wieder für einige Jahre „Ruhe“. Daher sind auch die Durchschnittswerte vor dieser Anpassung angegeben. Die Berechnung erfolgt ohne den 10%-igen gesetzlichen Zuschlag.

Prima1+ Erwachsene geb. 1983

201320142015201620172018201920202021
388,04388,04388,04388,04388,04431,56431,56431,56491,05
Absolute Anpassung (EUR)103,01
Durchschnittliche Anpassung p. a. (EUR)11,45
Durchschnittliche Anpassung p. a. (%)2,95
Durchschnittliche Anpassung p. a. (%) vor letzter BAP1,40

Expert1+ Erwachsene geb. 1974

201320142015201620172018201920202021
561,38561,38561,38595,13595,13646,52646,52646,52731,03
Absolute Anpassung (EUR)169,65
Durchschnittliche Anpassung p. a. (EUR)18,85
Durchschnittliche Anpassung p. a. (%)3,36
Durchschnittliche Anpassung p. a. (%) vor letzter BAP1,78

VHV2A+ Erwachsene geb. 1987 (Ärztetarif)

201320142015201620172018201920202021
422,29422,29422,29422,29455,11455,11480,98480,98545,44
Absolute Anpassung (EUR)123,15
Durchschnittliche Anpassung p. a. (EUR)13,68
Durchschnittliche Anpassung p. a. (%)3,24
Durchschnittliche Anpassung p. a. (%) vor letzter BAP1,74

Bei der R+V haben sich die Beiträge gegenüber der GKV von 1992 bis 2018 wie folgt entwickelt:

Entwicklung Beitrag GKV vs. PKV R+V 1992 bis 2018

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Ein Rentner zahlt bei der R+V im Vergleich zur GKV folgende Beiträge:

Beiträge GKV vs. PKV R+V als Rentner

Hier noch als weiteres Beispiel die Entwicklung der durchschnittlichen Bestandsbeiträge von Männern und Frauen bei der Signal Iduna (Stand 2021):

Fragen Private Krankenversicherung im Alter - Beitragsentwicklung PKV SI 2021

(C) Signal Iduna 2021

Auswirkung Niedrigzins auf PKV-Beiträge

Zu beobachten wird sein, wie sich das aktuelle Niedrigzinsumfeld auf die Kalkulation der privaten Krankenversicherung auswirkt. Hält dies länger an, erzielen private Krankenversicherer möglicherweise über längere Phasen einen Zins, der unterhalb des intern kalkulierten „aktuariellen Unternehmenszins“ liegt. Muss dieser daraufhin reduziert werden, führt dessen Absenkung um 0,1 Prozentpunkte nach einer Faustformel zu einer Erhöhung der Beiträge um ca. ein Prozent.

  • 2014: branchendurchschnittliche Reinverzinsung 3,9% , Rechnungszins alt (Bisex Tarife) 3,5%, Rechnungzins neu seit 12/2012 (Unisextarife) 2,75% (siehe BT-Drucksache 18/5956 vom 9.9.2015).
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  • 2017: branchendurchschnittliche Nettoverzinsung 3,46%, durchschnittlicher aktuarieller Unternehmenszins 2,87%.
  • 2018: branchendurchschnittliche Nettoverzinsung 3,03%, Unisex-Rechnungszins 2,75%.
  • 2020: branchendurchschnittliche Nettoverzinsung knapp 2,9%, durchschnittlicher (abgesenkter) Rechnungszins 2,66%.

Der im Zuge von Beitragsanpassungen 2020 abgesenkte Rechnungszins führt zu einer deutlichen Entlastung der PKV Budgets und stabilisiert Beiträge und Solvenzquoten der PKV Unternehmen (Quelle: Assekurata-Marktausblick zur privaten Krankenversicherung 6/2021).

Hier als Grafik die Entwicklung von 2000 bis 2018:

Fragen private Krankenversicherung im Alter - Verzinsung

Fragen private Krankenversicherung – Verzinsung

Im Vergleich zur gesetzlichen Krankenversicherung ist davon auszugehen, dass in der GKV die bereits jetzt klar absehbaren demographischen Veränderungen (s.o.) deutlich gravierendere Auswirkungen auf die Beiträge haben, als Veränderungen des Zinsniveaus in der PKV.

Schließung, Vergreisung und Entmischung von PKV-Tarifen

Fragen private Krankenversicherung im AlterPKV Tarife werden manchmal für das Neugeschäft „geschlossen„, d.h. es werden keine ganz neuen Versicherten mehr darin aufgenommen. Das ist ein relativ normaler Vorgang und geschah z.B. am 21.12.2020 mit den sog. „Bisex“ Tarifen, die für Männer und Frauen unterschiedliche Beiträge kalkulierten. Jede Gesellschaft hat solche geschlossenen Tarife, da private Krankenversicherungsleistungen regelmäßig modernisiert und an den medizinischen Fortschritt angepasst werden, was normalerweise nicht im gleichen Tarif geschieht.

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Mythos: Manchmal wird befürchtet, dass geschlossene Tarife irgendwann „überaltern“ oder „vergreisen„, weil keine jungen, gesunden Versicherten mehr nachkommen und der Bestand immer älter und kränker wird. Steigende Leistungsausgaben könnten dann zu dramatischen Beitragsanpassungen führen.

Richtig ist jedoch:

  • Eine private Krankenversicherung wird (anders als die GKV) nicht über Neugeschäft mit jungen Versicherten finanziert bzw. subventioniert. Jeder einzelne Versicherte ist vom Eintritt bis zum Tod „durchkalkuliert“ und „durchfinanziert“, unter Berücksichtigung der im Alter regelmäßig höheren Kosten.
  • Wäre im Extremfall nur eine einzige Person in dem Tarif versichert, würde der Tarif nicht teurer werden, nur weil diese Person vorprogrammiert älter und kränker wird. Das ist einkalkuliert. In einem kleineren Kollektiv würden sich Schwankungen jedoch stärker auswirken, im Guten (alle besonders gesund) wie im Schlechten (z.B. mehrere Bluter). Deshalb werden für diesen Fall Krankenversicherungsbeiträge gem. § 6 KVAV zusammen mit den Versicherten weiterer sog. „Stütztarife“ kalkuliert, um mit einer ausreichend großen Datenbasis Zufallsschwankungen auszugleichen.
  • Würden alle Gesunden in einen anderen Tarif abwandern und der Rest ist überdurchschnittlich oft krank, dann steigen die Beiträge eines geschlossenen Tarifs. Das nennt sich „Entmischung„. Dieser Entmischung beugen die Versicherungsgesellschaften vor, indem Sie Anreize zum internen Tarifwechsel vermeiden. Moderne, leistungsstärkere (Unisex-)Tarife sind z.B. normalerweise teurer als alte, leistungsschwächere (Bisex-)Tarife.
  • „Geschlossene“ Tarife sind nicht wirklich geschlossen. Gem. § 204 VVG hat jeder im Bestand einer Krankenversicherung Versicherte einen einklagbaren Anspruch darauf, in alle grundsätzlich geeigneten Tarife (z.B. stehen Arzttarife nur Ärzten zur Verfügung) zu wechseln.

Insofern liegen Diskussionen um die „Vergreisung“ von Tarifen neben der Sache. Dass Tarife ab und zu geschlossen und durch neuere, leistungsstärkere ersetzt werden, ist – sofern das nicht übertrieben wird – ein völlig normaler Vorgang und kein Grund für stärkere Beitraganpassungen!

Merke: Die Schließung eines Tarifs ist kein Grund für stärkere Beitraganpassungen!

Fazit zum Vergleich der Beitragsentwicklung in der GKV vs. PKV

Im Ergebnis bleibt festzuhalten: die durchschnittliche Steigerung eines guten PKV Tarifs fällt geringer aus, als in der GKV!

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Wie kann die Private Krankenversicherung im Alter preisstabiler sein als die gesetzliche Krankenversicherung? Einer der Gründe: die PKV hat eine günstigere Risikostruktur, sie nimmt nur Gesunde auf, die meist über eine bessere Ausbildung verfügen. Jeder zahlt hier seinen eigenen Beitrag, es gibt keine „Familienversicherung“. Und das System ist deutlich zukunftssicherer als die GKV, da Kosten aus angesparten Rücklagen bezahlt werden (“Kapitaldeckungsverfahren“).

Altersvorsorgemaßnahmen Private Krankenversicherung

Fragen private Krankenversicherung im Alter - VorsorgeDiese zusätzlichen Vorkehrungen sorgen für bezahlbare Beiträge Private Krankenversicherung im Alter:

  • Als Teil der Prämie wird neben Risiko- und Kostenbeitrag (ca. 2/3 der Prämie) eine tarifliche Alterungsrückstellung (ca. 1/3 der Prämie, siehe BT-Drucksache 18/5956 vom 9.9.2015 bzw. laut PKV Verband in 2014 sogar 43,2 % der Bruttoeinnahmen) zur Senkung der Altersbeiträge gebildet (Faustformel:  1.000 EUR angesparte Alterungsrückstellung = ca. 5 EUR Beitragsreduktion pro Monat). Tarife mit höheren Beiträgen sind deshalb tendenziell langfristig beitragsstabiler, so auch die Bundesregierung in der vorgenannten BT-Drucksache: „Es ist richtig, dass mit höheren anfänglichen Prämien die Beitragssteigerungen im Alter gedämpft werden können.“
  • 10%iger Beitragszuschlag gem. §12 VAG bis Alter 60, wird angelegt und ab Alter 65 zur Stabilisierung bzw. Reduzierung der Beiträge Private Krankenversicherung im Alter verwendet (siehe auch § 150 VAG – Gutschrift zur Alterungsrückstellung).
  • Mit Rentenalter entfallen Beitragskomponenten wie z.B. Krankentagegeld und der 10%ige gesetzliche Zuschlag.
  • Auch PKV-versicherte Rentner erhalten meist einen Zuschuss des Rentenversicherungsträgers zur Krankenversicherung (nicht: Selbstständige ohne gesetzliche Rente oder Mitglieder in einem Versorgungswerk).
  • Durch Anlage der Ersparnis aus dem Wechsel in die PKV wird der Beitrag Private Krankenversicherung im Alter nachhaltig reduziert (siehe unter „Altersbeitragsentlastungssparen“ – nach dem dortigen Rechenbeispiel ergibt sich durch die Anlage der Ersparnis ab 67 eine monatliche Beitragsreduzierung um 1.600 EUR!).
  • Versicherte haben gem. §204 VVG ein Recht zum Wechsel in einen günstigeren Tarif bei der gleichen Gesellschaft. Dabei werden die bereits gebildeten Alterungsrückstellung voll berücksichtigt. Lt. einem Vergleich der Zeitschrift Ökotest (10/2011) lässt sich so gerade bei älteren Versicherten teilweise mehr als die Hälfte des Beitrages einsparen. Alternativ besteht i.d.R. auch die Möglichkeit, den Selbstbehalt zu erhöhen.
  • Zur Not besteht immer noch die Möglichkeit des Wechsels in den Standard- bzw. Basistarif (Leistungen ~ GKV, max. durchschnittlicher GKV Höchstbeitrag, 2019: 703,32 EUR p.m. abzüglich anzurechnende Alterungsrückstellungen, die bei längerer Versicherungsdauer mehrere hundert Euro ausmachen können). Hier mehr zum Umgang mit Notlagen in der PKV.
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Zitat aus der hier verlinkten Antwort der Bundesregierung vom 30.5.2016 (BT-Drs 18/8590) auf eine Anfrage der Grünen:“Um den Beitragsanstieg in der PKV zu begrenzen, hat der Gesetzgeber verschiedene Maßnahmen umgesetzt. So wurde insbesondere im Jahr 2000 zur Stabilisierung der Beiträge im Alter ein gesetzlicher Zuschlag in Höhe von zehn Prozent eingeführt. Zudem werden Überzinsen zur Vermeidung oder Begrenzung von Prämienerhöhungen bzw. zur Prämienermäßigung im Alter verwendet. Nach Angaben der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) sind aufgrund der aktuellen Niedrigzinsphase und der seit ihrem Beginn erfolgten Anpassungen des Rechnungszinses auch die Beiträge von älteren Versicherten angestiegen. Die BaFin geht jedoch davon aus, dass aufgrund der gegenwärtigen gesetzlichen Regelungen im Branchendurchschnitt auf mittlere Sicht eine relative Stabilisierung der Beitragsentwicklung für privat Krankenversicherte im Alter prognostiziert werden kann (Jahresbericht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht 2015, S. 209).

Private Krankenversicherung im Alter für Mitglieder eines Versorgungswerks

Für Mitglieder eines Versorgungswerks gelten bezüglich der Private Krankenversicherung im Alter einige Besonderheiten. Insbesondere zahlen Sie teils deutlich höhere Beiträge wenn sie in der gesetzlichen Krankenversicherung geblieben sind und im Alter nicht Mitglied der sog. “Krankenversicherung der Rentner” (KVdR) werden können. Siehe dazu unseren Beitrag Versorgungswerk und Krankenversicherung.

Konkrete Praxisbeispiele Private Krankenversicherung im Alter

  • Eine 70-jährige Ärztin, seit 1991 im Tarif VHV1A der Barmenia versichert (seit 2020 VHV1A+) zahlt 2021 einen Monatsbeitrag (zzgl. Pflegepflichtversicherung) von 668,62 EUR für ihre PKV (ohne Selbstbehalt – Beispiel eines Maklerkollegen aus Halle).
  • Meine eigene Mutter zahlt als Rechtsanwältin für ihre private Krankenversicherung im Jahr 2021 im Alter von 83 Jahren nach einer von mir durchgeführten Tarifoptimierung bei der Allianz 457,02 EUR pro Monat (inkl. Pflegepflichtversicherung und inkl. eines Risikozuschlags von 35,35 EUR) bei einem Selbstbehalt von 3.000 EUR. Addiert man 1/12 des Selbstbehalts zur Prämie, ergibt sich (ohne den Risikozuschlag) ein Effektivbeitrag von 671,67 EUR im Monat. In der GKV würde sie in 2021 einen Höchstbeitrag von 929,80 EUR bezahlen!
  • Die selbstständige Mutter eines Freundes, geboren 1935, zahlt bei der DKV für ihre Private Krankenversicherung im Alter von 86 Jahren monatlich 883,68 EUR (Stand 2021 – inkl. Pflegepflichtversicherung). Aufgrund eines zusätzlich gebuchten Beitragsentlastungstarifs (siehe Altersbeitragsentlastungssparen) reduziert sich dieser Beitrag auf zu zahlende 645,57. Addiert man 1/12 des ambulanten jährlichen Selbstbehalts von 2.500 EUR zur Prämie ergibt sich ein monatlicher Effektivbeitrag von 853,90 EUR. Gegenüber dem aktuellen Tarif ist der Beitrag um Alterungsrückstellungen i.H.v. knapp 600 EUR reduziert.
  • Ein Rentner, dessen Tarif wir 2012 per Tarifwechsel optimiert habe (siehe Beispiele für erfolgreiche Beratung) zahlt bei der Axa einen Monatsbeitrag i.H.v. 189,16 EUR (inkl. Pflegepflichtversicherung) bei einem Selbstbehalt von 4.500 EUR, daraus ergibt sich ein monatlicher sog. „Effektivbeitrag“ (bei voller Ausschöpfung der Selbstbeteiligung) für die Private Krankenversicherung im Alter von 65 Jahren von maximal 564,16 EUR. Darin enthalten ist ein sog. „Risikozuschlag“ für Stoffwechselstörungen i.H.v. 29,80 EUR, wäre er bei Vertragsschluss völlig gesund gewesen, würde er jetzt also nur 534,36 EUR bezahlen. Hier der (anonymisierte) Versicherungsschein.
  • Hier zum Download reale Beitragsverläufe eines renommierten PKV-Anbieters mit 12 Vertragsbeispielen aus deren Bestand von Angestellten und Selbstständigen über Beamte bis hin zum Rentner mit Vertragslaufzeiten zwischen 16 und 57 Jahren. Klaus R., ein 82-jährige Rentner, ist seit 57 Jahren privat krankenversichert und zahlt monatlich 242,03 EUR! Berücksichtigt man die jährliche Selbstbeteiligung von 900 EUR (Eigenanteile in der GKV würden in diesem Alter i.d.R. deutlich höher liegen), ergibt sich ein Effektivbeitrag von 318,03 EUR. Dazu kommt noch eine 6-stellige Ersparnis gegenüber der GKV im Verlauf der letzten 57 Jahre!
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Zitat aus der hier verlinkten Antwort der Bundesregierung vom 30.5.2016 (BT-Drs 18/8590) auf eine Anfrage der Grünen: „Der Anteil der privat Versicherten, die eine Prämie entrichten, die den Höchstbeitrag der GKV überschreitet, lag nach Angaben des WIP im Jahr 2012 bei 0,5 Prozent der Versicherten.

Vorsicht Falle: Was sagen Freunde und Kollegen?

Sobald Sie sich mit einem Wechsel in die PKV beschäftigen und sich umhören, was Ihr Umfeld dazu sagt, werden Sie häufig Statements hören wie „mein Kollege X würde nie mehr in die PKV wechseln, die ist viel zu teuer geworden“, „mein Groß-/Vater rät vom Wechsel in die PKV ab, seine PKV ist extrem teuer geworden, UnivUniversa Vertragsbeispiele PKV 01.21er würde am liebsten wieder in die GKV zurück“, „der Onkel meines Freundes verarmt, weil er sich die PKV Beiträge nicht mehr leisten kann“. Kennen Sie das?

Fragen Sie bei solchen pauschalen Aussagen doch bitte konkret nach:

  1. Wie hoch ist der PKV Beitrag inkl. Pflegepflichtversicherung?
  2. Welche Gesellschaft und welcher Tarif – welche Zusatzleistungen sind mitversichert (Krankentagegeld, Altersbeitragsentlastungssparen, etc.)?
  3. Wer ist alles mitversichert?
  4. Seit wann ist die Person in der privaten Krankenversicherung versichert und wie hoch war die bisherige Ersparnis?
  5. Was wurde aus den gesamten Ersparnissen im Vergleich zur GKV?
  6. Wohin sind die Beitragsrückerstattungen geflossen?

Ja, es gibt Fälle, in denen jemand von vornherein nichts in der privaten Krankenversicherung verloren hatte, z.B. Selbstständige mit geringem Einkommen, die auch im Alter mit wenig Geld klarkommen müssen. So jemand zum Wechsel in die PKV zu raten ist aus unserer Sicht hochgradig unseriös!

In fast allen anderen Fällen beobachten wir immer wieder eine selektive Wahrnehmung von PKV Versicherten: Sie erinnern sich noch ungefähr an die Höhe des GKV Beitrags zum Zeitpunkt ihres Wechsels in die PKV (z.B. 301,98 EUR im Jahr 1990). Danach verlieren Sie diesen Bezug und erleben nur noch, dass ihre PKV (vorprogrammiert, s.o.!) teurer wird. Dass der GKV Beitrag im gleichen Zeitraum noch viel stärker gestiegen ist (z.B. auf 928,80 EUR in 2020) bekommen Sie nicht mehr mit.

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Beispiel Fragen KrankenversicherungSo kürzlich auch bei der Beratung eines jungen Assistenzarztes aus Köln im Jahr 2020. Sein Vater, Oberarzt in Bonn, rät von der PKV ab, weil seine eigene „viel zu teuer geworden“ ist. Ich wettete mit dem Assistenzarzt, dass sein Vater max. gut 600 EUR für seine PKV zahlt. Die prompte Rückmeldung seines Vaters per WhatsApp: 650 EUR inkl. Zusatzbausteinen. In der GKV hätte er zu diesem Zeitpunkt 890,63 EUR bezahlt. Er hat also seit vielen Jahren jede Menge Geld gespart bei besseren Leistungen, zusätzlich noch von Beitragsrückerstattungen profitiert, und beklagt sich trotzdem!

Was sagt Stiftung Warentest (Finanztest 5/2014) zu Beiträgen Private Krankenversicherung im Alter?

Finanztest 5/2014, S. 64 schreibt „Selbstständige und Angestellte sollten sofort beginnen, Geld zurücklegen, sobald sie in eine private Versicherung gewechselt sind.„. Das ist völlig richtig, siehe unsere Seite Altersbeitragsentlastungssparen.

Nicht zu Ende gedacht ist allerdings folgende Aussage von Finanztest: „Im Rentenalter zahlen sie dort meistens deutlich mehr als in der gesetzlichen Krankenkasse. Wir nehmen an, dass der private Beitrag im Rentenalter mindestens dreimal so hoch ist wie bei Vertragsabschluss.

Bei wichtigen Entscheidungen sollte man besser nicht mit vagen Annahmen sondern mit Fakten arbeiten! Die Fakten aus der hier verlinkten Antwort der Bundesregierung vom 30.5.2016 (BT-Drs 18/8590) auf eine Anfrage der Grünen: „Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Annahme der Stiftung Warentest in Einzelfällen zutreffend ist. Über die Hintergründe der Einschätzung der Stiftung Warentest liegen der Bundesregierung keine Erkenntnisse vor. Gemäß Zahlenbericht der privaten Krankenversicherung betrug der Ausgabenanstieg für Krankheitskosten je Versicherten 2,66 Prozent im Jahr 2014 (Vorjahr: 4,89 Prozent). Diese Kostenentwicklung ist maßgeblich durch die allgemeine Teuerung sowie die Teuerung durch den medizinischen Fortschritt bedingt. Legt man eine durchschnittliche jährliche Steigerung von 3 Prozent zugrunde, so ergibt sich alleine hierdurch über einen Zeitraum von 30 Jahren ein ca. 2,5-fach höherer Beitrag im Vergleich zum Beitrag bei Vertragsschluss.

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Legt man eine durchschnittliche Beitragssteigerung der gesetzlichen Krankenversicherung von aktuell jährlich rund 6% zu Grunde (s.o.), dann wäre der GKV Beitrag im gleichen Zeitraum von 30 Jahren fast 6 mal höher als beim Eintritt in die GKV! Selbst wenn man im Rentenalter von einer Einkommensminderung von bis zu 50% ausgeht, würde der GKV Beitrag damit immer noch über dem Beitrag Private Krankenversicherung im Alter liegen. Außerdem greifen bei der Private Krankenversicherung im Alter die oben beschriebenen Beitragsentlastungsmaßnahmen, insbesondere das per Altersbeitragsentlastungssparen angesammelte Kapital.

Was sagt der Bund der Versicherten zur Beitragsentwicklung

In seinen Verlautbarungen pflegt der BdV die gleichen Vorurteile: „Lassen Sie sich nicht von den zu Anfang günstigen Beiträgen blenden. Zwar liegen sie meistens unter dem Krankenkassenbeitrag, steigen erfahrungsgemäß aber ständig. In der Regel auch im Alter. So mancher Rentner muss feststellen, dass die PKV für ihn fast unbezahlbar geworden ist.„.

Stimmt, wie oben erläutert steigen die Beiträge mit den Jahren. Das ist und war in der GKV jedoch genauso der Fall, und das mit höheren Steigerungsraten als in den meisten PKV Tarifen!

Was sagt der Verband der Privaten Krankenversicherung?

Als Kontrast zu Stiftung Warentest und Bund der Versicherten, die tendenziell eher gegen die PKV argumentieren, finden Sie Statements des PKV Verbands u.a. auf seiner Seite „Faktencheck – Diskussion über Prämienerhöhung,  Beitragssteigerungen in der GKV nicht ignorieren„. Hier ein Auszug: „In der Süddeutschen Zeitung wurde am 5. März 2016 das Beispiel eines Architekten erwähnt, der in seiner PKV nach einer 43-prozentigen Beitragserhöhung 474 Euro monatlich zahlen muss (hier der Link). Unerwähnt blieb, dass dies noch immer rund 190 Euro weniger sind als der aktuelle Höchstsatz (665,29 Euro), den er in der GKV zahlen müsste, wenn er ein Einkommen über der BBG hat.“

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Anmerkung: hier wären noch Pflegepflichtversicherung und Zusatzbeitrag einzukalkulieren, damit zahlt der Architekt 301,46 EUR weniger als den GKV Höchstbeitrag von 775,46 EUR. Zusätzlich wären aber noch unterschiedliche Selbstbehalte zu berücksichtigen.

Für wen ist eine private Krankenversicherung im Alter teuer?

Eines wollen wir Ihnen nicht verheimlichen: Es gibt Fälle, in denen eine private Krankenversicherung im Alter in Relation zum Einkommen teuer ist, nämlich dann, wenn Sie im Alter nur geringe Einkünfte haben werden und eine Beitragsersparnis in der PKV gegenüber der GKV „verjubelt“ und nicht wie von uns empfohlen gespart haben, siehe Altersbeitragsentlastungssparen. Sollte das zum Zeitpunkt des Abschlusses einer PKV schon vorhersehbar sein, dann raten wir vom Wechsel in die PKV ab.

Die gesetzliche Krankenversicherung ist für Gutverdiener teuer und bietet nur mäßige Leistungen. Für Gering- oder Normalverdiener (unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze von 58.050 EUR in 2021) hat sie aber einen großen Vorteil: Die GKV passt sich auch nach der Rente einem geringeren Einkommen an. In der privaten Krankenversicherung profitieren Sie von deutlich besseren Leistungen und zahlen häufig einen günstigeren Beitrag. Dessen Höhe ist aber unabhängig von Ihrem Einkommen.

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Expertentipp: Kritische Fragen private Krankenversicherung - Ist eine private Krankenversicherung im Alter zu teuerDaher unser Rat: Berücksichtigen Sie bei Abschluss einer PKV auch die Höhe Ihres voraussichtlichen Alterseinkommens. In den meisten Fällen ist dieses (gerne mit unserer Unterstützung, siehe Beratung Altersvorsorge) einigermaßen planbar, jedenfalls wenn Sie vernünftig mit Ihrem Geld umgehen, weniger ausgeben als Sie verdienen und den Überschuss klug investieren.

Sollten alle Stricke reißen gibt es für die meisten Sondersituationen (Berufsunfähigkeit – dafür hat man eine ausreichend hohe Berufsunfähigkeitsversicherung, Arbeitslosigkeit, etc.) Lösungen, z.B. die sog. „Sozialtarife“ der PKV, siehe Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung GKV.

Ist die Private Krankenversicherung unsolidarisch?

Als sozial engagierter Mensch könnte man sich fragen: Ist die Private Krankenversicherung unsolidarisch und egoistisch? Und leisten PKV Versicherte überhaupt einen Beitrag zum deutschen Gesundheitssystem?

Ist die Private Krankenversicherung unsolidarisch und egoistisch? Dr. Schlemann informiert

WICHTIG: Bitte lassen Sie sich von den umfassenden Infos auf unserer Website nicht zu „do-it-yourself“ Lösungen verführen. Mit unserer Beratung kommen Sie deutlich einfacher und sicherer ans Ziel. Wir wissen immer noch etwas mehr, als Sie hier lesen! Buchen Sie jetzt Ihren kostenlosen Beratungstermin – bundesweit per Onlineberatung.

Solidarität innerhalb der PKV

Privatpatienten sind wesentlich solidarischer, als man gemeinhin denkt. Zum einen sind sie „horizontalmit anderen PKV Versicherten solidarisch: Innerhalb der Versichertengemeinschaft finanzieren Gesunde mit ihren Beiträgen die Kosten der Kranken, unabhängig von den entstehenden Kosten, wie lange sie schon versichert sind oder vom Alter. Dieser Schutz ist vertraglich lebenslang garantiert.

Im umlagefinanzierten GKV System trägt eine schrumpfende Zahl junger, gesunder Berufstätiger die Lasten älterer, kranker Versicherter und „haftet“ dafür. Solidarität wirkt in der GKV von „jung“ zu „alt“ und zu Lasten künftiger Generationen.

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In der PKV bauen die Versicherten über viele Jahre kontinuierlich eigene Alterungsrückstellungen als Kapitalstock auf, um ihre im Alter steigenden Gesundheitskosten zu finanzieren und auszugleichen. Künftige Generationen von Kindern und Enkelkindern werden in der PKV mit Rücklagen in Höhe von aktuell (9/2021) rund 294,5 Milliarden EUR (siehe die hier verlinkte „Zukunftsuhr„) entlastet. Diese „vertikaleSolidarität in der PKV wird also gewissermaßen zugunsten jüngerer Generationen gelebt.

Solidarische Finanzierung des Gesundheitswesens

Privatversicherte zahlen für viele medizinische Leistungen höhere Honorare und finanzieren so das deutsche Gesundheitswesen jährlich mit über 13 Milliarden Euro (siehe Privatversicherte werden für das Gesundheitssystem immer wichtiger)  Diese zusätzlichen Einnahmen ermöglichen Ärzten und Krankenhäusern zusätzliche Investitionen in Forschung, moderne Geräte und Behandlungsmethoden. Davon profitieren sowohl privat als auch gesetzlich Versicherte. Viele Ärzte warnen davor, dass sie ihre Praxis nicht mehr wirtschaftlich betreiben könnten, wenn es die Mehreinnahmen durch die PKV nicht gäbe.

Fragen private Krankenversicherung - Ist die Private Krankenversicherung unsolidarisch und egoistisch?Ein gesetzlich krankenversicherter Kunde von uns hat das schön beschrieben. Sein Arzt sagte zu ihm:

„Wissen Sie, weshalb ich mir ausreichend Zeit für Sie nehmen kann, obwohl Sie nur gesetzlich krankenversichert sind? Weil nach Ihnen ein Privatpatient kommt, der dafür bezahlt.“

Solidarität mit der GKV

Die Gesetzliche Krankenversicherung kann schon seit Jahren nur mit staatlichen Zuschüssen überleben und ihre Ausgaben finanzieren. Im Jahr 2017 betrug dieser Staatszuschuss 14,5 Milliarden Euro! Die knapp neun Millionen Privatversicherten beteiligten sich daran als Steuerzahler im Schnitt mit über 175 Euro pro Kopf und Jahr, also in Summe mit rund 1,6 Milliarden Euro, obwohl sie von den sozialpolitischen Leistungen der GKV (z.B. beitragsfreie Mitversicherung von Familienangehörigen) selbst nicht profitieren.

Fragen private Krankenversicherung - Ist die Private Krankenversicherung unsolidarisch und egoistisch?2021 ist der Bundeszuschuss zur GKV bereits auf 19,5 Milliarden EUR angestiegen. Die weitere Prognose bis 2030 zeigt, dass das GKV-System in der jetzigen Form nicht mehr lange finanzierbar ist, wenn man die Alterung der Bevölkerung berücksichtigt:

Fragen Private Krankenversicherung - Ist die Private Krankenversicherung unsolidarisch - Prognose GKV Bundeszuschuss 2021 - 2030_Infografik_WIP

(C) WIP 2021

Wem nutzt Ihr Wunsch nach Solidarität?

In Deutschland gab es 1970 noch 1.815 gesetzliche Krankenkassen, im Jahr 2021 sind es noch 103 Kassen wie der GKV Spitzenverband mitteilt. Angesichts weitgehend identischer Leistungen (abgesehen von Service, Zusatzleistungen und Beitrag) sind immer noch rund 100 gesetzlichen Krankenkassen überflüssig! 100 Mal Gehalt von Vorständen und deren Sekretärinnen, 100 Mal Bürogebäude, Dienstwagen, Computer und Weihnachtsfeiern. Mit Ihrem sehr ehrenhaften Wunsch nach Solidarität finanzieren Sie letztlich den überflüssigen Dienstwagen eines überflüssigen Vorstandsmitglieds einer überflüssigen GKV.

Eigene, persönlich gelebte Solidarität

Wir sind ein großer Freund davon, dass gut situierte Menschen andere, die im Leben weniger Glück haben, finanziell unterstützen. Tun Sie dies dann aber bitte direkt, z.B. indem Sie einen Teil der durch den Wechsel in die PKV oft erzielten Ersparnis für die Christoffel Blindenmission oder Worldvision spenden, und nicht durch Füttern der Verwaltungsstrukturen eines maroden GKV-Sozialsystems!

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Fazit – Ist die Private Krankenversicherung unsolidarisch und egoistisch?

Nein! Letztlich liegt es an Ihnen selbst, ob und auf welche Weise Sie solidarisch sein möchten, unabhängig davon, wie Sie krankenversichert sind!

Private Krankenversicherung mit Familie

 

Private Krankenversicherung mit Familie: Ist eine private Krankenversicherung mit Familie zu teuer oder lohnt sich ein Wechsel auch mit Kindern? Mit wie vielen Kindern wird die GKV ggf. teurer als die PKV? Auch dies sind typischen Fragen im Kontext private Krankenversicherung.

Fragen private Krankenversicherung mit Familie und Mythen - Dr. Schlemann informiert

Denkanstoß: Was ist Ihnen bei Krankheit wichtiger – ein paar evtl. gesparte Euro oder bessere Leistungen und die Gesundheit Ihrer Kinder? Addieren Sie bei dieser Rechnung bitte auch Ihren „Stundenlohn“ für Wartezeit beim Kinderarzt, wenn Kinder häufiger krank sind.

WICHTIG: Bitte lassen Sie sich von den umfassenden Infos auf unserer Website nicht zu „do-it-yourself“ Lösungen verführen. Mit unserer Beratung kommen Sie deutlich einfacher und sicherer ans Ziel. Wir wissen immer noch etwas mehr, als Sie hier lesen! Buchen Sie jetzt Ihren kostenlosen Beratungstermin – bundesweit per Onlineberatung.

Gesetzliche Krankenversicherung mit Familie

In der gesetzlichen Krankenversicherung sind Familienangehörige, die kein eigenes Einkommen haben, im Rahmen der sog. „Familienversicherung“ beitragsfrei mitversichert. Bei einer Familie mit 6 Kindern und nur einem Verdiener plus Hausfrau / Hausmann zahlt nur der Verdiener einmal den GKV Beitrag. Alle anderen Familienmitglieder sind ohne zusätzliche Kosten mitversichert.

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Private Krankenversicherung mit Familie

Anders als in der GKV bezahlt bei der PKV jedes Familienmitglied seinen eigenen Beitrag und hat damit auch einen eigenen Anspruch auf optimale medizinische Versorgung.

Private Krankenversicherung mit Familie

Achtung: Bedenken Sie bitte, dass der zusätzliche Beitrag für Kinder nur bis zum Beginn von Ausbildung oder Studium anfällt. Danach versichern sich diese zu günstigen Ausbildungskonditionen selbst entweder gesetzlich oder privat. Der Zeitraum einer evtl. Mehrbelastung durch Kinder ist daher angesichts einer Vertragslaufzeit von häufig 60 Jahren überschaubar.

Beispiel Fragen KrankenversicherungHier in graphischer Form eine Musterrechnung (Stand 2020) für einen angestellten 28-jährigen Arzt, der nach 2 bzw. 4 Jahren im Alter von 30 bzw. 32 Jahren jeweils ein Kind bekommt unter der Annahme, dass der GKV Beitrag optimistisch betrachtet jedes Jahr nur um 5% steigt (1970-2021 5,77%, s.o. Beitragsentwicklung GKV) und die PKV um pessimistisch angenommene 4% (Unisex Arzttarif Barmenia von Einführung 2013-2020 1,74%, siehe Konkrete Beispiele Beitragsanpassung PKV). Aus dem Beispiel wird deutlich, dass die Phase einer evtl. finanziellen Mehrbelastung relativ kurz dauert. Sobald die Kinder eins nach dem anderen auf eigenen Füßen stehen, fällt wieder eine deutliche Ersparnis an. Bedenken Sie also bitte, dass Sie eine PKV i.d.R. für die nächsten 50-60 Jahre abschließen und nicht nur für 20-25 Jahre, in denen Beiträge für Ihre Kinder anfallen.

Fragen Private Krankenversicherung mit Familie

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Hier ein vereinfachter Überblick, wie sich die Kosten für private Krankenversicherung mit Familie bei moderater Qualität (keine Spitzentarife – hier gibt es große Unterschiede!) und jüngerem Eintrittsalter im Vergleich zur GKV verhalten:

  • Bei dauerhaft nicht erwerbstätigem Ehepartner (Hausfrau / Hausmann) sollte man sich den Wechsel in die PKV gut überlegen. Hier kommen mit Kindern über einen längeren Zeitraum die Vorteile der Familienversicherung der GKV zum Tragen. Das frühere Modell der „Hausfrauen-/Hausmann-Ehe“ wird heutzutage jedoch kaum noch dauerhaft gewählt.
  • Arbeitet der Ehepartner wie üblich nach ein paar Monaten oder Jahren wieder sozialversicherungspflichtig (und zahlt dann seinen eigenen Beitrag zur PKV oder GKV), dann ist für eine Familie mit bis zu 2 Kindern die PKV nicht teurer als die gesetzliche Krankenversicherung.
  • Berücksichtigt man die deutlichen Leistungsunterschiede zwischen GKV und PKV, dann ist die PKV bis einschließlich 3 Kindern nicht teurer als die GKV. In der GKV müsste man nämlich für jede Person diverse Zuzahlungen und Krankenzusatzversicherungen (ambulant, stationär, Zahn, Krankentagegeld) einplanen, siehe Effektivkosten gesetzliche Krankenversicherung. Für einen GKV-versicherten Erwachsenen sind hier zusätzlich mind. 100 EUR und pro Kind ca. 50 EUR einzuplanen. Es ist aber auch klar festzustellen, dass das Modell der „Hausfrauen-/Hausmann-Ehe“ heutzutage kaum noch gewählt wird.
  • Bei vier und mehr Kindern stellt sich ggf. die Frage, ob Ihnen die Gesundheit Ihrer Familie einen gewissen Mehrbeitrag wert ist – sofern Sie sich diesen leisten können.

Bei  Beamten (wg. Beihilfe, siehe auch unsere Seite Beratung Private Krankenversicherung für Beamte) und Ärzten / Zahnärzten (wg. rabattierten Ärztetarifen bzw. Zahnarzttarifen) verschiebt sich die „Rentabilitätsgrenze“ bei der Kinderzahl noch einmal etwas nach oben. Einige private Krankenversicherer bieten eine 6-monatige Beitragsbefreiung bei Elternzeit, damit wird die Gesamtkalkulation für Familien ebenfalls etwas günstiger.

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Tipp: Sind beide Ehepartner angestellt und privat krankenversichert, ist ggf. eine Aufteilung der Kinder sinnvoll, damit jeder Ehepartner für den eigenen Beitrag und den des Kindes den maximalen Arbeitgeberzuschuss erhält.

Hier ein konkretes Beispiel der R+V zu den Beiträgen einer Familie mit zwei Kindern in GKV vs. PKV (Stand 2018, Mutter Anja ist in Teilzeit als Krankenschwester tätig mit brutto 1.500 EUR/Monat, Vater Daniel arbeitet als angestellter Projektmanager in einem mittelständischen Unternehmen mit 5.000 EUR brutto pro Monat, die beiden Kinder Hanna und Tom besuchen den Kindergarten). In diesem Vergleich fehlen noch Beiträge für die in der GKV erforderlichen Zusatzversicherungen:

Fragen Private Krankenversicherung mit Familie - Beiträge GKV vs. PKV R+VDer PKV Verband beantwortet auf seiner Website Fragen zu „Was gilt in Mutterschutz und Elternzeit?„. Hier finden Sie zum Download Auszüge aus dem „KV Handbuch“ einer größeren Krankenversicherung (Stand 2020), die viele Fragen rund um die private Krankenversicherung in Mutterschutz und Elternzeit im Vergleich zur gesetzlichen Krankenversicherung umfassend beantworten, u.a.:

  • Einkommensvergleich GKV vs. PKV in Mutterschutz und Elternzeit unter Berücksichtigung Elterngeld
  • Welche Zahlungen erhalten Mütter während der Mutterschutzfristen (GKV und PKV für Angestellte, Selbstständige und Beamte)
  • Beitragsvergleich GKV vs. PKV in Mutterschutz und Elternzeit
  • Muss ich mich während bzw. nach der Elternzeit wenn ich nur Teilzeit arbeite und weniger verdiene wieder gesetzlich krankenversichern?
  • Krankenversicherung während und nach der Elternzeit
  • usw.
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Zu den finanziellen und gesundheitlichen Aspekten von Schwangerschaft, Mutterschutz und Elternzeit hier verlinkt auch noch eine informative Broschüre der Barmenia „Mutterschutz und Elternzeit“ u.a. zur Übernahme von Vorsorgeuntersuchungen in der SS durch die PKV (Messen des Blutdrucks, Gewichtsermittlung, Urin- und Blutuntersuchungen, Abtasten des Bauches, Beratungsgespräche, Herzton-Wehenaufzeichnungen, Laboruntersuchungen, die über den Rahmen der gesetzlichen Vorsorgeuntersuchung hinausgehen – z.B. Titerbestimmung auf Toxoplasmose, Listeriose etc., Fruchtwasseruntersuchung bei altersbedingter Risikoschwangerschaft, GKV: nur drei Ultraschalluntersuchungen, PKV: auch öfters).

Kontaktieren Sie uns für eine zu Ihrer persönlichen Situation bzw. Lebensplanung passende Beratung bezüglich private Krankenversicherung mit Familie.


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